CHILE, Coquimbo-Santiago-Valparaiso-Isla de Pascua 16.4. - 8.6.17

29/ TEIL 3, CHILE: ISLA DE PASCAUA - BALD HEIMATURLAUB, 26.5. - 8.6.17

 

29/ TEIL 2, CHILE: SANTIAGO UND UMGEBUNG - VALPARAISO, 24.4. - 14.5.17

 

29/ TEIL 1, CHILE: VALLE DEL ELQUI - LA SERENA- LOS CHOROS, 16.-23.4.17

 

29. Bericht/Teil 3, 26.5.-8.6.17, Isla de Pascua und baldiger Heimaturlaub 

Die Isla del Pascua gehört politisch zu Chile, geografisch zu Polynesien/ Australien. Nur die unbewohnte Isla Sala y Gómez und die Isla Pascua (24km lang/13km breit, 5'000 EW) sind Vulkangipfel, die aus der Kette von zahlreichen unter dem Ozean liegenden Vulkanen über die Meeresoberfläche hinausragen.

 

Von Santiago aus bedient die Latam-Fluggesellschaft die Isla Rapa Nui wöchentlich 9x und Tahiti 1x, eine andere Art die Inseln von Santiago her zu besuchen gibt es nicht.

Nach einem fünfstündigen Flug (weitere 2 Stunden-Zeitverschiebung) erreichen wir am 26.5.17 die 3'500km von Chile entfernte Insel, mit der Hauptstadt Hanga Roa.

Nachdem auf dem Festland schon der Winter nahe ist, erschlägt uns in Hanga Roa das subtropische Klima mit etwa 25 Grad. Alle Inselgäste werden mit einer, aus Hibiskusblüten gesteckten Lorena begrüsst, so empfängt uns auch Emilio, ein Studienfreund von Paulo aus Santiago. Er fährt uns mit seinem eben aus Valparaiso überführten neuen Chevrolet Silverrado zu seinem Zuhause, wo uns seine Frau, Vanya mit einem Guayaba-Drink ebenso herzlich willkommen heisst. 

 

Uns bleibt nur eine kleine Verschnaufspause, motorisiert geht es zur Stadtbesichtigung, von dort schlendern Ralph und ich gemütlich zurück. Doch mit Ruhen ist weiterhin nichts, am Abend findet im Garten das Geburtstagsfest von Emilio und Vanya statt. War der Tag zu anstrengend, waren es die Bakterien im Flieger, Heimweh nach LIRA oder die Vorfreude auf unseren Heimaturlaub ... Ralph kämpft in der ersten Hälfte auf Rapa Nui und ich gegen Ende mit Fieber, da helfen nur Medikamente und viel Schlaf.

In den nächsten Tagen steht uns ein kleiner Suzuki 4x4 zur Verfügung, mit welchem wir ein volles Programm durchstarten und die Must-Seeing-Orte anfahren, erwandern und erleben, wie die bekannten, tonnenschweren Steinstatuen Moai, die Kulthöhlen im Westen und Innern des Landes, den im Norden und unterhalb eines Palmenhain liegende korallensandige Anakenastrand. Dies ist auch gleich der einzige Badestrand der Insel.

Die Spaziergänge zu den Vulkanen Rano Raraku und Rano Kau lohnen sich sehr, von beiden schweifen unsere Blicke ins Weite, beim Rano Raraku ins Landesinnere, beim Rano Kau über den Pazifik. Hier an der südlichen Steilküste liegt Orongo, die Höhlensiedlung, in welcher während ca. drei Monaten im Frühjahr junge Männer weilten und den günstigen Zeitpunkt abwarteten um zum vorgelagerten Moto Nui zu schwimmen um ein unversehrtes Ei der Brustseeschwalbe an Land zu holen. Der Gewinner wurde zum Vogelmann erkoren und stand während einem Jahr rituellen Festen vor und profitierte von besonderen Privilegien. Von diesem Brauch zeugen die gut erhaltenen Felsritzungen, die Petroglyphen.

