CHILE, Region Los Lagos, Los Rios, Araukania-ARG, 8.1.-15.2.17, 40 Tage, 2'000km

26/ 3. TEIL, 06.2.-15.2.17, VALDIVIA - VILLARRICA - PASO MAMUIL MASAL

26/ 2. TEIL, 24.1.-05.2.17, ISLA CHILOÉ - OSORNO

26/ 1. TEIL, 08.1.-24.1.17, CISNES - BALMACEDA - LA JUNTA - CHAITEN

26. Bericht, 3. Teil 6.2.-15.2.17
Nur 20-30km von Osorno westwärts und wir wähnen uns in einer anderen Welt! In abgeschiedenen Weilern rund um San Ignacio, lebt in einfachen Hütten das indigene Volk Huilliche als Selbstversorger.
Jetzt, zur Hauptsaison bieten am Wegesrand Frauen köstliche, frische Empanadas an. Nach weiteren 40km erreichen wir den Pazifik, wo wir wunderschöne mit wohlklingenden Namen finden: Bahia Mansa, Maicolpuhé, Rio Sur, Tril Tril. Die Osorner haben inzwischen dieses Juwel entdeckt und beginnen in die sattgrünen Hänge ihre Ferienlogis zu bauen, währenddessen junge Chilenen einige Strandabschnitte mit Zeltstätten belagern. Bei sehr angenehmen Temperaturen, ohne jegliche Mücken und Fliegen, geniessen wir Strandtage in der nördlichen Bucht, Pucatrihue, vertilgen frischen Fisch und Früchte und frönen dem Nichtstun. 
 

 

Über die Ruta 5 erreichen wir die günstig und daher zu früheren Zeiten von vielen Mächten (Mapuche, Holländer, Engländer, Spanier, umkämpfte Stadt Valdivia. Vor etwa 150 Jahren begann der Zuzug von deutschen Einwanderer,  die die Rohstoffe der Umgebung nutzten. 1960 erlebte die heutige Handels- Industrie- und Universitätsstadt ein grosses Erd- und Seebeben, sodass die Stadt um drei Meter absackte und nur wenige Häuser im Zentrum stehen blieben. Seit 2006 ist Valdivia die Hauptstadt der jüngsten chilenischen Region, Los Rios

Flüsse vom Festland wie Cruces, Calle Calle vereinen sich und finden den Weg im Rio Valdivia in Pazifik. Im Hafen ist ein Kommen und Gehen, es werden Bootsausflüge in die Flussarme und Inselfahrten zu den in früheren Zeiten sehr wichtigen Forts angeboten. Daneben ist gleich der grosse Markt mit einem tollen Angebot von frischen Meeresfrüchte, Fischen, Gemüse, Beeren. 

Uns locken erst die am Pazifik gelegenen Strandorte La Niebla und Los Molinos, wo wir über die Küstenstrasse hoch zum Parque Curiñaco fahren. Die wunderschöne Aussicht zu weiteren wilden Stränden können wir nur teilweise geniessen, erinnert uns die sich im Bau befindende Schotterstrasse stark an die Carretera Austral... Nach Ankunft streifen wir durch einen schmalen gepflegten Urwaldweg zum Bosque El Olivillo und zu Miradores, die immer wieder faszinierende Ausblicke zum Meer frei geben. Zurück geht es wieder an den grossen Baumaschinen vorbei, dafür finden wir in Los Molinos ein schönes 

Stellplätzchen. 

 

Auf dem Weg nach Valdivia zurück, degustieren wir in der Cerveceria Kunstmann ein Dutzend Biere -ein grosser Schluck und das Becherlein ist leer- und müssen feststellen, chilenischer Wein ist uns lieber! 

In Valdivia ist das Wetter wie gemacht für einen langen Hafen- und Stadtspaziergang, vorbei an Wachtürmen, aussergewöhnlichen Schiffen und schlussendlich können wir dem edlen Kaffeehaus Entre Lagos nicht widerstehen, wo wir mit Ingrid, Marcelo und Klein-Isidora aus Santiago lange plaudern - wir   nehmen eure Einladung in euer schönes Zuhause mit Rundsicht auf die Millionenstadt Santiago gerne an, danke!

