ARG/CHILE, Vulkan- und Seenregion 15.2. - 24.3.17, 3'200km

27/ 2. Teil, CHILE: 11.3. - 24.3.17, VULCANO OSORNO - LA RANCO - PANGUIPULLI - CONARIPE  - PUCON (VULCANO VILLARICA) 
(Seen Süd-Nord: Llanquihue, Ranco, Panquipulli, Calafquén, Villarrica) 

 

27/ 1. TEIL, ARG: 15.2. - 10.3.17, JUNIN DE LOS ANDES - NEUQUÉN - SAN CARLOS BARILOCHE - VILLA LA ANGOSTURA - PASO CARDONAL SAMORÉ 

(Seen Nord-Süd: Huechulafquen, Lolog, Lácar, Falkner, Nahuel Huapi)

 

 

27. Bericht/Teil 2, 11.3.-24.3.17, 1'200km 

Nun sind wir zum zweiten Mal auf dem Weg zum Volcan Orsorno in Chile.... Zwischen den Grenzstationen Argentinien/ Chile sind 30 Kilometer über den Paso Cardenal Samoré, 1300MüM zu fahren. Der Vulkan Puyehue hat vor gut fünf Jahren eine gigantische Stauberuption erzeugt und die ganze Umgebung mit einer dicken Bimsschicht zugedeckt.

Sind wir an einem Küstenort im Nebel, mit grobem Sandstrand oder in einem Naturreservat auf 1000 Meter Höhe? Die nächsten 10-15 km sehen wir nur abgestorbene Bäume. Dazu das düstere Wetter, kalt und nass, alles in allem gespentisch, unfreundlich. 

An der chilenischen Grenze zwängen sich drei Männer ins Womo und durchsuchen den Innenraum nach Frischwaren, die Garagen werden kontrolliert und Ralph gibt Auskunft über die verpackten Sachen. Das, was wir auf der Fahrt nicht vertilgen mochten, haben wir jedoch gut versteckt👍. 

Entgegen anderen Aussagen von Reisenden erleben wir die gesamte Zollabfertigung als sehr speditiv und erreichen Entre Lagos noch vor dem Eindunkeln. Am Lago Puyehue finden wir auf gutem Untergrund unseren Schlafplatz.

 

Den nächsten Morgen verbringen wir im 30 km entfernten Moncopulli, wo wir das Automuseum Studebaker besuchen. Die grossen, bulligen amerikanischen Fahrzeuge aus der Zeit 1920-1966 wurden grossenteils wunderschön restauriert, auffallend sind die starken Carrosserien mit hübschen Ledersitzbänken, die kleinen Schiebefenstern, Reserveräder, die nicht nur Zweck erfüllen sondern ein Hingucker sind. Im gleichen Trakt sind Autos anderer Marken ausgestellt, so Nash, Buick, Oldsmobile, Dodge usw.

Als wir LIRA am Lago Llanquihue parkieren, ist der Himmel mit dunklen Wolken   überzogen, einige Einheimische kurven noch mit ihren 4x4 Fahrzeugen am schwarzen Lavastrand umher, dann sind wir allein. Die Nacht wird sehr stürmisch, durch das heftige Rauschen von Wasser und Bäume finden wir nur wenig Schlaf.

Regen.... und in diesem Wetter findet auf der herrlich angelegten Seestrasse ein Velo-Strassenrennen statt. Die Sportler kämpfen nicht nur mit der herrlich angelegten 'Berg- und Talstrasse' am Lago Llanquihue, sondern auch mit dem Nass und der Kälte. Wir zweigen auf die Ruta 225 ab, doch da ist in den vergangenen Tagen eine Schlammlawine runtergekommen, die Arbeiter sind heftig am räumen. Als wir schliesslich beim Sendero Salto Petruhue ankommen, öffnet Petrus noch seine grösste Schleuse. Unsere Lust zu wandern verschwindet ganz und wir fahren zurück zur Hauptstrasse. Im Valle de las Murtas, kurz nach Ensenada finden wir ein feines Fischrestaurant. Unsere Stimmung hebt sich zusehends, der Lachs ist hervorragend, das Wetter bessert sich und es gibt Wifi!  Da wir für unsere Simkarte nur Guthaben geladen haben, nicht aber das Datenpaket bei Entel gekauft, sassen wir die letzten Tagen auf dem 'Trockenen' betreffend Internet.....😏