 

 

Alles in allem ein unglaublicher Schatz! So findet man zB an den Hängen und rund um den Kratersee Rano Raraku allein schon etwa 300 Moai-Statuen, unweit davon die Ahu Tongariki-Platte mit 15 in verschiedenen Grössen wieder aufgerichteten Statuen, in Tahai der einzige Moai mit eingesetzten Augen, im Ganzen sollen es mehr als tausend sein.

Doch auch der Kirchgang fasziniert, nicht alle Besucher finden einen Sitzplatz, die katholische Predigt wird von mehreren Einwohnern in spanisch und in rapanui, der indigenen Sprache gehalten, die Kirchenlieder sind freudig und rythmisch.

Unsere Gastgeber, Emilio und Vanya sind beides Inselkinder; sie haben mehrere Jahre auf dem Festland studiert, er Ingenieur und sie Psychologie. Die beiden erzählen uns, dass das abgeschiedene Leben, Pitcairn liegt 2'000km, Chile 3'500km, Tahiti 4'200km entfernt, mit ein Grund für Alkoholmissbrauch und häuslicher Gewalt sind.

 

In der Nacht vom 29./30.5.17 hört es sich an, als würden Leute noch um zwei Uhr in der Früh Cabañas beziehen.... In Tahiti streikt das Flugpersonal, so musste Isla de Pascua angeflogen werden und da Emilio als Lotse arbeitet -wie dazumal Paul in Tirúa- nimmt er Gestrandete mit nach Hause.

Der Streik in Tahiti verzögert am nächsten Tag unseren Abflug um zwei Stunden, so erreichen wir das Festland gerade um Mitternacht und sind sehr froh, dass wir LIRA für die fünf Tage auf dem zum Flughafen gehörenden Parking Maiten gelassen haben, so steht uns nur noch eine 5-Minuten Busfahrt bevor und dann kann ich ins Bett, ein schrecklicher Husten plagt mich. 

  

Ein Wiedersehen mit Ingrid, Marcello und Klein-Isidora ist für am nächsten Tag geplant und so nehmen wir die Stadtautobahn zum neu gestaltenen Resort Santa Elena, wo die Familie seit vier Wochen ein neues Zuhause hat. Bei Pizza und Champagner haben wir uns viel von den Gepflogenheiten Chile/Schweiz zu erzählen, wobei die vierjährige Isi mit ihrem Temparament ganz schön mithält, sodass ich mein Unwohlsein verdränge. Dies rächt sich, am nächsten Morgen begleitet uns Marcello zur Clinica las Condes, wo die Untersuchungen zeigen, dass Antibiotica notwendig ist, um den Bronchialhusten auszukurieren. Im Haus hat das bolivianische Hausmädchen Michelina nebst unserer Wäsche uns auch eine feine Suppe gemacht. So verlassen wir, gut gestärkt, am späten Nachmittag das Grundstück. Herzlichen Dank für all eure Gastfreundschaft, wir sehen uns in der zweiten Juli-Hälfte gesund wieder!

Die nächsten Tage verbringen wir im Camp nahe des Naturreservats La Campana und Limache bevor wir dann am Tag vor unserer Heimteise zu Paulo nach Santiago fahren um LIRA während unserer Abwesenheit gut versorgt zu wissen.

29. Bericht/Teil 2, 24.-14.5.17, Santiago und Umgebung - Valparaiso

Santiago, wo wir Marianne und Alain verabschieden, liegt etwa 580 km südlich von unserem jetzigen Standort, Los Choros.

Die Quebrada Los Choros, so trocken wie sie auch ist, gefällt uns sehr und ist voller Überraschungen. Von Weitem sieht man die durch den ausgetrockneten Cañon führende Strasse, auch wie sie danach in den Cordilleren verschwindet. Doch vorerst haben wir auf dieser D-110 Begegnungen mit Guanacos, Chilla Zorros und Eseln und die Kakteen begeistern uns.

