ARGENTINIEN: April/Mai 16 (40 Tage), 4'900 km

UNSERE ROUTEN:

1. Teil/Norden 30.3.-27.4.16: BR - Misiones - Corrientes  - Chaco - Salta - Jujuy - BO 

2. Teil/Norden 16.5.-26.5.16: BO - Salta - Formosa - Corrientes - Misiones - PY

2. Einreise: 16.5.2016 14. Reisebericht/Argentinien 16. - 26.5.2016 

(Weiterreise --->> PARAGUAY, 15./16. Reisebericht)

 

SALTA: San Ramón de la Nueva Orán

FORMOSA: Las Lomitas (Reserva Bañado de Estrella) - Laguna Blanca (NP Pilcomajo) - Clorinda - Formosa

CORRIENTES: San Cosme - Yahapé

MISIONES: Posada

Nun, die 690 km lange, schnurgerade Überlandstrasse RN 81 sorgt für Überraschungen. Wir lesen, dass dies auch der längste Kreuzweg sein soll und richtig, wir sehen immer wieder die uns bekannten roten Häuschen am Wegrand. Gil, der Freiheitskämpfer wird geehrt! Es scheint hier eine heile Welt zu sein, doch die Gegend wirkt ärmlich, die weit auseinander liegenden kleinen Orte tragen vielfach Namen von wichtigen Personen aus Argentiniens Geschichte. Beidseitig der Strasse präsentieren sich weite Ebenen mit Dorngebüschen, tollen Kakteen, freilebenden Pferden, Eseln und Schweinen, abends überqueren Ziegen- und Schafherden die Strasse, sie sind sicher wohl auf dem Heimweg.

Ein Einheimischer rät uns, in Las Lomitas auf die RP 28 abzuzweigen, die am Reservat Bañado de Estrella vorbeiführt. Die abgestorbenen, im Wasser stehenden und mit Efeu bewachsenen Bäumen stehen bizarr in einem weiten Moorgebiet und beherbergt unzählige Arten Vögel, auch sehen wir Chacarés, die sich auf einer kleinen Grünfläche sonnenbaden. Entlang der Grenze zu Paraguay führt die RN 86 nach Lagunas Blanca, zum Nationalpark Pilcomajo. Mindestens jetzt wissen wir auch die Hinweisschilder 'Bachas' zu schätzen, die Strasse ist abschnittsweise nämlich gespickt von Schlaglöcher!

Eine Magenverstimmung zwingt Ralph in die Knie, er überlässt mir 'freiwillig' das Steuer...! Im Park muss er sich hinlegen und ich laufe über die verschieden angelegten Stege bis zur Laguna, doch es ist kaum ein Lebewesen zu sehen! Halten nun auch schon Vögel einen Winterschlaf? Der Wärter erklärt jedoch, dass wegen dem für die tropische Gegend untypisch trübe Wetter die Tiere sich überaus ruhig verhalten.

23.211460 S / 64.096340 WHotel del Pilar, San Ramón de la Nueva Orán / Salta

23.890794 S / 61.850966 W, frei, Posto, Ing.Guillermo N. Juárez / Formosa

24.901562 S / 60.328029 W, frei, Iglesia, Pozo del Tigre / Formosa

24.435356 S / 59.650856 W, freiPosta General San Martin / Formosa

25.228222 S / 58.116700 W, frei, Municipalidad, Naick Neck / Formosa

26.186406 S / 58.175465 W, frei, Parque San Martin, Formosa / Formosa

Clorinda soll unser Grenzübergang zu Paraguay sein, daraus wird aber nur ein Tagesabstecher. Wir schauen uns kurz die Brücke über den Rio Paraguay an, dann haben wir die Idee, uns mit der Fähre übersetzen zu lassen. Bevor auf die 5 km lange Zufahrtsstrasse kommen, passieren wir einen Kontrollposten - und dann das Elend!  Der Rio Paraguay hat vor einiger Zeit eine ganze Landflächen mit Häuser unter Wasser gesetzt und die Menschen mussten fliehen. Sie haben sich auf einem schmalen notdürftige Bretterverschläge zusammengeschreinert und hausen hier. Ohne Möglichkeit zu wenden, müssen wir unser rollendes Haus an den spielenden Kindern, den schlafenden Hunden und den sitzenden Erwachsenen durchzüngeln. Erst am Quai erfahren wir, dass an den Sonntagen keine Fährschiffe abgefertigt werden, ein drittes Mal befahren wir diese Strasse sicher nicht. 

Am Nachmittag erreichen wir Formosa, la hermosa! Der Weg vom Stadtpark San Martin bis hin zur Costanera wandelt sich jedes Wochenende zur gemütlichen Künstler- und Musikszene. Die Stunden können wir nicht so ganz geniessen, das Erlebte von Clorinda sitzt tief! Beim Flanieren fällt mir ein Coiffeursalon auf, den ich dann aus einer Laune heraus am Morgen aufsuche. Aus einem Missverständnis heraus komme ich mit einem Trockenschnitt aus dem Salon.... doch eigentlich wollte ich mir doch Mèches und einen passenden Schnitt verpassen lassen! Doch was soll's, einen günstigeren Coiffeurbesuch (7 €) wird es für mich sicher nicht mehr geben!