Bereits auf dem Rückweg sehen wir den Volcan Osorno fast wolkenfrei und so glauben wir dem Wetterbericht, der für morgen Sonntag Sonnenschein verspricht. Ein gemütlicher Spaziergang zur Laguna Verde, am Wegesrand mit Einheimischen Murta pflücken (Art Waldbeeren) und schon ist es Zeit, um noch bei Tageslicht zum Mirador Crater la Bubucha hinaufzufahren und uns für die Nacht einzurichten. Die Temperaturen sind schon in einstelliger Zahl, sodass der Wärmeschutz seinen Platz auf der Frontscheibe bekommt. 

 

Beim Erwachen ist der Himmel verhangen, doch das lässt uns kalt, wir nehmen die Serpentinen zur Skistation Osorno unter die Räder und haben den Parkplatz noch fast für uns allein. Dort machen wir uns erst einmal ein feines Sonntagsfrühstück und sehen wie nach und nach sich Touristenbusse und Privatautos einfinden. Doch der 2652m hohe Vulkan Osorno hält sich verdeckt. 

Als die ersten Wanderer, die sich nach Abfahrtszeit ihres Busses richten müssen, vom Crater Rojo zurückkommen, machen auch wir uns auf den Weg dahin. Als wir den Krater vor Augen haben sollten, steigt dicker Nebel vom Lago Llanquihue auf und wir können gerade noch weitere Abstiegswege orten. Ein Guide mit zwei Gästen steigt von der Sesselbahn zu uns herauf, so sind wir sicher, der Abstiegs ist hier möglich. Die Sonne kämpft, wir sehen sogar einmal kurz den Gipfel, dann aber hüllt uns das Grau wieder ein. Nach geraumer Zeit geben wir auf und wandern Schritt für Schritt über die Ski- resp. Highluxpiste zurück zur LIRA.

Inzwischen haben viele Ausflügler den Ausgangspunkt erreicht, die Mehrheit wärmt sich im Restaurant auf, einige Unerschrockene lassen sich mit den Sesseln auf über 1400MüM fahren, um einen Blick vom Osorno zu erhaschen. Unsere Blicke gleiten immer wieder hinunter zum Lago Llanquihue bis hinauf zum Osorno, die ziehenden Nebelgeschwader zeichnen immer wieder herrliche Landschaftsbilder.

 

Auf unserer Weiterfahrt dem Lago Llanquihue entlang, fällt unser Blick auf einen kleinen, am Boden stehenden Helikopter, dann erst auf das Hinweisschild 'Ceveceria'. Nicht, dass uns ein Bier gelüstet, doch unsere Magen melden sich. So geniessen wir in gepflegter Umgebung, bei aufhellendem Himmel eine schmackhafte Pizza mit Jugo Natural und sehen den Volcarno Osorno offen vor uns, ein goldiger Abschluss des Tages. Die Ceveceria bietet  Brauereibesichtigungen an; eine von diesen ist gerade beendet und Väter lassen sich bei ihren Frauen und Kindern schwatzend auf den Gartenbänken nieder. Nur eine vierköpfige Familie schreitet zielstrebend zum Heli und entschwindet schon bald unseren fragenden Blicken...🤔

 

Morgens ist der Himmel jeweils noch vom Dunst verschleiert, gegen Mittag bis dass die Sonne untergeht haben wir Bilderbuchwetter bei etwa 22-26 Grad. Die Gewässer sind tiefblau, ringsum der dichte Wald mit den hohen Bäumen, eine Traumgegend.

So geht es auf dem Cirquito Sietelagos weiter; wir umfahren während drei Tagen den Lago Ranco, einen alten, 400km2 grossen, fischreichen Gletschersee. Entlang der 100km langen Uferstrasse haben sich nur wenige kleine Orte angesiedelt, Lago Ranco, Llifén, Futrono.

Elf Inseln des Sees sind bewohnt, auf der grössten Insel, Isla Huapi leben etwa 600 - 800 indigene Huilliche als Selbstversorger. Besucher mit eigenen Fahrzeugen haben jeweils montags Möglichkeit mit einer Fähre dahin zu kommen, von Futrono aus schippert der Arzt jeden Dienstag von Insel zu Insel. Rundum ist der See dicht bewaldet, doch immer wieder können wir von den Miradoren zum See hinunter gehen. Da wir nun bereits in der Nebensaison sind, finden wir an der Playa überall tolle Standplätze.

