CHILE/ARG, Region Zona Austral & Aysen, 6.12.16 - 7.1.17

25/ CHILE CHICO - P. GUADAL - VALLE EXPLORADORES - COYHAIQU 

24/ TORRES DEL PAINE - EL CALAFATE - - EL CHAlTÉN- LOS ANTIGUOS 

25. Bericht 26.12.16 - 7.1.17

Am frühen Nachmittag verlassen wir Los Antiguos/ARG und sind nach wenigen Minuten in Chile Chico/CL. In den letzten 6 Wochen haben wir bereits fünf Mal die Grenze zwischen ARG und Chile passiert. Für die Lebensmittelkontrolle wird eine Frau auf uns angesetzt, doch sie interessiert sich mehr für die im Womo aufgehängten Bilder... :-))

Obwohl auf dem tiefblauen Lago Carrera Schaumkronen tanzen und die Bäume sich dem Wind beugen müssen, marschiere ich auf dem Schottersträsschen -der Weg nennt sich Costanera- bis fast zum Endpunkt. Verwundert bleibe ich bei einer Export-Cherry-Firma stehen, die sich hier in der Pampa angesiedelt hat, steht doch im Areal ein Anhänger, der in deutscher Sprache für Milchprodukte wirbt. 

Die nebeneinanderliegenden Grenzorte Los Antiguas und Chile Chico zählen beide etwa 5'000 Einwohner, doch sie sind sehr unterschiedlich, wobei uns die chilenische Stadt viel besser gefällt.

In Chile Chico lassen wir uns mit einem arabischen Essen verwöhnen, in der Farmacia laden wir unsere Simkarte auf, eine Näherin verkleinert uns die Bettdeckenanzüge -sie nerven uns seit Wochen-, kaufen uns nochmals 'Bio'-Kirschen (Gruss an Merit), füllen Wasser und Diesel auf, jetzt sind wir für den Aufbruch am nächsten Tag bereit.  

 

Westwärts entlang dem Südufer vom Lago Carrera zu fahren, ist traumhaft. Dieser Abschnitt wird als eine der schönsten Routen Patagoniens gerühmt, zu recht👍.

Die gefestigte Strasse verlangt uns zwischendurch einiges ab. Einmal meine ich zudem über eine kleine Schotterstrasse an den See zu gelangen, doch dann geht es nur noch kurvenreich steil hinunter und so überlasse ich das Steuer gerne Ralph um dieses ganzes Stück im Retougang hoch zu fahren - Vorderradantrieb lässt grüssen😏.

Das herrlich Plätzchen in Puerto Guadal eignet sich für uns hervorragend den an wenigen Punkten festgeklebte Teppich aus der LIRA rauszunehmen, den Boden von den Rückständen zu reinigen und alles wieder frisch zu verlegen. Zwischendurch schauen wir einigen Jungs zu, die sich im 17 Grad kalten Lago ein Wettschwimmen liefern. Ok, ich ziehe das Putzen vor😉.

Überraschenderweise finden wir in einem kleinen Restaurant im Ort ein WIFI, das Lokal ist übrigens gleich auch das Zuhause der Familie👍.

 

An der Laguna Azul, im Nationalpark Torres del Paine/CL haben wir Barbara aus dem Aargau kennengelernt und später haben sie nochmals in El Chaltén/ARG getroffen. Die Mittviezigerin erkundet einige Wochen lang auf eigene Faust Argentinien und Chile, fliegt Destinationen an und mietet sich unterwegs jeweils einen Highlux. Wir wollen uns in diesen Tagen am Westufer des Lago Carretera, im Parador Austral treffen. Also haben wir nach langer Zeit wieder einmal eine richtige Verabredung. 

