MÉXICO CDMX - VERACRUZ, 22.2.19 - (UNTERWEGS)

 

41/ TEIL 1, Veracruz - Palenque - San Cristobal de las Casas - Acapulco

41/ TEIL 2, Taxca - Toluca - Morelia -  Tequila - Guadalajara - Pachuca
41/ TEIL 3, México CDMX - Amecameca (Volcanes) - Puebla - Oaxaca - El Tule

 

41. Bericht/Teil 3, 22.2.19 - ... 

Unsere Langzeitreise Südamerika/Mexiko endet bald... Es ist unendlich schön, dass wir 3,5 Jahre bei guter Gesundheit durch 10 Länder unterwegs sein durften.

Die Natur, die Begegnungen mit verschiedenen Kulturen, mit anderen Reisenden haben unsere Augen und Herzen immer wieder von Neuem geöffnet. Wir hoffen all diese Momente bleiben uns im Schweizer Alltag präsent. 

 

Allen, die mit uns diese Zeit verbrachten, die unsere Berichte verfolgten, die uns unterstützten, danken wir ganz herzlich.

 

Méxiko City (CDMX), 2'240müM, ist von unserem Standort Teotihuacán mit öV nur gerade 40 Minuten entfernt. Der Trailerpark, wo LIRA sicher steht, die guten Busverbindungen und vorallem auch das tolle Airbnb-Zimmer im historischen Teil der 26 Mio-Stadt, macht uns den 4-tägige Ausflug, ohne Camper zu einem einmaligen Erlebnis. 

In CDMX sind wir viel zu Fuss unterwegs, spazieren durch die Innenstadt, besuchen Märkte, Museen, verpflegen uns an einheimischen Tacos-Imbisständen, geniessen feinen Kaffee und sogar einmal eine feine Kässchnitte in guten Restaurants.

Doch wir sehen auch viele Obdachlose, die wie selbstverständlich auf den schönsten Plätzen, vor Kirchen, in der Fussgängerzone am Boden liegen und vor sich herdösen.

 

Oft bleiben wir vor prachtvollen Bauten stehen, sind erstaunt, dass die meisten davon für die Allgemeinheit zugänglich sind. Leider fehlt uns die Zeit, mehr über den Ursprung der Gebäude zu erfahren. 

 

Jeden Tag besuchen wir den 240m x 240m grosse Zócalo, auf dem 1813 die erste Verfassung Mexikos verkündet wurde. Hier nimmt der Palacio National, gebaut aus rötlichem Vulkangestein, mit seiner Länge von 200m fast die ganz Ostseite ein. Das Gebäude, welches auch Amtssitz des Präsidenten ist, besteht aus einer Vielzahl von Höfen und  Sälen. Der Haupthof ist frei zugänglich, und besticht durch die immensgrossen Wandgemälden von Diego Rivera, der hier die Geschichte Mexikos, von der altindianischen Epoche bis nach der Revolution, darstellt. 

 

Schon lange freue ich mich die beiden über 5000m hohen Vulkane, Popocateptl, 5400m (noch aktiv) und sein Gegenüber der Itzacchihuatl, resp. die schlafende Frau genannt, von Nahem zu sehen. Bis zum Paso del Cortes schafft es LIRA problemlos, der PP ist nur ca auf 3700m. 

In den vergangenen Tagen habe ich bemerkt, dass nur der frühe Morgen gute Sicht hergibt, so mache ich mich schnellstens auf den Weg Richtung Itzacchihuatl, 5'400m durch den Föhrenwald, der mir bis ca. 4100m etwas Schatten spendet. Mein Blick gleitet immer wieder zurück zum rauchenden Popocateptl, 5600m. Die Hitze trübt die Sicht, Schönwetterwolken ziehen auf, doch auf der Anhöhe von etwa 4200m habe ich freie Sicht hinüber zur schlafenden Frau, für mich ein ganz besonderer Moment.

 

Der RV in Cholula ist für Reisende ein genialer Ausgangspunkt um die prähispanischen, archäologischen Stätten im Ort zu erkunden und auch die schöne Kolonialstadt Puebla, (1,5 Mio EW) mit öV oder Taxi zu besuchen. Als erstes lassen wir uns mit dem Bus in die Nähe des Wahrzeichen der Stadt, dem Riesenrad fahren, spazieren dann weiter zum Zócolo und geniessen es auf einer Bank zu sitzen und dem Treiben rund um uns zuzusehen. 

Die vielen kleinen Gassen, die unzähligen Marktstände helfen uns später bei der Verdauung der etwas zu gross bestellten Pizza :-))

 

Ein Tipp unserer Reisefreunde Christa und Martin lockt uns nach Zapotitlán Salinas. Auf der MEX #125 machen wir Halt bei den unter uns liegenden Salinas, wo Arbeiter die Wasserbecken wischen, danach verweilen wir bei den  unzähligen Tiendas, die viele handgearbeitete Mitbringsel (Tiere, Eier etc) bis zu ganz tollen Einrichtungsgegenstände (Spiegel, Tische etc)  aus hier abgebautem Onix und Marmor feilhalten. Bald darauf erreichen wir den Eingang zum Bosque Cactaceas, ein Blick in die Weite und wir sind einfach nur fasziniert. Die Hitze ist für uns in der Semidesierto kaum auszuhalten, so sind wir glücklich, nahe einer Cabaña für LIRA einen Schattenplatz zu finden. Wir schnappen uns ein Panaché und machen uns dann auf den Weg zu den Miradoren.

