CHILE, Coquimbo, Antofagasta, Atacama 15.7. - 7.8.17, 24 Tage, 3'400 km

 

31/ TEIL 3, CHILE:  SAN PEDRO DE ATAACAMA, SALAR DE ATACAMA

 

31/ TEIL 2, CHILE: CALAMA, ATACAMA ALTOPLANO

 

31/ TEIL 1, CHILE: SANTIAGO - VALLE CASABLANCA - COMBARBALA - PASO SAN FRANCISCO - NP PAN DE AZUCAR - ANTOFAGASTA

 

 

31. Bericht/Teil 3, 2. - 7.8.17, 700km

Der Paso Sico bleibt bis auf weiteres geschlossen, kann aber bis auf 3’200m befahren werden. So geht unser Weg weiter durch die seit 11'000 Jahren bewohnte Atacamwüste, entlang den  5’700-5’960m hohen Bergen. Wir machen Halt an einigen Lagunen und besuchen die kleinen, jahrhundertalten Orte, die allein durch ihr Dasein am 3’000km2 grossen Salar de Atacama bestechen. 

 

 

Mit den Lagunen Piedra y Cejar beginnt der Salar de Atacama, der eine mittlere Tiefe von 650m (Höchsttiefe 1’700m) aufweist. Es bieten sich schöne Rundgänge mit herrlicher Rundsicht an, zudem sieht man an der Laguna Cejar in der Ferne Flamigo und in der Laguna Piedra darf gebadet werden. Für uns ist dies ein kurzer Spass, das salzhaltige Wasser ist nur gerade 15 Grad warm.

 

Toconao, 30km von San Pedro d.A. entfernt, 2’400müM, liegt in einer schönen Wüstenoase und ist bekannt für seine gut erhaltene Kolonialkirche aus dem frühen 18.Jh. Decke und Empore sind bestückt mit viel Kakteenholz, wobei die Kirche Chiu Chiu älter und uns besser erhalten erscheint. Das Besondere an der Kirche Toconao ist der vis à vis freistehende Glockenturm.

 

Die Ruta zur Laguna Chaxa, etwa 60km vom Touristenort San Pedra d.A. entfernt, erreicht man über eine gefestigte Erdstrasse. Der Weg wird mittels getrockneter Salz-Erdmischung instandgehalten. Am Abend wird uns erlaubt 9km entfernt der Laguna zu campen, so stehen wir mitten in der Wüste! Am Morgen werden wir von den Touris-Fahrzeugen mit einem freundlichen Hupen begrüsst.

 

Das Gebiet Chaxa gehört zur Reserva Nacional los Flamingos. Zu guter Jahreszeit sind hier verschiedene Arten Flamingos zu sehen, die Parina Grande, Parina Chico und die Flamenco Chilenos. Wir verweilen bis in die Abendstunden hinein an diesem wunderschönen Ort; es ist faszinierend den Flamingos Chilenos bei der Nahrungssuche, resp. beim Tanzen zuzusehen.

 

 

Peine liegt nahe am Salar, 100km von San Pedro d.A. entfernt und schmiegt sich den Hang hinauf. Wir erkunden den Ort zu Fuss und haben eine wunderschöne Sicht auf den Salar de Atacama und auf das Dorf. In diesem Ort ist offenkundig, dass etliche Personen vom Abbau Lithium, Jod, Kallium, Borax einen guten Verdienst erzielen. Nebst einfachen Behausungen an etwas abgelegenen Orten, sind ganze Häuserzeilen in gutem Zustand und im oberen Teil wird das Dorf mit schmucken Häusern erweitert. Mit Ines, einer Atacameñin  haben wir ein langes Gespräch und als Andenken schenkt sie uns ein etwa zwei Kilo schweres Lithiumgestein. 

 

 

Socaire auf 3’240müM und mit seinen 250 EW ist Ausgangsort für Touren zu den umstehenden Cerros und Vulkanen und zu den Lagunen Miscante und Meñique. Von hier sind es noch etwas mehr als 100km zur argentinischen Grenze, wobei ein Grossteil über Erdstrasse zu fahren ist und diese ist wegen Schneewasser gesperrt. Die Wiesen mit gelbgrünen Büscheln bedeckt, die Cerros mit weissen Couloirs, der Salar violett, welch ein Bild!