Entwässert wird der See durch den Rio Bueno, der in den Pazifik fliesst und Grenze zwischen den Regionen de los Lagos und de los Rios bildet. 

 

Der nächste See, der Lago Panguipulli, ist ein langgezogener 116 km2 grosses Gewässer. Schwierig sind die Namen auszusprechen und zu behalten, so heisst der Ort gegenüber von Panguipulli, Choshuenco, sein Namensgeber ist der Volkan. Der Volcano Choshuenco schaut mit seiner Spitze seitlich des Volkans Mocho vorbei. Für Fotos ist es  meist zu dunstig, doch die Playa mit den grossen Widenbäumen (Sauce) bietet uns für die drei nächsten Tagen ein angenehmes Zuhause. Unser Garten ist der fast menschenleere Strand! So gibt es auch feinen Lauchauflauf in freier Natur, mmhhh. 🤗 

Von hier aus machen wir unsere Ausflüge zum Salto Huilo Huilo und wandern mitten im Urwald über den langen Sendero del Puma. Obwohl Busse, sogar von Santiago her, Gäste zu den Naturschönheiten bringen, sind wir mehrere Stunden allein, mitten im Urwald unterwegs. Es geht über Holzstiegen rauf und runter. Riesige Nalcas, die Blätter im Durchmesser gut einen Meter, schmücken das Bord des Baches. Das kalte Wasser gleitet manchmal gemächlich, dann wieder zischt es in rasantem Tempo mit frischem Quellwasser an uns vorbei.
Wir sind uns gar nicht immer sicher auf dem richtigen Weg zu sein, es scheint als wäre seit langer Zeit niemand mehr auf diesem Pfad gewesen. Sicherheit geben uns die kleinen gelben Huilo Huilo Vögelchen, die an Treppengeländern und an Bäumen festgemacht sind.
Der Spaziergang ist anstrengend, macht aber viel Spass, wir finden zuhauf Murtas und wilde Brombeeren, die unsere nächsten Birchermüesli bereichern. 

 

Am anderen Tag nehmen wir es etwas gemütlicher. Nach einem Strandspaziergang fahren wir wieder in die Gegend von gestern. Im Park führt der Park zuerst zu den Wildsauen, die sich im weitläufigen matschigen Gebiet sichtlich wohl fühlen. Weiter oben befindet sich ein Riesenpark mit langen Gehstegen, zu dessen Seiten gut versteckt etwa zwei Dutzende kleine Holzcabañas mit Sichtfenstern zum Wildpark errichtet wurden.

Man muss sich vorstellen, wir sind mitten im Urwald..... Im riesigen, modernen und informativem Museo Vulcano kann man sich ohne weiteres einen ganzen Tag verweilen..... wir treffen ein deutschsprechenden, brasilianischen Biologenpaar, Anja und Fabio, von Beruf Bierbauer, wohnhaft in Blumenau, Brasilien, die mit ihren Fahrrädern unterwegs nach Valdivia sind.

Unweit des Museums eröffnete ein Schweizer, Señor Bartholet den Treffpunkt Teleferico. Ganz speziell ist die Konstruktion des Gebäudes, halten das Dach doch 5 Stämme mitsamt Wurzeln. Die drei Stockwerke sind genutzt als Restaurant, Bowlingcenter und Unterkunft für die Angestellten. Und dann gibt es hier tatsächlich eine Standseilbahn, diese führt etwa 300-400m zu einem Aussichtspunkt hinauf.

Sicher, der Park ist im Aufbau, es gibt noch viel zu tun, aber die Möglichkeiten sind bei diesen Platzverhältnissen unbegrenzt. 

Zum Tagesschluss suchen wir das weitherum bekannte Huilo Huilo Montaña Magica Lodge auf. Ein sehr grosszügiges Haus mit Spa, Wohlfühlzimmern und Golfplatz, hier kann sich der gestresste Mensch sicher erholen 😉🇨🇱. Für uns alles ein wenig dick aufgetragen; wir setzen uns ins Auto und fahren hinaus zu einem Mirador am Lago Panguipulli, wo wir auch die Nacht verbringen.