Im Salon der Hacienda Tres Lagos, beim Spaziergang am Rio Negro, später beim Sylvesteressen tauschen wir Erlebtes aus und verbringen einen schönen Neujahrsbeginn. Was fehlt, ist ein Wifi um mit unserer Familie und unseren Freunden das neue Jahr zu beginnen :-(( 

 

1.1.2017 - wir sind nordwärts auf der bekannten Carratera Austral, Ruta 7 unterwegs.... löchrig wie unser Emmentalerkäse. Nach 50 km/2h, mit herrlichem Blick über den Lago Carrera, erreichen wir Puerto Tranquilo und füllen erst einmal Diesel und Wasser auf -oberstes Gebot in diesen Regionen- und entscheiden uns gegen einen Bootsausflug zu den Höhlen, Capillas de Mármol, Wetter und Schiff erinnern Ralph zu stark an die Katamaranfahrt im Gibraltar. Dafür lockt uns das Valle Exploradores, das den Lago Carrera mit dem Pazifik verbindet. 

Das Abenteuer entlang am Rio Exploradores über die enge Stichstrasse am Nordrand des patagonischen Eisfeldes bis hin zum Glaciar San Raffael zu fahren, wird zum bleibenden Erlebnis. Wir passieren zahlreiche Brücken, am Südhang peitschen Wasserfällen herunter und nirgendwo ist eine Möglichkeit zu wenden oder länger stehen zu bleiben. Es dauert eineinhalb Stunden (35 km) bis wir eine kleine Waldschneise finden, wo wir LIRA einparken können und entscheiden spontan ein Fondue zu machen und die Nacht im feuchten Urwald zu verbringen. 

 

Es beginnt zu regnen und auch die ganze Nacht rasselt es auf LIRA's Dach. Wir machen uns Gedanken über Zurück- oder Weiterfahren... Nach dem Aufstehen merken wir gleich, der Boden lässt das Regenwasser gut versinkern, so entscheiden wir uns für den Weg westwärts, Richtung Pazifik. 

Leider hellt sich der Tag nicht auf und ohne die Gletscherzunge wirklich zu sehen, treten wir an der Pforte zum Sendero Glaciar San Rafael den Rückweg an. Nur wenige Autos kommen uns entgegen, doch hinter einer Kurve erscheint ein Landrover, es ist das italienische Paar, mit welchem wir kurz auf dem Camp Perito Moreno gesprochen haben, welch Zufall..., eng stehen beide Fahrzeuge nebeneinander, wir können kurz 'hola' sagen und schon heisst es weiter zirkeln, muss doch gerade jetzt noch ein weiteres Fahrzeug an uns vorbeikommen.

Auf dem Rückweg geniessen wir wieder die rauhe, atemberaubende Natur, vorbei an den tosenden Wasserfällen, den wuchernden Naclas, Fuchsien, Buschrosen. Bei einem letzten Stop am Rio Exploradores mit Blick zurück auf die Gletschermassive, wechseln wir den Fahrersitz und erreichen wenig später Puerto Tranquilo, welches wir rechts liegen lassen. 

 

Weiter geht es auf der Gravelstrasse, wir freuen uns auf Villa Castillo, es soll dort Campingplätze haben.... Doch abrupt ist die Fahrt beendet, setze ich uns doch bei einem Ausweichmanöver in den aufgespühlten Schotter. Ich übergebe das Steuerrad Ralph, doch LIRA gräbt sich tief ein. Meine bessere Hälfte bereitet das Abschleppen vor und gleich das erste Fahrzeug, ein Higlux zieht uns aus dem Schlamassel. 

Geschlafen wird dann unterwegs, an der Carratera Austral.... - am Morgen geht es über die holprige Strasse weiter, das Wetter ist trüb und kalt. Beeindruckt sind wir von einzelnen Fahrradverrückten. Wir bezweifeln stark, ob diese die Naturschönheiten aufnehmen können, doch eine super Leistung ist es alleweil die Carratera zu fahren.

Kurz vor Villa Castillo führt ein Weg zu einer weiteren Cueva de los Manos. Nun kennen wir bereits einen mindestens 400km langen Weg (Lago Posadas/ARG - Villa Castilla/CL), wo die Urbevölkerung 7'000-1'200 v.Chr. mittels Pflanzen, Wasser und Fett Jagd- und Ritualszenen darstellten. Die Indios nahmen Hände als Schablonen und pusteten die rötliche Farbe durch ein Rohr auf die Felswände, wobei oftmals infolge begrenztem Genpool 4 oder 6 Finger sichtbar sind. 