Irgendwann erreichen wir dann die Panamerica, Ruta 5, fahren bis nach Guanaqueros, wo wir am Strand Pelikane und Lobos antreffen. Das Plätzchen ist für einen Samstagabend sehr ruhig und wir bleiben über Nacht da stehen.

 

Irgendwann hat uns dann die Panamericana, die Ruta 5 wieder. Wir erreichen Ganaqueros am späten Nachmittag, wo wir am Strand Pelikane und Lobos antreffen. Es ist Nebensaison, keine Frage, und so ist an der Costanera auch an einem Samstagabend wenig los. Für uns wie gemacht, wir können an diesem hübschen Plätzchen stehen bleiben.

 

Auf dem nächsten Teilstück der Panamerica wird der starke Ozeanwind für Energie genutzt, entsprechend unruhig gestaltet sich unsere Fahrt. Nach 200km verlassen wir die Ruta 5 und nehmen die D-71/D-705 ins Landesinnere,  nach Aucó, zur Reserva Nacional Las Chinchillas. Boris, der Guardia-Parque empfängt uns herzlich und erzählt uns von den Parkbewohnern, den Chinchillas und Ratten, von deren Aufzucht und der Nerzgewinnung. Im Noctura drücken wir uns die Nasen an den Glasscheiben platt, damit wir die nachtaktiven Viecher kennenlernen. Ganz besonders hat es uns die Chinchillaart Llaca angetan. Der Körper und der Schwanz sind je etwa 15-20 cm lang, sie sind etwa ein Pfund schwer und die Weibchen tragen ihre etwa 1cm grossen Jungen im Beutel, wie die Känguruh😄!

Von Illapel führt ein kleiner Pass mit schöner Aussicht ins Andengebiet zur Ruta 47, dann wieder in die Ruta 5, die Panamerica. Nahe Los Vilos, nahe einer Copec-Tankstelle, ist das Museum del Cobre (Kupfergewinnung) leider bereits geschlossen😏.

Die Calle Suiza in Santiago erreichen wir ohne grosse Probleme, wobei wir das Hotel Ambassade übersehen, es ist nämlich nur eine Villa und sehr diskret angeschrieben. Ralph hat Millimeterarbeit zu verrichten, bis LIRA direkt vor dem Hoteleingang platziert ist, weitere Parkplätze gibt es nicht. Wir freuen uns auf das Wiedersehen mit Annemarie und Alain, aber auch einfach wieder einmal ein Badezimmer und Warmwasser zur freien Verfügung zu haben ist genial!

Am Abend ziehen wir zu viert los, ein Ubertaxi bringt uns in einem rasanten Tempo in das Zentrum der fünf Millionenstadt. Genau in diesem Moment bebt die Erde mit 6,8, am Vortag waren es 7,1. Das Epizentrum ist wie so oft rund um Viña del Mar/Valparaiso, etwa 100 km von der Hauptstadt entfernt. Von diesen wie auch die Terramotos der kommenden Woche wären an uns vorbeigegangen, hätten nicht die Einheimischen uns immer wieder darauf aufmerksam gemacht.

 

Die nächsten Tage quartieren wir uns auf einer zentrumsnahen 24-h-Estacionamiento ein, von wo wir zu Fuss einen Einblick in das facettenreiche, überschaubare Santiago (5 Mio EW) gewinnen. An markanten Punkten kann man sich in der Stadt gut orientieren, es sind der Verlauf des Rio Mapocho, die Anden, der Cerro Cristóbal. Um die Plaza Almada finden wir schöne historische Sehenswürdigkeiten, so auch die geschichtsträchtige Casa la Moneda aus dem 18. Jhd, frühere Münzwekstätte, heutiger Regierungssitz. Die Südseite des Palastas wurde im 2005/06 zur grosszügigen Plaza de la Ciudadanía (Bürgerplatz) umgestaltet, wo Wasserspiel, Schachtische, Musikgruppen und Marktständen viele Leute anziehen. 