 

San Pedro de Atacama hat die wenigen, jedoch weitläufig von einander getrennten Orten eingemeindet und zählt insgesamt 5’500 EW mit einer Fläche von 23’000m2. Im Ort selber reihen sich Tourbüro an Tourbüro..., für uns wenig atraktiv. Doch eines ist hervorzuheben, die Franchuteria mit Baqueten und Spezialbroten und kleinem Imbissecken innen und aussen. Dabei kosten zwei Kaffee (Juramaschine) zusammen mit zwei frischgepressten Orangenjus 12’000 Pesos (18 €, Zürich lässt grüssen)!

 

Das Basiszentrum der ALMA (Atacama large milimeter o submilimeter Areya), 3000müM., kann samstags/sonntags mit einer Gratis-Bustour besucht werden. Wir haben Glück, ohne Anmeldung schaffen wir es teilzunehmen….

 

Die modernste und höchstgelegene Radioteleskopanlage ALMA mit 66 Parabolspiegeln mit je 12 Meter Durchmesser steht auf einer Fläche von 16km2 auf 5’100m Höhe. Unterirdisch wandelt ein Rechner mit 134 Millionen Prozessoren die analogen zu digitalen Signalen, bevor diese von Mitarbeitenden ausgewertet und bearbeitet werden. Vor nicht allzulanger Zeit wurde in den Galaxien das Zuckermolekül geortet.

Inzwischen sind 23 Nationen am Projekt beteiligt.  ALMA sieht mehr…

 

Bevor wir zu unserem Ausflug über den Paso de Jamo nach Argentien aufbrechen - wir freuen uns auf die Fahrt mit dem Tren de los nubes - lassen wir uns von den Ausgrabungen Tulor begeistern. Die Sandverwehungen beherbergen Überreste von Adobe-Rundbauten, in welchen vor mehr als 3’000 Jahren 150 bis 200 Atacameños lebten. Heute, Sonntag verweilen auch wir auf diesem Gelände….

31. Bericht/Teil 2, 27.7. - 2.8.17, 700km
Vor uns liegt eine zweistündige Autofahrt von Calama nordostwärts. Wir sind unweit der Andenkordillere, Grenze südlich zu Argentinien und nördlich zu Bolivien. Viel Abwechslung bietet dieser Wegabschnitt nicht. Doch finden sich auch hier viele Gedenkstätten, Trucks von alt bis ultramodern (Mack) kommen uns entgegen. Im einzigen Wüstendorf auf der Strecke machen wir einen ausgiebigen Mittagshalt. 

 

 

In Calama gibt es für uns nur einen Tankfüllhalt, unser heutiges Ziel ist das etwa 30km entfernte Dorf Chiu Chiu mit der ältesten chilenischen Kirche.

Die Iglesia San Francisco aus dem frühen 16. JH ist dann auch wirklich speziell. Die niedrigen, bulligen weissgetünchten Aussenmauern stehen im Kontrast zum luftigen und schlicht gehaltenen Innern. Sowohl das Dach, alle Portale und die Empore sind aus Kakteenholz angefertigt - ein Wohlfühlort!

 

Unweit des Dorfes Chiu Chiu finden wir die Oase Inka Koya, wo auch immer wieder Touris-Auto herkommen. Im Gegensatz zu diesen, haben wir Zeit und Musse den runden Wüstensee und die Gegend rundherum zu erkunden. So können wir an einem seichten Gewässerlauf gemütlich den Guanakos beim Aesen zusehen. Wir entschliessen uns, erst am nächsten Morgen weiterzufahren und bleiben lange draussen unter dem fantastischen Sternehimmel sitzen.

 

Caspana, ist ein authistisches Andendorf, das von Guankoszucht lebt. Um dieses etwa 500 EW zählende Dorf, auf 2’450m Höhe zu finden, fahren wir weitere 100km östlich zu den Anden hin. Der Ort ist in einer Senke und so parkieren wir LIRA ausserhalb auf einer Anhöhe, da wir nicht sicher sind, die Steigung zurück zu schaffen. Unser Rundgang um die Terrassengärten entlang dem Dorffluss imponiert uns sehr, doch die Hitze und der Fussmarsch macht uns zu schaffen.

 

Das Wetter und der Zustand der Strassen setzen uns in ein Hoch und wir trauen uns zu, eine Zufahrtsstrasse zu den höchstgelegenen Geysiren, El Tatio, der Welt zu fahren.

Bis auf eine Höhe von 4’560müM geht alles gut, LIRA nimmt die permanete Steigung als wäre dies für sie ganz normal. Doch dann werden wir abrupt gestoppt.

