PERU, SÜDEN (Puno-Arequipa-Cusco-Nasca-Lima), 6.9. - 31.10.17, 4'000km

      

34/ TEIL 1, YUNGUYO (Grenze BO) - PUNO - AREQUIPA - VALLE COLCA - PITUMARCA (Vinikunka)

 

34/ TEIL 2, CUSCO - VALLE SAGRADA (Machu Picchu) - ZENTRALES HOCHLAND - NASCA - LIMA

 

34/ TEIL 3, LIMA

 

34. Bericht/3, Lima 13. - 31.10.17
Lira steht auf einem 24-Stunden Parkplatz, einige Gehminuten von unserem Apartamento in Barranco entfernt. Die zweiwöchige Schulzeit verkürzen wir! Die 10 Mio-Stadt Lima mit Metropolitanos, Bussen, Micros, Mototaxi und Taxi auf eigene Faust kennenzulernen, erfordert viel Zeit. Lima, mit seinen 10 Mio EW ist vielseitig und spannend. 

Pachacamac, die aus Lehmziegel erbaute antike Stadt, ist wohl bereits zu Inkazeit zerfallen. Heute wird sie Stein um Stein rekonstruiert. Diese archäologische Stadt, vor den Toren Limas, fahren wir noch mit LIRA an, bevor wir auf stundenlangem Umweg unser Zuhause in Barranco finden.... 

Mariateguí ist nicht Jiron Mariateguí - und ob man im Barranco, nahe am Pazifik oder in einem Industriequartier mit ärmlichen Distrikt wohnt, ist ein erhebliches Detail.

 

Im Parque de los Leyendas, Tierpark von Lima, finden sich Schulklassen aus Stadt und Land ein. Ebenso ist es ein toller Treffpunkt für Senioren (Gratiseintritt), Familien mit Kindern und wer eben mal müde ist, legt sich hin oder sucht sich ein Bänkchen...

 

Das exklusive Einkaufsparadies, Larcomar in Miraflores lockt nicht nur mit seinen unzähligen Sport-, Mode-, Elektro- (Apple), Schoko- und Pralinengeschäften sondern auch mit seinen kleinen Bistros, Feinschmeckerlokalen und seiner total herrlichen Aussicht auf den Pazifik hinaus. Larcomar umfasst 45'000m2 Fläche, gebaut auf drei Stockwerken in die Tiefe und wird monatlich von einer halben Million Menschen besucht.

 

Eine ganz andere Welt tut sich uns auf dem Weg zum Cementerio Nueva Esperanza auf. Nach Fahrt mit Taxi, Elektrozug, Microbus stehen wir nach gut einer Stunde am Eingang des zweitgrössten Friedhofes der Welt und wissen erst nicht, was tun. Eine ganze Stadt mit kleinen und grösseren Casitas und ebenso vielen Kreuzen liegt auf zahlreichen Erhebungen vor uns. Wir lassen uns mit einem Mototaxi auf einen der Hügel bringen, wo uns der Limeño die Gepflogenheiten des Abschiednehmens, des Recuerdos der nächsten Woche (1. November) mit viel Emotionen erzählt. Den eigenen Gedanken nachhängend, schlendern wir zurück zum Eingang, werfen hin und wieder einen Blick zu Familien, die ein Casitchen errichten, putzten oder schmücken. Mitten im Getummeln der indigenen Bevölkerung im Distrito Villa María del Triunfo heisst es dann das erste Transportmittel für die Heimfahrt suchen.

 

 

Die Besichtigung des Regierungsgebäude am kommenden Sonntag bedingt eine Voranmeldung und so finden wir uns heute zur frühen Stunde auf dem Plaza de Armas ein. Es bleibt uns genügend Zeit durch die Fussgängerzone zu schlendern und die herrlichen Kolonialbauten zu bewundern.

 

Zur Mittagszeit wird die Wachablösung vor dem Palacio de Gobierno zelebriert. Jung und alt staunen und werden nicht müde, der stündigen Parade zuzusehen.

