BRASILIEN: 1 + 2. Teil, 120 Tage, 16'000 km

UNSERE ROUTEN

2. Teil, 29.7. - 03.9.16:  PY - Foz - Pantanal - Campo Grande - Uruguaiana - ARG

1. Teil, 07.1. - 28.3.16:  UY - Chui  - Vitoria - Ouro Preto - Araçatuba - Foz - ARG

 

2. Einreise: 28.7.2016 / 18. Reisebericht/Brasilien

(Weiterreise --->> Argentinien (19. Reisebericht) 

PARANÁ: Foz do Iguaçu - Toledo - Guaría

MATO GROSSO DO SUL: Jardim - Bonito - Miranda - Passo do Lontra - Campo Grande

SÃO PAULO: Tres Lagoas - Presidente Epitácio

PARANÁ: Maringá - Mamboré - Cascavel - Toledo - Cascavel

SANTA CATARINA: Sâo Miguel do Oeste

RIO GRANDE DO SUL: Frederico Westphalen - Tres Passos (Salto Yucumá) - Santo Antonio das Missões - Uruguaiana

Tres Lagoas -Yucumá -Uruguaiana -ARG

Um nach Argentinien zu gelangen, wählen wir die Route über Tres Lagoas, wo sich die drei Rios, Paraná, Sucuriu und Tieté treffen. Danach suchen wir uns passable Wege zum südlichsten Grenzort BR/ARG, Uruguaiana, wobei wegen meiner Arm-Blessur ein Abstecher nach Toledo nötig wird.

Die Strassenqualität wechselt stetig, einmal gut, dann vergleichbar mit unserem Schweizer Emmentaler Käse, doch belohnt werden wir mit toller Aussicht über endlos scheinen- die Eucalyptuswälder, Kaffee-, Zuckerrohr- und Sojaplantagen. Der mittlere Abschnitt führt durch eine sanfte, aber kurvenreiche Hügellandschaft, wo des Weges Produkte aller Art, wie frische Fische, mit feinen Gravuren bestückte, mattbraun bemalte Kürbis-Matebecher, kleine Ananas (Abacaxis), Mandarinen, Erdnüsse, Paranüsse angeboten werden. 

 

Auch das Wetter zeigt sich in allen Facetten, schwül warm, an einem Samstagabend ein Gewitter, das einem das Fürchten lehrt, dann wieder 25-30 Grad (Winterzeit) und in den letzten Tage bis zum Grenzübertritt (mein Geburtstag) wechseln sich Regen- und Sonnentage ab.

Die Stellplätze in Presidente Epitacio, direkt am Paraná und in Mamboré am kleinen Stausee sind herrlich, beim letzteren faszinieren uns die Eulenpaare, die vor ihren Erdzugängen Wache halten, in Presidente Epitacio erleben wir, wie schnell sich der breite Paraná infolge eines Gewitters wandeln kann.

 

Unterwegs besuchen wir in Maringà ein weiteres Mal die 5. höchste Kathedrale der Welt, wo das Auge 124m hochschauen kann. Dann decke ich mich mit Schmerztabletten ein, da etwas in meinem rechten Unterarm nicht richtig tut.... und erleben wie unkompliziert die Brasilianer sind. Als ein Kunde hört, dass uns die Farmácia infolge fehlender Personalnummer die Medis zu vollem Preis verrechnet, schiebt er schnell seinen Ausweis dazu und schon bekommen auch wir eine Vergünstigung von 20 %.
20.471942 S / 54.096189 W, Posto vor Agua Clara / Mato Grosso do Sul
20.778234 S / 51.591179 W, Posto Tres Lagoas / Sao Paulo
21.731261 S / 52.065193 W, Balneario Presidente Epitácio / São Paulo
21.731261 S / 52.065193 W, Posto vor Maringá / Paraná
24.301331 S / 52.530992 W, am Lagoa Mamboré / Paraná 

Nun müssen wir tatsächlich umplanen und für meinen lädierten Arm die Hilfe unserer bra- silianischen Freunde in Toledo annehmen. Gleich nach unserer Ankunft fahren wir mit dem einen der beiden Fuskas (VW Käfer) in die Stadt ins Aerztezentrum, wo Dr. A. nach einem ersten Untersuch einen Bluttest und einen Ultraschall anordnet. Anders als ich es kenne, können die Blutwerte selbst im Internet abgerufen werden. Ein 6cm langer Muskelriss mit einem schmerzhaftem Hämatom muss ich mit Medis auskurieren. Um die Blutzirkulation in Gang zu bringen, macht mir Sandra zusätzlich warme 'Indios'-Wickel.

 

Toledo wird uns in lebhafter Erinnerung bleiben. Jeden Tag sind wir bei Familie und Freunden unserer Gastgeber eingeladen, haben eine Menge Spass miteinander und erfahren viel über Land und Leute. Sicher werden wir zur Erntezeit von Cajús und anderen feinen Früchte in diese Stadt zurückkehren (Nov. 2017?). Wir freuen uns auf ein Wiedersehen, nur auf die Moskitos in der Estanzia von San und Dan verzichten wir gerne!

 

Wieder heisst es Abschied nehmen.... In der Nacht - weil dies eben in Brasilien eigentlich verboten ist, füllt uns das Gaswerk noch unsere Gasflasche ab und Sandra meldet uns in Cascavel in der Vila Militar bei Iris und Juliana an. Dort angekommen werden wir gleich zu einem feinen Risottoessen eingeladen. Es wird ein fröhlicher Abend! Am Sonntagmorgen bestaunen wir beim Morgenspaziergang rund um den Stadtsee die etwa zwischen 60-70 kg schweren Capivaris, die sich gerne im Halbschatten aufhalten. Danach ist für mein Arm -wie oftmals in den nachfolgenden Tagen- Ruhe angesagt, unkontrollierte Bewegungungen muss ich immer gleich für mehrere Stunden büssen.
24.979050 S / 53.492017 W, Posto, Cascavel / Paraná
24.775189 S / 53.742797 W, Dan y San (Freunde), Toledo / Paraná
24.955954 S / 53.440738 W, Armeezentrum (Einladung), Cascavel / Paraná
25.140237 S / 53.585992 W, Posto Planolándia / Paraná 

Nun führt die Strasse am Parque Estadual do Turvo, am ältesten Naturschutzgebiet Bra- siliens entlang, der auch die Grenze zu Argentinien bildet. Nur die Ost-Westachse ist in dieser Region mit einer Schnellstrasse verbunden und so müssen wir unser Südroute immer wieder neu überdenken. Was es heisst, blind dem Navi zu vertrauen, merkt Ralph einmal erst, als wir vor einer Balsa (Fähre) stehen, die Personen, wohl auch Fahrzeuge über den Rio Uruguay befördert. Da auf der anderen Seite nur eine Erdstrasse durch das Dickicht führt, suchen wir eine Alternative. Wir haben Glück, eine kleine Asphaltstrasse führt zur 20 km entfernten Verbindungsstrasse und hier passieren wir das fliessende Gewässer, den Rio Mondaí über eine Brücke.

 

Immer wieder wägen wir ab, den Salto Yucumá, der auf der argentinischen Seite Salto Mocona heisst, von der brasilianischen Seite her zu besuchen. Der Regen lässt nach und so fahren wir zum Ausgangspunkt nach Derrubadas. Obwohl die Parkwächter uns zusichern, dass der 15 km lange Dschungelweg hinunter bis zu den Parkplätzen auch mit unserem Womo zu bewältigen ist, sehen wir davon ab und bleiben etwas ratlos bei unserer Lira stehen. Das Glück ist auf unserer Seite, ein Toyota-Safarifahrzeug kommt angefahren und wir schnappen die Gelegenheit zusammen mit der Biologin von Porto Alegre die Tour zu unternehmen. So verbringen wir mehrere Stunden im Parque Estudial do Turvo, spazieren hinunter zum Rio Uruguay und sehen wie das Wasser mitten drin über eine Länge von 1,800km in die Basaltspalte fällt. Wie im vergangenen März auf der argentinischen Seite, führt der Rio Uruguay zuviel Wasser um bis zu den Platten hinauszugehen. Doch einen weiteren Tag im Dschungel zu verbringen und zu wissen, dass in diesem 17'500 ha grossen Parque viele Wildtiere -auch Jaguare- ihr zu Hause haben, ist ein Erlebnis.

 

Der geflickte Belag auf der südwärtsführenden Strasse von Tres Passos nach Ijui lässt sich nur mit 40/h fahren und trotzdem wird LIRA heftig durchgeschüttelt! Als die Abzweigung nach Borja angezeigt wird und die Rota Yucumá unmittelbar besser wird, gönnen wir uns in der Churrascaria ein 'Buffet libre' (vielleicht zu Ehren von Tamara's 13. Geburtstag?). Am Buffet bedient man sich mit Beilagen, danach kommen die Kellnern und offerieren am Tisch jedem Gast die besten Grilladen am Spiess, immer und immer wieder, bis der Magen 'stop!!!' ruft.  Postre und Kaffee stehen zur Selbstbedienung bereit.

 

Die Strassenbezeichnung wechselt nun auf Rota Missões, wo in gleicher Manier wie etwa 200km Luftlinie östlich, im Nachbarsstaat Argentinien, Jesuitenreduktionen zu finden sind. Die Gegend wirkt wesentlich ärmer wie jene in den Tagen zuvor, wenn auch hier die grossen Werke Kepler/Weber, Bayer, Comil, 3Tentos ihre Sofaplantagen und Abfüllstationen betreiben.