Die sterblichen Reste von Staatsgründer Bernardo O'Higgins (1778-1842) liegen in einer unterirdischen, von oben durch eine Glasplatte sichtbaren Marmor-Krypta. Der Zugang zu dieser Stätte mit der bebilderten Geschichte Chiles wie auch zum grosszügig gestaltenen Centro Cultural, wo regionale Kunsthandwerke ausgestellt sind, erreicht man über verschiedene Stufengänge und sind kostenlos. 

 

Der Mercado Central, das Künstlerquartier Bellavista wie auch der 1785 ha grosse Stadtpark San Cristóbal bleiben uns Erinnerung. Von letzterem erreichen wir mit der Standseilbahn den Cerro und geniessen bei herrlichem Wetter Sicht zu den Anden, bis hin zum Acongagua, wobei unter uns das Häusermeer von Santiago liegt. 

 

An Feiertagen (1. Mai) bleibt der private betriebene Parkplatz geschlossen, doch Rudolfo -sein Hauptberuf ist Zahnarzt- offeriert uns einen Standplatz, sodass wir an einer Allradtour in die etwa 100 km entfernten Anden teilnehmen können. Über eine der ältesten Orte Chiles, San José erreichen wir zusammen mit Geraldine und Wanda die Embalsa Yeso, die den Süsswasserverbrauch von Santiago zu 80% deckt. Das meerblaue bis türkisfarbige Wasser in der Morgensonne fasziniert uns. Viele Städter nehmen den unwegsamen Weg auf sich, um sich hier an der Playa zu erholen, wo in der Nacht die Sterne -und auch UFOS..., so sagt man- besonders schön zu sehen sind! 

 

Es geht etwa 15 km zurück, bevor wir in das Valle El Volcán einbiegen und dann stets mit dem Volcán San José vor uns, über eine steinige Strasse die etwa 30 km entfernten rustikalen Termas Colinas auf 2'700m erreichen. Die Terramotas der vergangenen Woche veränderten die Wasserfarbe der sechs, zwischen 30-60 Grad heissen Becken, so sprudelt nun braunes mineralhaltiges Wasser aus den Felsen.

Nach dem Bad führt uns unser Guide Nelson über einen halbstündigen Spaziergang zu einem Geheimplätzchen. Ein vom Untergrund hergezauberter, kristallklarer Wassertümpel liegt vor uns; Andenvorgipfel spiegeln sich darin. Über moosgen Stein entschwindet das Wasser, ein Bijoux!

 

Nach einem Ruhetag zieht es uns wieder in die Anden zurück! Die G-21 führt uns aus Santiago hinaus, dann in zwanzig sehr engen Serpentinen auf eine Höhe von 1'850m. Beim Mirador Fallones finden wir ein Stehplätzchen und verschieben die Weiterfahrt auf den morgigen Tag. Der Aussichtspunkt eröffnet uns westwärts Sicht in drei Täler, hinter uns die Anden mit Gipfeln zwischen 4'500-5'500müM. Eine herrliche Weite und dies keine 50 km von der Grossstadt entfernt! Aus den Gletscherflüsschen Rio San Francisco und Estero Yerba loca entspringt hier der Rio Mapocho (Wasser, das sich im Stein verliert), Santiagos Stadtfluss. 

Jugendliche Biker lassen sich im Highlux bis zu uns hochchauffieren, dann radeln sie über die Ruta del Condor, einen schmalen Wege in den Ort hinunter, um nach 45 Minuten das Gleiche zu wiederholen🤔. 