Die Winterzeit kündigt sich an, noch immer ist es 19-21 Grad warm, doch der Himmel ist oftmals verhangen. Wir kürzen unsere Tagesetappen und nutzen die Nachmittagsstunden für Aktivitäten an der frischen Luft.

Bereits am Eingang von Posadas merken wir, dass etwas gefeiert wird... ja, der 25. Mai ist doch ein argentinischer Feiertag! An der Strasse werden aus 50 Literfässer Locro (Suppeneintopf) angeboten. Es geht nicht lange und auch wir halten und lassen uns ein Gefäss mit dem leckeren Essen abfüllen. An der Costanera am Rio Paraná finden wir gleich neben der Bikerampe einen gemütlichen Stellplatz. Encarnacion, unser morgiges Ziel liegt direkt vor uns, nur der Paraná trennt uns noch vor Paraguay, unser 5. südamerikanische Land.  

23.211460 S / 64.096340 W, Hotel del Pilar, San Ramón de la Nueva Orán / Salta

23.890794 S / 61.850966 W, frei, Posto, Ing.Guillermo N. Juárez / Formosa

24.901562 S / 60.328029 W, frei, Iglesia, Pozo del Tigre / Formosa

24.435356 S / 59.650856 W, frei, Posta General San Martin / Formosa

25.228222 S / 58.116700 W, frei, Municipalidad, Naick Neck / Formosa

26.186406 S / 58.175465 W, frei, Parque San Martin, Formosa / Formosa

27.370354 S / 58.506371 W, frei, Lagune San Cosme / Corrientes

27.370354 S / 58.506371 W, frei, Rio Paranà, Yahapé / Corrientes

27.351914 S / 55.900212 W, frei, Costanera, Posadas / Misiones

 

 

1. Einreise: 30.3.2016 / 12. Reisebericht/Argentinien 20. - 27.4.2016 (letzter Bericht) 

(Weiterreise --->> BOLIVIEN/13. Reisebericht)

 

MISIONES: Puerta Iguazú (Salto Iguazú) - El Soberbio (Salto Moconá) - San Ignacio (Jesuitenreduktionen)  

CORRIENTES: Ituzaingo (Yacyretá / Esteros del Iberá) - Itati - Riachuelo (Gewitter!) 

CHACO: Resistencia (Paraná), Pampa del Infierno

SANTIAGO DEL ESTERO: (nur Durchfahrt) 

SALTA: Joaquím v.González, SaltaQuebrada de Humahuaca - Iruya

JUJUY: Tilcara, Volcán, Humahuaca, Yavi

 

Quebrada de Humahuaca

Purmamarca haben wir bereits vor einigen Tagen ausgiebig besucht, doch auch bei unserer heutigen Fahrt durch die Inkasiedlung beigeistern uns die farbigen Felsformationen. Steil geht die Ruta 52 in Sepentinen bis auf 4'170MüM bergauf, ohne dass unserer LIRA der Schnauf ausgeht!

 

 

Vorbei geht es an mindestens an 20 LKW, überholt werden wir von einer Töffequipe, wie sich später herausstellt sind die Jungs aus Buenos Aires. Und wahrlich treffen wir auch einen Fahrradfahrer, der wie wir den 12'000 ha grosse Salzsee, Grande Salinas, auf 3'400 MüM als Ziel hat.

Wieder beglückt uns heute, 20.4.16 ein traumhafter Herbsttag, sodass der blaue Himmel einen schönen Kontrast zu den Berglandschaften bildet. Nach unserem Halt bei den Kooperationen, die Handarbeiten aus Salz, Wolle, Leder, Stein feilhalten, erkennen wir einen weissen Fleck am Horizont. Dieser nimmt immer mehr Gestalt an, bis wir dann die Strasse über den Salzsee erkennen. Die Sonne brennt, wir schützen unsere Augen und betreten zu Fuss den seit ewiglanger Zeit ausgetrocknete See. Jedes Jahr bauen hier Kooperationen aus dem indigenen Volk mühsam mit Hacke und Schaufel Salz ab.

Dann geht es über die Serpentinen den gleichen Weg zurück nach Purmamarca-Tilcara, wo wir ein zweites Mal bei der YPF Tankstelle die Nacht verbringen.

23.572471 S / 65.397287 W, YPF-Tankstelle*, Tilcará/Jujuy, 2'470MüM

 

Noch vor dem Frühstück ordnen wir die 500 Fotos des Vortages. Gestärkt machen wir uns zu Fuss auf den Weg nach Pucará, kehren aber schon bald um, weil wir viel zu warm angezogen sind. Die Nächte sind in dieser Gegend empfindlich kalt, doch finden die Sonnenstrahlen den Weg in den Ort, geben die Steine Wärme ab und 12-15 Grad fühlen sich wie 20 Grad an. Nochmals machen wir uns auf den Weg, kehren diesmal vor den Toren des botanischen Gartens um, da wir unsere 'Jubilados'-Ausweise vergessen haben und so das Dreifache zahlen müssten. Auf dem Rückweg finden wir ein Literaturcafé mit Wifi und entscheiden nach Humahuaca zu weiterzufahren.