 

Noch eine Wegstrecke liegt vor uns, dann passieren wir in Uruguaiana die Grenze nach Argentinien. Dann werden wir für lange Zeit uns nur noch mit Spanisch 'herumschlagen'.

É lindo no Brasil, nós voltar!

26.662256 S / 53.520340 W, Posto, Sâo Miguel do Oeste / Santa Catarina

27.503372 S / 53.387058 W, Posto, Seberí / Rio Grande do Sul

27.436195 S / 53.949862 W, Posto, Tres Passos / Rio Grande do Sul

28.488325 S / 55.250486 W, Posto, Santo Antonio das Missões / Rio Grande do Sul

 

 

 

2. Einreise: 28.7.2016 / 17. Reisebericht/Brasilien

(Weiterreise --->> Argentinien (Reisebericht in Arbeit) 

PARANÁ: Foz do Iguaçu - Toledo - Guaría

MATO GROSSO DO SUL: Jardim - Bonito - Miranda - Passo do Lontra - Campo Grande

 

Foz do Iguaçu - Pantanal - Campo Grande - 

Der Camp Paudimar (wir waren bereits im März auf demselben) ist für uns ein 5-Sterne-Hotel: warme und grosszügige Duschen, Wifi und Frühstücksbuffet. So erledigen wir nach dem Grenzübertritt von Paraguay in Foz do Iguaçu ohne Hektik viele Dinge: Kleider waschen, LIRA innen und aussen reinigen, Rechnungen zahlen, Homepage aktualisieren..... 

Dann besuchen wir im knapp 100 km entfernten Toledo Sandra und Dan, die wir im Januar 2016 in Gramado/BR kennenlernten. Anhand den Koordinaten erreichen wir über eine holprige Erdstrasse die in einem Aussenbezirk der 110'000 EW zählenden Stadt, liegende Hacienda. Seit vielen Jahren sammelt Dan Nähmaschinen des 19. Jh und restauriert diese mit grossem Zeitaufwand und Einfallsreichtum bis ins kleinste Detail. In einem als Museum umfunktionierten Nebenraum sind die Einzelstücke mit vielen anderen Kuriositäten ausgestellt - ein toller Fundus! Aber auch drei 60-70 jährige Fuscas (VW-Käfer) sind ein Hobby der Beiden und mit einem dieser Fahrzeuge sind wir dann in der Stadt unterwegs. San und Dan sprechen nebst Portugiesisch ein gut verständliches Spanisch und so fällt es uns leicht mit den beiden viele Reiseerlebnisse auszutauschen. Daneben reparieren die Männer den Schalter der Solaranlage und die Einstiegshilfe für unser Womo, sodass wir am anderen Morgen top starten können. Wir danken euch, San und Dan und freuen uns auf ein Wiedersehen!

 

Zum südlichen Pantanal trennen uns etwa 700 km, doch bereits nach 100 km, in Guaíra, auch ein Grenzort zu Paraguay, finden wir im Center Nautico einen hübschen Stellplatz. Wenige Meter von der langen, über den Paraná führenden Ayron Senna-Brücke, verbringen wir den Nachmittag und bleiben über Nacht auf dem überwachten Areal.

25.599041 S / 54.524871 W, CP Paudimar, Foz do Iguazú / Paraná

24.775189 S / 53.742797 W, Dan y San (Freunde), Toledo / Paraná 

24.076595 S / 54.264534 W, Center Nautico, Guaría / Paraná

 

Über Dourados, wo wir in einem Hotelareal Unterschlupf fanden, fahren wir anderntags zuerst an weit auseinanderliegenden Behausungen vorbei, wo wir immer wieder mit den Hinweisschildern 'animales pedestre, gente urbanas y indigenas' zur Vorsicht gemahnt werden, später erkunden unsere Augen die weitläufigen Fazendas, zur Strassenseite abgegrenzt mit riesiegen Weizenfeldern. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Camping Municipal in Jardim, wo uns die Natur mit einem herrlich idyllisch gelegenen Badesee, mit vorwitzigem Federvieh (Mutu), aber eben auch mit Moskitos begrüsst.

21.420756 S / 56.389634 W, CP Balneario Jardim / Mato Grosso dol Sul

 

Frühmorgens nehmen wir an einer Führung im nahegelegenen Parque Buraco dos Araras teil, wo in einer 100m tiefen und mit einem Durchmesser von fast 300m fassenden Doline eine grosse Population von roten Aras ihr Zuhause haben.

Dann geht unser Weg weiter nach Bonito, wobei wir unterwegs die Zufahrt zum Camping Balneario del Gordo verpassen und dafür zu einem überrissenen Preis im Aquario natural ein Mittagessen genehmigen. Mit Voucher kann hier geschnorchelt werden, die Tickets sind aber in Bonito zu kaufen. Diesen Ort erreichen wir gegen Abend und richten uns bei der Pousada do Peralta auf dem Stellplatz ein. Die ersten beiden Tage liegen wir erst einmal flach, Ralph mit einem argen Husten und Kopfschmerzen, bei mir lösen Moskitostiche heftiges Fieber aus.

 

Mit Wochenbeginn fühlen wir uns besser und besichtigen zwei Grutas, San Miguel und Azul. Für die 20 Kilometer lange Erdstrasse rechnen wir mit einer Fahrzeit von einer Stunde, wobei die beiden Sehenswürdigkeiten nahe beieinander liegen, sodass wir uns über Mittag etwas ausruhen können.

Zur San Miguel geht es über eine Hängebrücke, zur Azul durch einen verschlungenen Weg bis zur 70m langen Treppe, die uns hinunter zum 80m tiefen, blaugrünen, klaren See führt. Auf dem Grunde sollen Knochen vom Säbelzahntiger - Tier der Eiszeit- liegen. In der mit nur wenig Tageslicht gespiesenen San Miguel lassen uns die hängenden Tropfen erahnen, wie lange es braucht, bis sich Stalagmiten und Stalaktiten (Gegenstück) bilden.  In der wie eine Muschel geformten Azul bezaubern nebst der in der Tiefe liegenden Lagoa, die Tropfsteine, die fantasievolle Formen bilden. Bei beiden Führungen wird nur portugiesisch gesprochen, doch wir sind überrascht, wieviel Wissenswertes wir mitbekommen und nur schon für das Auge sind die Grotten ein Besuch wert!

21.118361 S / 56.500744 W Pousada do Peralta / Mato Grosso do Sul

 

In der  Estancia Mimosa, 25 km nördlich von Bonito nehmen wir an der Trekkingtour teil, die an sieben Wasserfälle führt. Kommen wir jeweils beim stiebenden Wasser an, wird entschieden, wer von uns ins kühle Nass steigt und zum Strahl hinaus schwimmt. Der Guide ist immer aufmerksam mit dabei und der Rettungsring wird hin und wieder gerne entgegengenommen.

Nach der Tour fahren wir nordwärts dem Pantanal entgegen. Auf dem Weg diskutieren wir, wo wir einen neuen Handstaubsauger kaufen, da sich der unserige gestern verabschiedet und auch gleich Sicherungen mit ins Grab genommen hat. Ralph wechselt am Posto in Miranda die kleinen Dinger, sodass wir zumindest unsere elektronischen Geräte wieder laden können, wohlwissend dass das Ersetzen des 12/220-Volt-Staubsaugers schwieriger sein wird. Zudem haben wir auch beim Laptop und beim neuen Flashdrive Probleme.

20.241792 S / 56.366182 W, Posto Miranda / Mato Grosso do Sul

 

Die Fahrt durch das südliche Pantanal lässt uns keine Zeit mehr an unsere defekten Sachen zu denken. Je länger die Fahrt dauert, desto urtümlicher zeigt sich die Gegend. Hoch oben in den Wipfeln sitzen Vögel in jeder Grösse und Pracht und eben beim Überqueren der Holzbrücke erspähen wir am Rand eines kleinen Gewässers mindestens ein Dutzend in der Sonne liegende Kaimane. Nur die kleinen Echsen nehmen von uns Notiz und lassen sich dann schnell ins Wasser gleiten, die grossen hingegen schauen uns grimmig an, als wollten sie uns den Kampf ansagen.

 

  

Die Abzweigung nach Passo do Lontra ist gut gekennzeichnet, noch etliche Kilometer Schotterstrasse und wir haben unser Ziel erreicht. Die Hitze und die hohe Feuchtigkeit strengen uns an, doch das alles spielt keine Rolle! Wir merken schnell, dass keine Mücken da sind und wir uns noch ausruhen können, bevor die 4-stündige Bootstour mit Biologiestudenten auf dem Rio Miranda startet.

Louis, unser Guide ist der Beste! Abwechselnd fährt er uns zu tollen Plätzen, wo wir Vögel, Kaimane, Affen, Leguane sehen und dann das Highlight - in einer Lichtung hockt abwartend ein Jaguar (Onça pintada) und vor ihm im Wasser taucht immer wieder eine Riesenotter auf, die mit Lockrufen den Vierbeiner zum Spiel auffordert.