Im kleinen Ort Villa Castillo angelangt, beginnt es heftig zu regnen und zu stürmen. Eigentlich ist es Sommer, üblich sind hier in dieser Jahreszeit Temperaturen von 30-33 Grad, doch wieder vergeht ein Tag mit Maximum 16 Grad und wieder finden wir weder Wifi noch Campingplatz und wieder heisst es ein geschütztes Plätzchen für die Nacht suchen.

 


Etwa nach 20km, einer Stunde Fahrzeit sind die Dynamitsprengungen zur Verbreiterung der Ruta 7 ersichtlich und auch warum die 4x4 Fahrer davon sprechen, wie schwierig es sei über den losen Schotter zu fahren. Mit unserer LIRA können wir unsere Geschwindigkeit nur wenig erhöhen, doch wer mit 60-70km/h über das kürzlich fertiggestellte Teilstück 'flitzt', muss sein Vehicel im Griff haben. 

 

 

In Coyhaique, Hauptort der Region Aysen angekommen, bringen wir erst einmal die Wäsche in die Lavanderia, lassen die Gasflasche füllen, wofür wir erst ein Mittelstück drehen lassen müssen und und und.... Auf dem Camp dann die Überraschung, saubere, grosszügige Duschen und das beste Wifi seit vielen Wochen. So erfüllt sich mein Wunsch, dir Michi, über Facetime alles Gute zum Geburtstag zu wünschen 🎂. 

 

46.540567 S / 71.730235 W, frei, Chile Chico CL

46.840067 S / 72.701701 W, Lago Carrera, Puerto Guadal CL

46.894976 S / 72.788194 W, Parador Austral, El Maiten CL (31.12.16)

46.528624 S / 73.033143 W, frei, Valle Exploradores CL

46.169273 S / 72.676454 W, frei, Carretera Austral CL

45.577060 S / 72.078830 W, Camping (+frei), Coyhaique CL 

 

 

CL: TORRES DEL PAINE - ARG: EL CALAFATE - LOS ANTIGUOS 

24. Reisebericht 6. - 26.12.16

Heute, am Samiklaustag verlassen wir gegen Abend Puerto Natales nordwärts um zum 2'420 km2 grossen, im Jahr 1978 im Biosphärenreservat Unesco aufgenommenen, Nationalpark Torres del Paine zu gelangen. Eine der drei Zugangsstrassen führt bei der Höhle Milodón vorbei, wo einst der Abenteurer Otto Nordenskjöld Knochen eines Riesenfaultier, 4,5 m (Miloón) fand.

Wir aber nehmen den Weg bis nach Cerro Castillo, biegen dann in eine kleine Schotterstrasse ab. Die Gegend ist wunderschön, für mich ein Highlight, die Strasse aber lässt nur ein Fahrtempo von 20-30h/km zu! Kleine putzige Stinktiere sind unterwegs...Sie sind flink, fotografieren lassen sie sich nicht... Zum Schlafen finden wir am Lago Porteño ein Plätzchen, stellen den Wecker aber auf 6 Uhr!

 

Weiter geht es auf der über diese Piste.... Aber so früh wie wir sind nur die flinken Hasen unterwegs, so überholen uns nur eine Handvoll Fahrzeuge und es gibt kein Anstehen an der Kasse für den Parkaufenthalt. Mit dem Ticket von $21'000/€30 ist die Aufenthaltsdauer unbeschränkt, in den ersten drei Tage darf man den Nationalpark Torres del Paine verlassen und wieder zurückkehren. Ein tolles Angebot für Tagestouristen, die jeweils am Abend nach Punta Natales zurückkehren und für Leute, die teilweise mehrwöchige Wanderrouten (W/Q-Route) planen.

 

Unser erstes Ziel im Park ist der Gletschersee Grey mit einer Tiefe von 600 m und einer Grösse von 30 km2. Was für ein Anblick, eine grosse Eisscholle, die aussieht wie ein Schiff, ist in eine Sackgasse geraten. Die Torres sind etwas verhangen, der 'Grosse Paine' guckt nur wenig aus den Wolken. 