 

Diese Idee macht sich bezahlt, denn alle drei Camping am Ort bieten keinen Platz an, entweder ist der Park geschlossen oder den 'Angestellten' macht das Einchecken zu viel Arbeit (Argentinien!). Da ein Estacamiento (sin Luz y Baño) bei einer Posada weit mehr als 100 Pesos (7€) kosten soll, kurven wir im Ort herum, bis sich ein Parkplatzanweiser sich uns erbarmt und uns einen Platz zuweist, den wir dann gleich als Übernachtungsplatz nutzen.

 

Mit öV wollen wir uns am nächsten Morgen in das 75 km entfernte kleine, abgelegene Bergdorf Iruya bringen lassen, wo wir uns wieder einmal in einem Hotel übernachten wollen. Dass LIRA während zwei Tagen auf dem inoffiziellen Parkplatz unbeaufsichtigt stehen soll, wollen wir von der Polizei absegnen lassen. Die ordnet aber an, LIRA im Estaciamento, Hotel Turistica hinzustellen. Also nichts wie hin, Anmeldeschein ausfüllen, 100 Pesos zahlen, parkieren und zurück zur Stazione, um die Billette für den 8.20 Uhr Bus zu kaufen.

 

Die abendteuerliche 3-Stunden-Fahrt beginnt, 20 km über die RN 9, dann 53 km Schottersteine RN 133. Oftmals braucht der Bus die ganze Strassenbreite, rechts und links geht es haarscharf am Abgrund vorbei, Bachbeete sind zu trafersieren, die Kurven haben es in sich. Wenn sich Leute beim Buschauffeur melden um auszusteigen, kommen wir aus dem Staunen nicht heraus, wo wollen die Menschen hin, wo sind sie zu Hause?

 

Mit dem Bus erklimmen wir wieder die 4'000er Grenze, dabei sehen wir noch auf 3'900 MüM Kühe weiden, dann kurven wir die breiten Serpentinen bis nach Iruya, auf 2'750MüM herunter, wo der Chauffeur anfangs Dorf uns aussteigen lässt. Ein erster steiler mit Flusssteinen geplasterte Weg führt zur Kirche hinauf. Da gibt es doch ein Paar, das mit Rollkoffer unterwegs ist🤔. Unsere Pumpen arbeiten auf Hochtouren, so sind wir glücklich gleich bei der Piazza ein Nachtlager im Hostel Esperanza zu finden. Das Dorf mit den Adobehäuser erkunden wir bei grösster Mittagshitze, sehen daher nur Touris.... und als wir dann müde ins Bett fallen, steigt auf der Piazza -vor unserem Fenster- die Samstagabenddisco, die bis in den Sonntagmorgen dauert.

 

Früh sind wir auf, es gilt die Dusche in Gang zu bringen, Wasser in Boiler lassen, 10 Minuten aufheizen, dann den spärlichen Wasserstrahl erhaschen..., das Haarewaschen lasse ich sein! Gemütlich spazieren wir zur Kirche und schauen zu, wie ältere Frauen eintreten, ihre auf Zettel notierten Gedanken in ein auf dem Altar liegendes Schälchen legen und sich dann in die Bankreihen setzen.

 

Das Dorf Iruya mit etwa 1000 EW ist durch ein breites Flussbeet zweigeteilt. Zu Fuss erreicht man die Ostseite bequem über eine Eisenbrücke mit hölzigen Gehleisten, die Fahrzeuge -auch das Polizeiauto- müssen eine Spur über das zur Zeit ausgetrocknete Flussbeet finden. Am Morgen verweilen wir auf der einen Seite beim Fussballturnier, dann krackseln wir wieder auf der anderen Flusseite bis zur Kirche hoch, wo Kinder und Teenager Singspiele einüben und ruhen uns zwischendurch auf der von der Tiefe schützende Mauerbank aus, sie ist Treffpunkt von Einheimischen und Touristen. Um 13.00 Uhr finden wir uns wieder unten bei der Tankstelle ein und fahren mit Bus und vielen Eindrücken über Serpentinen rauf und runter, über Bach- und Flussbeete zurück nach Humahuaca. In Iruya ist die Zeit stehen geblieben! Wir holen unsere LIRA und stellen uns an einen Strassenrand im Ort. 

23.205769 S / 65.347595 W, frei, Humahuaca/Jujuy, 2'960MüM

22.790757 S / 65.215757 W, Hostel Esperanza, Iruya/Salta, 2'750MüM

23.203695 S / 65.347236 W, frei, Humahuaca/Jujuy, 2'960MüM

 

Wir brauchen eine Verschnaufspause und quartieren uns für einen Tag im Hotel Touristico in Humahuaca ein, geniessen die warme Dusche, das grosse Zimmer, ordnen Gedanken und ruhen uns aus.

Gegen Mittag nehmen wir die RN 9 bis zum Grenzort La Quiaca, um hier auf dem Camp unsere letzt Nacht vor dem Grenzübertritt nach Bolivien zu verbringen und eine 'Churerpendenz' über WhatsApp zu erledigen. Nachdem wir uns über Wifi eingelinkt haben, erfahren wir, dass es den in der online-Karte eingetragene Camping hier nicht mehr gibt. So fahren wir in das 20 km entfernte 270 EW zählende Yavi, ein in einem oasenartigen Flusstal auf 3'500 MüM liegende Dorf und mummeln LIRA und uns ein, es soll Minus 3 Grad kalt werden in der Nacht! 