 

Wir verlassen wieder die Pazifikküste und fahren westwärts nach Villarrica. Von Süden nach Norden, in einer Luftlinie von etwa 300 km, gestalten mehr als zehn Seen mit einer Fläche von 50km2 - 877km2 eine Treppe (Bodensee 536km2). Der Lago Villarrica, 176km2, liegt im Norden. Der bekannte Vulkan Villarrica mit dem umgelegten Kragen erhebt sich gleich vor uns, aktiv war dieser letztmals im März 2015, in den letzten 500 Jahren wurden 50 Ausbrüche registriert. In Villarrica können wir direkt am Lago parkieren, lernen Lindau kennen, der vor mehr als 10 Jahren in diesem Ort hängengeblieben ist, doch nun wieder vom Reisen träumt. Er erzählt uns, dass hier am Westufer die Preise gegenüber dem mondänen Pucón auf der Ostseite des Sees moderat sind und der Ansturm von Touristen noch zu bewältigen sei. So bleiben wir das Weekend am Seeufer stehen, schauen den Kanuten und den Jetskis zu, setzen uns zuvorderst auf die grossen Lavasteine, lassen die Beine ins Wasser baumeln, zum Baden ist uns der See noch zu kalt. Im Ort finden wir viele Marktstände, wo Mapuchen ihre Holzschnitzereien und Spezialitäten anbieten und in der Bäckerei Rostock gibt es dunkles knuspriges Brot👍. 

Das grosse Seengebiet, wo die Vulkane rundhum imposant thronen, einzelnde räuchelnd und mit Schnee umgeben, lassen wir uns nicht entgehen. Doch zuerst folgen wir der Einladung von Reisefreunden, sie auf ihrer Apfelchacra in Cipoletti/Argentinien zu besuchen und werden dann über schöne Landschaften, Lagos, Nationalpärke bis mindestens nach Bariloche wieder südwärts fahren, bevor wir wieder nach Chile einreisen und die Seenregion etappenweise nordwärts erkunden.  

 

Bis heute kannten wir die Probleme mit der 'temperada alta' nur vom Hörensagen, doch nun können wir mitreden! Noch in Villarrica füllen wir Wasser- und Dieseltank und fahren dann im laufe des Nachmittags los, um uns bei den Ojos del Carbugua um die verschiedenen Wanderwege zu kümmern, liebäugeln auch damit über Nacht beim Ausgangspunkt stehen zu können. Schon die Anfahrt wird stressig, Autos kommen uns in einer Kolonne entgegen, was völlig neu ist für uns! Doch dies werten wir anfangs noch positiv, so gibt es für uns sicher einen Platz. Doch der Park ist nur tagsüber von 10.00-20.00 geöffnet. Somit heisst es über das kleine Schottersträsschen zurückfahren.

Ach dann nichts wie los zum Lago Carbugua, denken wir.... aber daraus wird definitif auch nichts. Es gibt auf dem Weg zum Strand einige Estaciamentos, doch diese können wir mit unserer LIRA nicht anfahren, zu tiefe Furchen, zu steil, zu eng... und wenn wir bedenken, dass in zwei, drei Wochen die Ferienzeit vorbei ist, wir direkt am Strand uns hinstellen können, haben wir einfach keine Lust, uns in dieses Gewimmel von Menschen zu begeben. Also heisst es wieder zurückfahren, unsere Klimaanlage läuft auf Hochtouren, was sonst kaum je der Fall war... 

Dann lesen wir in einer Abzweigung auf einer Hinweistafel Moto-Camp Pucón, 1,5km und schnell sind wir uns einig, dort müssen wir unser Glück versuchen. Es klappt, wir sind  mit unserer LIRA willkommen. Innert kurzer Zeit haben wir Wichtiges erledigt, wir sind geduscht, die Handwäsche hängt bereits zum Trocknen und um 21.00 erwartet uns ein Asado! Super!!! Bevor wir uns am nächsten Tag ein Bad im Rio Liucura gönnen, tausche ich Winter- gegen Sommerkleider und suche Stauraum für die, in den letzten 16 Monaten nie gebraucht Jacken, währenddessen sich Ralph um gute Ordnung in den Garagen kümmert. Nach einem gemütlichem Abend beschliessen wir den Mototreff am anderen Morgen zu verlassen, mit dabei sind Einladungen nach Los Angeles und nach Conceptión erhalten, muchos gracias, nos vemos! 

