MEXIKO, VEACRUZ-ACAPULCO, 24.12.18-26.1.19, 2'300KM

 

41/ TEIL 1, Veracruz - Palenque - San Cristobal de las Casas - Acapulco

41/ TEIL 2, Taxca - Toluca - Morelia - Tequila - Guadalajara - Pachuca - Teotihuacan

41/ TEIL 3, México CDMX - Puebla (unterwegs) 

 

41. Bericht/Teil 1, 24.12.18-26.1.19, 2'300km

Infolge Unruhen in Honduras verschiffen wir direkt von Cartagena nach Mexiko, 112 Mio EW und 46x so gross wie die Schweiz.

Das geografisch zu Amerika zählende Land erwartet uns mit verschneiten Bergspitzen, Hochebenen, tropischen Regenwald, Meere, mit alten Kulturen und vieles mehr.

 

 

Unser Weihnachtsgeschenk 2018: Flug Cartagena-Bogota (CO)-Mexiko-Veracruz (MEX). Doch dass wir dann eine Woche zum Hotelleben gezwungen werden, da CHIVA keinen Landeplatz ergattert, erfreut uns gar nicht. Doch das Wetter ist sehr angenehm, das Hotel Trianon liegt in der Altstadt und den Puerto erreichen wir zu Fuss in zehn Minuten.

 

Das Verschiffungsdatum haben wir schlecht gewählt, denn auf das Neujahr hin werden im grössten Autohafen Mexikos die Neu-Fahrzeuge angeliefert. Die Autoliner stehen an, um in  Hafen einfahren zu können. Täglich werden wir vertröstet, bis wir dann mit Hilfe des Agenten Viktors die notwendigen Formalitäten erledigen können. Doch weiterhin heisst es Gelduld aufbringen, bis dass wir am 2.1.19 nach erfolgter Drogen- und Aduanakontrolle aus dem Hafenportal fahren können. Nun ziert ein Sticker, das Banjercito unsere Windschutzscheibe, welches wir während unseren Wartetagen in der Nationalbank mit Anstehen und Moneten beschafft haben.

Bei jeder Polizeipatrouille werden Dokumenten samt am Auto eingestanzter Fahrgestellnummer mit dem Sticker überprüft.

 

Die Wartezeit verkürzen uns der tägliche Spaziergang zum Puerto.....

.... der Besuch des bekannten Aquariums, welches uns auch gleich fasziniert. Aras begrüssen uns, danach leben wir inmitten von grossen und kleinsten Fischen unter, neben und über uns - einfach genial! Zum Eintritt gehört auch gleich einen Museumsbesuch, wir wählen das Haus der Kuriositäten und haben viel Spass.....

 

Die überall angebotenen Tortillas, Tacos gehören noch nicht zu unseren Lieblingsspeisen und so freuen wir uns, unweit des schönen Strandes von Veracruz einmal wieder ein herzhaft feines Asado zu bekommen.

Das Fort San Juan de Ulúa beschützt den wichtigsten Osthafen Mexiko. Die Erbauung dauerte mehr als 50 Jahre, Tausende Sklaven starben während des Baus. Im 19. Jhd wurde die Anlage unrühmlich als Gefängnis für politische Gefangene genutzt. Heute aber können Mexikaner die Anlage kostenlos besichtigen, für uns kostet der Rundgang etwa Fr. 6.--. 

 

Yuppi, endlich sind wir wieder mit unserer LIRA unterwegs. Nach einem Grosseinkauf -der Lebensmittelvorrat haben wir für die Verschiffung drastisch runtergefahren- finden wir unseren ersten mexikanischen Stellplatz wenige Kilometer ausser Veracruz in Boca del Rio, wo wir von Johanna und Johann aus Wien herzlich begrüsst werden. Doch unsere Wege trennen sich gleich wieder, ihr Heimaturlaub steht an und nach ihrer Rückkehr fährt das Paar südwärts.

 

Auf dem Weg nach Catemaco besuchen wir in Tuxla die Zigarrenfabrik Santa Marta. Unverbindlich können wir Männer und Frauen an ihren Tischen zusehen, wie sie verschiedene Grössen Zigarren von Hand drehen. Sind 60 Stück gedreht, werden diese in eine Presse gelegt, um dann jedes einzelne Stück nochmals mit zwei weiteren feinen Tabakblätter einzuwickeln. Pro Tag erarbeitet jede Person etwa 600-800 Zigarren. An der Verkaufstheke suchen wir einige Mitbringsel aus. Bist du ein Zigarrenfreund, dann melde dich!