 

Im ersten/zweiten Gang hat LIRA keine Mühe die Steigungen und Haarnadelkurven zu nehmen, so erreichen wir zur Mittagszeit die Skigebiete Farellones (Cerro Colorado) und das Valle Nevada auf 3'000m Höhe (Cerro Plomo 5'400m). Im Winter ist die Strasse nach Farellones/Valle Nevada nur einspurig fahrbar, dh. morgens erklimmt man die Höhe, nachmittags ist die Spur frei für die Rückfahrt. In Chile gilt 0 Prozent-Toleranz für Fahrzeuglenker!

Mehrere Stunden krackseln wir im Gelände herum, Kondore hoch über uns. Doch nachdem wir uns in unserem Heim gut verpflegt haben, ist uns das Glück hold. Herr und Frau Andenkondor lassen sich auf einem Hoteldach nieder, putzen sich stundenlang, so scheint es uns... Das Warten lohnt sich, die Aasfresser, die eine Spannweite von mehr als 300cm und ein Gewicht bis 15kg aufweisen können, fliegen davon und zeigen sich mit Artgenossen immer wieder über uns. Kurz vor dem Eindunkeln erreichen wir unser Schlafplätzchen vom Vortag beim Mirador Tres Valles.

 

Zu Fuss den Stadtkern Santiagos zu erkunden, ist sehr angenehm. Hingegen mit LIRA auf den städtischen Autobahnen (teils unterirdisch, GPS fällt aus), auf dem Aeropuertogelände (Baustellen) unterwegs zu sein, reibt an den Nerven. Doch wir wollen den Service für LIRA, unseren Trip auf die Osterinseln vorbereiten, also beissen wir uns durch....

Wir sind froh, anderntags den von Santiago 70km entfernte Campingplatz in Limache anzufahren. Und welch Überraschung, es gibt ein Wiedersehen mit Hilu und Sigu, die mit ihrem grünen LKW seit 4 1/2 Jahren in Amerika unterwegs sind. Wir haben uns in den vergangenen Monaten immer wieder abwechselnd in Argentinien und Chile  kurz getroffen, am Atlantik, nahe Puerto Natales, am Lago Lolog und jetzt sind wir vier einzige Gäste auf dem Camping La Higuera. Oftmals sitzen wir zusammen, erzählen von unseren Reisen und finden im Gespräch gemeinsame Bekannte! Vor 20 Jahren, in Darwin/Australien teilten die Bündner, Vreni und Toni mit unseren Camping-Nachbarn das Hobby Segeln und uns gaben sie im 2014 Campertipps...

 

 

Die am Meer liegende Impulsstadt Valparaiso erreichen wir vom Campingplatz aus bequem mit Bus und Metro innert einer Stunde. Dies ist sehr angenehm, weil viele Geschichten von zerschnittenen Reifen, eingebrochenen Fenstern an  kursieren🤔.

Die farbige Stadt mit den bekannten Graffitis erkunden wir zu Fuss, es geht bergauf, bergab. Von den Miradoren haben wir immer wieder schöne Sicht auf die am Pazifik liegende Stadt mit dem wichtigen Hafen. Ein schöner, abwechslungsreicher Ausflug, doch am anderen Tag spüre ich meine Wadenmuskeln😏! Beim nächsten Besuch nutzen wir die alten Ascencores und die Trolleybusse!

 

Vom Camp in Limache ist es nur ein Abschied auf Zeit, wir werden nach dem Aufenthalt auf der Isla de Pascua dorthin zurückkehren. Ein Mechaniker stellt uns ein neues Teil für den Schmutzwasserauslauf her und ich muss noch zwei Zahnarzttermine wahrnehmen.

Auf dem Weg nach Santiago erfahren wir, dass unsere Cafébekanntschaft von Valdivia, Marcello und Ingrid mit Klein-Isidora ihre Santiago- Stadtwohnung gegen ein Haus eintauschten und sie uns dort willkommen heissen. Da wir nur einen kleinen Umweg machen müssen, beschliessen wir spontan, anhand den erhaltenen Angaben dieses Haus zu finden. Schlussendlich kommen wir in einem neu erschlossenem, gut bewachtem Ressortgelände an. Hier endet unser Weg... ohne genaue Hausnummer gibt es kein Durchkommen. Da in dieser Jahreszeit es schon bald eindunkelt, machen wir uns mit einer kurzen Notiz an Marcello auf den Weg zum Aeropuerto Santiago, wo wir am nächsten Tag Paulo treffen werden. 