 

Ohne Eile sind wir unterwegs zur argentinischen Grenze, Mamuil Malal (Cerro Tromen), wobei wir unterwegs anhalten um eine Holzhängebrücke zu passieren und auf der anderen Seite am kleinen Rio wieder einmal Trimolinos zu spielen. Im Café Amaranto in Curarruhe trinken wir einen von den sehr feinen und frisch zubereiteten Jugo Frutillo (Erdbeeren), wobei bei der Bestellung immer zu bemerken ist 'ningun azucar', ansonsten ist das Gerränk einfach nur süss. Die Strasse führt nun durch den NP Villarrica mit den wunderschönen, aufrechtstehenden Araukarien, die der indigenen Gemeinschaft, der Mapuche heilig sind. Diese Bäume, die sehr langsam wachsen, können bis 1000 Jahre alt werden. Die nussartigen Früchte waren für die Ureinwohner die Nahrungsgrundlage. Kurz vor der Grenze, mit Sicht auf den Vulcano Lanin, 3747m verbringen wir am Lago Quilleihue die Nacht, bevor es anderntags in der Früh zur 5km entfernten Grenze geht - tschau Chile, wir kommen ja schon bald wieder🤗.

weiterlesen 27. Bericht (in Arbeit)  --->> Argentinien/Chile 15.2.- ......

 

 

26. Bericht, 2. Teil 24.1.-5.2.17
Bei trübem Wetter startet unsere Fähre in Chaiten, dann -nach 4 Stunden- bei der Ankunft in Quellón drückt bereits die Sonne und abends können wir bis gegen 21.30 Uhr bei angenehmen Temperaturen draussen sitzen.
Auf der Isla Chiloé starten wir beim 0-Punkt der Panamericana, diese Strasse ist 21'000 km lang und endet in Anchorage, Alaska! Wer weiss, ob wir nicht doch....🤔🇱🇷🌎

Den ersten Abend verbringen wir am Lago Natri, geniessen müde und zufrieden ein feines Birchermüesli und schmunzeln über das Gespräch mit einem Südafrikaner, der uns schriftlich einen Autotausch anbieten will, er mache mit LIRA eine Europatour und wir können mit seinem Fahrzeug in Afrika unterwegs sein ....🤔🐫🐘🌍

 

Die grösseren Orte Quellón, Chonchi, Castro (Hauptort), Dalcahue, Quemchi liegen alle am Wasser zum Festland hin. Steile Strassen führen jeweils ins die Ortszentren und zum Landesinnere hinauf. Unten am Hafen ist jeweils der Markt, wo frische Meeresfrüchte, Gewürze, gestrickte und gewobene Wollsachen, kleine Körbe zu finden sind. Zwischen Festland und der Isla Chiloé befinden sich noch zahlreiche kleinere Inseln, die mit handlichen Fähren und/oder Lanchas erreichbar sind. 

 

Einzigartig sind die im eigenen Stil erbauten Kirchen und Häuser aus Alerce- und Zypressenholz, verkleidet mit farbigen Schindeln, sind sie ein schöner Kontrast  zum saftigen Grün der Umgebung und zum Wasser. 

Chiloé ist bekannt, dass der Himmel meist bewölkt bleibt, doch wir erleben auf der Insel zwischendurch unsere ersten Sommertage mit strahlend blauem Himmel, für uns ein sehr angenehmes Klima. 

 

Die Chiloten sind einfache Leute, sie erzielen ihr Einkommen hauptsächlich durch Fischerei und etwas Landwirtschaft. Der Meeresfang wird periodisch durch das Aufkommen von roter Alge zunichte gemacht und so entdecken die Chiloten neu den Tourismus! Die Palafiten (Stelzenhäuser), früher einfache Fischerhäuschen mit direkter Bootszufahrt sind heute als Cabañas hergerichtet und werden teuer vermietet. 