Bei einer Verpflegung in unserer LIRA entschliessen wir uns, beim Lago Pehoe zu campen und auf dem Weg dorthin noch zum Mirador Condor aufzusteigen. Im 2005 und 2011 sind grosse Brände durch Unachtsamkeit von Besucher entfacht und durch einen solchen Hang hinauf führt der steilangelegte Weg zu den Granitfelsen, wo Kondore ihr zu Hause haben. Der Wind ist so stark, dass wir nach einer kleinen Pause wieder absteigen. Erst da sehen einige Prachtsvögel in den heranziehenden Wolken kreisen. 

 

Den Tag beginnen wir gemütlich... wir reinigen erst einmal unsere Wohnung und ziehen uns die Wanderschuhe erst gegen Mittag an. Da ein bissiger Nordwind pfeifft, ziehen wir uns beim Salto Grande gerne die Mützen an. Zügigen Schrittes geht es zum Mirador Cuervos weiter, wo wir unser mit Sandwiches belohnen und wieder eine neue Sicht zu den Torres haben. Nach unser Rückkehr gibt es eine 90 Minuten lange Schüttelfahrt zur Porteria Laguna Amarga, unseren nächsten Schlafplatz. Einen Fotostop gibt es noch beim Lago Nordenskjöld. Weitere Besucher finden sich zum Übernachten ein, so auch Daniela und Manuel, ein junges Schweizerpaar aus Spiez mit ihrem in Chile gekauften und selbstausgebauten Nissan 4x4. 

 

Da wir früh zur Laguna Azul aufbrechen wollen, stellen wir uns den Wecker. Das wäre nicht notwendig gewesen... ich erwache, da sich Ralph hin und her bewegt. Er macht sich Sorgen, dass LIRA beim ersten Anstieg Mühe haben wird. Nun finde ich keinen Schlaf mehr, völlig vergebens! Das Team LIRA ist ohne zu jammern unterwegs und nach knapp zwei Stunden haben wir unser Ziel, die Laguna Azul erreicht. Wir geniessen ein schönes Frühstück, ordnen Fotos und dann stellen wir fest, die Wasserpumpe hat die Pistenfahrerei der letzten Tage nicht überlebt. Während Ralph sich diesem Defekt annimmt, beginne ich mit dem Frühlingsputz, doch die Natur lockt mich es mich hinaus.
Ich packe mir den Rucksack und laufe dem Ufer entlang, bis dass der Weg zum Lago Cebolla hinaufführt. Interessant ist dem Tagesrythmus der Guanakos, der Pferde und den Gänse zuzusehen, in bestimmten Abständen ziehen die Tiere immer wieder nahe bei uns vorbei. Über Nacht dürfen keine Fahrzeuge stehen bleiben, so gilt es leider den schönen Platz irgendwann zu verlassen und zum Ausgangspunkt zurückzukehren.
 

 

Am frühen Nachmittag verlassen wir die ausserhalb des NP liegende Laguna Amarga mit Sicht auf die Torres del Paine und erreichen den kleinen Grenzort Cerro Castillo. Die Grenzabwicklung erfolgt ohne Probleme, nur auf der argentinischen Seite wird viel gemächlicher gearbeitet und so treffen wir bekannte Gesichter von Reisenden. In Esperanza übernachten wir wieder einmal bei einer YPF und werden mit einem guten Wifi belohnt.  

Die dritte Adventswoche verbringen wir im NP Los Glaciares mit den bekannten Destinationen Perito Moreno am 60 km langen Lago Argentino und Fitz Roy am 80 km langen Lago Viedma. Von Süden her fahren wir erst einmal El Calafate an und suchen uns einen Camping. Als beim zweiten Platz uns gleich Almut entgegen läuft - wir kennen uns vom Cordero-Essen im NP Tierra del Fuego, Ushuaia- ist klar, dass wir unser Plätzchen gefunden haben! Ein tolles Erlebnis: geheizte Duschräume, Warmwasser, fast wie 🎄und 🐇zusammen! Auf dem Camp El Niriguao treffen wir auch das  Bernerpärchen Alexandra und Chrigu, die nach zwei Jahren ihre Reise Ende Jahr beenden und dann begrüsst uns auch ein ehemaliger Schüler von Ralph im bekannten Dialekt 'Chao, gell ihr sind vo Khur....?' - die Welt ist ja so klein🌎!