 

Schneewasser vermischt mit Sand fliesst über die Strasse hinweg und wir stehen vor einer knöcheltiefen Matsche. AUS! Die Vernuft siegt, wir kehren um, fahren gleichen Weg bei herrlichem Panorama, nördlich die Vulkane San Pedro und San Pablo über 6’000m und östlich die Andenkette mit Vulkanen zwischen 5’700 und 5’900m, dazu mit guter Sicht den unverkennbaren pyramidenförmige Licancabur, 5’920m. Dahinter liegt Bolivien, wo wir im Mai 2015 unsere 4-tägige Uyuni-Rundfahrt machten, unweit also sind die Lagunen Colorada und Verde. Gerade als die Sonne am Horizont verschwindet erreichen haben wir die 120km Rückfahrt zur Laguna Inka Koya geschafft. 

 

Gemütlich starten wir in Morgen, getrauen uns gar in der eiskalten Laguna Inka Koya noch ein erfrischendes Bad zu nehmen, um dann nach Calama zurückzufinden und die Ruta 23 nach San Pedro de Atacama einzuschlagen.

Bei der Weggabelung ins Valle Rio Grande / Valle Arcoiris zweigen wir ab und schlagen unser Nachtlager auf dem Hochplateau im Valle Rio Grande auf. 

Da die Strasse ins Valle Arcoiris mit LIRA nicht machbar ist, sind wir den ganzen Tag zu Fuss unterwegs, eine lohnende Tour. Es gibt zu staunen, welche Mineralien sind hier auf so engem Raume vorhanden, dass die Steinwände in allen Farben schillern? Sind wir so geblendet…. wir sehen in vielen Gesteine herrliche Bilder, sei dies ein Leguan, Südamerika, ein weisser Schoggihase von Lindt…. und und und.

 

Auf der Rückfahrt zur Ruta 5 kommen wir beim Parque Buenas Hierbas vorbei, wo wir unsere Rundwanderung starten. Die gepflegte Anlage gehört ebenso wie das Land der beiden Tälern Rio Grande und Arcoiris den Arcameños und es ist ein Eintritt von 3’000 Pesons p/P (€4.50) zu leisten. Immer wieder sind wir überrascht, Eidechsen, kleine Vögel, herrliche Kakteen anzutreffen und von Weitem sind schon wieder LLhamas zu sehen. 

 

Der Parque Buenas Hierbas zeigt jedoch vorallem die Petroglifos/Tierzeichnungen in hervorragendem Zustand aus der Zeit von 1400 vChr. 

 

Von der Ruta 5 nach San Pedro de Atacama führt eine Schotterstrasse ins Valle de la Luna. Hier wollen wir unseren Uebernachtungsplatz finden. Die erste Zufahrtsstrasse ist geschottert, kein Problem, die zu nehmende Erdschwelle auch nicht, dann treiben drei ganz schwierige Loch-Stein-Wasserpassagen uns Schweissperlen hervor …  Nach all den Hindernissen stehen wir schlussendlich vor einer Schranke. AUS! Wir müssen den Weg zurückfahren! Ich bin froh, die Verantwortung liegt bei Ralph…. Auf der Ruta 5, beim Mirador Valle de la Luna verdauen wir nicht nur unsere feinen Omeletten, sondern auch das Erlebte und dazu bekommen wir Besuch von vier jungen, quierligen Brasilieros, welch Freude.

31. Bericht/Teil 1, 15. - 26.7.17, 2'000km
Welch Überraschung, Paulo’s Vater, Herman erwartet uns am 14. Juli 2017 frühmorgens am Flughafen Santiago und nimmt uns herzlich in Empfang. Ein Trösterli zum Abschied in Zürich….

Schon bald fahren wir auf dem Campo ein und finden unsere LIRA wohlversorgt vor. Eine solche Fürsorge von ‚fremden’ Leuten zu erhalten ist einzigartig!

 

 

Wir danken Paulo und Familie von ganzem Herzen und freuen uns -wenn und wo auch immer- auf ein Wiedersehen.

 

Nach einem Aufwärmen im Hause Herman und Ximena, dann sind wir auf dem Weg ins Valle Casablanca. In der Viña del Bosque geniessen wir ein feines Essen mit lassen uns edle Tropfen schmecken.

 

Nun sind noch LIRA-Beschwerden zu beheben… 220V im Innenbereich funktioniert nicht, Tauchpumpe hat wenig Druck und stetiger Wasserverlust (Sicherungsknopf Inverter, resp. Frostschutzventil blieb hängen). Doch nun sind wir startklar, es geht nordwärts durch das Valle del Cuarzo in den Kleinen Norden von Chile, nach Atacama/Antofagasta. 