 

Am anderen Morgen sind wir schon früh mit Maurinho, einem Indigenen aus der Bergpopolation, der Popoloken unterwegs. Wir streifen durch Kakteen, Agaven, blicken zu deren fantastischem Blütenstengel hoch, wohlwissend, dass die Pflanze danach abstirbt.

Mit Inbrust erklärt uns Maurinho, wie die Indigenen mit und von den Kakteen leben. 

 

Säulenkaktus: ist der Wasserspender für Mensch und Junggewächs, zudem werden die Blüten zu Salaten verwendet;

Blätterkaktus: als Tacozutaten und für Salat; diese Kaktusart wird heute gezüchtet, es ist ein trationelles Marktessen;

Kugel: bezaubern durch Form und Blüten.

Doch auch wie die grossgewachsene Kakteen die Jungkakteen vor Austrocknen schützen, ihnen Schatten und Wasser zuhalten, welch wertvolle Medizin im Dickicht zu finden ist, so zB die weissen Blüten, mal de mujer gegen Arthritis hilft, die rote Blüte hilft, den Knollen der Glückseligkeit (Droge) im Dickicht zu finden. 

Die Kakteenbäume können mehrere hundert Jahre alt werden, werden über 5 Tonnen schwer, wobei sie eine Tonne Wasser speichern.

 

Zurück in Tehuán nehmen wir die Passstrasse MEX#135 durch die tolle Quebrada Guacamayas militaris verde. Doch wir müssen passen, der Aufstieg zu den Papageien ist uns in dieser Hitze schlicht zu beschwerlich. So geben wir uns zufrieden mit herrlichem Blick zurück über die 'sieben Berge'. 

 

Wir lassen uns jedoch nicht entgehen, immer wieder anzuhalten und die dicken Säulenkakteenbäume, die verschiedenen Grün, die von weitem sichtbaren Baumwollbäume zu betrachten. 

 

Nach Etla Soledad, wo wir doch tatsächlich unter Polizeischutz die Nacht verbringen und einen ersten Besuch in Oaxaca, erreichen wir den Teotitlán del Valle, hier werden Teppiche von A-Z von hand hergestellt. Zwei Tag streifen wir von Atelier zu Werkstatt, vergleichen Grössen, Farbe, Muster  bis wir dann unsere Wahl getroffen haben und einige Stücke kaufen. Danach müssen wir unbedingt unser Bargeld aufstocken. Doch an Ort gibt es keinen Cajero, wir müssen nach Tlacolula fahren und da uns auch der Hunger plagt, kaufen wir gleich in der Markthalle feine Feischstücke und braten diese an der Feuerstelle nebenan, zusammen mit Tortillas und Jugo de Naranja..... einfach genial.

 

Unser südlichstes Ziel im Valle de Oaxaca ist Hierve el Agua. Über Jahrmillionen rinnt ständig über zwei Stellen mineralhaltiges Wasser. Dieses verdunstet zum grossen Teil auf dem Weg hinunter zu den beiden kleinen Badeseen und zeigen dafür heute einen versteinerten Wasserfall in herrlich leuchtenden Farben.

Selbstverständlich bringen tagsüber Touribusse Leute von Oaxaca her, doch am Abend gehört die Natur den Camperreisenden allein :-))

 

Nach einem weiteren Tag verabschieden auch wir uns vom wunderschönen Naturschauspiel, halten aber gerne bei Einheimischen, die Handarbeiten für wenig Geld verkaufen, so auch unseren neuen Feuerfächer... 

Nun heisst es zurück nach Oaxaca fahren..., unsere LIRA verlangt nach Filter- und Oelwechsel, doch ein kleines Facelifting wird sie bekommen!

 

In El Tule kennen alle die alte Sumpfzypresse 'El Arbol del Tule'. Sie ist über 40m hoch, hat einen Durchmesser von über 50m und weist ein Alter von gegen 2000 Jahre aus, gilt somit als einer der ältesten Bäume auf der Welt.

 

Ebenso findet man in El Tule gleich zwei, jedoch sehr unterschiedliche Campings. Wir ziehen den Camp Oasis von Leanne y Calvin dem Overlander Camp von Del y Kate vor.

Dieser verdient seinen Namen absolut zu Recht! Auch wenn in der Stadt Temperaturen von weit mehr als 30 Grad herrschen, fühlt man sich unter im Schatten der hohen Bäume, die das Wohnbijoux von Leanne y Calvin umringen einfach wieder puddelwohl. 

So stehen wir zusammen mit einem englischen Paar einige Tage auf dem familiären Camp, auf welchem höchstens 5 Wohnmobilie stehen können. Und welch Glück wir haben, Calvin weiss Schäden (Anschluss Kompressor, Verschluss Kühlschrank, undichtes Hekifenster) zu beheben und hat gute Beziehungen zu guten Taillers (Faceliftung LIRA, Servicearbeiten).

 

....

 

....

Kommentar schreiben

Kommentare: 0