Ein Tagesausflug führt uns zum am Pazifik liegenden Parque National de Chiloé. Doch eine auf 2t beschränkte Brücke zum Strand hält uns von der Weiterfahrt ab und so kehren wir am gleichen Abend zurück nach Dalcahue

 

Dort angekommen, entscheiden wir uns spontan für die Insel Quinchao, da es dort weitere Kirchen zu bestaunen gibt. In Achao finden wir zudem ein urchiges Beizli mit feiner Hausmannskost. Die Insel scheint uns noch grüner, das Leben noch gemächlicher als auf Chiloé. Wir tuckern südlich bis nach Quinchao und übernachten dann auf dem Rückweg am Kanal in Curaco de Veléz

Drei Fähren wechseln sich stetig ab, um die Hauptinsel zu erreichen und die Abfertigung geht sehr ganz schnell vor sich. 

Auf der Feria in Dalcahui finden wir die bereits lange von uns gewünschten Felle für LIRA's Vordersitze, ein weisses und ein braunes! Auch unser geräuschvoller Lautsprecher kann Ralph ersetzen und so wird es ein richtig erfolgreicher Tag.

Im Hinterhof eines stattlichen Restaurantes wurde vor Stunden ein Curanto angesetzt. Nur noch wenige Minuten müssen wir warten und dann werden die Nalcablätter weggezogen und der Nationalschmaus präsentiert sich: ein Berg von Muscheln, Würstchen, geräuchertes Vacafleisch, Kartoffeln in Variationen (Küchlein), Bohnen. Kaum zu glauben, aber nach dem Essen bleiben fast nur die leeren Muschelschalen zurück.., mhhh. 

 

Nur eine schmale Überlandstrasse führt nach Pucharón, dort soll am anderen Tag ein Schafffest stattfinden. Im Ort wissen die befragten Einwohner aber nichts von einen Anlass! Etwas enttäuscht fahren wir weiter über die hügelige Landstrasse, wo infolge Strassenbau immer nur eine Spur befahrbar ist. 

Vor der Fussgänger-Holzbrücke zur winzigen Isla Aucar finden wir unser Schlafplätzchen und spazieren gleich noch zur Capilla. Wir treffen Karin und Thomas wieder, die beiden haben uns vor Cisnes dringend empfohlen, die Überfahrt nach Chiloé zu reservieren, was sich dann aber nicht als Notwendigkeit erwies. Wir konnten ja später in Chaiten ohne Probleme umbuchen! 

Nach einem ausgiebigen Spaziergang im nur drei Kilometer entfernten Quemchi zieht es uns in Norden nach Ancud, in die zweitgrösste Stadt von Chiloé mit 27'000 EW. Viele Miradore zeigen Sicht auf die drei Wasserseiten und auf die Stadtstrände. Nun haben wir die 180km lange und 50km breite Insel kennengelernt, es fehlt nur noch der westlichste Punkt...

 

Ralph's 64. Geburtstag beginnen wir in Acud mit einem Stehfrühstück und Sicht auf einen kleine Bucht. Danach kutschieren wir gemütlich den kleinen Pazifikbuchten entlang, bis wir Quetalmahue erreichen, wo wir uns gerne mit einem Asado verwöhnen lassen. Um den Hunger auch spürbar werden zu lassen, spazieren wir dem Ufer entlang und staunen wie gerade ein LKW mit Algen beladen wird. Der Händler hat gerade 16 Tonnen Gräser gekauft, eine Tonne zu 60'000 Pesos/90 Euro. In seiner Firma werden die Gräser zu Pulver und dann wird das Produkt mit der Eigenschaft Elastizität in die Pharma- Nahrungs- und Kleidungsindustrie nach Japan, China, Amerika verkauft.

 

Die letzten Tage auf der Insel Chiloé geniessen wir in Ahui an der Pazifikküste und geniessen nach fast einem Jahr wieder einmal Sandstrand. Doch so warm wie in Brasilien am Atlantik ist es hier nicht, für uns noch kein Badewetter!