 

Am anderen Tag verbringen wir einen tollen Tag beim 80 km entfernten 30 km langen Glaciar Perito Moreno. Mit jeder Stunde wird das Wetter besser und es macht Spass über die Passarelen zu gehen und immer wieder einen neuen Anblick zum Gletscher zu haben. Das Schauspiel ist gewaltig, fortwährend kracht es in der Gletscherzunge, die 'rupturas' (Gletscherabbrüche) sind faszinierend.

Der Glaciar hat eine Fliessgeschwindigkeit von 2m/Tag und durch die Spannungen entstehen bis zu 30 m tiefe Risse in der Gletschereismasse. Der Nachschub - der Gletscher Perito Moreno nimmt weiter zu - lässt eine bis 50-70 m hohe eisige Staumauer wachsen. Ist der Druck im Brazo Rico zu hoch, bricht alle 4-6 Jahre der Damm, letztmals im März 2016. 

Wir treffen bekannte Gesichter von Reisenden im Park, so gibt es einen Schwatz da und dort...., abends fahren wir zusammen mit Almut und Hans zum Punta Bandero, von wo die Bootstouren zum Upsala- und Spegazzini-Gletscher starten.   

 

Uiiii, dieser Morgen beginnt nicht gut - unser Händy ist verschwunden.... Haben wir dieses im Restaurant Perito Moreno liegengelassen, also zurückfahren oder bei unseren Bekannten im Auto, also Hans und Almut nachfahren?

 

Nach einer emotionalen Diskussion verfolgen wir Almut und Hans mit hohem Tempo bis nach Calafate, treffen sie an der Tankstelle und können in ihrem Womo unseren gestrigen Sitzecken 'abklopfen'. Nichts..., doch dann.... Ralph findet das Händy in meinem Brillenablagefach über dem Bett. Solch kleine Unachtsamkeiten führen zu riesigem Chaos!

 

Reisen bringt mit sich, dass der Aufenthaltsort ständig wechselt und die Reiserouten von Bekannten nicht die gleichen sind🤔 Noch einmal Glück gehabt!

 

In der Lavanderia holen wir unsere Wäsche ab und in der Panaderia decken wir uns mit Brot ein, dann sind wir auf der Routa 40 und fahren 220 km nordwärts nach El Chaltén. Bevor wir uns von unserem Fahrgast Gabriela aus Slowenien verabschieden, decken wir uns in der Touristen-Info mit Wanderkarten 'Miradores Fitz Roy und Torres' ein. Im Camping El Relincho werden wir von liebenswerten Tieren begrüsst und fast 'gefressen'...

 

In den nächsten Tagen sind Wanderschuhe, Windschutz, Rucksäcke unsere tägliche Begleiter. Das Wetter ändert im Tag x-mal, wobei dies für die Gegend ganz normal ist. Jeden Tag werden unsere Distanzen länger, wir trotzen dem Wetter: Chorillo Salto, Miradores de las Aguilas und de los Cóndores, Rundgang Mirador del Torre, Lago Hija, Lago Madre, Mirador Fitz Roy sind für morgen geplant... (war toll, Wetter: Sonne, Wolken, Wind, Wind, Wind!)

Heute regnet es, wir sitzen in einer Heladeria und schauen den jungen Leuten zu, die mit ihren grossen Rucksächen stramm durch den Regen gehen. Schön, wer nicht im Zelt schlafen muss.....

 

 

 

Der von Bergsteigern wegen den extremen und unberechenbaren Wetterverhältnisse gefürchtete Fitz Roy (3406m) wurde erstmals 1952 von zwei Franzosen bezwungen, den in Sichtweite aufragende Cerro Torre (3128m) bezeichneten sie als unmöglichen Berg. Die Südtiroler Alpinisten Maestri und Egger bestiegen 1959 den Cerro Torre, wobei dann Egger mit seiner Kamera und den Beweisstücken (Fotos) beim Abstieg abstürzte. So gilt das Jahr 1974 als anerkannte Erstbesteigung.