Der Museumspark La Venta in Villahermosa gibt uns einen ersten Einblick in die mexikanische Urgeschichte. Vor 3000 Jahren vChr lebten die Olmeken (Gummimenschen) in der Kautschukregion. Wie die Olmeken die Kolossalköpfe aus Basalt, 3.40m gross und mehrere Tonnen schwer hierher bringen konnten, bleibt ein Rätsel, der Stein wurde mindestens 120km weit entfernt abgebaut.

Im Ecoparque Yunká lassen wir uns mit einem Tourbus an freilebenden Tierherden vorbei fahren und sehen wie Grosswild -auch zusammen mit Kleintieren- friedlich unterwegs sind. Im Federviehgehe geht es munter zu und her, doch unsere Augen kommunizieren eigentlich nur mit dem wunderschönen Tukan.

 

Für alle Mexiko-Autofahrer sind die Vibradores, die Topes ein Graus! Vor jeder Schwelle müssen wir zumindest in den zweiten Gang runterschalten.... in den Orten folgen die Schikanen alle 10-15m, auf der Überlandstrasse muss man sehr achtsam sein, dass man die Anzeigetafel -so es dann eine gibt- beachtet! Auch Strassen in wirklich schlechtem Zustand sind nicht selten!

Der Staat Chiapas in Mexiko, der Norden Guatemala und Beliz gehörten in der Zeit von 3000 vChr bis 1697 nChr zum Hoheitsgebiet der Maya. 
Wir schauen uns bei heissem tropisch feuchtem Wetter die für Mexiko wichtige Mayastadt Palenque aus der Zeit von 600-900 n/Chr an, wo einst mehr als 1500 Gebäude standen. Heute können rund 20 Tempel und Paläste besichtigt, bestiegen werden, sie sind bestens erhalten. Verschwitzt und durstig steigen wir manche Treppen hoch und geniessen Aussicht in das Flachland von Tabasco. Einige Wege führen in den Urwald hinein, wo wir über moosige Treppen steigen und nur erahnen können, welch Geschichte hier verborgen bleibt. 

 

Agua Azul, für uns eigentlich nur ein Verlegenheitsschlafplatz zeigt sich am Folgetag als Bijoux - ein herrlicher Wasserfall über mehrere Stufen hinweg und mit Bademöglichkeiten!

 

Wir erreichen San Cristobal de las Casas, (2'100m) eine sehenswerte Grossstadt mit einer Fussgängerzone, herrlichen Gässchen. Der Camping ist unter den Overlander bekannt, gibt es hier doch schön warme Duschen, eine absolute, gern genutzte Rarität. Und dann, wer fährt am Folgetag auch durch das grosse Tor, es sind Christa und Martin von Namibia, die wir über ein Jahr nicht mehr gesehen haben. Seit unseren spontanen Treffen 2017 in Südamerika blieben wir immer in Kontakt. Doch bei feinen Apéros und Grillabenden fällt der Austausch viel leichter.

 

Die Stadt ist auch ein guter Ausgangspunkt für umliegende Sehenswürdigkeiten. So besuchen wir am Sonntag mit öV gleich zwei indigene Pueblos, zuerst Zinacantán, dann Chamul. Die farbenprächtigen Märkte sind eine Augenweide, aber die Rituale in den Kirchen sind und bleiben unvergesslich (Fotoverbot). 

Zinacantán: die Muster werden auf Stoff vorgezeichnet und dann mit Garn eigenhändig gestickt, so ist jede Tracht ein Unikat, manchmal sehen wir gar eine Person mit halbfertig gestickter Bekleidung, was mit der zeitintensiven Arbeit ja auch gut verständlich ist.

 

Der Markt in Chamul ist vielfältiger, die Trachten bestehen aus Jupe aus Ziegenfell (Frau und Mann), die Frau besticht mit farblichem Brustteil.  Auf beiden Märkten können wir uns nur mit Jugendlichen in Spanisch etwas unterhalten, sie lernen diese Sprache erst in der Schule, es gibt allein mehr als 40 noch gesprochene Mayasprachen.

 

Während den nächsten 100km geht es 1000-1500m runter und gleich wieder hoch, dann erreichen wir in Chiapa de Corzo/Tuxtla Guitiérrez, wo wir gleich die Panoramstrasse hochfahren. Diese gibt Gelegenheit bei fünf Miradore tolle Blicke in den 1'500m tiefen Cañon Sumidero zu werfen, unglaublich wie winzig uns die Ausflugsboote erscheinen. Für ein Foto setzt Ralph ein strahlendes Lächeln auf, wenn gleich er seine Blicke lieber über die Berggrade wirft, als die steilen Wände hinunter.

