CHILE/ARG, Pazifik-Anden 25.3. - 15.4.17, 3'000km

28/ 3. TEIL, ARG/CHILE: PASO AGUA NEGRA (Las Flores ARG-Vicuña CL)

 

28/ 2. TEIL, CHILE/ARG: PASO PEHUENCHO - MALARGUE - USPALLATA - MENDOZA - SAN JUAN - SAN JOSE DE JACHAL

 

28/ 1. TEIL, CHILE: PUERTO SAAVEDRA - ISLA MOCHA - CONSTITUCION - TALCA

 

28. Bericht/Teil 3, 11.-15.4.17, 400km
Auch unsere sechste Andenüberquerung wollen wir auskosten und auf der chilenischen Seite an der 'La Laguna' einen Übernachtungsplatz suchen. Mit den ersten Sonnenstrahlen verlassen wir Las Flores, sodass wir um 8.30 Uhr den nur drei Kilometer entfernte argentinische Zoll erreicht haben. Hier bekommen wir alle relevante Infos, so sind ca. 140 km Ripio zu fahren, auf beiden Seiten gibt es infolge Baustellen (obras) viele Umleitungen (desvios), nächste Tankmöglichkeit ist in 270km. Für uns zählt aber vorallem das herrliche 'milde' Wetter🤗.  

Meist sind es Ripiostrasse, die uns stetig hochführen oder gut ausgebaute Serpentinen, jedoch kein Problem zum Fahren. Die Landschaft mit den wechselnden Farben von orange-ocker bis rotbraun, von grau bis lindengrün sind einzigartig. Für unsere Lunchpause finden wir ein sonniges Plätzchen bei einem Gletscherbächlein, so kann ich auch gleich noch ein paar Kleidungsstücke waschen. Über 4'000 müM bleiben die kleinen Gewässer gefroren. In Schattenhängen liegt Schnee, der aussieht wie Kuchen mit geschlagenen Eiweissspitzen (im Fachjargon 'penitentes', Büsserschnee).

Ohne meckern schafft unsere LIRA die Passhöhe von 4'790müM, wo es dann erst einmal gilt, Fotos zu knipsen und die Füsse ausgiebig zu vertreten. Dabei fällt uns auch die Büste von Gabriela Mistral, Pseudonym für Licila Godoy Alcayaga (7.4.1889-10.1.1957) auf. Sie war eine chilenische Dichterin und Diplomatin und wurde 1945 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

 

Da die Anden die Grenze zwischen 🇦🇷🇨🇱 zeichnen, sind wir nun auf der chilenischen Seite, jedoch noch etwa 70km vom Zoll entfernt. Hier nun wird die Strasse ausgebaut, es gibt immer wieder Umleitungen über groben Schotter zu fahren, manchmal etwas heikel für LIRA.... Doch was uns sehr zu denken gibt, dass die Indigenen, die an geschützten Plätzen -immer nahe an einem Bach- aus diesem Grund ihr Zuhause verlieren!

Auf verzwickte Art -unter 'Mithilfe' zweier chilenischen Arbeitern- parkieren wir unsere LIRA an der türkisfarbenen 'La Laguna'...., entspannt sind wir erst am anderen Tag gegen Mittag, als eine argentinische Familie uns mit einem der beiden Highlux und mit breitem Grinsen ruckzuck hochzieht😉

 

Am chilenischen Zoll dann weitere böse Überraschungen🤔! Jedes Fahrzeug wird genauestens durchsucht, Spürhund mit Meister schnüffeln in unserem Wohnraum, eine Señora öffnet das Handschuhfach, jedes kleinste Schächtelchen wird geöffnet, die Sitzfelle werden herausgezerrt und durchleuchtet! Doch das Aergerlichste ist, wir bekommen auch für LIRA nur eine Aufenthaltsbewilligung von 90 Tage und das heisst, wir müssen entweder vor unserem Heimaturlaub im Juni nochmals nach Argentinien ausreisen oder Paolo -auf seinem Grundstück können wir LIRA während unserer Abwesenheit parken- hinterlässt beim Zoll eine Garantie.

Auf den nächsten Kilometer bis nach Vicuña geht es vorbei an kilometerlangen Weingütern, auf jeder noch möglichen Fläche wird hier angebaut. Der Boden, aufgeheizt durch die Gesteine, das Klima mit 350 Sonnentage ist exzellent für Reben, Mango...👍!  

