MEXIKO, HOCHEBENE, 27.1.19-21.2.19, 2'500KM

 

41/ TEIL 1, Veracruz - Palenque - San Cristobal de las Casas - Acapulco

41/ TEIL 2, Taxca - Toluca - Morelia -  Tequila - Guadalajara - Pachuca - Teotihuacan

41/ TEIL 3, México CDMX- Puebla (unterwegs)

 

 

 

41. Bericht/Teil 2, 27.1.-21.2.19, 2500km

Wir haben keine fixe Route durch Mexiko, passiert Unvorhergesehenes, Positives oder Negatives, passen wir uns an. So bleibt im Moment offen, ob wir in unseren verbleibenden zwei Monate noch den Süden Baja Kaliforniens bereisen...

 

 

 

Wir sind wieder landeinwärts unterwegs und verbringen einen ersten Tag in Taxco. Sowohl in der Morgen- wie auch in der Abendstimmung ist die reiche Silberstadt ein Hingucker! Die Stadt selber besteht aus engen, steilen Gässchen, einer wunderschönen Kirche aus dem 18. JH und aus hunderten von Silberverkaufsgeschäften. Zum länger Verweilen fehlt uns nebst einem ebenen, ruhigen Schlafplatz auch das Kleingeld.... 

 

Tolina, die Hauptstadt des Estado de México liegt auf 2'650m und ist damit die höchstgelegene Grossstadt Mexikos. Wir fühlen uns hier sehr wohl, da wir gleich mitten in der Millionenstadt bei einem feinen Café einen Parkplatz finden! So können wir die hübeschen Plätze zufuss besuchen und auch unter den 140 Arcaden spazieren, die uns sehr an die Berner-Altstadt erinnert. 

 

Trotzdem fahren wir noch gleichen tags ins 70km entfernte Valle de Bravo, damit wir früh am anderen Morgen die Anfahrt zu NP Nevado Toluca schaffen. Im touristischen Ort schnappen wir uns am Stausee einen Drink, bevor wir unseren Schlafplatz etwas ausserhalb des Ortes (35' EW) bei einem OXO-Einkaufsladen finden.

 

Von Ralph wird an seinem 66. Geburtstag viel verlangt, er muss LIRA auf Schotterstrasse bis auf 4'100m hochmanövrieren und dann zusammen mit mir die restlichen 300 Höhenmeter bei starken Windböen hochkraxeln...

 

Mit einer Gruppe junger Ticos (Costa-Ricaner) erreichen wir unser heutiges Ziel und geniessen die Sicht auf die unter uns liegenden, zwei farblich unterschiedlichen Lagunen, Laguna del Sol und Laguna de la Luna. Aber nicht nur wir trotzen dem Wind, sondern auch die junge Künstlerin, die leichtbekleidet mit Highheels für Videoaufnahmen ihr Bestes gibt.

 

Die starken Böen und der lange Rückweg lässt leider nicht zu, dass wir länger hier oben verweilen.

Langsam rollt LIRA die Schotterstrasse hinunter, wo wir gleich zwei kurz aufeinander aufgebockte Autos begegnen, doch auch der Einheimische, der mit seinem Aufstieg bereits beim NP-Eingang begann, bekommt unsere volle Aufmerksamkeit. Wie leuchten seine Augen, als wir ihm Proviant anbieten.

 

Obwohl wir bereits vorgewarnt sind, trifft uns das Problem vom fehlenden Treibstoff erst heute... Viele Tankstellen in den Estados de Mexico und Michoacan haben die Einfahrt gesperrt, bei anderen gibt es Wartekolonnen, auch die Polizei harrt aus.... Wir aber entschliessen weiterzufahren und sehen nach etlichen Kilometer eine Gasolina, wo gerade ein Tankwagen einfährt!

 

Die Weiterfahrt führt uns durch indigene Siedlungen, wo wir nur an den geschmückten Kirchen und den Topes merken, dass wir einen neuen Ort anfahren. 

 

Das enge farbenfrohe Bergwerksstädtchen Angangueo gilt als Durchgangsort zur Reserva Mariposa Monarca  

 

Und dann erreichen wir das Reservat Sierra Chincua, der zweiten Heimat der Monarchfalter. Millionen dieser Schmetterlinge finden sich im November aus Kanada und dem hohen Norden der USA hier ein, paaren sich, die Männchen sterben und im März machen sich die Hembras mit ihren Jungen auf den 4'500km langen Rückweg.