 

Am kleinen Lago Pullinquo geht es vorbei zum Lago Calafquén. Es ist 19. März, ein sonniger Sonntagmorgen - doch die von Touristen in den Sommermonaten Januar und Februar voll besetzten schwarzen Lavastrände von Coñaripe und Lucán Ray sind leer, Heladerias, Cafés sind verriegelt. 

Wir wollen zum etwa 30 km entfernten Lago Villarrica, wo wir vor gut einem Monat -in der Hochsaison- im Städtchen Villarrica direkt am Ufer ein paar Tage verbrachten. Das gegenüberliegende Pucón konnten wir nicht anfahren, das Städtchen quoll über von Autos und Leuten. Damals flüchteten wir über den Paso Mamuil Mamal nach Argentinien...

Zum Abschluss unserer Seentour, die uns in Argentinien von Junin de los Andes südwärts nach Bariloche, dann über den Paso Cardenal Samoré zum Vulcano Osorno und nordwärts nach Pucón führt, lassen wir es uns in der Terma Trancura wohlergehen.

27/ 1. TEIL, ARG: 15.2. - 10.3.17, 23 Tage, 2'000 km

JUNIN DE LOS ANDES - NEUQUÉN - SAN CARLOS BARILOCHE - VILLA LA ANGOSTURA - PASO CARDONAL SAMORÉ - CHILE
(Seen Nord-Süd: Huechulafquen, Lolog, Lácar, Falkner, Nahuel Huapi)

 

27. Bericht/Teil 1, 15.2. - 10.3.17

Die Zollkontrolle am Paso Mamuil Manal (auch Tromen, nach dem Berg) wird für die Ein- und Ausreise bei gleichem Schalter getätigt, so bildet sich rasch eine Warteschlange. Doch als wir passieren, ist es erst kurz nach 8 Uhr, so können wir beide Zollabfertigungen innert einer knappen Stunde erledigen, wobei auf der arg. Seite bereits auf Parkplätze gewartet wird.

 

 

Nach Cerro Castillo (NP Torres del Paine) und Lago Argentino/Carera führt unsere dritte Andenüberquerung bereits über ein Hochplateau von 1'000 müM. Wir fahren noch immer im gleichen Nationalpark wie am Vortag, am Fuss des Vulkans Lanin (3776m), doch auf der argentinischen Seite heisst er NP Lanin und nicht mehr NP Villarrica. Die markante Schnee-und Eisseite des Vulkans sehen wir jetzt nicht mehr, doch dafür stehen noch immer die bizarren Araukarienbäume am Wegesrand. 

Zur Mittagszeit erreichen wir den kleinen Ort Junin de los Andes, wo wir uns erst einmal auf Argentinien einstimmen, d.h. Geld, Karten- und Reisebücher wechseln, aber unsere Argentinienkarte ist nicht auffindbar, so müssen wir unsere bis jetzt abgefahrenen Routen im Norden, im Osten, im Süden und im Westen bis nach Los Antiguos auf einer Zweitkarte eizeichnen.

Über eine Stichstrasse erreichen wir am Nachmittag den grössten See im NP Lanin, den Lago Huechulafquen. Auch hier der Vulkan Lanin vor uns, der alle anderen Gipfel um einen guten Tausender überragt. Obwohl einige Kinder im Wasser planschen lädt uns der See nicht zum Baden ein und da wir den Sandplatz zum Übernachten nicht optimal finden, kehren wir zum Ausgangspunkt, Junin de los Andes zurück, wo wir abends noch lange am Rio Chimehuin verweilen. 

 

Nachdem wir die von Buenos Aires nach Ushuaia führende Ruta 3 (3'045km) und die chilenische Carretera Austral (Ruta 7/Ripio, 1'350km) von Villa O'Higgins nach Puerto Montt hinter uns gelassen haben, folgen wir nun mit vielen Abstechern auf der chilenischen Seite der Panamericana (Chiloé-Alaska 21'000km) und der längsten argentinischen Ruta 40 (Rio Gallegos/Atlantik nach La Quiaca/Grenze Bolivien, 5'300km).  