 

Cacao- und Piscomuseen bringen uns in gute Stimmung...

 

dann der Marsch zum Mercado Central und zum Abschluss in die Chinotown......

 

.... und was wäre Lima ohne seinen Circuito Magico del Agua! Einzig zur Rushour in die Metropolitano einzusteigen, ist nicht empfehlenswert...

 

Eine tolle Licht-Wassershow wird an den Abenden von Mittwoch bis Sonntag vorgeführt, mit einem Eintritt von 4 Soles (1€). 

 

Für den wöchentlich angebotene Rundgang im Regierungspalast muss man sich frühzeitig vor Ort anmelden, und früh müssen wir heute, Sonntag aufstehen, um rechtzeitig am Plaza de Armas einzutreffen. Der Himmel bleibt -wie eigentlich unsere ganze Limazeit, wieder bedeckt.

im frühen 16. Jh wurde der Regirungspalast für den Vizekönig des Reichs Peru, dazu gehörten alle heutigen südamerikanischen Staaten, ohne Venezuela, dafür mit Panama, erbaut. 

Der Palacio de Gobierno ist innen und aussen ein Prachtsbau, vorab natürlich la Sala Dorada, wo u.a. auch Sportler geehrt werden.

 

Beim Verlassen des Palacios kommen wir in den Sog einer Prozession und wer ahnts, in der Paralellstrasse formatieren sich die Tanz- und Orchestergruppen von ganz Peru! 

34. Bericht/2, 22.9.-12.10.17, 2'800km
In Cusco warten wir auf beständiges Wetter für unsere Tour zum Machu Picchu. In dieser Zeit verweilen wir einige Tage auf dem Camping Quinta Lala, unweit von Sacsayhuamán, eine der mächtigen Inkaruinen. Die Überresten sind nur noch etwa 20 %, da die Spanier die Steine für den Häuserbau in Cusco verwendeten.

 

Eine eindrucksvolle Fahrt, führt uns von Ort zu Ort durch das Valle Sagrada bis zum malerischen Ollantytambo. Die engen kopfsteingespflasterten Strassen werden seit der Inkazeit im 13.JH noch immer durchgehend benutzt. Das Dorf selbst wird von einer hoch gelegenen massiven Inka Festung beherrscht. Unglaublich, die Steine für die Festung stammen vom 6km entfernten Berghang auf der anderen Flussseite.

 

Fast auf den Tag genau, nach zwei Jahren Abenteuer Südamerika, machen wir uns auf den Weg zur geheimnisvollen Inkastadt, Machu Picchu. Der Peru-Tren schlängelt durch den Dschungel, entlang dem Rio Urumbamba bis nach Aguas Caliente. Enge Serpentinien sind noch bis auf 2'400m zu bewältigen, bevor wir vor der bekanntesten archäologischen Stätte des ganzen Kontinents stehen!

 

Aufgrund ihrer spektakulären Lage haben die Spanier die verlorene Inkastadt, Machu Picchu nie entdeckt und bis zum frühen 20.JH wussten nur einheimische Quechas von ihr. 1911 entdeckte der amerikanische Historiker Hiram Bingham die durch den Dschungel überwucherte Stadt.

 

Obwohl sich auch heute mehrere Hundert Personen auf dem Areal bewegen (ab 1.7.17 ist die Besucheranzahl auf 2'500 pro Morgen/Nachmittag festgelegt), wirkt der Ort mystisch und erhaben. Die bewaldete und Umgebung und die Paläste und Tempeln auf dem etwa 1000m langen und 500m breiten Bergrücken zwischen dem 3'080m hohen Machu Picchu (alter Gipfel/rechtes Foto) und dem 2'700m hohen Wayna Picchu, (junger Gipfel/linkes Foto) sind einfach überwältigend - für uns, ein unvergessliches Erlebnis.