23.206495 S / 65.348995 W, Hotel Turistico, Humahuaca/Jujuy, 2'960MüM 

22.130208 S / 65.463436 W, frei, Yavi/Jujuy, 3'500MüM

 

1. Einreise: 30.3.2016 / 11. Reisebericht/Argentinien vom 30.3. - 20.4.2016 

MISIONES: Puerta Iguazú (Salto Iguazú) - El Soberbio (Salto Moconá) - San Ignacio (Jesuitenreduktionen)  

CORRIENTES: Ituzaingo (Yacyretá / Esteros del Iberá) - Itati - Riachuelo (Gewitter!) 

CHACO: Resistencia (Paraná), Pampa del Infierno

SANTIAGO DEL ESTERO: (keine Übernachtung) 

SALTA: Joaquím v.González, Salta

JUJUY: Tilcara

  

BR - Foz de Iguaçu 
ARG - Misiones: Puerto Iguazú 
 

Bevor wir heute Brasilien verlassen, besuchen wir die brasilianischen Iguaçu-Fälle. Ein Bus transportiert die Gäste 9 km in den Park hinein und dann steht man direkt vor einem Panorama der gesamten Iguazúfällen. Auf dem Rundgang erleben wir Panoramabilder mit Getöse, einfach gewaltig! So haben wir beide Seiten der Fälle gesehen, sie sind nicht vergleichbar.

 

Die Policia Federal Brasilien gibt uns grünes Licht für eine weitere Einreise auch wenn wir heute die Verlängerung bis 23.6.16 abgeben müssen. Alle anderen Grenzabwicklungen BR/ARG sind wie bereits gehabt.

Nach einem Übernachtungsplatz Ausschau haltend, rattern wir langsam durch Puerto Igua und schon lotst uns ein Mann zu seinem Camp. Doch die steile Zufahrt über eingelassene Schottersteine zum Camping Don Ramon gefällt uns gar nicht und so kehren wir vor der Einfahrt. Auf dem Rückweg halten wir bei Cabañas und fragen nach einer Stellmöglichkeit, was der Eigentümer sofort bejaht.

25.618933 S / 54.560407 W, Cabañas La Gringa, Puerto Iguazú/Misiones

 

Misiones: Saltos del Mocaná, der grösste längsdiagonale Wasserfall

Auf unserer Fahrt nach El Soberbio machen wir einen ersten Halt in Eldorado und gestärkt mit einem feinen italienischen Frühstück machen wir uns auf den Weg zur Stadtbesichtigung, wo wir unsere ersten Pesos beziehen. Bis jetzt kennen wir Wechsel zu 1€:   UY: 1:36;   BR1:4;   ARG 1:16.

Die Fahrt durch das grüne Misiones gefällt uns sehr; die Temperaturen sind angenehm, rund um uns Urwaldgebiete, dazwischen bewirtschaftete Felder mit Tabak, Yerba, Mandarinensträucher und die rote Erde ist ein herrlicher Kontrast; es gibt nur wenig Verkehr. In den ländlichen Gegenden sehen wir viele junge Mütter, die sich mit ihren oftmals mehr als drei Kindern in ärmlichen Behausungen unweit der Strasse aufhalten, aber es fallen uns auch die Kinder in Schuluniformen auf, die wohl oft einen langen Schulweg haben.  In El Soberbio informieren uns über die Zufahrt zum Saltos del Mocaná und lassen uns nicht davon abbringen weiterzufahren, auch wenn es infolge Hochwasser unsicher ist, den in Fliessrichtung fallende drei Kilometer lange, weltgrösste längsdiagonale Wasserfall besichtigen zu können.

Auf dem 70 km Wegstück sehen wir Cabañas mit einem Pool, genau das Richtige diesen tollen Tag abzuschliessen - und wichtig für mich: ich habe meinen Vorsatz erfüllt und habe mich wieder einmal hinter das Steuer gesetzt. Klar ist uns heute schon, so günstig (und gut!) wie in Brasilien lebt sich ist Argentinien nicht: der Diesel kostet € 1.10 (später gar 1.15) nicht mehr nur € 0.70-0.77 wie in Brasilien und das Essen ist fast doppelt so teuer.

 

Von El Soberbio zum Salto Moconá müssen wir dem Rio Uruguay entlang ca. 70 km nordwärts fahren. Auf diesem Wegstück leben, erreichbar über schwer zugängliche Erdsträsschen, verschiedene Guaraní-Stämme. Die Besuche in diesen Kolonien werden turistisch vermarktet, worauf wir verzichten. Unterwegs stechen uns Namen wie 'Kurupi, Lodge de Selva (Urwald-Lodge), Reserva Yadi Yateré (Kind im Mond) in der Guaraní-Sprache ins Auge. 