So folgen wir jetzt nordwärts der Ruta 40, zweigen zur Laguna Blanca ab, wo Pichos (Gürteltiere), Choyques (Nandús) und viele Pajaritos (Vogelarten) ihr zu Hause haben. Bereits bei unserer Ankunft ziehen dicke Wolken auf, das Gewässer kräuselt sich, die Schwarzhalsschwäne schwimmen zum gegenüberligenden Ufer und suchen kleinere, für uns nicht zugägliche Lagunas auf.

In einer Feuerstelle haben wir bald einmal eine gute Glut für unser Lomostück und finden ein geschützten Plätzchen um draussen zu essen. Kurz bevor wir uns zum Schlafen hinlegen, tosen orkanartige Böen über die steppenartige Ebene und talauswärts sehen wir eine dunkelschwarze Wetterfront auf uns zukommen. Wir beschliessen wegzufahren und uns in Zapala in einer Quartierstrasse einen sturmsicheren Platz zu suchen.

 

Die nächsten Tage verbringen wir in Cipoletti auf einer 'chacra de manzanas' bei Patricia y Martin🍎🍐. Die Beiden haben wir im April 2016 im Norden von Argentinien, in San Ignacio kennengelernt, als sie ihren Sohn Fede und seine Freundin ziehen liessen. Die Jungen sind in einem alten, etwa 10m langen Mercedesbus unterwegs in Norden, mit Ziel Alaska, wobei das Fahrzeug bereits in Bolivien einen Motorschaden erlitt. Ende März werden unsere Gastgeber einen neuen Mercedesmotor nach Sucre/Bolivien bringen und so ihre Kinder wiedersehen 🤗.

Nebst viel Familiengeschichte -wir lernen auch einen weiteren Sohn, Sebastian mit seiner Frau Silvia und ihrem 4 Wochen alten Mädchen, Emilie kennen- erfahren wir viel über die Stadt Cipoletti. Vor 120 Jahren hatte der Italiener Cipoletti die glänzende Idee, Wasser vom Fluss Neuquén abzuzweigen und fünf Kanäle mit Länge von 100km zu speisen. So kann die regenarme Gegend wärend den wärmsten acht Monaten im Jahr gezielt mit Wasser versorgt werden. Hier vereinen sich auch die von der Cordilleren herkommenden Flüsse Neuquén und Limay und fliessen als Rio Negro quer durch das Inland um sich im Atlantik zu entwässern.

Wir streifen mit den Hunden über die Chacra, geniessen zuckersüsse Pfirsiche und Pflaumen, probieren verschiedene Sorten Äpfel und beissen in knackige Birnen, wahrlich ein Tischchen deck dich, mitten in der Natur. Liebe Patricia, lieber Martin, schön war das Zusammensein mit euch - muchas gracias! Wir sehen uns wieder, spätestens in Mexico.👍 

 

Wieder sind einige Dinge zu erledigen, so z.B. Post herunterladen, Homepage nachführen, die per Email eingegangenen Versicherungsdokumente für Mercosur auf grünes Papier ausdrucken, Ersatzmaterial in der Ferreteria besorgen, LIRA waschen. Doch Ralph 'käffelet' lieber 😏 statt seine Pendenzen zu erledigen und so können wir erst nachmittags die Stadt Cipoletti verlassen...  es ist sehr heiss...🌞 auch das Thermometer soll in den nächsten Tagen wieder auf 40 Grad klettern.

Zügig geht es auf der Ruta Nacional 237, entlang dem Rio Limay, der die Grenze zwischen den Regionen Neuquén und Rio Negro zieht, südwärts. In Piedra del Aguila machen wir einen mehrtägigen Halt. Es gilt abzuklären, warum unsere Solarpanels, respektiv die Indooranzeige nicht mehr volle Kapazität erlangt. Ein Fachmann kontrolliert Sicherungen, prüft alle drei Batterien, den Inverter und als nichts auf eine Fehlleistung hindeutet, erklärt er uns, dass in Suramerica und er meint damit die Region von hier südwärts, der Winkel der Sonneneinstrahlung auf die Solarpanels ungünstig ist, sodass die Panels nie ganz aufgeladen werden🤔.

