PERU, NORDEN (Lima-Tingo Maria-Huaraz-) 1.11.-xx, xx km

 

35/ TEIL 1, LIMA - JUNIN - TINGO MARIA - LA UNION - HUARAZ (NP Huascarán) 

 

35/ TEIL 2, CARAZ - CIMBOTE - MORO - TRUJILLO 

 

35. Bericht/Teil 2, Yungay -Caraz -Moro  -Turjillo, 16.-30.11.17, 800km
Im Osten Zentralperus die Cordillere Blanca mit ihren Gletschern und Lagunen (50 Gipfel höher wie 5'700m) zum Pazifik hin die Cordillere Negra und dazwischen fruchtbare Täler!
Die Pazifikgegend mit fantastischem Blick über die See, stillen Buchten und 

die Ausgrabungen der zahlreichen Zivilisationen, die vor bis zu 5'000 Jahren hier lebten.... 

Abbau von Mineralien, Arbeit in der Landwirtschaft - all dies sind alltägliche Bilder.

Ende Mai 1970 donnerten 15 Mio m3 Granit und Eis mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h vom Huascaran, höchsten Berg der Cordillere Blanca in das 14km entfernte Yungay hinunter und überollte dieses. Für die 18'000 Bewohner kam jede Hilfe zu spät.

Ein Wiedersehen nach zwei Jahren..... auf der Grande Brasil (Hamburg-Montevideo) standen unsere Fahrzeuge hintereinander, hier auf dem Camping Guadelupe bei Jaime in Caraz, nebeneinander. Umgeben sind wir nicht von Wasser, jedoch von Nelken, welche für den Export bestimmt sind!

In 2,5 Stunden schafft Klaus uns von 2'000 auf 4'300m hoch zur Laguna Paron, zu chauffieren. Diese zurfurchte Naturstrasse hätte unsere LIRA nicht geschafft. Umso mehr geniessen wir den Halt an einem der herrlichsten Gletscherseen Südamerikas mit den mächtigen schneebedeckten Gipfeln und Gletschern.

 

Eine schmale Strasse führt nordostwärts von Caraz, durch 35 enge, dunkle Tunnels durch den Cañon del Pato. Eindrucksvoll stehen Cordillere Blanca und Negra oftmals nur gerade 15m auseinander, hinunter geht es in schwindelerregende Tiefen bis zu 1000m, zum Rio Santa.  Das von vielen Gletscherzuflüssen gespeiste Gewässer fliesst sanft daher, ein Wasserkraftwerk regelt das Volumen und nutzt die Kraft.

Für uns ein Rätsel wird wohl immer bleiben.... wie findet ein Mensch in diesen Sanddünen Stätten von Ureinwohner von bis 5000 Jahren zurück..... - hier: Pañamarca, Valle Nepeña, ein Adobetempel der Mochica, etwa 6. Jh nCh.

Was Schwester Rebecca in den letzten 20-25 Jahren rund um Moro und bis auf 4'000m hinauf bewirkt hat, hinterlässt in uns tiefe Spuren. Ebenso, dass junge Menschen aus dem deutschsprachigen Europa hier einen mehrmonatigen Aufenthalt einplanen und ihr Wissen hierherbringen. So verabschieden wir uns mit vielen süssen Früchten und zwei toll gefüllten Bechern superfeinem Joghurt - Danke Georg, für den Hinweis.

In der herrlichen Bucht von Tortugas teilen wir die Freuden mit den Chimote-Kindern (50km nordwärts), sehen verwundert wie schnell ein toter Chancho-Marino von den Aasgeiern ausgenommen wird und geniessen herrliche Abendstimmungen. 

Sechin bei Casma ist eine weitere, interessante archäologische Ausgrabungsstätte, datiert auf 1'600 Jahren vChr. Die kriegerischen Erbauer bleiben geheimnisumwittert. Die Anlage besteht heute aus drei Aussenmauern des Haupttempels mit gruseligen, sehr gut erhaltenen flachen Reliefs.

Trujillo mit seinen 800' EW ist auch heute noch eine beschauliche Stadt, mit einem pulsierenden Warenmarkt, so zB mit mindestens 30 Lederschuhgeschäften..... In der Innenstadt werden viele Plätze für den bevorstehenden hohen Besuch aus dem Vatikan herausgeputzt.