Im Areal Salto Moconá sind heute infolge zu hohem Wasserstand nur zwei Senderos offen, der eine führt hinunter zu einem kleinen über eine Grotte stürzenden Wasserfall, der andere zu einem Aussichtspunkt auf den Rio. Beide Wege sind für uns einmalig, wir spazieren inmitten des Urwaldes! Leider - oder vielleicht auch zum Glück...- sind die meisten Wildtiere (Puma, Yaguareté, Tapir) nachtaktiv! Bringen normale Wasserfäll viel Wasser ist es ein Naturereignis, haben Längswasserfälle zu viel Wasser sieht man nichts....

Zurück in El Soberbio fahren wir weiterdie RP2, südwärts dem Rio Uruguay entlang und erhalten beim Eindunkeln von einem Mann die Erlaubnis auf seiner Einfahrt über Nacht zu bleiben. Früh gehen wir zu Bett und lassen zusätzlich zu den Dachfenster auch ein Seitenfenster offen, über welches uns dann die Polizei zu später Stunde (kein 1. Aprilscherz!) bittet, uns auszuweisen.

27.232658 S / 54.019434 W, Cabañas Don Charles, mit Pool, El Soberbio/Misiones

27.380859 S / 54.341660 W, Ruta Provincial 2 (Privat), El Soberbio/Misiones

 

Misiones: ab 1610, Jesuiten-Reduktionen in Brasilien - Paraguay - Argentinien 

Nach ca einer Stunde überqueren wir heute die Puente (3 t!) über den Arojo Negro, Zufluss des Rio Uruguay. Kurz darauf verlassen wir die RP2 und gelangen über die noch schmalere RP 103 nach Oberá und Santa Ana, wo wir unsere erste 'Jesuítico Guaraníes' aus der Zeit 1609-1818 besichtigen. Durch Besuch weiterer Reduktions-Ausgrabungen in Paraguay-Brasilien-Argentinien werden wir genau erfahren, wie die Gemeinschaft in einem Dorf zu funktionieren hatte. In Santa Ana sind Friedhof und grosse Mauerresten der 4'500 Tausend Personen fassenden Kirche gut erhalten.

Über eine mehrere Kilometer lange Schotter-/Erdstrasse erreichen wir den direkt am Rio Paraná angelegten Campingplatz in San Ignacio, wo wir uns erst einmal gemütlich im Rio abkühlen, die Temperaturen sind noch weit über 30 Grad im Schatten! Danach funktionieren unsere Hirnzellen wieder (wären nicht die stechenden Biester da) und unterhalten uns mit den neben einem 10m langen, über 40 Jahre alten Mercedes sitzenden Campeure. Ein junges Paar verabschiedet sich von den aus dem 2'800 km entfernten Cipolletti angereisten Eltern und erkundet mit ihnen in Misiones die Stationen, die bereits hinter uns liegen: Jesuitenreduktion Santa Ana, die mächtigen wie Meere erscheinenden Rio Uruguay (Grenze Brasilien/Uruguay) und Paraná (Paraguay), Mocona und Iguaçu-Fällen.

 

Wie in Santa Ana schreiten wir in der Jesuitenstätte San Ignacio über die einstige Plaza, den Treffpunkt der ebenfalls einst 4'500 zählenden Gemeinschaft, bevor wir vor den mächtigen ansatzweise restaurierten Eingangstore stehen. Mit dem für diese Gegend typischen rotem Sandstein sind die Umrisse der Kirche, einzelne mit eingeritzten Motiven gut erhaltenen Eingänge wieder aufgebaut, ebenso auch die angrenzenden Jesuiten Klosterräume, die auf ihrer Rückseite mit einer schön angelegten gemeinsamen Terrasse direkt zum Garten hinunter führen. Dank den Infotafeln mit Erklärungen in verschiedenen Sprachen erhalten wir hier einen Gesamteinblick und viele Details, so auch über den Umbau von den Längs- zu den Familienhäuser der Guaranís.

27.266389 S / 55.567492 W, Camping Playa del Sol, am Rio, San Ignacio/Misiones

27.264394 S / 55.534453 W, Camping La Familia, San Ignacio/Misiones

 

Corrientes: Esteros del Iberá (Moorgebiet) 

Eine Stadtbesichtigung in Posadas kann uns bei diesen schwülen Temperaturen nicht locken. Doch zufällig fahren wir an einem Strassenmarkt vorbei und der Duft der feinen Grilladen riechen wir durch geschlossene Fenster😉. So holen wir uns ein feines Stück Lomo und fahren den im nächst grösseren Ort, Ituzaingo den Camping Mirador an. Gemütlich richten wir uns in dem riesigen nur von ein paar Picknickgästen besetzten Park ein und sitzen bald schon bei Radler und kleinen Lomohäppchen.

Am nächsten Tag buchen wir bei Alejandra Boloqui Alejandra Boloqui eine Halbtagstour in die Esteros del Iberá mit einem 4x4 Fahrzeug und deutschsprechendem Guide. Die  Zeit vergeht wie im Flug, wir nutzen den tollen Camp mit Bademöglichkeit im Rio Paraná für alles mögliche!