Ohne Probleme finden wir am Aeropuerto Santiago auf dem öffentlichen Parking einen sicheren Standplatz (11€ p/Tg). Als wir vor einigen Wochen zur Isla Mocha flogen, offerierte uns Paulo, der gerade einen Wocheneinsatz in Tirúa als Fluglotse machte, LIRA während unserer Aufenthalte auf der Osterinsel und in der Schweiz auf seinem Campo zu lassen. Da die Aufenthaltsbewilligung für LIRA noch vor unserer Rückkehr aus der Schweiz abläuft, soll Paulo vom Zoll eine spezielle Erlaubnis für die Mehrtage abholen. Doch Pech, gerade an dem Tag, als wir dies erledigen wollen, streikt das Zollpersonal im Terminal!

 

So treffen wir uns am Folgetag auf der 'Dirección Regional Aduana Metropolitana'. Das Prozedere ist für uns umständlich, es werden neue Papiere erstellt, unsere Passquittungen neu gestempelt, Paulo muss vor dem ersten Verfalldatum (11.7.) im Zollbüro ein neue Bewilligung holen, dafür bekommen wir ab diesem Datum eine neue temporale Bewilligung für 90 Tage.... uiiii, wenn dies nur alles so klappt wie ausgehandelt! Die freundlichen Zollbeamten sind davon überzeugt.

Ursi und Röbi, schreiben uns in einem Whattsapp, dass sie ab 26.6.17 für einige Tage auf der Osterinsel sind! 26.? ja dann fliegen wir ja am gleichen Tag die Insel an - wie lustig. Ein Wiedersehen... - wir haben uns kurz vor unserer Abreise im 2015 in der Schweiz kennengelernt und seither nicht mehr gesehen. Am 25.5.17 löst sich aber ein Irrtum auf, unsere Schweizer- Bekannten besuchen die Isla del Pascua genau einen Monat später wie wir! 

29. Bericht/Teil 1, 16.-23.4.17, Valle del Elqui - La Serena - Punta de Choros 
Die Semana Santa (Osterwoche) verbringen wir in Vicuña (8'000 EW) und spazieren kreuz und quer durch den flächenmässig grössten Ort der Region Coquimbo (3,2 EW pro km2). Dabei begegnen wir immer wieder der Weltbürgerin aus dem Elquital, Gabriela Mistral (1889-1957), Nobelpreisträgerin in Literatur. 

Die Gegend ist optimal für das Sternegucken, entsprechend sind einige professionelle Observatorien installiert, deren Besuch teilweise einige Wochen im voraus reserviert werden müssen, wobei die Anfahrwege gar nicht einfach sind. Die Sternwarten an Ort sind touristisch attraktiv, doch an unserem reservierten Tag ziehen dunkle Wolken auf, sodass wir auf die Tour verzichten. Doch wie oft haben wir in den vergangenen Wochen die Milchstrasse beobachten dürfen!

(Olivia, ich danke dir für das tolle Foto)

Im 

Im klimatisch interessanten Valle del Elqui staunen wir, wie steil die Weingüter angelegt werden, wie jeder mögliche Platz bewirtschaftet wird! Gepriesen wird das Tal mit 350 Sonnentage, wobei die Nächte im Winter auch auf 0 Grad fallen können, ja gar in den höheren Lagen Frost und Schnee möglich sind. Die Traube Muscatel Rosada wird nicht nur für den aromatischen süssen Weisswein gewonnen, sondern auch für das Nationalgetränk der Chilenen (und Peruanern!), den Pisco. In den Pisquerias Capel und Mistral geniessen wir das Getränk in Form von Pisco sour, Pisco mango, Pisco sangria (mit Rotwein, Früchten). Einige edle Tropfen Wein finden wir in den Vinotecas Falernia und Valle del Equi.