Im Gespräch erfahren wir von einem idyllischen Schattenplätzchen am Rio Limay und da lässt es sich wirklich aushalten! Wir finden ein herrliches Schattenplätzchen von max 30 Grad, können im gestauten Lago Pichi Picún baden🤗! Unser Vorhaben, am Freitagabend, zu den Gesteinsformationen zurückzufahren, die dem Ort, Piedra del Aguila einst den Namen gaben, lassen wir sausen, so können wir nochmals die ganze Nacht über die Tür offen lassen, ein Luxus pur in diesen Sommertagen. 

 

Noch ein Blick hinauf zum Sternenhimmel -die Milchstrasse ist wie in vielen Nächten direkt über uns- verlassen wir am 25.2.17 um sechs Uhr in der Früh das uns lieb gewordene Plätzchen am Lago Puchi Pucún, ein Stausee des Rio Limay. Anders als wir es von zu Hause kennen, wird es in den Sommerzeit hier erst um 7.30 Uhr hell. Es ist schön in den Morgen hineinzufahren und zu wissen, dass wir das im Norden liegende Junin de los Andes noch vor der grossen Tageshitze erreichen werden. Dort endet unser Rundtrip nach Neuquén/Cipoletti und dort beginnt unsere Tour, die Seenregion auf der Ostseite der Anden kennenzulernen. Die Gegend wird sehr schön sein, liegen die Gletscherseen doch in den   Nationalpärken Lanin und Nahuel Huapi. Auf diesem Weg werden wir auch die Städte San Martin de los Andes, Villa la Angostura und San Carlos de Bariloche erkunden. 

 

Der Hitze wegen verlassen wir Junin de los Andes noch am gleichen Abend, irgendwo muss es doch einen etwas kühleren Flecken geben! Nach 35 Kilometer Ripio und knappen zwei Stunden Fahrzeit taucht der Lago Lolog vor uns auf. Vergessen ist, dass wir erst gerade LIRA innen und aussen fein geputzt haben und nun durch jede Ritze der Staub seinen Weg findet. 

Am ersten freien Plätzchen parken wir, spazieren ein pasr Schritte dem kühlen Nass entgegen und sehen fasziniert die erstarrte Lava, die einst der Vulkan Lanin ausspukte und die heute schöne Sitzgelegenheiten bis ins Wasser hinein bietet. Unseren Platz finden wir wenig später, LIRA steht direkt am Ufer und dazu gibt es noch schattenspendende Bäume. 

Wir finden genügend Holz, um in den nächsten Tagen von morgens bis abends, vom Wasser für den Mate bis zum Lomo alles über dem Feuer zuzubereiten. 

Mit Einheimischen ab und zu ein paar Worte wechseln, schwimmen und dann am Sonntag, 26.2.17 während 2,5 Stunden die 97%ige Sonnenfinsternis vom Platz aus zu beobachten, ist wunderschön.

Überraschend finden sich dann noch Hilu und Sigu und später noch ein deutsch-australisches Pärchen ein und dann dreht sich wieder viel um Auto, woher, wohin des Weges..., doch nett ist es alleweil, bekannte Gesichter zu sehen, mit Gleichgesinnten zu plaudern.

 

Der Wetterbericht stimmt, fast den ganzen Tag über regnet es und wir verbringen in San Martin de los Andes einen geruhsamen Tag im Auto, aber erst nachdem wir beruhigt sind, dass wir mit unseren Kreditkarten an den Bankautomaten weiterhin Geld beziehen können. Seit Grenzübertritt klappte dies nicht mehr und unsere Geldscheine werden knapp. Die vierte Bank, Banco Patagonico spuckt dann den Höchstbetrag von 2'000 Pesos aus, 100 Pesos = 6 CHF, wir versuchen dies mit anderen Karten und es klappt.

San Martin de los Andes, ein überschaubarer Ort von etwa 30'000 EW liegt am Westende des Lacarsee, wo sich nordwärts der NP Lanin öffnet. Es ist Ende Februar, in Argentinien beginnt nach zwei Monaten Ferienzeit in ein, zwei Wochen die Schule, daher ist ein starker Rückreiseverkehr. Wir sehen kaum ein Fahrzeug mit chilenischen Kennzeichnen da Diesel, Überlandbusse, Essen sehr teuer geworden sind. 

Nach einer Wanderung ins Winterskigebiet, zum Fuss des Cerro Chapelco (2'394m), wo gute Sicht zum Vulkan Lanin wäre, würden Wolken uns dies nicht vermiesen, nehmen wir noch gleichen Tags die Ruta 40, den Camino de los Siete Lagos. 