 

Combarbalá, eine kleine Stadt und so viele tolle Besonderheiten: Über eine 24 km lange, kurvenreiche Naturstrasse kommen wir zum Rincon las Chilcas, wo Gabriel im Kakteengarten seit mehr als 10 Jahre Führungen zu prähistorischen Felszeichnungen anbietet. Die ‚petroglifos‘, ausgerichtet auf die sich im Osten erhebenden Cerros, zeigen, dass die vor mehr als 2000 Jahren im Gebiet lebenden 40 Familien bereits den verheissungsvollen Sternenhimmel zu interpretieren wissen.

 

Rechtzeitig sind wir zurück, um an der spanischen Führung im Observatarium Cruz del Sur teilzunehmen. Der Neumond wird erst ca 5.30 Uhr sichtbar und so sehen wir mit blossem Auge die Milchstrassen, Galaxien, Sterne und auch wie die bemannte Raumstation ISS ihre Runde zieht, ein wirklich tolles Erlebnis. Über das 16 Zoll Teleskop erfahren wir mehr zu Jupiter und Saturn, aufnahmefähiger sind wir an diesem Tag nicht mehr…. Wir bleiben über Nacht auf dem Gelände stehen und ziehen erst nach einem ausgiebigen Frühstück zu den nächsten Attraktionen.

 

Wenige Meter unterhalt des Observatoriums Cruz del Sur gibt ein Campo Einblick in die Schürfungen von Speckstein/Combarbalita und so ist es leicht in Combarbalá einen Taller zu finden. Im Hinterhof eröffnet sich uns ein Haufen unscheinbarer Steine, doch im Wasserbad sind die Steine ein wahrer Fund. Fernando erklärt, welche Berge die roten, die weissen, die turkisen (gibt es in der Gegend heute nicht mehr), gelben Halbedelsteine frei geben. Noch Kauf von Souvenire und weiter geht es durch herrliche Täler, Reben so weit das Auge sieht…

 

Wir kommen in die Atacama und wählen die Ruta 31. Vor wenigen Tagen war die Gegend von einem Unwetter betroffen, wie viele Jahre nicht mehr. Die Strasse zum Paso San Francisco ist im Provisorium, doch auf einem Tagestrip schnuppern wir die Desierto de Atacama in allen Facetten.

 

Über Copiapó geht es heute Sonntag bei einem Traumwetter ostwärts zum Pazifik. Der weisse Strand an der Bahia Inglesa, die Piedras negras (Lavagestein) gefallen nicht nur uns, viele Leute geniessen mit uns die schöne Umgebung, das Zischen des Ozeans….

 

Noch am gleichen Abend fahren wir über Chañaral in Parque Nacional Pan de Azucar. Hier gibt es nur ein einziges Attribut, es ist atemberaubend schön….

 

Am Morgen führt uns der ca 50km lange Weg durch eine eindrückliche Sandlandschaft in die Ruta 1.

 

Auf der Ruta 1 sind wir wieder unter den LKW’s! Die Strasse ist sehr gut ausgebaut, bei Steigungen ist auch immer eine zweite Spur dabei. Auf diesen überholen wir die Trucks leicht, geht die Strasse abwärts, sind die grossen Brummis ebenso schnell wie wir.

In dieser Gegend stehen auf 2’600m Höhe vier riesige Kuppeln der ESO (European Southern Observatory, www.eso.org. Die Anlage kombiniert vier Spiegel von je 8,2m Durchmesser mit drei kleineren und simuliert so die optische Auflösung eines 200-Meter-Teleskops. Die Führungen finden jeweils samstags/sonntags statt.

 

Dort wo die Ruta 1 und die Ruta 5 einbiegt, etwa 15km vor Antofagasta, fahren wir ebensoviele Kilometer südwärts. Auch wir wollen uns mit der Mano de Desierto, Mario Irarrázabal, 1992, verewigen, es ist unsere Dritte nach Punte del Este UY, Ende 2015, Puerta Natales CL, anfangs 2017.

 

Im laufe des Nachmittags kommen wir in Antofagasta an und wir können alles erledigen, was anfällt: Auto waschen, Diesel tanken, Frischwasser füllen, wir finden ein tolles Café mit hervorragendem Wifi und eine Bank die Geld spukt. Beim Eindunkeln fahren wir an das Nordende der Stadt, zur Portada Antofagasta, ein hervorrageder Stellplatz im Schutz der Conaf. Erst am Morgen sehen wir nehmen wir die Steilküste wahr; hier haben viele Vögel ihr zu Hause, wahrlich ein ganz schöner Platz!

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