Von hier oben sollen sich 1527 etwa 2000 Mayas hinuntergestürzt haben, um so der Sklaverei zu entkommen.

 

 

Am anderen Tag gehen wir es gemütlicher an... Wir sind mit einem Ausflugsboot auf dem Rio Grijalva unterwegs, sehen zu den 5 Miradoren auf, wo wir gestern immer wieder den Cañon Sumidero runter schauten .... 

Doch mindestens so schön ist es mit der Natur eins zu sein. Spitzkrokodile, Iguanas, Affen, viele Wasservögel lassen uns an ihrem Leben teilhaben, in einem Felsfenster erkennen wir ein steinernes Seepferdchen, eine Grotte wird als Kraftort genutzt, ein bewaldeter Felsausschnitt ist zu Regenzeit ein Wasserfall und sieht einem  Weihnachtsbaum ähnlich, einfach köstlich. Unser Guide erklärt uns am Ende der Hinfahrt, bei der Staumauer die Wichtigkeit des Gewässers, dann bleibt uns nur noch die Rückfahrt durch den gewundenen Kanal. 

 

Etwas ausserhalb von Tuxtla Guitiérrez (500'EW) nehmen wir die Stichstrasse zur Reserva El Ocote mit dem Sima de las Cotorras. Leider bevölkert zur Zeit nur eine kleine Kolonie Mönchsittiche den teilweise stark bewaldete Krater und auch diese sehen wir bei unserem Rundgang nicht. Mit dem Wissen, dass sich zeitweise eine halbe Million Vögel  hier einfinden, lassen wir auf dem schönen Stellplatz den Abend ausklingen und geniessen die Stille.

 

Nun begeben wir uns auf den Istmus, welcher den kürzeste Weg zwischen Golf de Mexiko und Pazifik bezeichnet. Im Jahr 2017 zählte man hier mehr als 1400 Anlagen für Windkraft. Was eigentlich einmal ein Aufschwung für das zweitärmste Land Mexiko sein sollte, ist heute in spanischen Händen und wird zu 70 % direkt von Walmarkt, Coca Cola, Cemex genutzt. Den Indigenen wurde viel Land genommen, die Folge sind grosse Protestkundgebungen.

Am Abend erreichen wir Buena Vista, wo wir frischen Fisch serviert bekommen und am Morgen mit  schönem Sonnenaufgang geweckt werden.

 

In den nachfolgenden Tagen bescherten uns die in Reiseliteratur beschriebenen tollen Küstenorte viele für uns nicht fahrbare Holperstrassen, Sandwege, einfach nur mühsam. Unser Womo sieht vielfach den früheren Kinderzimmer ähnlich, welche mir schon dazumal nicht gefallen haben:-(( So versuche ich mich abzulenken, so kommt ein Handwerker mit unserem neuen Bett die Strasse hochkommen oder das tolle Vogelnest, der blaue Himmel lassen mich wissen, das alles halb so schlimm ist...

 

Auf einer kleinen durch Wald führenden Strasse lassen wir uns von einem kleinen Jungen überreden in den noch kleineren Weg einzubiegen, um an einer tollen Lagunatour teilzunehmen. Unsere Flexibilität wird belohnt! Für wenig Geld erklärt uns ein Guide vieles über Ventanilla, über das schwarze Sandstrandband (metallhaltig), über die hier heimische  Jamaicapflanze, die zu feinem Wein, Likör und Marmelade verarbeitet wird, bevor wir uns von ihm mit sechs weiteren Teilnehmer durch die Lagunen mit vielen Mangroven, Palmen, Iguane, Krokodilen, Wasservögeln paddeln lassen. 15 Leute haben sich dem Projekt verschrieben, die durch einen Hurrikan verwüstete Landschaft wieder in eine intakte Natur zu wandeln. 

 

Nachdem wir wieder festen Grund unter den Füssen haben, schlendern wir noch lange dem Strand entlang, das Ventanilla vor uns. 

 

Auch die Agua Blanca ist ein spezieller Ort. Doch der felsige Strand kann uns nicht zum Bleiben bringen....

 

Nachdem uns die Weiterfahrt -wieder über Unmengen von Topes- zu einer Übernachtung an einer Pemex-Tankstelle zwingt und wir wegen Lärm zu wenig Schlaf kommen, entschliessen wir bei der Weiterfahrt, bereits die nächste Abzweigung zur Playa Ventura zu nehmen, um die Tortuguita von Esther und Viktor anzufahren. Welch ein Bijoux, nebst Cabañas offerieren die beiden auch Stellplätze unter Palmen, dazu saubere Duschen (Kaltwasser), Sitzecken, Pool und einen kilometerlangen, leeren Sandstrand, leider aber kein Netz. Im Meer baden ist auch hier sehr heimtückisch, die Wellen werden nirgends gebrochen und so zischen sie mit Gewalt an Strand und ziehen Badende wieder ins Meer hinaus.