 

Das Seengebiet heisst in Argentinien 'die kleine Schweiz'. Nicht nur die Berge, die Gletscherseen, die Täler auch das Wetter trägt dazu bei. Mal Wolken, mal Regen, mal Sonne.... und so gestalten sich unsere Aktivitäten. Die Abzweigungen zu einzelnen Seen lassen wir sein, es ist zu unsicher, ob wir bei Regen über Erd-/Sandstrassen wieder auf die Hauptstrasse zurückfinden. 

Die kleine Stadt Villa de Angostura liegt mitten im NP Nahuel HuapiAuf der Halbinsel Quetrihué wandern wir 12 Kilometer durch den NP Los Arrayanes bis hin zum Mythenwald. Zu Beginn geben Aussichtspunkte tolle Blicke zu den Stränden frei, danach läuft man durch einen hügeligen Weg mitten durch den tiefen Wald, die Bäume ragen hoch hinaus. Die Arrayanes, nach diesen der NP benannt ist, erkennt man gleich an den zimtfarbenen Stämmen, sie wachsen nur in Wassernähe und können mehrere hundert Jahr alt werden.

Nach einer Pause lassen wir uns mit fünf anderen Wanderfreudigen von zwei jungen Männern in einem Motorboot zum Ausgangspunkt zurückbringen. Im Boot wird Mate getrunken und die Beiden wissen viel zu erzählen. So zeigen sie auf die kahlen Bergspitzen über 1600m des Cerro Bajo, Cerro Inacayal, Cerro Belvedere, die noch immer mit einer dicken Schicht Lavastaub behangen sind. Je nach Windrichtung sind diese Schmutzpartikel in der Luft und die Menschen - so wie ich gestern - leiden an einem Hustenreiz. 

 

Auf dem Weg nach Bariloche findet ein britisch-spanisches Pärchen den gleichen Übernachtungsplatz in einer Waldnische. Jonathan ist ein begnadeter Feinkosttüftler und so lassen wir uns gerne zum Malbec Eingelegtes servieren. Lange sitzen wir zum Tratschen am Ufer des  530km2 grossen und mit vielen Armen versehenden Lago Nahuel Huapi (Vierwaldstättersee 114km2). In ein paar Tagen geht das Paar für sechs Monate nach England um zu arbeiten, dann setzen sie ihre Reise fort. 

Aus Blogs wissen wir, dass wir in San Carlos Bariloche mit Freistehen sehr vorsichtig sein müssen. Als uns dann ein junger Mann auf dem Weg zum Cerro Otto anhält und erzählt, dass er gestern in den Abendstunden in diesem Gebiet überfallen wurde und nun mit Freunden noch ein Bergseil holen will, sind wir völlig überrumpelt. Dann haben wir wirklich Glück, Bruno, dessen Eltern aus Diessenhofen TG auswanderten, spricht uns beim Adventurpark seines Sohnes an und offeriert uns, auf seinem Landstück zu campen und von dort aus Bariloche zu erkunden. Er weiss von den Diebesbanden...

Wir schlendern durch die 150'000 EW zählende Stadt, vorbei an unzähligen Schokoladengeschäften, deren Düfte uns schlussendlich in ein Lokal locken. Auch in Boutiquen stöbern wir, es will uns aber gar nichts richtig gefallen oder wir gestehen uns ein, wir brauchen einfach nichts und haben auch keinen Platz in unserer LIRA. Am Abend setzen wir uns noch zu einem Fondue ins Restaurant Les Alpines, auch auf das hätten wir verzichten können, weil es eben kein sämiges Fondue war...

Was uns in Bariloche in guter Erinnerung bleibt, sind Bruno und Rita, muchos gracias por la invitación!

 

Über die Ruta 40 und 237 fahren wir dem Rio Limay entlang, bestaunen die wunderschöne Aussicht zum Amphiteatro naturaleza, zum Dedo Dios und verbringen eine schöne Zeit am Ufer des Rios und Tage darauf am Brazo Huemul des Lago Nahuel Huapi. Wieder heisst es die Frischwaren verwerten.... Wir wollen die Anden zum vierten Mal, dieses Mal über den Paso Cardonal Samoré passieren und die chilenische Seenregion nordwärts erkunden. 

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