28. Bericht/Teil 2, 3.4.-10.4.17, 1'600km 

Den Luxus bei einer Copec-Tankstelle in Talca warm zu duschen, lassen wir uns nicht entgehen. Nun sind wir fit für den Andenübergang Paso El Pehuencho, 2'553 MüM. Schade, die Sonne hat nicht genügend Kraft, die grauen Schleier ganz wegzudrücken. Die Grenze zu Argentinien wollen wir erst am Folgetag passieren, so haben wir viel Zeit, die gut ausgebaute Passstrasse hochzufahren.

Kaum haben wir LIRA auf einem Stellplatz kurz vor dem chilenischen Grenzposten parkiert, hält ein Mercedes-Bus mit SZ-Kennzeichen von Argentinien herkommend neben uns an. Es sind Lino und Carmen, die seit vielen Jahren in der Nähe von San Louis/Arg ein zweites Zuhause haben. So gibt es bei einer Flasche Wein viel zu erzählen, zu diskutieren (AHV-Revision) und würfeln bis spät in die Nacht hinein.

 

Vom zweiten Teil unserer 5. Andenüberquerung sind wir hingerissen, stundenlang sind wir auf einem Hochplateau von 2'200 -1'700 MüM unterwegs. Oft halten wir an, beobachten Pehuencho-Indianer beim Abwickeln eines Stierverkaufs, dann treiben Indigene auf Pferd vor uns eine Riesenherde von Ziegen zu einem neuen Weideplatz. Das Bergbächlein, das kurz zuvor den Hang hinunterplätscherte wird zum Rio Pehuencho und begleitet uns mehr als 100km bis kurz vor Malargüe, wo er sich im Rio Grande, dieser entspringt etwa 80 km nördlich in den Anden, entleert.

 

Unser Abklärungen am chilenischen Zoll verlaufen für uns positiv. Der Übergang Paso Agua negra bleibt offen, da der Wetterbericht in den nächsten 14 Tagen sehr gut ist und wir dürfen auch ohne Fahrzeug Chile verlassen, da ein Fahrzeug eine Aufenthaltsbewilligung von 180 Tage hat. Auch wenn wir wenige Minuten nach der Grenze ein von der Morgensonne hellen Stellplatz finden, ziehen wir vor, in der warmen Stube zu frühstücken, die Aussentemperatur weist bei trockener Kälte nicht mehr als 6 Grad auf.

Da hält ein Personenfahrzeug mit argentinischen Kennzeichen direkt neben uns. Wir öffnen das Fenster, glauben es seien Auslandschweizer, die ein paar Worte wechseln wollen. Doch ihre Mienen drücken Besorgnis aus und fast verzweifelt fragen sie uns, dondé es la frontiera chilena? Etwas überrascht antworten wir, dass dieser in wenigen Kilometern erreicht sei, mit einem Lächeln verabschieden sie sich. Erst später können wir die Unsicherheit des Paares einordnen, müssen doch auch wir noch 64 km fahren bis wir beim argentinischen Zoll ankommen. Die Formalitäten sind schnell erledigt, doch dann wird es kritisch, wendet Argentinien hier die gleichen Verbote wie Chile an, keine Einfuhr von Frischprodukten... - und unser Kühlschrank ist gefüllt. Als die Inspektorin in die LIRA kommen will, ziehe ich beim Eintreten demonstrativ meine Schuhe ab - dies zeigt Wirkung, die Angestellte schaut nur gerade um die Ecke🤗. Aus der Garage muss Ralph das Brennholz abgeben, um die Kartoffeln abzukochen, erbettle ich fünf Minuten. 

 

Von der 5'000km langen Ruta 40 fahren wir heute ein Teilstück von fast 400km, von Malargüe bis Tunuyán. Die gerade Strasse führt meist durch Pampas. Die Weite ist grandios, vom Gefühl her, sehen wir 1000km weit! Im Grasland sind immer wieder Dedektoren gesetzt, von denen wir in der Diaschau am Vortag im Observatorium Pierre Auger hörten und welche in internationaler Zusammenarbeit Aufschluss über Energien im Weltall geben sollen.

Die Eintönigkeit durchbrechen wir mit Spanisch lernen, besichtigen den Staudamm El Nihuil und den Cañon Atuel. Am späteren Nachmittag machen wir uns unter einem Widenbaum, direkt an der Ruta 40, Polenta mit feinen Grillwürsten. 

 

Das Wetter ist einfach traumhaft, so entscheiden wir unsere heutige Route zu ändern um wieder Nahe an den Anden zu sein. Nach 40km Ruta 40 zweigen wir in die Ruta 7 ein, es ist der Weg um mittels Túnel del Christo Redentor von Medonza/ARG nach Portillo/CL zu gelangen. Unser Tagesziel sind die Puente del Inca und den Sendero Mirador Aconcagua.