 

Bis wir bei den Mariposas ankommen erzählt uns der Guide lebhaft so Manches über seine Heimat, weist auf dem zweistündigen Spaziergang durch den Fichtenwald auf Pflanzen, Vogelarten (Kolibri nahe seinem Nest) hin, sodass Ralph und ich mit Auf und Ab, mit Spanisch richtig gefordert sind.

 

jetzt stehen wir vor den Millionen von Schmetterlingen! Die einen tanzen am Himmel wie einzelne grosse Schneeflocken, die anderen hocken nahe am fliessenden Wasser - einfach unglaublich schön!

 

Wir erreichen Morelia (710' EW), die prächtige Hauptstadt des Bundesstaates Michoacán, welche zwischen den beiden grössten mexikanischen Städten Mexiko City und Guadalajara in einem weiten fruchtbaren Talkessel liegt. Wir haben für LIRA einen von der Polizei bewachten Parkplatz im weitläufigen Gelände des Planetarium gefunden und somit Gelegenheit auch abends im Zentrum spazieren zu gehen. Die während 100 Jahre (1640-1740) im Bau befindende Kathedrale aus rosa Trachyt, aber auch der Aquädukt mit einer Länge von 1600m und von 253 Bögen getragen, sind Wahrzeichen der hübschen Stadt.

 

Einige Arbeiten (Dachfenster undicht, Lavandería) sind zu erledigen, doch dann machen wir uns auf den Weg in Santa Elena (Nähe Guadalajara) den Camping/Cabañas von Charly (CH) und seiner mexikanischen Frau anzufahren. Welch Freude, warm zu duschen (Trumaheizung defekt), ein Cordon Azul zu verspeisen und mit den stationierten Westschweizern in einem Kudderwelsch zwischen Französisch-Deutsch-Spanisch über künftige Reiserouten und Zukunftsperspektiven zu sprechen.

 

Nicht nur wir sind unterwegs, die weissen Pelikane aus Alaska auch! Diese verbringen ihre Wintermonate gerne am Lago Chapala. Jeweils am Nachmittag, wenn die Fischerboote einfahren, wird für sie das Märchen 'Tischlein deck dich' wahr!

 

Nach unserer Irrfahrt durch die Grossstadt Guadalajara, zweitgrösste Stadt Mexikos mit 8 Mio EW, erholen wir uns im Naturpark Balneario El Rincon, wo wir praktisch mit einem Sprung aus der LIRA direkt ins Bassin springen können. Da einzig hier noch zwei Spezien von Fischarten vorkommen, werden zurzeit die Fische von Studierenden sorgfältig mit Netzen gefangen, vermessen und wieder ausgesetzt.  

 

Auch wenn wir uns im Bad sehr wohl fühlen, bewegen wir uns und marschieren bei 32 Grad zu den Ausgrabungen Guachamontones hinauf, wo 300 vChr bis 900 nChr die Aztatlán lebten. Wir werden mit schöner Aussicht belohnt, doch noch mehr freuen wir uns auf die Abkühlung im Balneario....

 

Unser nördlichster Punkt in Mexiko wird auf dieser Reise Tequila sein. Bereits ausserhalb des Ortes lockt uns die Tequileria Tres Mujeres einzukehren. Wir können uns einer Tour anschliessen und erhalten viele Informationen zur Herstellung des besonderen Brantweines. Die Agave Azul, resp. deren Herz wird nach 12-14jähriger Lebensdauer etwa 3 Tage lang gekocht, bevor die Destillation beginnt. Mezcal und Tequila ist der gleich gute Schnaps, doch dürfen nur bestimmte Orte aus fünf Estados die Marke Tequila nutzen.

 

Der Stadtpark von Tequila ist ein wahrer Treffpunkt von Sehen und Gesehen werden. Das Markenzeichen von Tequila sind Seilartisten, doch sicher auch die Leute, die mit Krügen in der Hand im Ort spazieren. Der Tequila wird nämlich in vielen Variationen direkt über die Gasse verkauft. Ralph zieht vor, einen feinen Cava de Oro Añejo für unsere heimische Hausbar zu kaufen. 