Bei Mapfre können wir problemlos unsere Peru-Autohaftpflicht um einen Monat verlängern, für wenige Euro die Südamerika-Karte für unser Heck erneuern und eine renommierte Chrysler (Fiat)-Garage kümmert sich um die -leider erfolglos- um die Reserveradhalterung. Ein Import des Ersatzteiles steht nicht zur Diskussion.

Im angrenzenden Huanchaco verbringen wir einige Tage. Den ersten Advent verbringt so jeder nach seinem Gusto, ganze Familien widmen sich dem Fischfang, Touristen versuchen  die Wellen optimal zu reiten und wir bummeln gemütlich im Sonnenschein dem langen Strand entlang.

Von Chan Chan, der weltgrösste Lehmziegelstadt ist nicht mehr wirklich viel übrig - wir lassen daher die Besichtigung der einstigen Chimú-Stadt und fahren stattdessen 50km nördlich ins Chicama Tal zu neueren Ausgrabungen, El Brujo.

Die gesamte Anlage der Mochekultur erstreckt sich etwa über 2 km2 und ist auf einer künstlichen Plattform errichtet. Aus der Luft betrachtet zeichnet sich Südamerika ab.

Der archäologische Komplex besteht aus drei Tempelpyramiden, Huaca El Brujo, Huaca Cao Vejio, Huaca Prieta. Letztgenannte wurde ab 2'500 vChr bewohnt.

Die bemerkenswerteste Lehmpyramide ist Huaca Cao Vejio auf fünf Etagen mit Wandmalereien und Reliefe von Kriegern, nackten und gefesselte Gefangenen wurde wohl zu Ritualen genutzt.

Im Jahr 2006 öffneten Archäologen eine kunstvoll verzierte Grabkammer und fanden im Innern eine in 26 Tücher eingewickelte weibliche Mumie, der Señora de Cao im Gewand einer Priesterin mit sehr vielen goldenen Artefakten.   

 

 

34. Bericht/Teil 1, Lima -Junin -Tingo Maria -La Union -Huaraz, 1.-15.11.17, 1'000km
Über die Hochsteppe (Puna) führt unsere Route auf über 4'800m hinunter in den Regenwald (Selva) auf 600m. Dabei passieren wir den zweitgrössten See Perus, den Lago Junin auf 4'000m, die öde und luftarme Bergbaustadt Cerro de Pasco auf 4'300m.

Nun sagen wir Lima ade und freuen uns, wieder mit LIRA unterwegs zu sein. 

Bereits am nächsten Tag führt uns eine Wanderung über Stock und Stein hinauf auf 2'750m zu einem herrlichen Wasserfall, wo wir mit jungen Leuten viel Spass haben. Nicht alle Fotos sind internettauglich... 

Das Wetter ist trüb, die Ruta über die Hochlandsteppe zieht sich dahin und wir schaffen lediglich, bis zum Minendorf Nuevo Morococho auf 4'200m hinunter zu fahren um die Nacht zu verbringen. So finden wir nur wenig Schlaf und sind am Morgen wie gerädert. Je mehr Grün, desto mehr hebt sich unsere Laune!

Wir nähern uns dem Nebel- und Regenwald und unser Tagesziel, die Chacra Milagroz ist nahe. 

In Tingo Maria erkämpfen wir uns die Durchfahrt zwischen den Mototaxis, streifen später durch den Früchtemarkt, wo wir uns mit frischgepresstem Orangenjus stärken.

Wir haben zu unserem Wohl geschaut, nicht aber zu unseren Reifen...., einer dankt es uns auf miese Art und platzt! In der Nacht zuvor noch 0 Grad, jetzt 30 Grad, schwül....

Dann heisst uns Luisa auf ihrer Chacra Milagroz herzlich willkommen. Grillieren, waschen - die Müh der letzten Stunden sind schnell vergessen. Am nächsten Tag führt uns Luisa durch den Dschungel und weiss über jegliche Pflanzen, Sträucher, Bäume viel zu erzählen.... - für mich ein Wohlfühlort, wären da nicht die kleinen schwarzen Biester, meine Fussgelenke müssen wieder daran glauben, Erinnerungen an das Pantanal werden wach.