Am Dienstagnachmittag fahren wir bei 38 Grad zuerst über die RN 12, dann mehr als 30 km Erdstrasse in das von Privatpersonen gehaltene 14'000km2 grosse Supfreservat, Esteros del Iberá und beobachten einzigartige Vogelarten, freuen uns über die Carpinchos (Wasserscheine) im Grünen, im matschigen Grund oder in den Lagunen, entdecken jeweils am stechenden Augenpaar die im Wasser -spät abends auch auf dem Land- ruhenden Kaimane und der geübte Blick unseres Fahrers erspät bei untergehender Sonne einen in der Lagune gehenden Wasserhirsch, welchem wir lange zuschauen.

Den schönen Tag lassen wir vor unserer LIRA bei einem kühlen Bier Revue passieren, bevor wir dann beim Duschen nochmals Tierkunde betreiben, verweilen doch kleinste Frösche (1-2 cm) an den Mauern, bis sie durch die Vibrationen erschrecken und sich mit riesigen Hüpfern in Sicherheit bringen. Wir achten sehr darauf, diese Viecher nicht ins Auto zu schleppen....

27.547588 S / 56.673778 W, Camping Mirador, Park am Rio, Ituzaingo/Corrientes

 

Corrientes: Staudamm Yacyretá und Fahrt ins Ungewisse....

Beeindruckend ist der in einer Ebene weltgrösste Staumdamm Yacyretá (in Guaraní: Wasser, Mond, Platz) mit einer Staudammlänge von 60 km. Interessant ist zudem von Auge den Dorados, Lachs ua Fischen zuzusehen, wie sie die 27 m Höhendifferenz zwischen Stausee und dem fliessenden Wasser mittels Schwellen überwinden. Da Paraguays Energiebedarf durch den Itaipústaudamm bereits mit 80 % gedeckt ist, kann das Land mit Stromverkauf an Argentinien seine Schulden tilgen.

Auf unserer Weiterreise biegen wir von der RN 12 in eine schmale Erdstrasse ein, einem Tip von Alejandra, im Guaranídorf Caa Cati das Jahresfest mitzuerleben. Da hat die Tourismusfrau wohl für einen Augenblick vergessen, mit was für einem Fahrzeug wir unterwegs sind, nach wenigen Minuten befinden wir uns auf einer Sandstrasse mit Windverwehungen, Fahrrillen und - ohne Wendemöglichkeit! Über 20 km haben wir keinen Augenblick mehr, ob wir im Sand stecken bleiben, ob wir nach rechts oder links wegrutschen oder ob ein Landcruiser oder ähnliches 4x4 Personenfahrzeug uns entgegenkommt. Wir erhaschen Blicke von Autofahrer und von am Wegesrand in kleinen Hütten Sesshaften, die gar nicht freundlich sind, sodass auch ich, als Beifahrerin meinen Blick nur noch stur auf die Fahr'bahn' richte. Wie von selbst ist klar, bei der Weggabelung verzichten wir auf die Weiterfahrt, wir nehmen auch den weiteren Weg auf die NR 12 zurück in Kauf, die gleiche Strecke zurück wollen wir uns nicht antun. Müde erreichen wir unseren Nachtplatz in Itati, wo wir mit Blick auf den Paraná eine 'heisse' Nacht verbringen, die Temperatur sinkt nicht unter 30 Grad.

27.266294 S / 58.24469 W, frei am Paraná, Itati/Corrientes

 

Corrientes: Längerer, unfreiwilliger Aufenthalt am Flusscamping

Eine Sandpiste entlang einer Laguna führt zu dem im Reiseführer beschriebenen Santa Ana wo noch alte, im Adobestil gebaute Häuser sein sollen. Wir spazieren bei grosser Hitze rund um das Dorf, sehen einzig ein paar Jugendliche, die sich im im überaus netten Park beim Surfen auf ihren Handys verweilen, die kleinen alten Häuschen am Platz aber scheinen nur in der Hochsaison für Touristen herausgeputzt zu werden.

So erreichen wir schon bald eine der ältesten Städte Argentiniens, Corrientes. An der Costanera San Martin am Rio Paraná finden wir bei einem Schnellimbissstand ein Schattenplätzchen, so schmeckt uns das Lomobrötchen mit Cerveza und Sprite herrlich. Einen Übernachtungsplatz wissen wir auf der anderen Seite der Brücke, in Resistencia im Bundesstaat Chaco.

Am nächsten Tag planen wir den Einkauf von Autozubehör. Ein Luftkompressor soll, wenn wir zB im Sand festfahren und die Luft aus den Reifen zu lassen ist, das Aufpumpen erleichtern und ein zweiter Dieselkanister soll uns in Bolivien von Spritproblemen schützen. Mit einer 50%igen Erfolgsquote fahren wieder über die beide Provinzen verbindende Brücke, diesmal zum Fluss-Camping Puente Pexoa.

Zur Abkühlung nehme ich ein Bad im Fluss, erfahre am nächsten Tag, dass auch Yacarés (südamerikanische Kaimane) sich darin aufhalten, toll!!!  Ein starkes Gewitter mit Blitzen, das die Nacht zu Tag werden lässt und Donner, die einem das Fürchten lernt, macht für uns das Wegfahren in den nächsten Tagen unmöglich. Die Enten und Gänse finden die entstandene Moorlandschaft überaus interessant, aber unsere Lira lassen wir lieber auf dem guten Sandplatz unter den niedrigen Bäumen stehen und warten ab, was kommt.

