CL/ARG/CL, Paso de Jama-Salta/ARG-Tarapaca-Arica, 8.-27.8.17, 2'800km

 

32/ TEIL 1, CL/ARG: SAN PEDRO DE ATACAMA - PASO DE JAMA (CL/ARG) - SAN ANTONIO DE LOS COBRES - SALTA - PASO DE JAMA

 

32/ TEIL 2, CL/BO: SAN PEDRO DE ATACAMA - SALAR HUASCO - IQUIQUE - ARICA - PASO CHUNGARA/TAMBO QUEMADO (BO)

  

 

32. Bericht/Teil 2, 18.-25.8.17, 8 Tage, 1'200km 

Noch einmal fahren wir in Argentinien in den Regionen Salta/Jujui durch den Regenwald, dann durch Purmamarca mit seinen bekannten farbigen Bergen, bevor wir die Serpentinen 'Paso Jama' hoch zu den Grandes Salines um nach Chile zurückkehren (unser 8. Andenübergang).

 

Eine herrliche Andenregion!

 

 

San Pedro de Atacama empfängt uns bereits in der Abendstimmung und wir fahren hoch zum Mirador Valle de la Luna.

 

Nun geht es hunderte von Kilometer durch die Wüstenregion des Grossen Norden Chiles und doch ist die Region Tarapá und Parinacota für uns nicht eintönig. Im kleinen Oasenort, Quillagua begeistert uns der herrlich gelegenen Andenfriedhof und der Rio Loa vermacht uns etwas Abkühlung.

 

Auf einer Wegstrecke von 700km (Norden Chile/Süden Peru) wurden unzählige Geoglifos (geometrico y animales) aus der Zeit 1000-1400 in unterschiedlichen Stilen entdeckt. Auf hellem Boden wurde mit dunklem Lavagestein flächenfüllende Motive angebracht oder es wurde die dunkle, oxidierte Sandoberschicht für Zeichnungen abgeschabt. Bei der grössten Ansammlung mussten wir uns erst Zugang verschaffen, da die Anlage für mehr als vier Monate gesperrt bleibt🤔.

 

Wir nehmen die Abzweigung ostwärts zu den Oasenorten Matilla und Pica. Unglaublich, hier - ansonsten rundum nur Wüste - gedeihen Mango, Orangen, saftigste Zitrönchen, Datteln. Und das Beste für uns, nach hunderten von Kilometer nur Sand und Steine, eingestellten Minen, Geoglifen und milllionenjahrealten Dinospuren erwartet uns ein Naturbad mit Thermalwasser und zwei tiefen Grotten! Soviel Wasser durften unsere Körper schon lange nicht mehr geniessen. 

 

Nordostwärts, zum Salar Huasco führt uns eine stetig steigende Strasse über weitere hundert Kilometer durch Sand, Steine, Erde, keine Menschenseele treffen wir. Dann auf etwa 3’800müM kommt uns Luana, eine zierliche Frau entgegen und bittet um Mitfahrt bis zu ihren Ziegen hoch. Gerne nimmt sie Früchte und Wasser von uns entgegen. Nur eine Handvoll Indigene bilden hier oben eine Gemeinschaft und werden von Zeit zu Zeit von Minen- und Strassenarbeiter mit Wasser und lebensnotwendigen Sachen versorgt.

 

Die Reiselektüre hat uns nicht zuviel versprochen, der Salar Huasco auf einer Höhe von 4’200m bezaubert uns. Der Salzsee ist Teilgebiet der chilenischen/bolivianischen Grenze und Lebensraum von unzähligen Flamingos James.

 

Iquique, 180’000 EW ist der Handelshafen Nordchiles und liegt auf einer schmalen Uferplattform zwischen Pazifik und einer direkt hinter der Stadt auf über 60 m Höhe aufragenden sandigen Kordillerenwand.

Für uns eine gute Gelegenheit in der ZOFRI (Franca Zona) kleine Ventilatoren zu besorgen, damit wir unser Häuschen in den nördlichen Ländern kühlen können, es fehlt uns noch immer die hier gängige Klimaanlage! Sowohl Costanera, wie auch beim Verlassen die Sicht auf die Stadt beeindrucken uns.