Auf Chiloé werden noch letzte Ausbesserungen an Strassen vorgenommen; es sind Schäden vom Weihnachts-Erdbeben (25.12.16). Doch jetzt -einen Monat später- ist der riesige, über die drei südlich von Santiago gelegenen Regionen O'Higgins, Maule, Biobio wütende Wald- und Agrarbrand in aller Munde. Aus manchen Gesprächen entnehmen wir, dass sich die Temperaturen in diesen Gebieten drastisch erhöhen, die Luft sehr schlecht ist und auch, dass die Panamericana teilweise gesperrt ist. 

 

Die Fähre bringt uns am 2.2.17 über eine kleine Meerenge zum Festland hinüber, wo es dann zügig, bei bedecktem Himmel, nach Puerto Montt, Puerta Varas, Frutillar geht. Ausser einem feinen Kaffee, Einkauf von Beeren hält uns nichts in diesen Touristenorten und so finden wir in Quilanto am Lago Llanquihue einen Übernachtungsplatz bei den Bomberos. Super, wir können gleich unseren Wassertank gründlich reinigen👍 und am Folgetag, auf dem Camp in Osorno wird gewaschen, geputzt...

 

26/ 1. TEIL, 8.1.-24.1.17, CARRETERA AUSTRAL
PUERTO CISNES - RAUL MARIN BALMACEDA - LA JUNTA - CHAITEN

Infolge schlechten Wetterprognosen bleiben wir einen Tag länger auf dem Camp in Coyhaique, lassen den Abstecher nach Puerto Aysen weg und fahren direkt den 200km/4h entfernte Puerto Cisnes an. Die Strecke teilt sich auf in schlechtzufahrende Schotterstrasse der Carretera Austral und in die mit teils neuem Belag versehene Zufahrtsstrasse bis zum Küstenort.

 

An einem lauschigen Plätzchen am Rio Mañihuales ergibt sich ein Schwatz mit Thomas und Karin, die beiläufig erwähnen, ihr Fährschiff laufe morgen von Cisnes nach Quellon aus, dies sei eine 12-stündige Fjordfahrt, jedoch hätten sie sich schon im Dezember auf Datum/Ort festlegen müssen. 

Oh je, haben wir etwa verpasst eine frühzeitige Reservation zur Insel Chiloe vorzunehmen? In Cisnes steuern wir gleich das Büro Navial Austral an und hören, es habe habe für jedes Wunschdatum Plätze frei. Wir wählen für die Überfahrt Chaiten-Quellon den 31.1.17 aus, schön verpackt habe ich damit am Vortag für Ralph ein Geburtstagsgeschenk 😄.

Gut gelaunt besuchen wir die Pescaderia, kaufen Riesenmuscheln und Lachsstücke, hmm.... und nehmen die Abendstimmung auf🤗.

 

Um 6.00 Uhr in der Früh beobachten wir durch unser 'Schlafzimmerfenster' das Wegfahren der Fähre, jetzt sind also Thomas und Christa unterwegs nach Chiloe. Wir drehen uns nochmals im Bett und erwachen erst wieder um 9.00. Doch nun heisst es vorwärtsmachen, die Carretera Austral ist ab 13.30 bis 17.00 Uhr nahe dem Nationalpark Queulat wegen Strassenarbeiten gesperrt. Die Rückfahrt bis zur Einbiegung auf die Carretera fahren wir sehr entspannt.

Danach heisst es die Luftfederung wieder hochpumpen, es geht 50 km über die hügelige Urwaldstrasse, wobei wir etwa 20 Biker begegnen, deren Gesichter alles erzählen...

Die Gletscherwanderung Colgante im NP Queulat planen wir für den nächsten Tag, so quartieren wir uns auf dem 6 km entfernten Camp Toninas ein. Christa und Martin aus Namibia kommen am Abend kurz vorbei, sie setzen am kommenden Dienstag auf die Insel Chiloe über. Es wird wohl keine spontanen Treffen mehr geben, wirklich schade. 

 

Wieder einmal zeigt sich abends die Sonne, wir geniessen das Draussensein und sehen dann für kurze Zeit Toninas, eine Delphinart im Fjord schwimmen, der Campingnamen hat wirklich nicht zuviel versprochen👍. 