50.334650 S / 72.258200 W, Camping El Niriguao, El Calafate ARG

50.299890 S / 72.797920 W, frei, Punta Bandera, Perito Moreno ARG

49.325317 S / 72.888204 W, Camping El Relincho (+ frei), El Chaltén ARG

 

Bei trübem Wetter verlassen wir am 4. Adventssonntag El Chaltén, wir haben den Fitz Roy erlebt - super waren die Tage im Treckingparadies! Auf der RP23 fahren wir zurück auf die Ruta 40 und freuen uns über die guten Strassenverhältnisse, doch kurz nach Tres Lagos erwarten uns ca 100km Schotter- und befestigte Erdstrasse bis zur Estancia La Angostura. Doch es lohnt sich, ein Paradies erwartet uns, Natur pur, kein Wifi, die Familie ist nur mit einem Satelitentelefon mit der Aussenwelt verbunden! 

Auf 20 km2 leben 1500 Schafe, Pferde, Rinder, Wasservöge, in freier Wildbahn leben mittendrin Guanacos, Hasen, Pumas. Hier kann ich unsere Jacken waschen, der Wind trocknet diese in Windeseile, das Badezimmer gründlich reinigen und Ralph nimmt sich nochmals der Wasserpumpe an. 

Am Abend geniessen wir im gemütlichen Wohnzimmer der Estancia ein feines Menu. Zur Vorspeise gibt es eingelegte Hasenmöckli, schmackhafte Randen und marinierte Auberschinen, zur Hauptspeise Lamm auf einem farbenfrohen Gemüsebeet aus Mais, Karotten, Bohnen und Kartoffeln, dazu einen feinen Malbec Folclore 2014/15 aus dem kleinen Weingut Cavas del Artesano in General Alvear, südlich von Mendoza und zum Dessert Karamelköpfli - für uns ein Weihnachtsessen, am 20.12.16🎄. 

 

Bis zu unserem nächsten Ziel, Lago Posadas, sind wieder etwa 150 km Piste zu fahren. Dazwischen liegt an der Ruta 40 Baja Caracoles mit 500 EW, ein ganz wichtiger Ort für Reisende, gibt es hier doch die einzige Tankstelle über eine ganz lange Wegstrecke. 

In Lago Posadas quartieren wir uns auf dem nicht bewartetem Camp ein und setzen uns mit selbstgebackenen Rosinenbrötchen (kein Brot mehr...) und einem Glas Wein in die warme Abendsonne. 

Erstmals auf unserer Langzeitreise ist uns die Landeswährung, keine arg. Pesos mehr, wir haben das Beschaffen von Geld zu lange aufgeschoben. Dies müssen wir etwas später auch dem Landbesitzer erklären, als er von uns für das Übernachten 100 Pesos (6€) wünscht🤔. Im Dorf wechselt uns am anderen Tag die 70-jährige Hotelbesitzerin 200 USD. Also noch schnell Brot einkaufen und dann fahren wir 25 km über eine sehr anspruchsvolle Hügelpiste, um die beiden nebeneinander liegenden Lagos Posadas und Pueyrredón zu betrachten. Sie sind nur durch einen 200 m breiten Isthmus getrennt, jedoch farblich völlig unterschiedlich. So schimmert der kleinere, im Süden liegende Lago Posadas türkisfarbig und schmale Strände laden bei wärmeren Temperaturen zum Geniessen ein, der Lago Pueyrredón aber ist tief dunkelblau und es bilden sich Schaumkrönchen. Das Gewässer erstreckt sich zu einem Drittel nach Chile hinein und heisst dort Lago Cochran. Ein besonderes Fleckchen auf dieser Erde, ein Schauspiel! 

 

 

Um wenige Schritte zu gehen, müssen wir enorm gegen den Wind kämpfen, dazu ziehen dunkle Wolken auf, also sind wir vernünftig und treten den Rückweg an. Bei Regen kann unsere LIRA den Weg nicht bewältigen und bis jetzt ist uns noch kein Fahrzeug gefolgt.🤔

Leider kann der Cerro de los Indios mit den für diese Region bekannten, gut erhaltenen Höhlenmalereien aus der Zeit 5'400 v.Chr - 1'200 v.Chr. nicht mehr offiziell besucht werden. Die Ortsverwaltung findet mit dem Land- und Bergbesitzer keine Lösung, schade! Wir überqueren den Bach und machen uns zu Fuss zu dem Gestein, wollen aber auf dem Weg nach Perito Moreno die Cueva de los Manos, die heute zum UNESCO Kulturerbe gehört anfahren. Wir tuckern die 70 km Schotterstrasse nach Baja Caracoles zurück, sehen ein Albino-Guanaco, ein kürzlich geborenes Fohlen auf wackligen Beinen bei seiner Mutter säugen und ein Pincchu (Otto3) rennt -und er ist wirklich schnell- vor uns über die Strasse. 