Für alle, die geeignete Schuhe (!) tragen, geht es zwischendurch an Land durch einen Mischwald auf einen kleinen Hügel hinauf, von wo die Grösse des Feuchtgebietes (230'000 km) erahnt werden kann. Im Eindunkeln schippert uns Louis auf dem Rio Miranda zurück, von oben beobachten uns einzelne Eulen, im Wasser funkeln die Augen der Kaimane und Capybaras (Wasserschweine) spielen am Uferrand. Wieder einmal heisst es Abschied nehmen!

Wir durften in den letzten Tagen soviele Tiere in freier Wildbahn beobachten, dass wir den nördlichen Pantanal (Piconé - Porto Jofré, eine 150 km aufgeschüttete Erdstrasse), auf späteren Zeitpunkt aufschieben (2017/18 ?).

Über Miranda fahren wir in die 330km entfernte Hauptstadt des Mato Grosso do Sul, nach Campo Grande und quartieren uns im Ibis ein, um uns unseren kleinen Sorgen (Laptop/Flash Drive/Staubsauger, Wäsche) zu widmen.

 

19.573812 S / 57.036223 W, Passo do Lontro / Mato Grosso do Sul

20.429421 S / 55.060309 W, Posto vor Campo Grande / Mato Grosso do Sul

20.447031 S / 54.567435 W, Ibis, Campo Grande / Mato Grosso do Sul

 

 

Unsere Route 7.1. - 28.3.16 (80 Tage), 12'000 km:

Küste nordwärts: UY - Santos - Rio de Janeiro - Vitoria 

Landesinnere: Ouro Preto - Tiradentes - Anhembi - Sales - Araçatuba - 

Südwärts: Maringá - Sta Helena - Foz do Iguaçu - ARG

 

 

2. Einreise: 7. Januar 2016 / 10. Reisebericht/Brasilien 4. - 29.3.2016, letzter Teil

(Weiterreise --->> ARGENTINIEN: 1. Einreise/Reisebericht 11+12)

 

PARANÁ, 2. Teil West: Maringá - Santa Helena - Foz do Iguaçu

SĀO PAULO, 2. Teil Landesinnere: Cassiá dos Coquieros - Sta Cruz da Conceiçâo - Anhembi - Piratiringa - Pongai - Sales - Araçatuba

MINAS GERAIS: Mariana - Ouro Preto - Tiradentes - Capitolió 

ESPIRITO SANTO: Itaoca - Marataizes - Guaraparí

SĀO PAULO, 1. Teil Küste: Bertioga - Picinguaba 

RIO DE JANEIRO: Recreio dos Bandeirantes - Rio de Janeiro - Armaçáo dos Búzios

PARANÁ, 1. Teil Ost: (Morettes/Curatiba)

SANTA CATARINA: Farol de Santa Marta - Garopaba - Balneário Camboriú - Pomerode - São Francisco do Sul

GRANDE DO SUL: Chui - La Cassina - Gramado

Sâo Paulo - Träume wie Schäume? 

Unsere Ziele lösen sich öfter einmal in Nichts auf!

Ohne Regen erreichen wir 'unseren' Thermenpark in Aguas de Sâo Pedro. Sandwiches kauend stellen wir aber fest, dass wir Uruguays Thermen (freies Stehen) den brasilianischen bevorzugen.... und gar keine Lust verspüren Parkschein zu lösen und an Eintrittskassen anzustehen.  

So fahren wir, mit im Secondhandshop von Sâo Pedro ergatterten brasilianiischer Musik in den Ohren, unserem morgigen Tagesziel, dem Campingplatz in Anhembi entgegen. Plötzlich stoppt uns eine Strassenbarriere, ein Blick ins Ipad zeigt, dass die Umfahrung einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Wieder fahren wir an immens grossen Kaffeeplantagen und Eukalyptuswälder vorbei. Als dann auf dieser gemütlich zu fahrenden Umfahrungsstrasse eine Reklame für einen Coffeeshoop anzeigt, halten wir gerne an. Eine junge Frau unterbricht das Öffnen einer grossen Schachtel, in welcher eine echte italienische Kaffeemaschine verpackt ist und bemerkt lachend, dass morgen die Eröffnung ist und sie erst am Einrichten sei. Wir suchen uns einige Geschenkpackungen aus, bevor wir von der Terrasse aus noch ein Erinnerungsfoto schiessen.

Beim Eindunkeln erreichen wir bei leichtem Nieselregen Anhembi und beschliessen den Erdweg zum Camping erst am anderen Tag in der Früh zu erkunden und nächtigen direkt an einem grossen Entenweiher, gegenüber einem einfach, aber funktionell gut eingerichtetem Snackbeizli. Kaum stehen wir, giesst es wie aus Kübeln, gut Lachen kann der, der ein Dach über dem Kopf hat!

 

Natürlich habe ich keinen Tiefschlaf gefunden und mache früh am Morgen einen Rundgang um den Moorsee, wo bereits einige Fischer ihre Angeln ausgeworfen haben. Ralph kommt mir von der anderen Seite entgegen und wir beschliessen, beim Camp am Rio Tiête zu frühstücken.

Doch was wir unbeschwert beginnen, artet bei der Anfahrt zum Campingplatz in Action aus. Wir zweigen in das einspurige Erdsträsschen, Schlaglöcher, defekte Tierroste, dann beim dritten Gatter trauen wir unseren Augen nicht! Vom Regen ausgewaschene, tiefe Furchen führen die nächsten Meter steil bergab, eine Weiterfahrt ist unvernünftig! Wir haben mit unserem 3.5 Tonnen schweren, einfachbereiften Fahrzeug mit Vorderradantrieb keine Chance und sollte es noch regnen, nicht auszudenken. 

Ich beeile mich retourlauten und zeige Ralph beim Rückwärtsfahren die defekten Roste, die Löcher und den Match an, bis wir wieder bei der Abzweigung sind. Verschwitzt, aber froh, dass wir ohne Hilfe die Teerstrasse erreichen, steige ich ins Womo ein und freue mich auf das Frühstück im Schattenplätzchen bei den Fischern, die wohl besser in den Tag starteten.

Mit frisch gepresstem Orangensaft und feinen Brötchen vergessenen wir den misslungenen Sonntagsbeginn und suchen in der Karte neue Ziele heraus. 

22.788009 S / 48.125155 W, Anhembi, am Moorsee (frei) 

 

Da auch hier der direkte Weg nach Piratininga wegen dem Unwetter nicht passierbar ist, müssen wir wieder eine Nebenstrasse fahren und erreichen am späteren Nachmittag die Therme in Piratininga. Das Freizeitvergnügen wollen wir morgen, ausgeruht geniessen und dürfen uns direkt vor dem bewachten Eingang für die Nacht hinstellen.

Unsere Rechnung geht voll auf, die Therme ist nämlich am Montag geschlossen! Im Internet suchen wir in der Nähe Sehenswürdigkeiten und entscheiden uns für die Besichtigung der japanische Ingreja Tenrikyo in der 400 Tsd EW zählenden Stadt Bauru. Roberto, der in Brasilien geborene Japaner hat drei Jahre in seinem Ursprungsland die Grundlagen dieser erst im 19. Jhd gegründeten Kirche studiert und lebt fortan für die Tenry-Anhänger im Land. Der von aussen sehr schöne Tempel ist im Innen sehr schlicht gehalten. Ein wichtiger Bestandteil der täglichen Zeremonien sind die neun, das Leben symbolisierenden, verschiedenen Musikinstrumente und die sechs Tänzer. 

Ein Rundgang durch den Wallmarkt, feine Asadostücke im Selbstbedienungs-Restaurant, ein speziell aromatischer Kaffee, (gleich teuer wie das Essen...) und ein Eis sind weitere Tops an diesem Tag, bevor wir wieder zur Therme zurückfahren und unsere Aussendusche in Betrieb nehmen. 

Am Montag verbringen wir mehrere Stunden in der riesigen Thermenanlage. Die Turisten werden nach Bezahlen des Eintritts von je 20 Reais für einen Hauttest (Füsse, Hände) in einen Raum geführt und nachdem das Billet gestempelt wurde, dürfen wir uns ins Nass begeben. Etwa 15 kleinere Thermalbäder und Liegen unter Palmen stehen zur Verfügung, jedoch kein Schwimmbecken, wo man sich abkühlen kann. Am frühen Nachmittag duschen wir ausgiebig, bezahlen unseren PP (Abriss) und beabsichtigen über die SP 300/SP 333 den Camping am Rio Tietê in Pongai anzufahren (brasisilianisches Campverzeichnis). Bereits dunkelt es, einen Wegweiser finden wir nicht, also müssen wir uns diese Nacht wieder mit einem Posto zufrieden geben.

 

So viele Leute wie wir nach der Strasse zum Camp am Rio Tietê fragen, soviele verschiedene Antworten bekommen wir. Ausser, dass wir, ebenfalls bei einer Auskunftsperson, die gerade am Fisch ausmachen ist, für 8 Reais/2 Euro ein halbes Kilo frische Fischfilets kaufen können, haben wir in den letzten beiden Stunden kein Erfolg zu verzeichnen. Fertig mit der Sucherei, wir fahren über den 4 km breiten Rio Tietê, dann westwärts nach Sales, wo wir auf 'mapsme' drei Strände eingezeichnet sehen. Und richtig, gleich hinter dem Stadttor lesen wir die Wegweiser zu den Praias Cervinho, Torres und Richelieu, die wir in dieser Reihenfolge in den nächsten Tagen besuchen. Endlich können wir unsere Wäsche in Ordnung bringen, prüfen, warum der Sonnenschutz des Hekifensters nicht mehr funktionstüchtig ist, selber kochen und im Fluss baden. Immer wieder werden wir an den leeren Stränden von Leuten besucht, auch eine Kommission der Stadtverwaltung findet uns an der Praia Cervinho und macht gleich ein Fotoshooting für ihr Facebook. Geschichtlich interessant ist am Ort der Cemitériodos Esquecidos, der Friedhof der Vergessenen, mit Grabstätten der Guaranis.