 

Es regnet in Strömen, die geplante Wanderung fällt ins Wasser, hätten wir also gestern Nachmittag im NP Quelat eine kleine Tour machen sollen. Gegen Mittag fahren wir weiter auf der Carretera 7 nach La Junta, vorbei an zahlreichen Baustellen. Wie auf den anderen Teilstücken begegnet uns wieder eine Anzeige 'Chile Mejor', interessant ist zu erfahren, ab welchem Jahr gebaut wird und wieviele chilenische Pesos-Billionen vorangeschlagt werden. Ob die Inflation eingerechnet wird?

Mit welchem Geschick der Fahrer mit seinem Fahrzeug hoch über uns Felsen durchbohrt -und dies bei heftigem Regen- verdient unseren Respekt.

Hin und wieder poltern Steinbrocken auf die Strasse, an den kritischsten Orten zeigt ein Arbeiter an, wann gerade keine Gefahr besteht zu fahren.

In La Junta spazieren wir durch den Ort zum Mirador und finden später ausserhalb, auf der Stichstrasse nach Balmaceda, ein Schlafplätzchen. 

 

Um einem Verkehrsstau auszuweichen, fahren wir frühmorgens bei trockenem Wetter dem Rio Balmeda entlang. Für die 60 km schmale befestigte Strasse planen wir gute zwei Stunden ein und stehen dann nach einer Kurve plötzlich vor dem Fährsteg, von wo uns die kostenlose Fähre in wenigen Minuten über den Rio scheppert. Nach weiteren zehn Kilometer erreichen wir das, nur wenige Einwohner zählende, verlorene Dorf Raúl Marin Balmaceda. Wir sind gespannt, ob weitere Gäste den langen Weg auf sich nehmen, um das prognostizierte Sonnen-Weekend hier draussen in den Dünen zu verbringen. 

Entlang den Buchten bis zum Pazifik spazieren, Delphine, Pinguine und Wasservögel beobachten, grillieren -am 3. Tag fährt die Polizei vor und meldet, dass der Staat verbietet, Feuer zu machen🤔-, so geniessen wir die Stille. 

 

 

Am Samstag weckt uns das Horn des Fährschiffes Puerto Aysen-Cisnes-Balmaceda-Melinka-Quellon kommt in den Kanal hinein und einzelne Personen steigen über die neue Landebrücke aus und ein. (Melinka ist eine kleine bewohnte Insel, 65 km von Balmaceda entfernt). Hin und wieder versucht ein weiteres Fahrzeug den Dünenweg zu passieren, einzelne Einheimische spazieren dem Ufer entlang und werfen den Silk zum Fischen in den Fjord. 

Nach einem ausgiebigen Dünenspaziergang lassen wir uns am Sonntagnachmittag mit der kleinen Fähre übersetzen und fahren den ersten Teil der Stichstrasse bis an die Gabelung zur privaten Therme, wo wir übernachten wollen und haben privates TV

Aus einem von der Therme herkommenden argentinischem PW steigt rasch ein älteres Paar aus, beide städtisch gekleidet (Sie mit Handtasche), spazieren die Beiden auf der Gegenseite zum Fluss hinunter, zurück sind sie erst nach Eindunkeln wieder und fahren rasch weiter...- Ein junges Tramperpaar kommt auch von der 3 km entfernten Therme, schreitet an uns mit ihrem Hab und Gut eilends Richtung Balmaceda (30km entfernt) vorbei und... die junge Frau läuft gar nicht 'rund'...! - Und nun kommt uns noch ein PW mit Wohnwagen entgegen, versucht dieses Vehicel vielleicht in Balmaceda die sandverwehten Strassen zu fahren, heute fährt jedoch keine Fähre mehr und es gibt keine wirkliche guten Standplätze auf diesem Weg? - Zusammen mit den beiden jungen geschniegelten Männer, die nach uns den Rio Balmaceda mit der Fähre überquerten, kommt eine lustige Truppe im kleinen Pazifikort an - und es sind ja wieder stürmische Tage angesagt. Und wirklich, bereits in der Nacht setzt heftiger Regen ein!