 

Der Weg nach Perito Moreno ist ein Horror, mit diesem Wind ist die LIRA nur schwer zu lenken. Auf der asphaltierten Ruta 40 müssen wir mit Tempo 40-50 km/h fahren, die Muskulatur im linken Arm wird kräftig gebraucht, so wechseln wir uns stündlich mit Fahren ab...

Wir entscheiden uns die dritte Einfahrt zur Cueva de los Manos zu nehmen und uns einen Tag auf der Estancia zu gönnen. Doch am Ziel angelangt, teilt uns der Patron mit, dass diese bis Mitte Januar geschlossen bleibt. Wir schauen erst einmal fasziniert den segelnden Kondoren zu und fahren dann die letzten Kilometer nach Perito Moreno. Heute machen wir uns unser Weihnachtsgeschenk, suchen einen Gasmann, der unsere mittlere Flamme wieder in Ordnung bringt und der Wassermann kontrolliert die von Ralph montierte Wasserpumpe.

 

 

Ein wehendes Weihnachtsbäumchen auf dem Camp Municipal Perito Moreno begrüsst uns - wirklich schön, es ist der 23.12.16 und mit diesem Bild wünschen wir euch ein frohes Weihnachtsfest und viele schöne Momente im 2017.

 

Unsere Weihnachtstage verbringen wir in der kleinen 5'000 EW zählenden Stadt Los Antiguos. Sie liegt direkt am grenzübergreifenden, zweitgrössten See Südamerikas, am Lago Buenos Aires, wobei in Chile das 2'240km2 grosse Gewässer Lago General Carrera heisst. In früheren Zeiten verbrachten die Tehuelches gerne ihre letzten Tage in dieser klimatisch herrlich gelegenen Talsenke. Seit Besiedelung durch Europäer werden die fruchtbaren Chacras für Anbau von Gemüse, Obst, Beeren genutzt, heute ist Los Antiguos das Kirschenzentrum Südamerikas

 

 

Die Bevölkerung erinnert sich immer noch mit Schrecken an den Ausbruch des chilenischen Vulkan Hudson, im Jahr 1991. Die Stadt erlebte während Tagen einen Aschenregen, wobei viele Tiere starben, viele Menschen ihr Hab und Gut verloren. 

Heute morgen, 25.12.16 bemerke ich ein etwa 20 Sekunden lang heftiges Schütteln in der LIRA und denke nur, was macht wohl Ralph in den Garagen... Doch später berichtet mir der Campingwart, dass ein heftiges Erdbeben die Insel Chiloé -wir werden diese in 6-8 Wochen besuchen- heimsuchte, 7,7 auf der Skala. Doch die Menschen dieser Region sind solche Erschütterungen gewohnt, wenn nicht 8,5 gemeldet wird, gibt es keine Hektik.

48.633568 S / 70.649537 W, Ea. La Angostura, Ruta Prov.29, Santa Cruz ARG

47.567910 S / 71.737875 W, Camp Lago Posadas, Santa Cruz ARG

47.445162 S / 70.926916 W, Polizeiposten, Baja Caracoles, Santa Cruz ARG

46.595810 S / 70.926678 W, Camp.Municipal, Perito Moreno, Santa Cruz ARG

46.544719 S / 71.608808 W, Camp. Municipal, Los Antiguos, Santa Cruz ARG (24.12.16)

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Kommentare: 1
  • #1

    San y Dan (Montag, 12 Dezember 2016 11:53)

    Hola!!!
    Tuvieron mucha suerte, pues, Torres del Paine normalmente está con niebla, y ustedes tuvieron un dia lindo!! Se puede mirar bien las torres...
    Buena Ruta! Saudades!! Abrazos
    San y Dan