2015 MAROKKO, 27.1. - 26.4.2015 (90 Tage/4300 km)

 

ÜBERFAHRT TANGER MED - ALGECIRAS 25.4.15


3. Teil: MITTEL-/NORDMAROKKO (ATLAS/RIF); 16.3.15 - 26.4.15


UNSERE ROUTE:
Hoher Atlas (Ait Benhadou - Tizi n Tichka); 
Marrakech; Ouzoud; Umgebung Khénifra; Azrou; Meknes; Moulay Idriss; Kenitra; Ouezzane; Chefchaouen; Oued Laou; Matril; Tanger Med.

 

In den letzten Tagen machten wir uns immer wieder Gedanken, ob wir durch Ein- und Ausreise in Ceuta unseren Marokkoaufenthalt nicht doch verlängern sollen  - - -, doch auch Portugal reizt uns - und so verlassen wir morgen am letztmöglichen Tag - nach 3 Monaten - das wunderbare Land über Tanger Med. 


Viele Eindrücke sind uns unvergesslich:

. Leute: hilfsbereit, begabt, zufrieden (wir haben die Uhr, die Marokkaner die Zeit); 
. Landschaften: Meer, Wüste, Dünen, Hochebenen, Gebirge, Schluchten, Weite; 
. Verkehr:  gute zweispurige Strassen (November Unwetter!) Singlestrassen, Piste (Schotter), Schlaglöcher; ruhig, keine Unfälle; Esel, Docker, Motorrad, LKW, Taxi, Menschen;
. Architektur: Kasbah, Riad, Ksar, Lehmbauten in Naturfarbe, Berberzelte;
. Essen: Fladenbrot, Tajine, Couscous, Gemüse, Orangen,  Bananen, Datteln, Fisch, Nüssli;


. Getränke:
Tee marocaine (Minze); Wasser ..... und die 
. Preise: (10 DH = 1 €/CH):

1 Brot 20 DH; 1 kg Rinderfilet 70 DH; 1 kg Orangen 4 DH; 1 Sack Gemüse  15 DH;
Tajine 45-90 DH; Tee/Kaffee 10 DH; CP 45-90 DH; 1 l Diesel 8-9 DH 

SCHÖN UND IN JEDER SICHT VIELFÄLTIG WAR DIESE REISE und unfallfrei! - danke Ralph.
Irgendwann kehren wir nach Marokko zurück...... - inshallah.....
 



Wir lesen in den Reiseberichten, dass viele CP und SP an der Mittelmeerküste zugemacht haben, warum wissen wir nicht.
Kurz nach Tetoun finden wir in Martil einen CP, der international angefahren wird. Es ist wohl ein stop and go-Platz, die meisten bleiben nämlich nur gerade eine Nacht. Für uns bietet der CP gerade das Richtige: warme Duschen, Internet, schöne (ebene 😃) Fahrradstrecken an der Küste entlang, gute Einkaufsmöglichkeit auf dem heimischen Markt. So nehmen wir uns Zeit und erledigen Vieles: LIRA umpacken (den Tip von Tom ist gut, auch unter dem Rost gibt es Stauraum...), 2500 Fotos ordnen, mailen, whatsapplen, skypen. Ralph reinigt unsere Lira, sie sieht wieder wie neu aus und ich befasse mich etwas mit Portugal.
Auf dem Grill schmunzelt unsere erste selbstgemachte Tajine - einfach schön! (Isa und Ruedi: bitte lehrt uns noch Fisch ausnehmen ...😉).
 

21.-25.4.15

Matril; am Meer; 60 km, CP Municipal, 90 DH, N 35.62851 / W 5.27702; 4 Tage


Kurz nach Chefchaouen verlassen wir die N412 und nehmen eine Zufahrtsstrasse durch wilde Flusstäler, entlang dem Rifgebirge bis hin zum Mittelmeer.

Unterwegs besichtigen wir das Stauwerk Oued Laou, so heisst auch unser Zielort! In Beni Said ist kein Durchkommen mehr, heute ist der wöchentliche Markt, wo die Leute aus den Streusiedlungen zum Einkaufen (Eheringe!) kommen. Viele Frauen tragen ein rotgestreifte Hüfttuch, das für das Ryfgebiet sehr typisch ist. Lira wird am Strassenrand parkiert und dann lassen wir uns treiben... und kommen mit gefülltem Rucksack zurück. 