Für die Einheimischen muss der Weg zum Camping über die glitschige Lehmstrasse ein besonderes Vergnügen sein, denn am Sonntag werden die Plätze um die Parillas und den Steintische bevölkert, von rechts und links ist Musik zu hören. Mit den Nachbarn entwickelt sich an der gemeinsamen Grillstelle rasch ein Gespräch und wir dürfen vom Asado, Fladenbrot und gekühltem Rotwein kosten. Erst spät denken unsere neuen Bekannten ans Aufräumen und so müssen die beiden Autos im Dunkeln eine gute Spur für die Wegfahrt finden. Dem PKW gelingt dies nicht und er landet mit beiden Vorderräder in einem kleinen Bach. Mit Hilfe unseres Abschleppseiles, dem Highlux seines Freundes und unter Mitwirken von mindestens zehn Personen gelingt die Rettung.

Heute ist bei uns Wasch- und Putztag, die Temperaturen sind dafür wie gemacht - und wir sehen wieder mehr Weg wie Wasser bis zu den sanitären Anlagen.

27.437319 S / 58.984003 W, Parque 2 de febrero, Resistencia

27.559692 S / 58.723356 W, Camping am Rio Riachuelo, Puente Pexoa/Corrientes

 

Im Norden Argentinien - westwärts......

Von Resistencia/Chaco führt die RN16, eine 700km schnurgerade Strasse in die Provinz Salta, wo wir dem Wetter angepasste Touren planen wollen. Dabei lassen wir uns das Hintertürchen offen, im nächsten Jahr vom Norden Chile aus das im Norden von Argentinien/Bolivien 'Verpasste' kennenzulernen.

Möglich, dass wir in den nächsten Tagen unsere, zur Zeit etwa 1000 km südlich in der Region Cordoba wohnende Freunde antreffen, sie sind in diesen Tagen auf dem Weg nach Bolivien/Peru.

Bevor wir am Morgen losfahren, trinken wir im Shop in der vom 'Parque 2 de febrero' gegenüberliegenden YPF-Tankstelle einen Kaffee und wünschen Chris in Santiago per Facebook viel Kraft, hat er doch gerade einen Krebsbefund (Magen) erhalten. Für die anstehende Operation sammeln seine Freunde mit besonderen Events Geld. Anhand dieser Botschaft wird uns wieder bewusst, wie schnell auch unsere Reisezeit ein Ende nehmen könnte....

Auf unserer ersten Etappe müssen wir bereits nach einer Stunde Fahrt infolge heftigstem Regen für einige Minuten eine Zwangspause einschalten und das Tempo ist bei der Weiterfahrt anzupassen. Die Gegend ist eintönig, zu sehen sind Graslandschaften und jeweils einzelne zu einem Dorf gruppierte Häuser, welche ausschliesslich über Erdstrassen (nach Regen 'Molta') anzufahren sind. Nach etwa 300 km entscheiden wir uns bei einer 24/h-Tankstelle über Nacht zu bleiben.

Ein Kaffee im Tankstellenshop weckt am Morgen unsere Geister, dann geht's auf der RN 16 weiter. Nach einer Stunde verlassen wir den Chaco und schon hält uns die Policia der Provinz Santiago del Estero an und prüft den Fahrausweis, alles ok. Der Strassenbelag wird schlechter, die Gegend bleibt sich gleich, am Strassenrand sehen wir öfters Sauen mit ihren Ferkeln, wo ist wohl ihr zu Hause?

In einem kleinen Dorf machen wir uns eine Tasse Kaffee, über den Zaun hinweg versuche ich mit einem Vater von 10 Kindern ein paar Worte zu wechseln, doch versandet das Gespräch schnell, er versteht 'mein Spanisch' nicht.

Bei einem weiteren Halt beobachten wir die Arztvisite in einem grösseren Dorf. Zwei Busse 'Salud las mujeres' stehen auf einem Platz; die Leute stellen sich in die Reihe, es wird registriert, aufgerufen, untersucht und mit einem Zettel in der Hand gehen es zur Medikamentenausgabe.

Nach einer weiteren Strecke hat LIRA und lira Durst und die beiden letzteren auch etwas Hunger. So bekommt LIRA Euro-Diesel und lira teilt sich ein Mittagsmenu und trinkt Orangensaft mit Soja. Ob diese Mischung gesund ist? In Berichten lese ich, dass Argentinien mehr und mehr ihre für die Rinderzucht bereitgestellten Ländereien für genmanipulierte Soja hergibt, Als Tier-Kraftmittel wird Soja dann exportiet, doch vielleicht steckt ja auch welches im eben getrunkenen Orangensaft?

Kaum haben wir die Provinz Salta verlassen sind die Strassen top....- aber nur für wenige Kilometer, dann rumpelt es wieder. Die Piste wird hier um ein Dreifaches verbreitet, die Rodung ist im vollen Gang. Wieder quartieren wir uns für die Nacht bei einer YPF ein, machen einen Rundgang im Dorf und geniessen das eben am Strassenrand gekaufte frisch zubereitete warme Fladenbrot. Das Wifi vom Tankstellenshop reicht bis zur Lira, welch Luxus!