 

Guanajuato bleibt uns mit seinem speziellen Museum in Erinnerung, aber auch mit den vielen Stadttunnels. Erst später erfahren wir, dass die stillgelegten Minen umgenutzt wurden und heute der unterirdischen Umfahrung der Stadt dienen.

 

Das Museo Momias ist weitumher bekannt. Bei Erweiterung des Stadtfriedhofes im 20. Jhd wurden in einem geschlossenen Gebäudeteil etwa 100 stehende, natürlich mumifizierte Choleratote aus dem Jahr 1833 gefunden. 

 

Auf der Fahrt zur Plattform des Monolith Peña de Bernal müssen wir LIRA auf der engen, steilen Strasse -im Halteverbot- notparkieren, ein Weiterfahren wäre unverantwortlich gewesen. Als wir dann den Weg bis zum Einstieg zur Bergwanderung geschafft haben, fühlen wir uns nicht fit genug, weiter hochzusteigen, es ist uns einfach zu heiss. Wir geniessen die Gegend, die gute Stimmung und machen uns dann auf den Weg, LIRA aus der ungemütlichen Lage zu befreien.

 

Doch am nächsten Tag sind wir frühmorgens schon unterwegs, gilt es doch in Cadereyta de Montes den wunderschönen botanische Kakteengarten zu erwandern. Die Wege sind steil, doch die Aussicht ist einfach ein Hit.

 

Stundenlang spazieren wir durch den Park in der Semidesierto, bestaunen Agaven, die durch unterschiedliche Blattstrukturen und Farben unterscheidbar werden, dann Dutzende von verschiedenen Kakteen, die uns durch ihren Wuchs und durch ihre Blüten bezaubern.

 

Auf unserer Fahrt von Tequila nach Mexiko City, immerzu auf 1800-2400 müM, passieren wir tolle malerische Städte, indigene Gemeinschaften, Grossstädte wie Leon, Querétaro, Pachuca immer mit mehr als 500' EW, die mit ihren engen, teilweise sehr steilen Strassen, mit ihren Topes, Vibradores Ralphs Geduld unter Beweis stellen.

Doch der 16km lange Weg hinauf nach Mineral del Monte, zum Museum Mina Acosta ist dann das Tüpfchen auf dem i. 

Wir haben kaum je ein mehr verwinkelter Ort angetroffen, dazu fehlen Hinweisschilder, bei Weggabelungen gibt es plötzlich kein Durchkommen mehr und bei der Rückfahrt - Ralph auf Topes konzentriert, ich auf Weitsicht- wird aus einer Strasse eine Treppe....

 

Unser Guide, dessen Grossvater noch Mineur war, zeigte uns auf dem Rundgang anschaulich, welch unvorstellbaren Gold-, Silber und einzigartigen Steinereichtum die 1993 stillgelegte Mine hergab.

In einem Gebiet von 1800 Hektaren (18 Mio m2) gibt es 116 registrierte, jedoch in Wirklichkeit mehr als 1000 Minen mit zum Teil mehr als 10 Nivels. Nur schon die heute für Touristen zugängliche Mine hat ein Tunnelgeflecht von über 8km. Die ganze Umgebung ist heute unterhöhlt.

Täglich wurden 1500 Tonnen Gesteine aus dem Berg geschaffen, wobei Spanien, die Kirche und einige wenige Menschen sich enorm bereichert haben. Dafür bezahlten Tausende von Sklaven und die Bevölkerung rund um Pachuca mit ihrem Leben. Die Männer mussten während 16 Stunden härteste Arbeit verrichten und wurden kaum älter als 30-35 Jahre.

 

 

Mexiko und seine Vielseitigkeit.... sind einfach einzigartig!

Zum Beispiel auch Chile und Mais.... es gibt unzählige Arten von Tacos, Tortillas....

Toll, wir dürfen noch einige Wochen in diesem Land bleiben..., die nächsten Tage verbringen wir in Mexiko City - CDMX!

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Kommentare: 1
  • #1

    San y Dan (Mittwoch, 13 Februar 2019 19:13)

    Hola Lilo&Ralph!!
    Estamos seguindo las rutas de Mexico con ustedes. Hay problemas con combustible? Que lindas las mariposas Monarcas, hemos visto en programas en la TV, pero asi, en vivo, es muy lindo!
    Deseamos suerte y buenas rutas!! Y feliz cumpleaños (con retraso) para Ralph :)
    Abrazos. Besos. Saudades.
    San&Dan