Eine gut ausgebaute Strasse führt uns durch kleine Tunnels auf 2'720m, beidseitig an hohen Gesteinwänden entlang, vor uns die Cordillere Tigre (5'675m), wunderschöne mehrfarbige Gebirge und tiefausgeschnittenen Tälern. Oft gellingt es uns, einen Blick vom Aconcagua zu erhaschen, Amerikas höchstem Berg. In Uspallata machen wir noch kleine Einkäufe, dann gibt es einen nächsten Halt beim Cementerio Andistas, wo Gedenkstätten vieler internationalen Alpinisten an tragische Gebirgstouren und Seilschaften mahnen. 

 

Die Brücke, Puente del Inca ist ein durch Erosion gebildeter Felsbogen, der sich 47 Meter hoch und 28 Meter breit über den Rio de las Cuevas spannt.

Ab 1903 nutzten die Engländern das heisse Quellwasser. Die betuchte Gesellschaft reiste eigens auf der für sie erbautem Schienenweg an und residierte im Hotel mit Tennis- und Cricketanlagen. Der Bau liegt heute in Trümmern da, doch das herzige Kirchlein wird gehegt. Die in einem Felsvorsprung eingebauen Thermalbecken sind gut sichtbar. 

Das unaufhörlich aus dem Stein hervorquellende 34-38 Grad warme Schwefelwasser färbt das Gestein rotgelb.

 

Über die Anden fegt ein heftiger Wind landeseinwärts, doch davon lassen wir uns nicht  abbringen, einige Kilometer weiter auf dem Sendero Mirador Aconcagua weit ins Tal hinein zu wandern. Der späte Sonnenstand verbleicht die Konturen des 6'962m hohen Aconcagua, der erstmals 1897 vom Walliser Mathias Zurbriggen bezwungen wurde. Die verschiedenen Ruten werden heute jährlich von 7'000 Bergsteiger bestiegen. Zusammen mit den umliegenden Cerros (4'300-5'000m) Agua Salada, Panta, Santa Maria und den Lagunen nehmen wir weiterenwunderschöne Erinnerungen aus den Anden mit.

 

Durch Ripiofahren ist die Kochherdhalterung gebrochen. Ralph findet einen Platz, wo er feines Blech zuschneiden kann und verschraubt die Einfassung neu. In dieser Zeit ordne ich Fotos der letzten Tage. 

Noch immer sind wir auf 2'600 m Höhe und noch immer erleben wir starke Windböen. So wird es Zeit, nach Uspallata zurückzukehren. Nachdem LIRA -sie hat unheimlichen Durst- wieder mit teurem argentinischen Diesel (ARG € 1,17, Chile € 0,73) versorgt ist, verlassen wir den Ort durch eine schöne Allee und kämpfen uns auf einer schlechtzufahrenden Schotterpiste die Ruta Caracoles hoch. Hier im Niemandsland liegt für den britischen Naturwissenschafter Charles Robert Darwin 1809-1882, der auch lange Zeit in der Andenregion forschte, eine Gedenktafel.  Doch dann, nach langen zwanzig Kilometer, beim Cruz de Paramillo entscheiden wir umzukehren, die starken Sandverwehungen machen wenig Spass. Wir gönnen uns wieder einmal einen Restaurantbesuch und freuen uns über das gebratenen Lomostück. 

 

Die Ruta 40 führt uns durch Mendoza hoch nach San Juan, Reben....kilometerlang...., , dann auch Agrarland, Olivenhaine und Obstplantagen. Wir möchten länger in dieser Region verweilen, nicht nur Weine kennenlernen, sondern auch die Parks, die 'Mondlandschaften'. Darum werden wir nach unserem Heimaturlaub in dieses Gebiet zurückkehren.

Im Moment gibt uns das stabile Hoch den Reiserythmus vor, denn wir wollen noch den 4'775m hohe Paso Agua Negra in den nächsten Tagen überqueren.  

In San Juan gibt es einen Leckerbissen, wir besuchen die Champañera Miguel Más und erfahren in einer privaten Führung vieles über die Herstellung von 'Champagne organico'. Es ist ein kleiner, zwei Hektaren grosser Familienbetrieb, der mit 5-15 Personen nebst Wein auch jährlich 6'000 Flaschen Champagne organico (100 % Natur) herstellt. Hier werden alle Arbeiten von Hand ausgeführt, Traubenlese, Pressen, Abfüllen, Lagerungen, Kühlung, Versüssung, Verschluss und schlussendlich werden Champagner, Wein und die vielen Nebenprodukte wie Trauben-Marmelade, -Konfitüren, -Melasse, -Oel, -Essig an Ort verkauft. Gerne hätten wir hier für unsere Familie und Freunde ein Mitbringsel gekauft ..., doch da gibt es ein Transportproblem!