22.406335 S / 49.129072 W, Piratininga, vor und in der Therme

21.650014 S / 49.286753 W, Pongai, Posto

21.442154 S / 49.577498 W, Salem, Praia Torres, bewacht 

21.383090 S / 49.556756 W, Salem, Praia Richelieu

 

 

Berê do Nobre, ein Paar, das wir im Januar in Pomerode kennenlernten, haben uns eingeladen ein paar Tage bei ihnen in Araçatuba (auf dem Weg zum Pantanal) zu verbringen. Bei der letzten Abzweigung zum Gelände der Beiden, wählen wir die verkehrte Richtung, werden nach 200 m auf der rumpligen Erdstrasse duch Bauarbeiter brüsk gebremst und Ralph wird wieder zu einem Kehrmanöver gezwungen. Hätten wir Nobre nicht in seinem natürlich gewachsenen Park armschwingend auf einen Eingang seiner Estancie zukommen sehen, hätten wir unsere Bekannten nie hier wohnend vermutet. Dieses 32'000 m2 gosse Grundstück mit all seinen Bäumen, Pflanzen, Vögel und Insekten sind für die nächsten 4 Tage unser zu Hause, bevor wir uns im 2er Konvoi ins ca 700 km entfernte Santa Helena zu einem Womotteffen aufmachen. Die Verabredung in Campo Grande mit Mirim und Nicholas und das Pantanal schieben wir auf.....

Nebst Ausflüge in den Kautschukwald, zur tollen SpaAnlage am Rio Tietê, werden wir von der Familie mit einem typischem brasilianischen Essen, Feijoada verwöhnt. (Herzlichen Dank Vagner e Aline)

Leider verneint uns die Police Federal die Anfrage, das Visum für Brasilien von 3 auf 6 Monate zu verlängern, doch werden wir in Foz erneut unser Glück versuchen.

Die politische Situation im Land spitzt sich zu, Thema 1 ist nicht mehr Fussball, sondern Dilma und Lula... 😠 

Am Donnerstag, 17.3.16 verlassen wir zusammen mit Berê do Nobre die Estancia. Gerade etwa in der Hälfte unserer Fahrt nach Santa Helena liegt Maringá, wo wir auf Familie und Freunde von Berê da Nobre zählen dürfen. Die Cousine zeigt uns ihre Stadt und fährt mit uns zum japanischen Garten und zur wunderschönen Kathedrale und die Freundin Sima bewirtet uns mit Kibe con carne und feinem Dessert. Hier dürfen wir mit unseren Womos im sicheren Hinterhof stehen und schlafen. 

Auf der Weiterfahrt am anderen Morgen, gibt es einen Halt am Wegesrand um Maiswickel zu probieren, dann eine ausgiebigere Pause bei einer Wekstätte für Klimaanlagen für LKW. Wir haben die Idee, endlich der Hitze in unserer Lira mächtig zu werden. Allerdings gehen wir unverrichteter Dinge weiter, wir haben zu wenig Vertrauen in eine sachgerechte Montage. Unsere zwei Tischventilatoren müssen weiterhin Höchstleistungen erbringen!

Das grösste südamerikanische Motorhometreffen mit über 400 Fahrzeugen in Santa Helena beginnt erst an Auffahrt, doch stehen bereits mehr als 150 Camper im grossen Areal. Berê und Nobre werden von allen Seiten begrüsst, müssen Fragen über uns ergehen lassen, doch uns besagt die Atmosphäre nicht. So brechen wir in der Früh auf.....

21.219644 S / 50.472479 W, Araçatuba bei Berê do Nobre (muito obrigada!)

23.426378 S / 51.925568 W, Maringá bei Sinda im Hinterhof (muito obrigada!)

24.841914 S / 54.332354 W, Santa Helena

Schön ist es, wieder im eigenen Rythmus zu fahren, das Frühstück unterwegs einzunehmen, spontan bei einem Balneario zu halten um zu baden - wir geniessen die Fahrt nach Foz do Iguaçu und freuen uns auf den super tollen Campingplatz Paudimar. Den Wegweiser folgend erreichen wir bei schwüler Temperatur das 3-Ländereck Brasilien, Argentinien und Paraguay und schauen hinunter zu den Grenzflüssen Paraná (Paraguay) und Iguaçu (Argentinien).

 

Am zweiten Tag bringt uns der Linienbus Nr 120 zum UNESCO-Welterbe-Iguaçu-Nationalpark, wo wir im Parque das Aves einige Stunden spazieren gehen. Abwechselnd sehen wir Vogelarten in grossen Volieren oder wir erleben die Gefiederten in begehbaren Geländen, sodass wir unseren Lieblingen, den Tukanen, die wir bereits auf unserer Reise, zuletzt im Park von Nobre in Freiheit beobachten konnten, ganz nah sein können. 

 

Das Wetter bleibt bis an Ostern unbestimmt und so besuchen wir heute das zweitgrösste Wasserkraftwek der Erde, Itaipu Binacional, mit der 200 m hohen Staumauer. Kaum besteigen wir nach dem ersten Stop wieder den Touristikbus, schüttet es für die nächsten 1-2 Stunden, so wie wir dies in Südamerika schon öfters einmal erlebt haben! 

Das Kraftwerk produziert soviel Strom, dass heute der Verbrauch von 80 % in Paraguay und 15 % in Brasilien gedeckt ist. Das Wasser zischt mit 120h/km vom 1982 angestauten Paraná aus den Turbinen. Nicht zu vergessen ist, dass vor 40 Jahren 60'000 Menschen -meist Guarani- auf beiden Seiten des Flusses ihr Land verlassen mussten und mit der Rodung des Waldes viele Tieren, darunter Tapire, Wildschweine, Jaguare ausgerottet wurden. 

25.599148 S / 54.524348 W, Foz do Iguaçu, Posadas e Camping Paudimar 

 

Mit vom Camping organisiertem Transfer geht es heute, am einzig trockenen und schönen Tag der ganzen Woche, zu der argentinischen Seite der Iguaçu-Fälle. Doppeltes Glück haben wir bei den Grenzabfertigung bei Ein- und Ausreise. Die Osterferien beginnen erst, so sind wir innert wenigen Minuten in Argentinien und am Abend bei der Wiedereinreise nach Brasilien hält der Chauffeur bei der Policia Federal und 'schwups' sind wir im Besitz der Aufenthaltsverlängerung für Brasilien! 

Mit dem Zug lassen wir uns im Park bis zur Endstation, der Garganta del Diablo führen. Von dort aus spazieren wir, vorbei an Grossfamilie Nasenbär und herrlich bunten Schmetterlingen über den langen, gut angelegten Steg zum zischenden Garganta del Diablo. Später erreichen wir über den Passeo Superior die Saltos Dos Hermanas, den Chico, den Bossetti, von dort erleben wir eine unglaublich schöne Rundsicht zu weiteren in die Tiefe stürzenden Gewässer, zu Adán y Eva, San Martin und vielen anderen. Ein herrlicher Tag....

 

Mit uns haben sich auf dem Paudimar Camping zwei weitere Paare aus Europa eingefunden, seit Brasilien die ersten Europäer die wir treffen. Beide Paare treten ihre Heimaturlaube an, eines von Montevideo aus, das andere von Foz. So werden manche Erfahrungen ausgetauscht, Reifen flicken, Moskitoschutz, Routenplanung.

 

 

1. Einreise: 7. Januar 2016 / 9. Reisebericht/Brasilien 14.2. - 4.3.2016 

SĀO PAULO: Cassiá dos Coquieros - Sta Cruz da Conceiçâo

MINAS GERAIS: Mariana - Ouro Preto - Tiradentes - Capitolió 

ESPIRITO SANTO: Itaoca - Marataizes - Guaraparí

SĀO PAULO: Bertioga - Picinguaba 

RIO DE JANEIRO: Recreio dos Bandeirantes - Rio de Janeiro - Armaçáo dos Búzios

PARANÁ: (Morettes/Curatiba)

SANTA CATARINA: Farol de Santa Marta - Garopaba - Balneário Camboriú - Pomerode - São Francisco do Sul - 

GRANDE DO SUL: Chui - La Cassina - Gramado -

 

Espiritó Santo - Adieu Küste....

Nur etwa zwei Stunden nördlich liegt unser letztes Ziel am Atlantik, Guarapari. Hier wollen ein paar Tage bleiben, die Eindrücke der 3'500 km langen Reise der Küste entlang setzen lassen, bevor wir das Meer für lange Zeit verlassen.

30 km entfernt liegt Vitória, wo wir mit Grimaldi den ersten brasilianische Hafen angefahren sind.

 

Wir reservieren uns ein Hotelzimmer im alten Teil von Vitória und verabschieden uns, um mit öV Reise dorthin zu fahren. Geraldo, der Campbesitzer ist sehr besorgt, bringt uns mit seinem Auto zur Oñibus-Station und schreibt uns für die Heimfahrt ein Empfehlungsschreiben, damit der Buschauffeur uns auch am richtigen Ort aussteigen lässt.