 

 

Die Salitre Humberstone nahe Pozo Almonte/Iquiue, ist heute eine Geisterstadt. Sie wurde vom jungen Engländer James (Santiago) Humberstone aufgebaut, der mit grossen Visionen als 25jähriger in Pirangua ankam. Die Abbaustelle Salpeter-Nitrat-Jod im Wüstengebiet hatte während 100 Jahren (geschlossen 1960) eine bewegende Geschichte. Bis zu 800 Personen arbeiteten für die Compania Salitre, sodass etwa 3800 Leute in einer eigenen Welt mit Schule, Kirche, Freizeitanlage (Schwimmbad!) lebten; der Lohn wurde in Fiches ausbezahlt, sodass die Compania doppelt verdiente.

Auf dem Weg in Norden gibt es dann noch eine Abzweigung zur 86m grosse Geoglife El Gigante, doch die Ansammlung von 400 Geoglifen nähe Pica haben uns mehr begeistert.

 

Die asphaltierte Ruta 5 führt uns zweimal von 20m auf 1’300m hinauf und immer entlang schrägen Sandflächen. Bei dieser Sicht sind leider keine guten Fotos zu machen.

 

Das archäologische Museum im Valle Azapta/Arica hat die Bestattungsrituale an rund 300 Chinchorros-Mumien aus der Zeit 5000 vChr bis 2’500 nChr erforscht. Die Chinchorros entnahmen den Verstorbenen mit Pelikanschnäbel die Weichteile und höhlten den Kopf aus. Die präparierten Toten hatten danach weiter einen Platz in der Gemeinschaft. 

Arica, die Hafenstadt mit etwa 200’000 EW ist die nördlichste Stadt Chile und Grenzstadt zu Peru und Boliven.

 

Schon seit je ist der Paso Chungurá-Tamao/Quemado der Transitweg vom Binnenland Bolivien zum Hafen von Arica. Die Ruta 11-CH führt ostwärts vom Pazifik zur bolivischen Grenze auf 4’680m. Es geht vorbei am landwirtschaftlich genutzten Valle Llhuta mit ihrer schönen Lehmziegelkirche aus dem Jahr 1603 und vor uns die Zwillingsvulkane Parinacota und Pomerape, beide über 6'000m Höhe

 

Wir werden mehrere Wochen auf einer Höhe zwischen 3’500 - 4'500m verbringen, so heisst es für uns, sich gut anzuklimatisieren. Entsprechend verbringen wir eine erste Nacht beim Mirador Pucará, 3’100m und eine zweite Nacht im Bergorf Putre auf 3’800m, bevor wir die letzten 70 km zur bolivianischen Grenz in Angriff nehmen. 

 

 

Die Schotterstrasse zum höchstliegenden See der Welt, dem Lago Chungurá, 4’500m und weiter zur bolivianischen Grenze kann infolge mehrjähriger Baustelle nur einseitig befahren werden, so warten LKW’s beidseitig über eine Länge von etwa 20-30 Kilometer.

Nur wenige Privatautos sind unterwegs, doch diese packen jede Gelegenheit, die Kolonne zu überholen, das perfekte Chaos!

 

 

Am Lago Chungurá nehmen wir von Chile Abschied. Die fantastische Berg-Vulkankulisse, mit Parinacota, Sajama und auf der gegenüberliegenden Seite der immerqualmende Guallatiri, alle über 6’000m, sind für uns ebenso unvergesslich wie viele andere Erlebnisse und Begegnungen.

 

Chile ist für uns das vielfältigste Land unserer bisherigen Südamerikareise, von Süd nach Nord: Eis, Nationalpärke, Seen, Wein, Wüste, Länge 4’275km (mit Antarktis 8’000km) und von West nach Ost: Anden, Vulkane, Quebrada, Pazifik, Breite im Schnitt 180km. GRACIAS POR TODO!

32. Bericht/Teil 1, 8.-17.8.17, 10 Tage, 1'600km

Wunderschön der Tag, herrlich die Ruta 52 und um uns eine beeindruckende Landschaft. Bei der Grenzabfertigung dann der Dämpfer - erstmals prüfen uns die Argentinier auf Frischwaren! Und wir haben doch in San Pedro de Atacama noch eingekauft! Bei der Kontrolle im Innenraum bleibe ich mit dem Rücken zum Kühlschrank stehen und behaupte, nur Obst in der Garage zu haben….

So schaffen wir es Fleisch und Milchprodukte über die Grenze zu schmuggeln..