 

Bereits an unserem letzten Übernachtungsort, am Stausee Ullúm, San Juan waren die Tonhügel und deren Spitzen ein Unicum, wobei wir dann aus dem Internet dazu Trübes erfahren. Die dort ansässige Ceramica de los Andes geriet im letzten Jahr in arge finanzielle Schieflage und zahlte ihren Arbeitern keine Löhne mehr. Anders als in der Schweiz, hilft hier der Staat den Geprellten nicht! 

Sowohl auf dem Wegabschnitt von San Juan nach Jáchal und später über die enge Strasse nach Rodeo bis zum Stausee Cuesta del Vienta sind es wieder die geologischen Formationen an denen unsere Augen hängen bleiben. In den Sommermonaten ist hier Betrieb, denn die Skywind-Cracks fühlen sich auf dem Gletscherwasser bei steter Windgeschwindigkeit von 70-80 km/h wohl.

In Jáchal finden wir endlich wieder einen Camping, der sich so nennen darf, obwohl die Baños zu meiden sind. Doch wir geniessen unser Fondue-Osterschmaus im Freien unter einem Olivenbaum. Wir freuen uns auf morgen, yupi.....das Wetter stimmt, der Paso Agua negra erwartet uns!

28. Bericht/Teil 1, 25.3.-3.4.17, 1'000km Am Pazifik (Valdivia) verweilten wir letztmals anfangs Februar, nun Ende März, sind wir gerade einmal 150km nördlich, in Puerto Saavedra, ,auf Höhe Neuseeland,....

Das gibt einen Anhaltspunkt für unser 🐌-Reisetempo. Doch Halt, dazwischen haben wir beidseitig der Andenkordillere die Seenregionen Argentinien/Chile befahren.

 

Das Wetter bleibt in den nächsten drei Tage mehrheitlich trüb. Es geht von Temuco dem Rio Imperial entlang nach Puerto Saavedra am Pazifik. Einen ersten Halt gibt es in Carhue,  im Parque de los Trenes, wo im Speisewagen gerade das Fussballspieles 🇦🇷:🇨🇱 übertragen wird. Kein hochrangiges Spiel, es kommt auch keine Stimmung auf (1:0)😉.

Die etwa 80km2 grosse Gegend wird von nur etwa 500 Personen, meist Lafken-Mapuchen bevölkert. Als Grossfamilie bewirtschaften sie ein Stück Land und sind Selbstversorger. Über hügelige Ripiostrassen umfahren wir den 54km2 grossen mehrarmigen Salzsee Lago Budi (einziger Salzsee Chile), der sich längs, nahe am Pazifik, erstreckt. Am Wegesrand finden wir Hinweisschildern 'vende papas, 50kg $ 7000 (€10.-), auch Ruskas, frühere Wohnstätten der Indigenen, in welchen Januar und Februar Getränke an Turisten offeriert werden. Es begegnen uns nur wenige Fahrzeuge, doch der gelbe Schulbus befördert auch hier die Kinder von zu Hause zur Schule und zurück.

 

In Nehuente tauchen wir in die Dünenwelt ein und freuen uns, an Yvonne eine Sand-Geburtstagskarte zu schreiben. Bevor es nun über eine 50 km Schotterstrasse nach Tirúa geht, stärken wir uns am Rio Imperial mit Empanadas, frischem Lachs und Mango Sour😉. Der Rio Imperial bahnt sich gleich hinter den Sandbergen seinen Weg in Pazifik.

 

Mit einem Kleinflugzeug wollen wir die 35km entfernte und 48km2 grosse Isla Mocha besuchen. Obwohl die Abflugszeit abgemacht war, warten wir am Montag vergebens drei Stunden auf dem Aerodromogelände. Erst als dann ein Kleinflugzeug von Concepción auf der Landepiste aufsetzt, erfahren wir, dass unser Pilot heute seinen Flugtest machen muss. Auch der Versuch mit einem Boot die Insel zu erreichen, scheitert, die Lancha ist bereits um 10 Uhr ausgelaufen. So verbringen wir den restlichen Sonnentag an der Playa🌞.