 

 

Noch gefangen von den Erlebnissen 'Machu Picchu' fahren wir am folgenden Tag erst am Mittag von Ollantaytambo weg und verpflegen uns an einem der vielen Ständen, wo das trationelle Cuy (Meerschweinchen)-Essen feil gehalten wird. 

 

In den nächsten Tagen fahren wir quer durch das Zentrale Hochland, um dann an der Pazifikküste bis nach Lima hochzufahren. Das Wetter ist traumhaft, die Temperaturen sind tagsüber auch auf 3'500-4'500m sehr angenehm, doch in der Nacht fallen sie auf oder unter den Gefrierpunkt. Auch auf dieser Strecke gibt es immer wieder Aussergewöhnliches zu besichtigen, so auch den Monolith von Saihuite, wo die Inkas über 200 Motive aus ihrer Welt einmeisselten, Affen, Kröten, Schlangen; Berge, Flüsse, Lagunen, Quebradas.

 

Auf 3'000m gedeihen weiterhin Papayas und Bananen und auf über 4'000m weiden nebst Ziegen und Llhamas auch Kühe. Die Herden umfassen jeweils Hunderte von Tieren, doch über lange Fahrstrecken sehen wir nur vereinzelte Pueblos. Toll, dass wir dann gegen Abend einen geschützten Nachtplatz finden. Es ist ein Truckstop und so lassen wir uns im Restaurant mit Minestrone, Arzoz und Polloschnitzel verwöhnen. 

 

Bereits vor der Mittagszeit müssen wir uns bei einer Baustelle in eine LKW-Reihe stellen und warten bis die eine Fahrlinie frei gegeben wird. Indigene kommen vorbei und wickeln aus Decken Plastiksäcklein heraus, abgefüllt mit einem gekochten Ei und  3-4 kleinen super feinen Kartoffeln und verkaufen dies für wenige Münzen. Wir sagen danke!

Das Reservat Pampa Galeras, das sich zum Ziel setzt, Vikuñus vor Wilderer zu schützen, erreichen wir erst nach Eindunkeln und sind froh, hier parken zu können. LIRA bekommt noch ihren Kälteschutz, danach sind auch wir froh ins Bett schlüpfen zu können.

 

Am frühen Morgen erfahren wir von der Guardia viel über die Gepflogenheiten der Vicuñas, die beidseitig der Strasse in der weiten Puna zu Hause sind. Alle Jahre am 24. Juni werden die Vicuñas zum jährlichen Scheren zusammengetrieben. LLhamas und Alpakas sind domiziliert, Guanakos und Vicuñus leben frei.

Kurz vor dem Wegfahren springen uns noch Vizcacha über den Weg, sie bringen uns sicher weiterhin Glück!

Eine lange serpentinenreiche Strasse führt uns in zwei Stunden von 4'000m auf 600m hinunter. So bleibt die wunderschöne, gelb-grüne Punalandschaft hinter uns und vor uns ist die Wüste!

 

Der Anblick ist für uns fast ein Schock - soweit das Auge reicht, sehen wir Sand! Nasca umfahren wir und fahren gleichen tags noch zum präinkaischen Cementerio de Chauchilla hinaus. 

 

Bis vor kurzem lagen Knochen, Textilien, Keramiken in einem Umfeld von mehr als 10km2 herum. Inzwischen hat man das Gräberfeld geräumt und die Mumien der Warikrieger (300-800 Jahre vChr) in Fötushaltung in einfache Grabkammern gesetzt.

 

In Nasca geniessen wir in einem modernen Strassencafé ein ausgiebiges Frühstück und freuen uns, wieder einmal Post zu lesen. Auf ein Netz mussten wir während der Fahrt durch das Andenmassiv verzichten. Infos über die Rundflüge halten uns ab, die Nasca-Linien als Ganzes zu sehen. Doch direkt an der Panamericana befindet sich ein Aussichtsturm, von dessen wir auf mindestens drei Motive blicken können, die Hände, der Baum und die 180m lange Echse. Ihr Schwanz wurde durch den Bau der Panamericana im Jahr 1938 durchtrennt. 