 

Neben dem Restaurant Pastos Chicos übernachten wir und erhalten den Tipp, kurz nach den Salinas die Ruta 78 nach San Antonio de los Cobres zu nehmen - Wäre vielleicht besser gewesen nicht zu fragen…! Bei der Grandes Salinas, nach nur 25 km Fahrt, machen wir einen ausgiebigen Halt, meinen wir doch, viel Zeit zu haben, wir müssen ja erst am kommenden Mittag in San Antonio de los Cobres sein und haben nur noch 100km Fahrt vor uns….

 

Wir biegen in die Ruta 78 ein und obwohl vom Pastos Chico avisiert, gibt es kein Asphalt mehr. Wir fahren weiter, die Ruta wechselt von Schotter zu Sand zu Erde, gerade wie es passt. Erst nach 25km finden wir eine Stelle zum Anhalten, das GPS zeigt an, wir seien auf der falschen Fährte. Wir entscheiden zu drehen auf die Ruta 52 zurückzukehren, dies obwohl die Landschaft -entgegen der Strassenführung, sehr reizvoll ist.

 

Jetzt haben wir viel Zeit verloren.... wir wollen vor Dunkelheit noch Salta erreichen und uns auf unserem Schlafplatz auf der Ruta 51, unter dem ersten Viadukt ‚Tren a las Nubes‘ installieren.

Nur gut sind wir gleiche Strecke schon im April 2016 gefahren, kennen die Serpentinien und können die farbigen Berg- und die Kakteenwelt im Vorbeifahren geniessen.

 

Damit wir den ‚Tren a las Nubes’ zur Mittagszeit in San Antonio de los Cobres erreichen müssen wir schon vor Morgengrauen losfahren. Die Ruta 51 ist im Bau und so haben wir zu Beginn eine ganz schlechte Schotterstrasse zu bewältigen. Die Ehrerbietungen auf dem Weg, 'Pachamama' und die Gedenktafel für das im Jahr 1915 erste Automobil, das 2'000m Höhendifferenz schaffte und von Salta nach San Antonio de los Cobres hochfuhr, beeindrucken uns sehr.

 

Die in Argentinien höchstgelegener Stadt, 3770müM/5’000 EW ist sehr sauber und etwas ganz Besonderes. Die Leute sind sehr scheu und doch müssen sie ihren Verdienst erzielen, indem sie präsent sind und den Touristen ihre kleinen und grossen Handarbeiten verkaufen. 

 

Mit uns freuen sich noch viele andere Passagiere auf die Fahrt mit dem in blau gehaltenen ‚Tren a las Nubes‘ von San Antonio de los Cobres zum Viaducto La Polvorilla hochzufahren. Gemütlich geht es vorbei an einzelnen nahe beieinander stehenden noch bewohnten Häusern, mit Kirche und Friedhof.

Ganz langsam geht es hoch zum 63m hohen, 224m langen Viaducto La Polvorilla, 4’220müM. Eindrucksvoll ist der Blick in die Tiefe und in die Weite….

 

Nach einer längerem Halt geht die 1,5 Std lange Fahrt zum Ausgangspunkt San Antonio de los Cobres zurück. Vorbei an dem einst florierenden Thermalbad Ojos de Agua und der schon länger eingestellten, jedoch höchstglegenen Salpetermine Concordia

Der Bau der etwa 800km Eisenbahnstrecke von Salta bis nach Antofagasta CL begann 1922 und dauerte 27 Jahre. Die 2008 von der Schweiz beschafften Wagons mit Mitteleinstieg waren ein Fehlkauf und stehen heute in Salta. Die 22 Tonnen pro Wagon (die arg. haben ein Gewicht von 48 TpW) können dem Wind auf den Viadukten nicht standhalten.

 

Gemütlich waren die Tage auf dem Camp Xamena in Salta! LIRA ist wieder im Schuss, die Frischwaren sind getilgt oder verräumt.... - und so sind wir bereit, morgen zurück über den Paso Jama zu fahren, um in Chile die letzten beiden Regionen kennenzulernen.

Mit einem Stadtbummel rundum den Plaza 9 Julio, Kathedralen- und Museumbesuch und Fahrt auf den Stadthügel, Cerro San Bernardo schliessen wir unsere Argentinienreise vorläufig ab.

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Kommentare: 1
  • #1

    San & Dan (Donnerstag, 17 August 2017 15:36)

    Hola Lilo&Ralph!!
    Muy lindas fotos, y hay muchas historias para contar en estes muchos km recorridos...
    Que Dios les acompañe siempre. Tengan buenas y lindas rutas
    Saudades, abrazos fuertes...
    SanyDan