 

Für nur knapp 50€ quartieren wir uns im zentrumsnahen Hotel Slaviero ein und spazieren durch die Altstadt, zum Theatro Carlos Gomes, zur Catedral Metropolitana, ruhen uns zwischendurch in einem lauschigen Stadtpark aus. An einem Stand verpflegen wir uns mit Empanadas und Zuckerrohrsaft, bevor wir im Hotel eine wohlverdiente Siesta machen. 

Am Abend sehnen wir uns aber nach dem einfach aber lecker zubereiteten  Fisch aus der Bar in Guarapari. Lange müssen wir im Strandrestaurant auf unseren bestellten Fisch warten, -ich weiss zwischendurch schon gar nicht mehr wie sitzen-, dann stillen wir unseren Hunger, zahlen die uns horrend erscheinende Rechnung und suchen uns fahren mit dem Bus zurück in die Innenstadt.

Schön ist es dann, wieder einmal in zwei normalen Betten zu schlafen und sich am Morgen am reichhaltigen Frühstücksbuffet zu bedienen....

 

Am zweiten Tag steht der Besuch des weithin sichtbaren, im Jahr 1558 auf dem 154m hohen Felsen erbauten Konvent, Nossa Senñora da Penha auf unserem Programm. Da der direkte Bus einfach nicht kommen will, die Sonne aber schon brennt, steigen wir in einen Linienbus. Unsere Unbeholfenheit fällt dem BIlletverkäufer im Bus auf und er nimmt sich uns gleich an. Im Zentralbahnhof begleitet er uns bis zum Zubringebus und aus dem kurzen Gespräch entnehmen wir, dass er vom Reisen nur träumen kann. Noch lange winkt er uns nach und wir hätten ihn gerne bei unserer Rückkehr am Nachmittag wiedergesehen.

Vom Nonnenkloster aus haben wir eine grandiose Aussicht auf die fast eine halbe Million zählende Stadt Vila Velha, wo das verdichtete Wohnen ein Muss ist. Die Städte sind umgeben von Hügellandschaften und Mangrovenwäldern, davor schön geschwungene Buchten und (verschmutzte) Badestrände. Für die Besichtigung können wir uns viel Zeit nehmen, die Abtei ist täglich einige Stunden frei zugänglich.

Zurück in unserem Hotel, machen wir uns für die Fahrt nach Guarapari frisch -völlig unnütz-, denn nun warten wir bei 35 Grad ein weiteres Mal auf einen Bus. Sobald die wartenden Leute ihren Bus in der Ferne erkennen, halten sie kurz ihre Hand über den Trottoirrand. Dann endlich, nach gut einer Stunde braust auch unser Bus heran und wir sind Geraldo dankbar, dass wir dem Chauffeur nur unseren Zettel mit Adressvermerk hinhalten müssen, bevor wir uns ins Polster fallen lassen und die Beine ausstrecken können.

 

Zwei weitere Tage geniessen wir das Nichtstun auf dem Camp, spazieren zum bekannten Strand Setiba, schwimmen im Atlantik und in der Bar löschen wir unseren Durst mit einem Brahma mit Sprite oder Guaraná und stillen den Hunger mit einem köstlichen Fisch, dekoriert mit fein geschnittenen Tomaten und Zwiebeln. Natürlich läuft nicht alles reibungslos.... endlich funktioniet mein Darm wieder, doch nun ist Ralph ein Stück der Füllung im Backenzahn abgebrochen, Geraldo ist der Retter ... und bringt Ralph zum Zahnarzt😬.

20.629546 S / 40.446055 W, Guarapari, Camp Costa Mares

 20.319918 S / 40.331235 W, Vitória, Hotel Slaviero

 

MINAS GERAIS so gross wie Frankreich!

Mariana - und die Goldmine

Bis wir die Einfahrt auf die Überlandstrasse nach Ouro Preto finden, muss Ralph zweimal in der 120'000 EW zählenden Stadt Guarapari auf schmalen Erdstrassen wenden; zum Glück regnet es nicht!

Die BR 262 führt entlang grossen Bananen- und Kaffeeplantagen über fruchtbares hügeliges Gebiet in den ärmeren Bundesstaat Minas Gerais, welcher so gross wie Frankreich ist. Nach längerer Fahrzeit, vorbei an grossen Mais- und Zuckerrohrplantagen finden wir beim Hotel Memorial in Abre Campo einen sicheren Schlafplatz.

Bei Urucania führt uns die MG 329 bis nach Mariana, wo wir die Brasiliens grösste zugängliche Goldmine besichtigen. Mit einem Wagen werden die Besucher auf einem 300m langen Weg in die 120m tiefe Höhle gerollt. In den unterirdischen Galerien sehen wir die von Kupfersulfat, Arsen, Pyrit und Eisenerz geschichteten Gesteine und lassen uns bis zum natürlichen unterirdischen See führen, wo auch heute Sonntag nach Edlem getaucht wird. In der ersten Hälfte des 18. Jhd hat die portugiesische Krone den Goldabbau dirigiert und in wenigen Jahrzehnten über 35 Tonnen des Edelmetalles dem Land entzogen.

20.296311 W / 42.476626 S, Hotel Memorial, Abre Campo, 567müM

 

Ouro Preto - das Rütli von Brasilien

Wenige Kilometer entfernt, auf 1100m, liegt auf verschiedenen Hügeln verteilt Ouro Preto, welche wegen ihrer barocken Altstadt einzigartig ist und seit 1980 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Auch in Ouro Preto gab es ein riesiges Goldvorkommen, das Edelmetall ist durch Eisenoxid verunreinigt und leicht schwarz gefärbt. Ouro Preto und seine Erhebungen sind auch heute noch für Edelsteine und Mineralien bekannt, so gibt es den Topas Imperal hier! Auch heute sind viele Auswärtige in der Stadt unterwegs, doch vorallem portugiesisch Sprechende!

Wir parkieren über der Stadt hinter einer mächtigen Kirche und erhalten bis spät abends immer wieder Besuch. Die Militärpolizei patroulliert vorbei, macht einige Schnappschüsse und bestätigt, dass wir hier sicher stehen. Ein einheimisches junges Paar lässt sich von uns viele Details vom Womo erklären und wir erhalten Tipps von herrlichen Plätzchen rund um Ouro Preto und dann findet sich auch noch ein waschechter Rheintaler ein, der mit dem Ort stark verwurzelt ist und jährlich mindestens einmal in Brasilien weilt.

Der Rundgang in Ouro Preto am anderen Tag geht in die Beine, doch wir haben Glück, das Wetter hält. Kurz entschlossen, versuchen wir nachmittags den einen Tip umzusetzen und fahren nach Lavas Noves, müssen aber 2 km vor dem Ort aufgeben, da nur noch eine steile, sehr schmale unebene Erdstrasse in den Ort führt, schade.

20.381846 W / 43.507596 S, Ouro Preto, Kirche, 1'170müM

 

Tiradentes - und die Umstellung auf Winterzeit

Über die Estrada Real sind es ca 170 km bis Tiradentes, dessen Geschichte ebenfalls zur brasilianischen Gründungszeit gehört. Da unsere elektronischen Geräten automatisch die Uhrzeiten dem Land anpassen, haben wir die Umstellung auf Winterzeit nicht beachtet und sind vom Eindunkeln um 18.00 Uhr völlig überrascht. Die Fahrt zieht sich hin, es gelingt uns nicht eine Pousada für die Übernachtung zu finden und so fahren wir bei völliger Dunkelheit in Tiradentes ein. Es rumpelt nur so, die historischen Stadt ist für ihren Strassenbelag, die Bollersteine bekannt. Ralph sieht erst beim Stadtrundgang am nächsten Tag, welche Hürden er an diesem Abend nehmen muss.

Da wir keinen der beiden Campings finden, fragen wir bei einem grossen Restaurant, ob wir ohne zu konsumieren - der Hunger ist uns sprichwörtlich vergangen- stehen bleiben dürfen. Ralph macht noch eine Runde und sieht, dass der Camp Tiradentes nur wenige Meter entfernt ist. 

Gerade als wir am Morgen die Einfahrt zum Camp nehmen wollen, werden wir von einem Auto mit brasilianischen Kennzeichen gestoppt, ein Mann tritt ans Fahrerfenster und begrüsst uns in Englisch. Es stellt sich heraus, dass Davide seit 2014 für Holcim in Brasilien Projekte leitet und nur alle paar Wochen nach Italien zurückkehrt. Unser Fahrzeug, teilintegriertes Womo mit Bild eines Schäferhundes im Schnee, europäische Nummerschildern kommt ihm wie eine Fata Morgana vor, hat er doch alles auch zu Hause, sogar die Autolänge ist gleich. Er streckt uns seine Telefonnummer hin, bietet seine Hilfe an, was auch immer es sei, dann verabschieden wir uns.

Wir richten uns auf dem Camp Tiradentes ein, nehmen den Bus bis zum Zentrum und sehen uns, wie in Ouro Preto, Bauwerke im Rococo-Stil an. Zu staunen gibt es, wie die Autos auf den Holpersteinen kutschieren, umsomehr als wir gestern mit unserer LIRA diese Strassen passiert haben. Dann kehren wir bei grosser Hitze zu Fuss zum Camp zurück.