 

Beeindruckend ist die Lebensgeschichte der deutschen Mathematikerin und Forscherin Maria Reiche, 1903-1998. Sie erforschte während ihrer zweiten Lebenshälfte mit einfachen Hilfsmitteln (Messband, Leiter) die Nasca-Linien erforschte und sich für deren Erhalt zielstrebig einsetzte. Über die Bedeutung der Tausenden geraden Linien, der Hunderten Drei- und Vierecken und Dutzenden Figuren auf einer Fläche von 50km Länge und 5-7km Breite wird weiter spekuliert, sei es ein astronomischer Kalender, Wegstrecken, Richtungshinweise. Interessant ist auch, dass sowohl bei Maria Reiche wie auch beim Affen an einer Hand der Mittelfinger fehlt.....

 

Weiter geht es der Wüst entlang, bis etwa 300km südlich von Lima, 50km vom Pazifik entfernt und von Dünen umgeben, sich eine Oase öffnet, Perus Weingebiet, rund um Ica/Pisco. Nachdem wir nun bereits in La Paz mit Petra und Pascu Erfahrungen in der Zubereitung von Pisco Sour sammeln konnten, lassen uns die Pisquerias Ocucaje und El Catador die verschiedenen Piscos, Quebranta, Oporto, Torontel, Italia ... degustieren. 

Pisco Sour ist Chiles Nationalgetränk und wir lieben es: Pisco (2:1), Jarabe de Goma, Limetten, Eis, Eiweiss - und fertig....,  salud! 

 

Weiter nordwärts kommen wir zur Halbinsel Paracas - ein wunderschönes Naturreservat, mit herrlichen Miradoren. Eine schöne Abwechslung zu den kilometerlangen Dünen, die in trüben Lichtverhältnisse eine trostlose Landschaft bilden.

Es gibt viel zu entdecken, sei es die bekannte La Catedral in einer Bucht oder die im Sand steckenden 36 Mio Jahre alten Muscheln....

 

Oder einfach sein .... und beobachten....

 

und geniessen.....

 

Bevor wir LIRA für die Nacht an einem vom Wind geschützten Ort parken, geniessen wir die Playa Roja und den Sonnenuntergang. Rechtzeitig zum Sonnenaufgang sind wir an Ort, dann heisst es Abschied nehmen.

34. Bericht/1, 6.-21.9.17, 1'200km
Unser 22. Grenzübertritt steht bevor.
Das bolivianisch-peruanische Grenzland,  Copacabana/Yunguyo am Titicacasee ist mit Marktständen besetzt und nur ein Steintor zeigt uns an, dass wir nach Peru einreisen. Die Grenzabfertigung geht sehr gemächlich zu und her. Nach Uruguay - und das ist doch schon fast zwei Jahre her- wird erstmals die Autoversicherung geprüft.
 

Der kürzeste Weg zur Halbinsel Luquino Chico führt über zwei kleine Inseln. Die Zufahrtsstrasse ist grösstenteils asphaltiert, doch auf der Halbinsel erwarten uns Schotterstrassen. Fantastisch ist die Landschaft! Die Felder werden von Frauen und von Hand bearbeitet.

 

Puno mit 150’ EW liegt sehr schön am Lago Titikaka (titi= grosse Katze/Puma, kaka = grau, so wird aus dem aymarischen übersetzt). Steile Strassen führen ins Zentrum und für uns ist klar, die Stadt werden wir zu Fuss oder mit Mototaxi erkunden. 

 

Heute unternehmen wir die Inseltour zu den Islas Flotantes, die Heimat von etwa 2’500 Uros und zur Isla Taquile; dies auf dem höchstgelegenen kommerziellen, schiffbaren Süsswassersee (3’800m) der Welt. 