 

 

Wir geniessen in La Junta im Casita de Te noch ein ausgiebiges Mittagessen (Torta de Jaiba, mmmmh!) und fahren weiter auf der Carraetera Austral nordwärts und halten bei einem schönen Mirador kurz vor Santa Lucia. Die Sonne kämpft und gewinnt, wir feiern dies mit einem Panaché, haben tolle  Aussicht auf das Delta Rio Palena, bis dass leichter Nieselregen uns wieder ins Autoinnere vertreibt. 

Doch was geht da vor sich? Schon lange steht ein Fahrzeug, wie üblich in dieser Gegend, ein 4x4 Pick-up einige Meter vor uns, die jungen Männer sitzen draussen auf einem Absperrbalken. Plötzlich parkiert ein Auto dazwischen und wir trauen unseren Augen nicht! Die Personen beider Fahrzeuge kennen sich, ein emsiges Treiben herrscht. Es werden Verstärker, Notenständer und eine zu einem Musikinstrumentenkoffer umfunktionierende Werkzeugkiste ausgepackt und dann spielt Alex Diaz aus der über 1000km entfernten Grossstadt Concepcion und zur Zeit auf der Baustelle Carretera Austral tätiger Baufachmann, bei leichtem Regen gängige Melodien mit Panflöten und Blockflöten bis tief in die Nacht hinein. So schnell alles aufgebaut war, so schnell brausen die Jungs und Alex wieder fort, die erstellten Musikvideos sind bleibende Erinnerungen an das besondere Erlebnis an der Carretera Austral, danke Alex!

 

 

Kein besonders erfolgreicher Tag erwartet uns! Nach 7 km Lochstrasse geben wir unser Unterfangen auf, in Futaleufú nach Argentinien einzureisen, um dort bis zur Verschiffung nach Chiloé beständigeres Wetter zu finden. Wir kehren auf die Carretera Austral zurück und machen erst wieder bei den Thermas Amarillas einen ausgedehnten Halt. Ich geniesse das bis zu 50 Grad warme Wasser, es heilt auch gleich die Mückenstiche von Balmaceda... Nach einem feinen Nudelgericht steuern wir LIRA zurück in den Eingangssektorn, um dort den zweiten Weg im Park hochzufahren. Obwohl uns der Ranger zumutet mit LIRA hochzufahren, beschliessen wir zu wenden und schauen gerade zu, wie sich ein grosses Womo über die Holzbrücke quält. Unser Entscheid ist wohl richtig.

Fazit des Tages: Lochstrasse nach Futulaefú nicht gefahren, keine schöne Sicht weder auf den Rio Yelcho, noch zum Gletscher Ventisquero Yelcho, noch zum Vulkan Corcovado 😏 und im Südteil des Pumalinparkes (Douglas Tompkins) gibt es für uns kein Autowandern. Dafür findet Ralph ausgangs Chaiten, Pto Sta Barbara einen schönen Platz am Pazifik....

 

 

Beim Frühstücken schauen wir den Robben zu, spazieren am Strand entlang und nachmittags - noch immer bei trockenem Wetter, erfahren wir, dass für die beiden nächsten Tage wieder Regen angesagt ist. Das unbeständige, eher nasse Wetter reicht uns, ob es nun in Parkgebieten oder auf der Insel Chiloe nass ist, egal also, wir buchen unsere Fähre um auf den 24.1.17. Doch ein Tratsch mit Eva und Miguel, sie fahren die Carretera südwärts bis Puerto Aysen, zeigt uns, wie komfortabel unser Häuschen LIRA ist. 

Der nächste Tag ist sehr wechselhaft, er beginnt mit Regen, hellt sich dann auf und wird sonnig. In der trüben Zeit spielen Robben gruppenweise und Delphine ziehen elegant vorbei. Lavastrand, Meer und die Tiere heben sich farblich kaum ab, entsprechend zeigen sich unsere Fotos. 

 

Unsere Überfahrt nach Chiloé haben wir um eine Woche vorverschoben und verweilen die letzten Tage im wunderschönen südlichen Pumelinpark. Bereits in Chaiten sehen wir den im Mai 2008 plötzlich aktiv gewordene Vulkan Chaiten qualmen und sind überwältigt von der Kraft dieses nur 962m hohen Berges, der tagelang über 800Mio/m3 Lava in eine Höhe von 20km schoss.