 

Zielort Acapulco erreicht! Wenn einer der beiden RV uns einen Platz offen hält, dann ist das Glück perfekt. 

 

Es klappt, wir sind auf dem grössten mexikanischen RV! Dieser Camping hat nur während  6 Monaten seine Pforte geöffnet und dies vorallem für Kanadier, die hier in schmucken Einzimmerlogis mit integriertem Stellplatz für Buggy, Van und Bus ihre Winterzeit überbrücken. Alle Strassen ähneln sich, fast alle Logis geben alles preis: Wohnzimmer, Küche, Fahrhabe. Für uns reicht aber ein nicht überbautes Plätzchen, negativ ist einzig die pralle Sonne, die ihre ganze Kraft her gibt.


Viele Legenden, haben den Weg in die impulsierende Stadt gefunden, um dort zumindest einen Teil ihres Lebens zu verbringen, so auch der bekannte Schweizer Musiker Teddy Stauffer, der bald einmal das Potenzial der Clavanisten/Cliff Divers/Felsspringer erkannte und die Truppe bis zu seinem Tode 1991 managte.

Im exklusiven Restaurant Mirador schauen wir uns Bilder vergangenen Zeiten an und sehen danach von der Terrasse aus dem Spektakel einen Abend lang zu. Und als am Schluss einige Springer persönlich noch vorbeischauen, bekomme ich gar die Einladung zu einem Fotoshooting...

 

 

Zur Schau, die ab 19.30 bis 21.30 stündlich wiederholt wird, gehören jeweils 5-7 Springer; sie dauert jeweils ca 40 Minuten.

Kurz nach 19.30 Uhr klettern die ersten sieben Felsenspringer über die Besucherplattform und springen mit Kapriolen, sozusagen zum Einwärmen ins Wasser, schwimmen zur Gegenseite, klettern barfuss in Windeseile den Felsen bis zu einer Höhe von 35m Höhe hinauf und warten auf einen Applaus!

Immer beginnt der Jungspringer, 14/15-jährig; er sucht sich seinen Absprungplatz bei 28m und beweist seinen Mut und sein Können.

Dies tun ihm weitere 4-5 Springer gleich, immer von anderem Stand aus. Ein Paar zeigt ihren Synchronsprung, einfach toll. 

Der Höhepunkt heben sich ein oder zwei Springer auf. Sie wärmen sich auf einer Höhe von 35m noch einmal gut auf, schauen konzentriert hinunter zum zischenden Wasser und springen mit einer Geschwindigkeit von fast 100p/h hinaus, fliegen im luftleeren Raum, bevor sie kopfüber ins Wasser eintauchen. Ein Erlebnis der Superklasse!

 

Kommentare: 5
  • #5

    Hofer Lilo und Peter Chur (Samstag, 23 Februar 2019 21:17)

    Hallo zusammen
    Haben wieder mal bei Euch rein geschaut. Ihr kommt langsam Richtung Trumpland, die Berichte sind wie immer spannend.
    Vor 35 Jahren waren die Schwellen bereits ein Problem, vor und nach einer Siedlung waren die Dinger eingebaut. Auch bei uns wurde alles im Camper verteilt...
    Geniesst es weiterhin.
    Bis bald einmal
    Lilo un Peter

  • #4

    Hiltbrand Hanspeter CCBB (Montag, 04 Februar 2019 11:26)

    Dank der Foto im Email bin ich auf WWW.Lira gestossen!
    Super Reise. Ich beneide Euch. Bin übrigens Fan von guten Cigarren.
    Liebe Grüsse aus Basel und weiterhin gute Fahrt und die anschliessende Rückkehr.
    Hanspeter

  • #3

    Carlos y Yadhira (Montag, 04 Februar 2019 03:32)

    Hola íbamos atrás de ustedes cuando pasaron por michoacan
    Saludos , están muy padre los lugares que recorren
    Pásenla muy bien ...

  • #2

    San & Dan (Montag, 21 Januar 2019)

    Hola! Muy lindas fotos! Esperamos que disfruten Mexico, tengan buenas paisages y alegrias.
    La travesia con barco (buque) y la Aduana siempre tiene sorpresas, por veces, no agradables.
    Abrazos, Saudades. Besos a los dos. :)

  • #1

    Erika lohmann (Mittwoch, 02 Januar 2019 22:26)

    Hola! Esperamos la pasen muy bien en Veracruz! Los acabamos de ver ���