Am anderen Tag lassen wir uns nicht entgehen wieder einmal Schweizerdeutsch zu reden und es gelingt uns bei Tageslicht den Camp von Hans - Joâo Mineiro zu finden. Hans ist ein ruhiger Typ, tut weder kund warum und wieso er vor fünf Jahren, mit 59 Jahren sich hier einen neues zu Hause suchte, noch erzählt er uns Neues von der Umgebung.

So schauen wir im Schatten des Pflanzendaches den Kolibris und den wahrlich grossen farbigen Schmetterlingen zu, wie sie zum Naschen jede einelne Blüte anfliegen, beantworten unsere Post, so auch die E-Mail von Davide. Er lädt uns für am Abend zu einem Caipirinha im Ort ein, doch wir müssen passen, da wir von gestern geschädigt sind, im Dunkeln zu fahren, schon gar nicht über die schmale Erd-Zufahrtsstrasse zum Camp Joâo Mineiro. Und siehe da, Davide taucht mit einem feinen chilenischen Wein auf und wir quasseln bei einem Bier in die Nacht hinein.

21.127605 S / 44.171354 W, freistehend b/Restaurant in Tiradentes

21.130518 S / 44.172349 W, Camp Tiradentes, 915müM

21.121779 S / 44.157720 W, Camp Joâo, Tiradentes 

 

SÂO PAULO - nun, südwestwärts 

Über welche Route wir einst Brasilien verlassen, wollen wir in dann in Tres Lagoas bestimmen, auf dem direkten Weg von Tridentes aus sind dies 1'100 km. Wir haben uns dazu einige Tagesetappen vorgemerkt: Formiga, Capitólio uw. Doch welche Enttäuschung: die Campings und Pousadas sind entweder geschlossen oder mit unserer LIRA können wir diese nicht anzufahren. Zweimal hintereinander stehen wir zum Schlafen an einer 24-Stunden Tankstelle (Posto). Und als Ralph am nächsten Tag auch noch den Frühstückshalt bei einem Posto macht, steige ich frustriert aus und sehe einen Tukan auf einem Ast sitzend, welch Erlebnis!

 

Während der Frühstückspause suchen wir im brasilianischen Campingverzeichnis mögliche Übernachtungsmöglichkeiten heraus, damit wir nicht wieder an einem Post nächtigen müssen. Wir haben uns fest vorgenommen, die guten Plätze im iOverlander einzutragen, da in diesem Verzeichnis auf dieser Strecke keine Übernachtungsplätze zu finden sind. 

 

In Cassiá dos Coquieros fahren wir den Camping Pocinho do Binga an und werden von Tanja und ihrer Mutter herzlich empfangen und gleich auf einen Begrüssungskaffee eingeladen. Da wir seit Tagen beim Einkaufen nach Marmelade vergebens Ausschau halten, koche ich Karambole-Konfitüre ein. Und dann bringt uns Tanja eine Schüssel mit zwei verschiedenen Sorten Bananen, Maracujas, Limetten, Galegas, Avaocados und ich weiss nun, Caipis schmecken auch mit Karamboles und Galegos (gelbe Limette) super! Noch zu dritt ein gemeinsamer Spaziergang zum Wasserfall und dann müssen wir uns von Vanessa, Daniela und Rita verabschieden - es geht weiter...., nicht immer fällt mir der Abschied leicht!

20.594828 S / 46.066139 W, Posto Capitólio 👍

20.734220 S / 46.576335 W, Posto vor Passos 🤔

21.276834 S / 47.169613 W, Camping Pocinho do Binga, 900 müM

 

 

Der nächste Wegabschnitt bietet landschaftlich nichts Neues, ein Halt bei einem Sportareal, ein Halt bei einem Post und schon erreichen wir heutiges Ziel.

Welch tolle Überraschung, der ausgesuchte Municipal-Camping im 200 km entfernten Sta Cruz da Conceiçâo liegt wirklich direkt an einem herrlichen Badesee, genau wie dies am Vortag im Facebok gepostet wurde. Auf der grossen Wiese stehen noch einige Brasilianer, die hier über Wochen ihre Oase gefunden haben. Für einige Tagen bleiben wir an diesem herrlichen Ort, können jeden Tag schwimmen auch wenn der Himmel bewölkt ist, resp. es zwischendurch heftig regnet. Unser Highlight ist jedoch, dass ein Tukanpärchen an einem Morgen für kurze Zeit auf dem Baum vor unserem Womo Platz nahm!

22.135902 S / 47.467797 W, Camping Municipal, Sta Cruz da Conceiçâo 

 

 

2. Einreise: 8. Januar 2016 / 8. Reisebericht/Brasilien 24.1. - 13.2.16 

ESPIRITO SANTO: Itaoca - Marataizes

SĀO PAULO: Bertioga - Picinguaba 

RIO DE JANEIRO: Recreio dos Bandeirantes - Rio de Janeiro - Armaçáo dos Búzios

PARANÁ: (Morettes/Curatiba)

SANTA CATARINA: Farol de Santa Marta - Garopaba - Balneário Camboriú - Pomerode - São Francisco do Sul - 

GRANDE DO SUL: Chui - La Cassina - Gramado -

 

PARANA - Küste, nordwärts

Bei trübem Wetter verabschieden wir uns vom Camp Tony, von Mara und ihrer hübschen Tochter und dem Papagei Loro, der uns mit seinen Spielereien für den schmutzigen Strand in São Francisco do Sul voll entschädigte. Der Camp war super, wir konnten das gute Internet nutzen, unser Bettzeug waschen lassen und wissen nun auch, -dank Tips aus der Schweiz und von Reisenden, welche Ort wir gerne in nächster Zeit anfahren.

Gerne hätten wir mit der rattenden Eisenbahn die spektakuläre Felsenfahrt in Morretes unternommen, doch mit Einsetzen des Regens entscheiden wir uns die gut ausgebaute BR 376 zu fahren und uns nach Curtiba auf der BR 116 bei einer Tankstelle einen Schlafplatz zu suchen.

25.109954 S / 48.745630 W, Tankstelle nach Curitiba

 

SÂO PAULO - Küste, nordwärts

Der Morgen zeigt sich bereits von besserer Seite und wir geniessen bei der Fahrt das satte Grün der Umgebung. Die Strasse scheint direkt durch den Urwald zu führen, vorbei am Parque Estadual de Rio Turvo mit seinen herrlichen Arau-karien- und Pinienbäumen, die mit Moosen und Bromelien überwachsen sind. Die Einschnitte in der hügeligen Landschaft sind für uns wie Fantasiebilder! Die grossflächigen Bananhaine, behängt mit Bananenstunken, zeigen uns, wie die Leute in der karg bewohnten Gegend ihr Einkommen erwirtschaften.

In den vergangenen Stunden waren hauptsächlich LKW's mit uns auf den Strassen unterwegs, doch ca 100 km vor Sâo Paulo sind vermehrt PKW's da, es kommt grosser Verkehr auf. Alle drängen, 30m lange LKW überholen uns, doch bei den regelmässig installierten Geschwindigkeitsmessungen wird abgebremst und mit vorgeschriebenem Tempo gefahren.

Obwohl wir bereits einige Sehenswürdigkeiten von Sâo Paulo herausgesucht haben, lassen wir die grösste Stadt Brasiliens mit seinen 17 Mio EW 'links liegen', weil wir keine Antwort auf unsere Anfrage betreffend einem sicheren PP erhalten haben. Der uns von der Überfahrt her bekannte Frachthafen in Santos erkennen wir von weitem und sehen die wartenden Frachter zum Einfahren, doch eine Grimaldi ist nicht dabei.

In Bertioga finden wir im zweiten Anlauf den direkt an der Praia da Boracéia liegende Camp Beiramar und werden herzlich von den 'festinstallierten' Brasilieros empfangen. Sie interessieren sich sehr woher wir kommen, wie eine Verschiffung vor sich geht, sodass wir wieder einmal mit unserer, auf der LIRA aufgezogenen Weltkarte das Woher und Wohin erklären können. Mit feinem aufgegossenem Costa Rica-Kaffee weden wir am nächsten Morgen von den Nachbarn verwöhnt, unser Nespresso kann da nicht mithalten! Am Nachmittag folgt dann die Zeremonie 'Cocosmilchtrinken'. Ralphs Geburtstag kommt etwas zu kurz, mich plagt über zwei Tage hinweg eine blöde Magenverstimmung. Nach der 4. Uebernachtung folgt dann wieder einmal das Adieusagen....

23.756319 S / 45.860540 W, Camp Beiramar

 

Die Costa Verde hält, was ihr Name verspricht! Die Gegend ist so abwechslungsreich, das Auge kommt kaum mit, alles zu erfassen. Die Strasse führt an der Küste vorbei, wir können Sandstrände erhaschen und bereits sind wir mittels kleiner Steigung wieder mitten im herrlichen Regenwald, die Bäume wild verwachsen, dazwischen herrlich violett blühende Sträucher oder Pflanzen mit kräftig roten Blüten. Oftmals reicht der Wald bis zur Küste hinunter.