 

Quer durch Chile sind es nur etwa 150 km und schon sind wir am Pazifik, in La Serena/Coquimbo. Die beiden Orte sind zusammengewachsen und zählen zusammen 320'000 EW. Die erste Nacht quartieren wir uns notgedrungen bei einer Tankstelle ein, da die eine der beiden Gelbatterien nicht mehr volle Kraft hat und einen Schub aus der Steckdose braucht. Am anderen Morgen wird bei Lipigas noch die Gastankflasche gefüllt und wir können mit gutem Gewissen gemütlich in der Innenstadt herumschlendern.

Am späteren Nachmittag fahren wir eine steile Strasse hinauf - oh, bin ich froh nicht am Steuer zu sitzen..., es wäre für mich eine Katastrophe bei Grün anfahren zu müssen🤔 ! Im 2003 wurde das Millenium-Kreuz tercer fertig erstellt, ein Riesenklotz Beton, doch mit herrlicher Rundsicht über die Stadt. Auch die Costanera mit ihrem 8km langen Strand lieben wir sehr, beim Abendspaziergang erscheint uns das Wahrzeichen der Stadt nur noch als 'Kreuzchen'. 

 

Da heute Montag, 17.4.17 die Volkszählung (censo) durchgeführt wird, bleiben alle Geschäfte, auch unser heiss geliebter Fischmarkt geschlossen😏. Also geht es weiter zu unserem nächsten Ziel, Punta de Choros. Ein kleiner, etwa 120 km entfernter Küstenort im Norden, der Schiffstoren rund um die drei vorgelagerten Inseln Choros, Damas und Chañaral anbietet.

Kaum haben wir die Routa 5 verlassen, führen uns Schotterstrassen über weite, karge Ebenen, eine mystische Gegend! Die Umgebung voll mit Kakteen, dann Dünen.... und siehe da ein Füchslein, ein zorro patagonico, ist über die Begegnung genau so überrascht und bleibt verduzt einen Moment stehen, bevor es das Weite sucht. 

Nach etwa 40 km treffen wir in Punta del Choros ein, zeitgleich mit Olivia und Alvaro aus Buenos Aires, die vor kurzem ihre jährige Hochzeitsreise angetreten haben und suchen uns über Sandstrassen ein geeignetes Plätzchen zum stehen. Kaum zu glauben - aber in dieser Abgeschiedenheit treffen wir in den nächsten 48 Stunden so manches gesellige Paar und dann gibt es sogar free Wifi bis ins Auto!

So halten wir am nächsten Morgen einen längeren Schwatz mit einem kolumbianischen Paar, das mit ihrem leichten Motorrad unterwegs ist. Als wir hören, dass ihnen das 'Kleingeld' für die Bootstour zu den Inseln fehlt, laden wir sie spontan ein - wie sind die beiden glücklich!

Es braucht ein geübtes Auge, um vom Boot aus die kleinen nur etwa 20-30cm grossen, putzigen Humbolt-Pinguine am Ufer, auf den Felsvorsprünge der Inseln zu erblicken. Doch nebst Pelikane und vielen seltenen Vogelarten lassen sich auch Lobos und sogar zwei junge Chungungo (Seeotter) sehen. Auf dem Spaziergang über die Insel Damas finden wir dann noch manches hübsche Plätzchen. 

Zurück an Land begrüssen uns weitere Schweizer, herrlich ist es zu plaudern! Den Tag lassen wir zusammen mit dem jungen argentinischen Paar bei einem Glas Malbec und würfeln ausklingen. Alles passt und so bleiben wir einfach noch einen weiteren Tag an Ort.

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