Am frühen Morgen sehen wir zu, wie die kleinen Fischerboote entladen und der Fang in grosse Behälter auf ein Lastauto von Santiago gehievt wird. Jetzt am Abend fahren die Boote an uns hinaus aufs offene Meer, für die Fischer beginnt ihre 15-stündige harte Arbeit. Da das erste Boot noch bei Ebbe unterwegs ist, hält es bei uns an und wir schwatzen mit der Dreiercrew über Arbeit, Entlöhnung (pro Kilo 2-3 €), Kälte, Risiken. Wir sind geschockt... und schätzen an diesem Abend einmal mehr unser warmes 'Zuhause' und sicher denken wir beim nächsten Fischschmaus an die Pescadores von Tirúa.

 

Am Dienstag klappt es, wir werden wir mit einem Kleinflugzeug zur Isla Mocha geflogen und zu unserem Erstaunen erwartet uns dort Eugenio 🤗. Mit ihm und seiner Frau kamen wir vor einigen Tagen an der Costanera in Tirúa ins Gespräch und bekamen den Tipp, uns auf der Isla bei seiner Schwägerin Cécilia einzuquartieren. 

Die Inseltage sind gespickt von Erkundungen; es geht mit dem 20-jährigen Chevrolet, der unterwegs auf der Sandpiste seine Stossstange opfern muss, zum alten Faro im Osten. Von dort spazieren wir über die 350m hohe Inselcordillere durch die hohen Bäume zurück in Westen nach Hause. Gegen Abend legt Tio Juan dem Zugpferd das Geschirr an und chauffiert uns auf dem Careton zur Punta Norte. Wir geniessen es, im seichten Wasser Jivias (Pulpos) zu erkennen, die Lobos auf ihrem Aussichtsplateau zu betrachten, wobei die wechselnden Wetterfronten uns ebenso beeindrucken.

Nun sagen wir tschüss der 550 Einwohner zählenden Insel, es waren eindrückliche, schöne Tage, wobei wir x-mal mehr Pferde, Schafe, Hühner sahen, als Menschen. 

 

Vor unserem Heimaturlaub im Juni wollen wir noch einige Male die Anden, so auch den 4780m hohen Paso Agua Negro, etwa 800km nördlich von Santiago überqueren, wie auch die wunderschönen Pazifikstrände in Chiles Mitte geniessen, denn kommen wir im Juli zurück, es ist hier dann Winter.

So fahren wir etwa 500 Kilometer der Küste entlang bis nach Constitucion, dann entlang dem Rio Maule über Talca in Osten in die Anden.

Die schwarzen langen Lavastrände sind jetzt menschenleer, immer wieder treffen wir auf faszinierende Felsdurchgänge aus Granitblöcken. Das Wetter wechselt während dem Tag oft. Meist beginnt der Morgen mit Nebelschwaden, dann folgt ein sonniger, sehr warmer Abschnitt. Dunst kommt auf, wobei wir dann bis zum Sonnenuntergang schöne Stimmungen erleben. Die kleinen Küstenorte Lebu, Cobquecura uw. sind sehr sauber Bevor wir in Concepción unsere Gasflasche füllen, erreichen wir die geographische Mitte Chiles und auch wenn sich die Sonne noch nicht zeigt, gibt es ein Souvenirfoto. In Chanco verleiten nicht nur die Kolonialbauten zum bleiben, es gibt auch einen Käseladen mit einem guten Angebot. 

 

Vor den Toren Constitución gibt es riesige Sägewerke. Auf der Durchfahrt erhaschen wir Blicke von Förderbänder, die die Baumstämme enthäuten, am Ende des Geländes die Maschinen, die das Sägemehl zu Pelets verarbeiten. Doch die Grosstadt erschreckt uns, sie ist stinkig und dreckig. Wohnblöcke reihen sich nacheinander auf und dann gibt es viele unsäglich arme Quartiere. Die Menschen wohnen in Holzverschläge oder in Zelten, direkt an der stark befahrenen Durchgangsstrasse.

Wir machen nur eine kleine Verschnaufspause bei den Felsgebilden am Pazifik, dann folgen wir dem Rio Maule bis nach San Janvier/Talca. Und hier sehen wir, was der flächendeckende über Tage hinweg wütende Brand im Januar 2017 angerichtet hat, der Wald, wie auch die ersten Reben unserer Chilereise, einfach braun🤔! Doch die am Strassenrand feilgebotenen zuckersüsse Trauben sind ein Traum... und gestärkt machen wir uns bei einer Tankstelle im Akkord ans Waschen! 

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