In der Küstenstadt Ubatuba machen wir einen längeren Halt. Wir schlendern durch den Ort, Beziehen wieder einmal Reais, dann Kleiderkäufe und ein Blitz-Coiffeurbesuch von Ralph liegt auch drin. Eigentlich wollen wir hier bei einer Possada übernachten, doch die Höhe unserer LIRA vermasselt unser Vorhaben, sodass wir über Klopfsteinpflaster zurück auf die Hauptstrasse fahren. Die vorgerückte Zeit verlockt uns dann in Picinguaba in die Erdstrasse einzubiegen und dem Hinweisschild Camp do Cha Crinha zu folgen. Der Abend ist ausgefüllt mit Baden, Inordnungstellen der Garagen und zum Schluss sehen wir einer Familie mit drei Teenager beim Zeltabbau und Abfahrt im Dunkeln zu, welch Gelassenheit sie an den Tag, resp an die Nacht legen, ist ein wahrer Genuss.

23.333270 S / 44.901645 W, Camp Cha Crinha, Picinguaba

 

RIO DE JANEIRO

Es geht weiter entlang der schönen Costa Verde! Für Ralph ist dies der Julierpass (mit etwas geringerer Höhe) im Urwald mit Meeresabschnitte. In Paraty zweigen wir ins Zentrum ab. Da macht uns eine Umleitung das Leben schwer, schon wieder geht es über Klopsteinpflaster: holper, holper!!! Wir parken direkt am Landeplatz einiger Touristenboote und lassen uns auf eine Bootstour zur Ilha Verde entführen. Die grüne Inselwelt ist eine Augenpracht, kleine, unberührte grüne Flecken wechseln sich mit grösseren touristisch herausgeputzten Eilanden ab.

Nach der Erholungspause fahren wir mutig den Camp do Brasil in Recreio, 30 km vor Rio de Janeiro an, obwohl uns gesagt wurde, dass die Campkette vorallem ihren Mitglieder vorbehalten ist und wir in der Hochsaison und zudem noch zur Karnevalszeit kaum Platz bekommen würden. Jeffron spricht uns auf den Ausweis an und da wir überhaupt keine Campmitgliedschaftskarte mehr haben, zeigen wir ihm einfach unseren TCS Mitgliedschaftausweis. Wir diskutieren mit Händen und Augen und plötzlich klappt es, statt 76 Reais p/P und MH, zahlen nur 76 Reais p/Tag😄.

Am 2. Tag bringt uns der Ortsbus bis zur ersten Endstation, der Schnellbus, in horrendem Tempo innert 45 Minuten bis zum Stadteingang, dann der dritte Bus unter stop and go innert einer Stunde entlang der 3 km langen Praia Ipanema und der 4 km langen Copacabana, weiter bis ins Urca Quartier. In 15 Gehminuten erreichen wir dann die Drahtseilbahn zum Pâo de Azucár. Jeder Bus kostet lediglich 3.80 Reais (1€), wobei einmal ein Wachmann unseren Ausweis sehen will und uns dann gratis zusteigen lässt😄.

Vom Pâo de Azucár(Gneis) aus die etwas im Dunst liegende Megastadt Rio mit 12 Mio EW! Rio liegt atemberaubend schön unter uns die Strände, die vielen Inseln, umgeben von immergrünen Erhebungen. Die Cariocas (Hütte des weissen Mannes), so werden die Einwohner der Stadt genannt, erleben wir als zuvorkommend (im Bus wird für Beeinträchtigte aufgestanden) und sehr hilfsbereit. Sie reden aber ausschliesslich Portugiesisch resp. Portuñol 😉, ein Mixt aus Portugiesisch und Spanisch.

 

Am nächsten Morgen wagen wir den nächsten Schritt und fahren frühmorgens mit der LIRA zum PP am Lagoa Rodrigo do Freitas in Rio, nur 5 Quader von der Praia Ipanema entfernt. Wir können einen Platz auf dem von Sicherheitsleuten bewachten Parkplatz aussuchen und dann sind wir den ganzen Tag unterwegs. Wir spazieren mehrere Kilometer um die Lagoa, verbringen Stunden an der Praia Itapenema, bevor wir wieder zu Fuss den Retourweg antreten. Bei der LIRA geniessen wir unsere Aussendusche und verbringen die Nacht auf dem PP, obwohl die Securitas um 23.00 Uhr den Platz verlassen.

23.033605 S / 43.489502 W, Camp Brasil, Recreio dos Bandeirantes

22.971805 S / 43.217202 W, PP Lagoa Rodrigo do Freitas, Rio de Janeiro

Unsere Fahrt von Rio de Janeiro nach Cabo Frio, resp nach Buzios steht nicht unter gutem Stern! Auf der 13 km langen Ponte Presidente Costa e Silva und danach auf der Strasse bis Rio Bonito erleben wir Stau... wir stehen mehr als dass wir fahren. Es scheint, ganz Rio sei auf der Flucht vom Karneval. Später erfahren wir, dass dies ein alltäglicher Zustand ist😏. Für unsere Tagesstrecke von 166 km brauchen wir mehr als 7 Stunden.

Zwei herrliche Tage in Buzios entschädigen uns für die quälende Fahrt. Die kleine, familiär geführte Rancho dos Eucaliptos ist ein Juwel (nur der Strand fehlt). Beim Abendspaziergang in Buzios kommen wir fast in einen Kaufrausch  und mit einem Quentchen mehr Glück hätten wir fast Tickets für den Karneval in Rio erhascht... Dafür verbringen wir mit Chris aus Santiago de Chile schöne Stunden, wissen nun einiges über unseren Wunsch-Ferienort 2016, die Osterinseln und ein kurzer, herzlicher Moment mit Nicholas und seiner Mutter Mirian aus Mato Grosso do Sul ergibt, dass wir bei unserem Pantanalbesuch einen Abstecher nach Campo Grande einplanen.

22.792222 S / 41.961406 W, Rancho dos Eucaliptos, Buzios

 

ESPIRITO SANTO 

Es träumt uns von einer Auszeit unter ganz bestimmten Voraussetzungen: der Camping muss sauber sein und gute sanitäre Einrichtungen haben, er muss direkt am Atlantik liegen mit Bademöglichkeit... , vielfach gab es zu hohe Wellen oder der Ausstieg aus dem Meer war zu steil, um wirklich Spass am Baden zu haben und ein gutes Internet sollte auch zur Verfügung stehen:-))

Ein Grund, am Montagmorgen weiter nordwärts zu fahren. Wir passieren gegen 8.30 Uhr die etwa 600 Tsd zählende Stadt Campos dos Goycatazes, eine Geisterstadt, kaum ein Auto - auch keine parkierten- sind zu sehen, kein Geschäft offen - auch nicht der Wallmart! Wir halten an einer Tankstelle, bestellen Café und kaufen Brötchen zum mitnehmen. Auf unsere Frage, warum unterwegs auf keiner Baustelle gearbeitet wird, warum kein Geschäft offen ist, bekommen wir nur den Hinweis 'Karneval' und es wird auf den laufenden TV hingedeutet. Wahnsinn, 5 Tage Ausnahmezustand! Eine Völkerwanderung, die einen treibt es vom Karneval zu den Strandgebieten, die andern feiern Karneval. Und wenn wir die Bilder im TV sehen und die verstopften Strassen der vergangenen Tage passieren lassen, passt alles zusammen.

Wir erreichen Itacoa, 85 km vor Vitória und sind wieder erstaunt, dass wir einen Platz auf dem kleinen Camping finden. Alles stimmt hier, nur das Wifi nicht.... und meine andauernde Magenverstimmung... Wir geniessen die Sambamusik, die schattenspendenden Bäume auf dem Camp Itaoca.

Damit wir mit der Familie am WE skypen und unsere Internetsachen erledigen können, entschliessen wir uns, am am Abend 30 km zurückzufahren und den Camp Siri, den grössten und wie Isabela, die Besitzerin betont, den schönsten Camp in Brasilien zu besichtigen. Bis vor wenigen Stunden weilten auf dem Platz 3'500 Personen, nun ist Aufbruchstimmung. Der Karneval ist zu Ende und am Montag beginnt im ganzen Land die Schule. Bevor wir uns auf dem teuren Camp (120 Reais p/Tag) einchecken, probieren wir das den Gästen zur Verfügung stehende Wifi aus, dies genügt uns nicht. Doch Isabela handelt und gibt uns den Schlüssel für das Office-Wifi. Obwohl auch dieses nur rund um die Reception funktioniert, sind wir happy!

22.505262 S / 41.988435 W, Posto Abreu

20.909813 S / 40.784350 W, Itaoca Pousada Camping

20.909813 S / 40.784350 W, Camping do Siri

 

 

2. Einreise: 7. Januar 2016 / 7. Reisebericht/Brasilien 7. - 23.1.16 

SANTA CATARINA Farol de Santa Marta - Garopaba - Balneário Camboriú - Pomerode - São Francisco do Sul -  

GRANDE DO SUL: Chui - La Cassina - Gramado -

 

 

Bereits am frühen Morgen wickeln wir 

die Grenzformalitäten in Chuy UY/ Chui BR ab. Wir müssen Dollars in Reais wechseln, weil die Chui-Banken uns keine Reals ausspuken wollen. Dafür aber tanken wir wieder für € 0.70 statt 1.20/l.

 

 

 

Hochsaison - oder doch etwa nicht?

In den Lagunen und in den seichten Reisfeldern, die uns auf dem Weg nach La Cassina  begleiten, sind unzählige Vogelgattungen und viele Capybaras-Familien (Wasserschweine) zu beobachten. Für uns gar ungewohnt sind die bis zum Bauch im Wasser watenden Rindern.