Wir tuckern gemütlich über die Laguna de los Milagroz, wo uns dann touristische Angebote erwarten. Diese locken uns wenig und so bleiben wir gerne etwas für uns und unterhalten uns mit den einheimischen Kindern.

Bevor wir auf die asphaltierte PE-3N zurückkehren, lassen wir uns in Tingo Maria zwei neue Reifen montieren und übernachten ausserhalb des Ortes. Am frühen Morgen, auf dem Rückweg nach Huanuco, erwartet uns so mancher Stand mit einem Angebot an Früchten, es ist ein wahrer Traum: Tumbes, Trauben, Äpfel, Papayitas, Tomatas españas, Ayamontes - alles schmeckt wunderbar - die vermeintlichen 'Peperonis' brachten uns später jedoch zum weinen...

Wir machen einen ausgiebigen Mittagsstop in Huanuco. Hier befindet sich auch eine der ältesten archäologischen Stätte der peruanischen Anden, der Tempel von Kotosh. Danach müssen wir unsere Fahrweise dem Untergrund und dem peruanischen Fahrstil anpassen. Die Strassen sind eng, kurvenreich, löchrig und völlig unerwartet wird es zu einer sehr anstrengenden zweitägigen Andenfahrt.

Müde erreichen wir gegen Abend des ersten Tages das kleine Andendorf Chavinillo. Bis hierher hatten wir gar nie eine Möglichkeit anzuhalten. Jetzt aber fällt uns die flache Ortsstrasse auf, sodass wir Einheimisch fragen, die Nacht hier verbringen zu dürfen.

Gleich bildet sich auf dem engen Pfad eine Schlange, die Bewohner wollen unser Zuhause kennenlernen und gegen ein Foto lassen wir uns gerne auf den Deal ein.

Wir müssen weiter.... Ralph hat so gut wie möglich den Löchern auszuweichen, vor den Kurven zu hupen und Ruhe zu bewahren. An diesem Tag werden wir Zeuge von zwei schweren Unfällen.

Wir fahren durch kleine Pueblos, das eine Dorf ist gepflegt, das andere lebt buchstäblich im Dreck. Die Passstrassen führen uns auf Höhen 3'000m bis 4'600m, in den Talschaften wird jeder Flecken für Anpflanzung von Mais, Kartoffeln, Zuckerrohr genutzt. 

Im Gebiet von La Union wird Erz abgebaut und so werden wir auf unserem zweiten Tagesabschnitt mit einer asphaltierten Strasse verwöhnt.

Südlich von uns, erhebt sich die Huayhuashi-Cordillere mit dem zweithöchsten Tropenberg der Welt, Yerupayá, 6634m. Leider verwehrt uns der Nebel den Blick dahin.

Noch am gleichen Tag erreichen wir Conococha, 4'100m. An der gleichnamigen Laguna geniessen wir am nächsten Morgen die Aussicht, die Ruhe und Sicherheit.

Der Anfahrweg in den südlichen Teil des 3'400km2 grossen Huascarán-NP ist nur gerade etwa 50km. Es erwarten uns die weltgrösste Bromelienart, die Puya Raimondi. Sie wird bis zu 15m gross und kann über 100 Jahre alt werden.

Für den Anstieg zum Pastoruri-Gletscher auf 5'000m haben unsere 'Pumpen' wieder Schwerstarbeit zu leisten. Doch trotz bedecktem Himmel ist der Anblick des sich rasch zurückziehenden Gletschers ein grandioses Erlebnis.

LIRA springt etwas zögerlich an..., danach aber geniessen wir die Fahrt zurück zum Übernachtungsplatz im Park. 

An der Laguna Querococha, ostwärts von Catac, verbringen wir einen Nachmittag. Nachdenklich stimmt uns die ganzjährliche, einfache Behausung einer Mutter mit ihren beiden Buben. Eine unserer Tagesdecken findet ein neues Zuhause.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    San y Dan (Freitag, 17 November 2017 01:01)

    Hola Lilo & Ralph
    Que fotos!!! ustedes estuvieron en sitios muy lindos, pero muy peligrosa esta ruta!!!
    Las frutas deben ser dulces, y que variedad!!
    Que Dios los acompañe... siempre...
    Abrazos, muchas Saudades de ustedes... besos...
    San & Dan