Noch bei Regenwetter fahren wir von Chaiten nach Galeto Gonzales, dann gewinnt die Sonne Oberhand, sodass der Spaziergang durch den Alercewald Spass macht. Herrlich ist es durch den Urwald zu gehen, Riesenfarne, Nalcas, Hecken, Gehölze zeigen sich in sattem Grün. Die Alercebäume sind etwa 3'000 Jahre alt, 35 m hoch und haben einen Umfang von 6-7m, wie klein erscheinen wir Menschen daneben! 

 

Zusammen mit vielen jungen und junggebliebenen Biker und Wanderer -hauptsächlich aus der Gegend Santiago- verbringen wir die Nacht auf dem kostenlosen Camping Cascada, sie in Carpas (Zelten) und wir im LIRA-Häuschen und auch Paul aus Obwalden mit seinem Landrover gesellt sich dazu. 

ühren Am Morgen testen wir unsere Fitness, es geht über Brücken, Holzstege und oftmals führen Treppen steil bergauf zu den Cascadas Escondida baja y alta. Wir schwizten, auch die Feuchtigkeit des Urwaldes sind wir nicht gewohnt.... - zurück auf dem Camp führen wir uns die verlorene Flüssigkeit in Form von einem kühlen Panaché zu, danke Paul!

 

Auf dem Weg zurück nach Chaiten fahren wir an den beiden nächsten Stellmöglichkeiten vorbei, dann finden wir die Einfahrt zum Camping El Volcan - ein Bijoux! Der Campbereich ist riesig, wobei im ganzen Gelände nur etwa 12-15 Qinchos aufgestellt sind. Das Glück haben wir gepachtet, wir finden ein freies Häuschen und dazu noch mit Sicht auf den Vulkan/Glaciar Michinmahuida, genial🍄. Toll, dass reiche Leute, so wie eben Douglas Tomkins, uns an ihrem Wohlstand teilhaben lassen.

Im heimeligen Quincho geniessen wir Gschwellti mit Käse, angereichert mit hartgesottene Eiern, Oliven, Birnen, Bananen, Mandeln und natürlich fehlt auch ein Oveja Negra nicht.

 

Obwohl wir unsere Beine noch etwas spüren, planen wir mit Paul für den nächsten Tag den Aufstieg zum Vulkan Chaiten

Oh je, diese Stufen..., der Weg geht wieder steil hinauf, oftmals muss ich mein 'geschundenes Bein' mühsam anheben um überhaupt die Tritte überwinden zu können. Legen wir eine kurze Verschnaufspause ein, machen wir uns Gedanken um den Abstieg, ist doch Ralph nicht mehr schwindelfrei... Wie bereits am Vortag genügt uns auch hier die angegebene Wanderzeit bei Weitem nicht. Doch oben angekommen haben wir bei strahlendem Sonnenschein eine tolle Rundsicht, der rauchende Krater vor uns und ringsum dampft der Berg aus vielen Oeffnungen, unter uns liegt ein grünschimmernder kleiner See, wir sehen Flusslandschaften nah und fern. Ein Erlebnis der ganz besonderer Art und wir sind stolz auf unsere Leistung. Gut gelaunt machen wir uns auf den Rückweg, vorbei an Aufsteigenden, die gerne mit uns einen Schwatz halten und sich so etwas ausruhen können. 

Vor der Überfahrt nach Chiloé heisst es noch einkaufen, Diesel tanken und und und  ... so fahren wir gemütlich zurück zu unserem bekannten Übernachtungsplatz Pto Sta Barbara.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    San & Dan (Samstag, 21 Januar 2017 00:21)

    Hola Lilo & Ralph
    Muy bueno mirar nuevas informaciones. Que rutas!! Ustedes tiene mucha coraje...
    Pero, el paisage, las fotos, el sitio es muy lindo.
    Que aprovechen mucho!!
    Saludos!! Abrazos!! Saudades... Buena ruta...
    San & Dan