Am Strand von La Cassina gönnen wir uns den Spass, mit einer Segel-Draisine rasant 4 km bis zum Ende der Hafenmauer und wieder zurück zu fahren, bevor wir den Camp Stella Maris suchen. Dort stehen wir vor geschlossener Pforte und dies in der Hochsaison.

32.213562 S / 52.197488 W, Vorplatz Marcelo's Sommerresidenz🤗

 

Abstecher zu den Touristenorte auf 800müM

Am frühen Morgen machen wir uns auf den Weg zum 200km entfernten Atlantik-Camping in Sāo Lourenço do Sul. Der durch einen Kanal vom Ort getrennte Platz ist besetzt von längerbleibenden Brasilianer..., schnell weg von hier.🙁

Den Übernachtungsplatz bei einer Tankstelle, nähe Camaquā, verlassen wir frühmorgens, fahren in Porto Alegre (3 Mio EW) über die vier Flüsse, die den Lago Guaiba bilden. In Novo Hamburgo versuchen wir wieder erfolglos Reales zu beziehen, aber kein Bankautomat will unsere Karten nehmen.

Den an der Zahlstelle erhaltene Prospekt studieren wir nicht (!) und so stehen wir irgendwann vor der Absperrung der Zufahrtsstrasse nach Gramado, 800 müM. Auf dem Rückweg biegen wir ohne gross nachzusehen in die Estrada Templo Budista ein, die zum gleichnamigen Zentrum und dann zur anderen Talseite führt. Der Regen vergangener Tage hat im Höhenweg grosse Furchen hinterlassen, der Weg wird immer enger und steiler, zum Wenden zu spät! Eine Verschnaufspause bei Buddha tut uns gut. Gemütlich gelangen wir über die als Hortensienstrasse bekannte Zufahrtstrasse zum Camp hinauf, wo uns Dan und Sandra, ein brasilianischen Paar aus Toledo willkommen heisst.

Die 4 Tage auf dem sauberen Camp mit gutem Internet geniessen wir, vergleichen ihn aber immer mit dem 50+Camp in Österreich, nähe Judenburg😃, über den wir immer wieder schmunzeln... 

Wir besichtigen auch die Touristenorte Canela, bekannt für Schokolade und Käse) und Caracol (Wein). In Rio Grande do Sul (südlichster Bundesstaat) gibt es noch grosse Aurakarienwälder, die mit haufenweise Parks -meist Attraktionen für Kinder, bestückt werden. Hoffentlich müssen dafür nicht mehr allzuviele Prachtsbäume weichen!

30.876666 S / 51.817804 W, Tankstelle

29.364972 S / 50.862684 W, Camp Gramado (11.-14.1.16)

 

Auf der Rota do Sol (ERS 486) von Gramado nach Terra de Areia bewahrheitet sich die Wettervorhersagung, die Wolkendecke wird dichter, es nieselt! Im letzten Teil wird die Sicht wieder besser und es macht Spass bei einem Strassenstand anzuhalten und uns mit frischen Früchten einzudecken.

Im kleinen Küstenort Farol de Santa Marta halten wir an, um die Nacht auf dem wenig besetzten Surfcamp zu verbringen, neben uns ein Overlander mit nigerianischem Nummernschild. Am Freitag ist wieder Sonne pur, die ,Nigerianer, entpuppen sich als deutsch/österreichisches Paar (Babs und Helmuth), welches in wenigen Tagen ihre Südamerikareise beendet und zurück nach Graz fährt. Der Camp füllt sich in rasantem Tempo mit sportbegeisterten Paaren, auf der engen Strasse ist fast kein Durchkommen mehr. So entschliessen wir uns, über das Wochenende zu bleiben und lassen uns von Helmut's Diät anstecken; diese ist aber nicht empfehlenswert :-))

28.605896 S / 48.820716 W, Surfcamp Farol de Santa Marta (15.-18.1.)

 

Wenn Delphine den Fischer helfen....

Eine Stunde Fahrzeit und schon erreichen wir den Ort Laguna, wo die Menschen beim Fischen Unterstützung von einigen Delphinen erhalten. Die Säugetiere jagen die Fische und zeigen mit einem Flossenschlag an, wann die Fischer ihre Netze auszuwerfen haben. Lange schauen wir dem Schauspiel zu und bewundern mit welcher Gelassenheit die Fischer auf das Zeichen der Tümpler warten.

 

Garopaba - und was uns die Küstenstrasse so beschert...

Dankdessen unser Womo nur knapp 7m misst, finden wir im schönen Küstenort Garopaba auf dem, zum Camp gehörenden Stellplatz am Rande noch einen Platz und geniessen den Atlantik mit all seinen Angebote. Nach zwei Tagen engt uns der ein Stellplatzaber zu sehr ein und wir fahren abends bei erträglicher Hitze los, um unser nächstes Tagesziel zu erreichen. Dies scheitert dann gänzlich!

Entlang der Küstenstrasse gibt es viel zu beobachten: da rutschen und borden die Jungen die hohen Sanddünen bis zur Strasse herunter, in Rondellen üben Jungs reitend das Lassowerfen und gleichzeitig hat Ralph die Lira über sandverwehten Strassen über Anhöhen zu manövrieren. Das geht so lange gut, bis dass die Strasse enger und enger wird und nur noch hinauf führt. Es gibt keine Wahl, wir müssen die sich bietende Gelegenheit zu kehren, wahrnehmen und die gleiche Strasse zurückfahren. 

28.348581 S / 48.899892 W, SP Camp Lagoamar 

 

Was bestellt man im ,Café Colonial'?

Eigentlich wollen wir nach dem in einer Bucht herrlich gelegenen Bombinhas fahren. Doch bereits mit Verlassen der Überlandstrasse, kommen wir nur noch im Schritttempo voran und langsam knurrt der Magen. So beenden wir den Schreck und machen eine 180 Grad-Wendung.

Das Hinweisschild 'Café Colonial' erinnert uns an das vor einigen Tagen in Gramada abgegebene Versprechen. Dort kehrten wir in besagtes Café ein, mit der Idee einen Kaffee und ein Pastel (Empanada) zu konsumieren. Doch kaum hatten wir uns gesetzt, wurde unser Tisch mit Häppchen aller Art überhäuft, vorallem Süsses, dazu eine Garaffe Chassissaft. Diese Naschereien gelüsteten uns nicht, doch als wir uns verabschieden wollten, verstanden wir den Ober so, dass wir auch eine Pizza bestellen können. Also zurück zum Tisch - aber schon eilten die Kellner wieder mit den vielen Sachen herbei, unser Abwinken einfach ignorierend.

Mit Einschenken des feinen Cassissaftes fragten wir gutgelaunt nach der Pizzakarte.... ja - eines der Häppchen sei ein Pizzastückchen, entgegnete man uns. Das Café Colonial sei ein Begriff, hier gibt es nur 'Entweder - Oder' erklärt man uns.

Wir entscheiden uns für das Oder (zu gehen), aber was machen wir mit dem feinen Saft in unseren Gläsern? Der Kellner sieht unser Dilemma unseren Gesichtern an und gibt uns zu verstehen, wir sollen uns das Getränk schmecken lassen. Als es dann an das Bezahlen ging, nahm er kein Geld, sondern nimmt uns das Versprechen ab, einmal ein 'Café Conial' zu kosten! So, das machen wir jetzt!

 

Den Bauch kalorienmässig wohl für eine halbe Woche gefüllt, schlagen wir den Weg nach Balneário Camboriú ein. Bereits auf der Zufahrtsstrasse erkennen wir, was uns erwartet: in den Himmel strotzende Hochhäuser, am Strand reihen sich Sessel an Sessel, dazwischen stehen Sonnenschirme, da kann uns das Meer nicht locken. Dafür finden wir auf Anhieb den im iOverlander beschriebene Stellplatz. Kurz einparken, duschen, mit den Nachbarn ein paar Worte wechseln, dann spazieren wir in den Ort. 

26.974330 S / 48.637080 W, SP in Balneário Camboriú

 

Pomerode, die kleinste deutsche Stadt in Brasilien!

Wir besuchen die 33. Pomerana, die in der kleinsten deutschen Stadt Brasiliens, in Pomerode (22' EW) jährlich stattfindet. Auf dem PP stehen bereits Wohnmobile, die schon einige Tage mitgefeiert haben, wir gesellen uns dazu und haben schnell Kontakt. Deutsche Schlager und Volksmusik dringt vom Festzelt bis zu uns hoch, so ist der ganze Tag über eine lockere Stimmung. Gegen Abend füllt sich der grosse PP und im Zelt mit den beiden Tanzparkette treffen sich die Frauen in farbenfrohen Dirndeln, in den Haaren blumengeschmückte Reifen, die Männer in knielangen Leder- oder schwarzen Stoffhosen mit handgestricktem Beinschmuck und die Kinder sind mindestens so hübsch gekleidet. Am Sonntagabend nehmen wir von den Nobre und Bêre aus Araçatuba/São Paulo Abschied und brechen auf.

26.746638 S / 49.178919 W, auf dem Festgelände 

 

 

1. Ein-/Ausreise: 11.12.15 (im Reisebericht 4/Uruguay)

Quaraira (Artigas UY) - Sant'Ana do Livramento (Rivera UY)

1/2 Tag in Brasilien, um die schlechte Ruta 30 in Uruguay zu umfahren.

Brütende Sonne und dies um 8.30!