Ursprünglich bauten sich die Uros schwimmende Inseln, um sich von den kriegerischen Inkas zu schützen. Heute erwirtschaften sich die Uros (2’500 EW) ihren Lebensunterhalt im Tourismus. Sie zeigen den Besuchern wie Schilfblöcke für Boden aufgebaut und verankert werden, aber auch ihre einfachen Behausungen.

Für uns ist es ein besonderes Erlebnis auf dem schwankenden, weichen Boden zu gehen und an dem einfachen Leben teilzuhaben. 

 

Unser Motorboot verlässt den Schilfkanal und schon fühlt es sich wie auf einem Meer an, denn der  Titicacasee hat eine Fläche von mehr als 8’000 km2.

 

Die Insel Taquile ist im peruanischen Teil die zweitgrösste Insel. Die etwa 2’000 Quechuas leben von der Landwirtschaft und heute auch vom Tourismus. Auf der 5,5 km langen und 1,6 km breiten Inseln gibt es keine Transportmitteln, weder Autos, Fahrräder, Pferde, alles wird von Hand bearbeitet und es gelten strenge Reglen. So stricken die Männer und besorgen z.B. auch das Naturhaarshampo, die Frauen weben...

 

Unser Spaziergang führt führt hinauf auf den höchsten Punkt der Insel Taquile und auf der gegenüberliegenden Seite ebenso steil hinunter. Für die Bewohner keine Mühe, wir aber kommen ausser Atem.... Auf der kleinen Insel gibt es gar Unter- und Oberstufenunterricht.

 

Das Wetter scheint uns unbeständig und wir ziehen vor, statt nordwärts nach Cusco, westwärts nach Arequipa zu fahren. Die Strasse PE-3SR führt von 4'200m auf 4'600m, mitten durch eine Reserva Nacional, vor uns die Vulkane Chachani und Misti (über 6'000m) und mit herrlicher Aussicht in die Tallandschaft Yura.

 

Arequipa mit seiner grossen Plaza, mit seinen herrlichen Kolonialbauten aus weissem Sillar-Tuffgestein erinnert an Andalusien. Wir besuchen das einzigartige Konvent Santa Catalina aus dem 16. Jh, das erst in den 70er Jahren die Tore für die Oeffentlichkeit öffnete. Hierher schickten die spanischen Adelsfamilien ihre zweitgeborenen Töchtern, da die hohen Klosterkosten noch günster waren, als eine Mitgift. 

 

Aber auch der Markt mit seinem herrlichen Angebot an Früchten und Kartoffeln und das Museum Santuarios Andinos stehen auf unserem Programm.

Das Museum zeigt auf, wie die Archäologen die Mumie Juañita am Vulkan Ampato fanden und dazu die historischen Hintergründe der von den Inkas erbrachten Menschenopfer.

Ebenso schön ist es aber auch an der grosszügigen Plaza de Armas zu sein, sei es bei Tageslicht oder am Abend....


Die asphaltierte AR 109 führt uns auf 4'800m zum Mirador Los Andes. Hier hätte man eine wunderschöne Sicht auf die Vulkane, die die Region Arequipa auszeichnen. Doch sowohl auf der Hin- wie auf der Rückfahrt müssen wir uns leider mit den Abbildungen auf den Stelen zufrieden geben.


In Chivay bleiben wir nur für einen längeren Rast, vielmehr wollen wir gemütlich durch das Valle Colca fahren und von den verschiedenen Miradoren den Cañon Colca mit seinen 3'269m Tiefe (Grand Cañon 1'800m) geniessen. 


Am Mirador los Condores finden sich täglich mehrere Hundert Personen ein, um den Morgenflug der Kondoren zu beobachten. Die 2-3m Flügelspannweite des Kodors ist prädestiniert, um die erste schwache Morgenthermik zu nutzen und am Canyonrand zu kreisen.

 

So gegen zehn Uhr lassen sich die Kondore wieder nieder und damit wir am Folgetag nochmals diesem Treiben zusehen können, fahren wir wenige Kilometer weiter zum Hauptort des Tales, nach Cabanaconda. Gerade richtig, das ganze Dorf ist auf den Füssen und feiert eine Hochzeit. Wie schön, wir werden gleich mit eingeladen. 