26.512163 S / 61.171945 W, YPF-Tankstelle, Pampa del Infierno/Santiago del Estero 25.116224 S / 64.131345 W, YPF-Tankstelle, Joaquím v.González/Salta

Ein wolkenloser Himmel begrüsst uns und wir sehen erstmals wieder eine Bergkette, welche uns die Anden erahnen lässt. Und seit Tagen plagen uns keine Moskitos mehr, ein gutes Gefühl. Auf dem Vorplatz der Finca Estero, Prorama de certificación de citricos para Unión Europea SA-0040 machen wir einen Kaffeehalt. Ein Fehlentscheid, sind wir doch inmitten von sehr agressiven Moskitos. Schnell räumen wir unsere Sachen zusammen und beobachten, wie die mit Arbeiter vorfahrenden Busse direkt vor einer Weisungstafeln anhalten, wo Hygiene- und Kleidervorschriften aufgeführt sind. Wir können uns vorstellen, dass die Früchte wohl auch dank Insektizide in den europäischen Verkaufsläden sich gut verkaufen lassen!

Wir lassen den Ort Salta links liegen und erreichen die Provinz Jujuy, von wo aus wir auf guten Strassen, vorbei am Panorama der Paleta del Pintor, rasch eine Höhe von über 2'000 müM gewinnen.

Als die Quebrada de Humahuaca zu Kolonialszeiten ein wichtiger Verbindungsweg zu Peru war, legten die Spanier Raststätten an, im Museum Hornillos wollen wir uns in diese Jahre zurückversetzen lassen. Hier avisieren wir auch mit einem SMS unsere Freunde, dass wir sie gerne im noch ca 20 km Tilcara treffen würden.... und siehe, wir reisen 1000km westwärts an, Sylvia und Clemens ebensoviele km von ihrem zu Hause nordwärts und sie müssen nur gerade eine halbe Stunde auf uns warten, genial! Nachdem wir unsere LIRA -dank Clemens als Vorfahrer wieder aus dem engen Dorf manövriert haben und das Auto bei der YPF sicher steht, tratschen wir in einem gemütlichen Restaurant mitten im Dorf bei feinem Essen, dann heisst es wieder Abschied nehmen, die Beiden fahren noch etwa 45 km nordwärts nach Humahuaca, wir bleiben an Ort und fahren morgen zurück nach Salta.

23.572471 S / 65.397287 W, YPF-Tankstelle, Tilcará/Jujuy, 2'470MüM

Schon kurz nach 7 Uhr sind wir unterwegs, wo wir Ausgang der Kleinstadt eine Prozession überholen. Die Menschenschlange trägt unter Trommelschlägen eine Statue bis zur 25 km entfernten Inkasiedlung Purmamarca, wo wir bereits Sonnenaufgang und den Berg der sieben Farben geniessen. Die von Buntmetallen gefärbten Gesteinsschichten sind über 600 Mio Jahre alt und heben sich vom Grün der Bäume im Tal ab, dazu noch der blaue Himmel, ein prächtiges Farbenspiel!

Seit langer Zeit heisst es für uns wieder einmal Jacken anziehen, sind wir doch immer noch auf 2'200 müM. Doch die Sonne und die Bewegung durch die Berglandschaft hindurch wärmen uns schnell. Wir kehren zurück ins Dorf und schlendern über den Indiomarkt, wo uns die gewobenen bunten Decken, Bildern und mit Lamawolle gestrickten Jacken und Schuhen entzücken. Über die RN 52 erreichen wir die RN 9, die uns von El Carmen über eine 70 km lange Serpentinenstrasse durch Ausläufer des Nebelwaldes Yunga bis nach Salta führt.  

Hier auf dem Camp in Salta mit dem riesigen, zu dieser Jahreszeit leeren Pool, - es wird uns berichtet, dass darin sich schon 20'000 Leute gleichzeitig tummelten!!- 🤔 erledigen wir einige Pendenzen: Grosswäsche (Laken, Badetücher etc und LIRA), Gasfüllen (kein Problem, Adapter hatten wir mit uns), Kauf von Kartenmaterial (Detail Ruta 40, Chile, Peru für 2017). Viel Zeit wenden wir für die Abklärung einer 16-stündigen Fahrt mit dem ,Tren a las Nubes' auf. Die Bahnstation schickt uns in die Fussgängerzone der Innenstadt und da wir mit der LIRA unterwegs sind, heisst es Löchern ausweichen, Parkplätze suchen. Endlich finden wir auch die Alberdi 53, wo uns die Señora erläutert, dass zur Zeit keine Fahrten angeboten werden und im nächsten Monat entschieden wird, ob allenfalls die legendäre Strecke stark gekürzt wird, schade!

24.813478 S / 65.418442 W, Camp Municipal, Salta (la linda), 1'180MüM 

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Kommentare: 1
  • #1

    Isaru (Dienstag, 10 Mai 2016 22:10)

    Hallo zusammen ihr habt wider ein super Blog und super Fotos ich freue mich immer das zu Lessen das macht ihr super macht weiter so liebe Grüsse aus Kroatien isaru