 

Auf dem Rückweg über das 4'900m hohe Pampa Hochland nehmen wir die Abzweigung nach Cusco und befinden uns - oh Schreck - auf einer 170km langen Schotterstrasse, die auch gleich zwei weitere Passfahrten von 4'800m und 4'700m beinhaltet. Es ist eine Tagesfahrt mit Tempo 20-50km/h. Wären nicht die schwarzen Wolken über uns, die hin und wieder gar Schneeflocken zulassen, bliebe die Fahrt uns sicher besser in Erinnerung. Unser Ziel ist jedoch nur, die Zivilisation zu erreichen....

Auf der Asphaltstrasse nach Sicuani winken uns auf der Gegenspur Fahrradfahrer, es sind zwei deutschsprechenden Paare aus Oesterreich und der Schweiz. Ein gemütlicher Halt lässt uns vergessen, dass wir eben mit viel 'Schweiss' unsere Gaszufuhr wieder in Ordnung bringen mussten.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Pitumarca und schon klopft Steven an die Tür, welch ein Zufall, haben wir uns doch zur Osterzeit auf dem Camp vor dem Paso Agua Negra in Argentinien getroffen. Wir planen zusammen für den nächsten Tag die Hiketour Vinikunka.


Bereits um 4.30 Uhr bringt uns das Taxi in einer 1,5 stündigen Fahrt von Pitumarka zum Ausgangspunkt unserer Rainmountinstour auf 4'400m. Pferde und LLamas sehen uns gelangweilt entgegen, als Zweibeiner sind nur wir drei bereits um 6 Uhr in der Früh unterwegs.


Unterwegs werden wir von den beiden Gästen überholt, die sich per Pferd auf über 5'000m hochbringen lassen. Umso grösser unser Glücksgefühl, als auch wir die magische Marke erreicht haben! Nun sind noch die restlichen 200m, die steilste Wegpartie zu gehen, dann ist Vinikunka, Siete Colores erreicht. Auf  5'200m werden wir mit einem feinen Cocatee begrüsst, so sind wir auch nach wenigen Minuten wieder topfit!


Schauen wir vom Grat aus die andere Talseite hinunter, sehen wir plötzlich Indigene auf verschiedenen Wegen hinauf marschieren. Wo diese Leute genau wohnen, wissen wir nicht, doch wollen sie den nächst grösseren Ort, Pitumarka (500 EW) erreichen, müssen sie erst den Grat überwinden und nochmals einen mindestens Zweistundenmarsch auf sich nehmen. Die Männer sind ohne Strümpfe mit Sandalen unterwegs, die Frauen in ihren Trachten und dies einfach um für ihr Leben ein paar Soles dazuzuverdienen.


Fast zwei Stunden gehörten uns die Berge - und dies bei tollen Lichtverhältnissen...... doch nun sehen wir die 'Cusco'-Touristen den langen Talweg herkommen, so nehmen wir vom mystischen Ort Abschied und sehen auf dem Rückweg, wie sich so manche Berggänger auf dem Weg schwer tun und sich für wenig Geld auf Vierbeiner hinauftragen lassen...

Steven, es war wunderschön, mit dir zusammen den Vinikunka-Weg zugehen, wir wünschen dir mit deinem bolivianischen Drahtesel eine gute Weiterfahrt.


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Kommentare: 1
  • #1

    Sandra (Mittwoch, 01 November 2017 20:24)

    Hola Lilo & Ralph!!!
    Como siempre, ustedes sacan lindas fotos!!
    Es un viaje de aventura, alegria, conocimiento, cultura, buena comida y bebida; hay de todo!
    Deseamos que la ruta siga muy buena para ustedes!!!
    Abrazos y muchas saudades...
    Sandra y Dan
    (Brasil)