In Oued Laou gibt es keinen Camp mehr, doch einen bewachten PP direkt am Meer, was natürlich ganz toll ist. Wir machen lange Strandspaziergänge und geniessen die schöne Stimmung.   

19./20.4.15 am Meer

Oued Laou, 60 km, PP am Strand; 40 DH, N 35.44862/W 5.09027; 2 Tage


Die N13 führt uns nordwärts nach  Chefchaouen; zur malerischen Stadt zwischen zwei Berggipfeln, auf 700 MüM.
Da der Camp über der Stadt liegt, ergeben sich lange Spaziergänge zum Wasserfall, welcher Zuläufe von drei Flüssen hat, zum alten Ortskerns  mit den blauen Häusern und Türen. Der gute Erhalt der Stadt zeigt sich auch dahin, dass sie im Unesco Kulturerbe aufgenommen wurde. Steile Treppen winden sich hinauf und hinunter und führen in enge, verwinkelte Gassen. Hier werden wunderschöne bunte Tücher, Baumwollfäden in allen Farben, Naturmittel zum Waschen und Färben, Kleider und Souvenirs angeboten werden. 


Bevor wir den SP beim Motel Rif kurz nach  Ouezzane anfahren, zeigt uns ein  Hinweisschild den Weg zu einem kleinen See. Über eine schmale Zufahrtsstrasse gelangen wir zum Ausflugsziel der Einheimischen und schauen dem regen Treiben zu bis wir schattensuchend 'flüchten'.   

 

14.-18.4.15

Chefchaouen, 712 MüM; 80 km, CP Municipal; 95 DH; N 35.17564/W 5.26680; 4 Tage 

 

12./13.4.15

Ouezzane, 175 MüM; 140 km, SP Motel Rif, 80 DH; N 34.77204/W 5.54475; 2 Tage


Der Norden meldet unbeständiges Wetter und da wir Marokko 'erst' in  zwei Wochen verlassen müssen, zieht es uns westwärts nach Kenitra, der 9. grössten Stadt Marokkos, wenige Kilometer nördlich von Rabat, mit etwa 1/2 Million Einwohner, wo auch Regierungssitz ist.

Unser Kühlschrank ist leer.... so kaufen wir an den Strassenstände noch ein Lamm-Filetstück,  Früchte und fahren über die N13 in die -zu Ehren des Königs- geschmückte Stadt. 
Der Stadtcamp bietet gutes Internet, doch die Sanitäranlagen wurden stark vernachlässigt! Aber was soll's- unser 12m2-Heim bietet sauberes WC und warme Dusche😄!

PS.... auf dem Weg zum Souk sehen wir einen Damen-Coiffeur! Kurzentschlossen tauche ich in den kleinen Raum ein, lasse mir Mèches in mein Haar machen. Eine Geschichte für sich, was sich hier alles tut.... wie wenig Wasser im Salon gebraucht wird.... wieviele Frauen auf kleinstem Raum sitzen, stehen, liegen können.


10.-12.4.15

Kenitra, 400 MüM; 160 km, CP Municipal; 50 DH; N 34.25692/W 6.56689; 3 Tage



Unsere Idee in Meknes einige Tage in einem Riad zu verbringen, lassen wir fallen und fahren weiter nordwärts auf den CP der nahe gelegene Stadt Moulay Idriss. Die Stadt hat ihren Namen nach dem ersten Herrscher (-792n.Chr.) eines unabhängigen Marokko-Reiches erhalten und ist heute der bedeutendste Walfahrtsort Marokkos.


Zu viert lassen wir uns mit einem Taxi in den auf einem Aussichtsplateau gelegenen Ort hochfahren und schlendern gemütlich durch die engen Gässchen und schauen auf das Mausoleum hinunter. Danach spazieren wir nach Voulubilis (Rankepflanze) und besichtigen die römischen Ruinen, welche in ihrer Blütezeit -im 2./3. Jh. n. Chr.- etwa 10'000 EW zählte.

Liebe Birgitt und Willi - wir wünschen euch einen schönen Aufenthalt in Marokko, geniesst eure Reise! 


 

7.-9.4.15

Moulay Idriss, 445 MüM; 20 km; CP Belllevue; 70 DH; N 34.01469/W 5.56176; 3 Tage


 

 

Meknes, eine der vier Königsstädten erlangte unter dem prunksüchtigen Herrscher, Ismail Moulay im 17. Jh seinen Aufschwung, als dieser ein ganzes Stadtviertel abreissen und einen grossartigen Palast mit Parkanlage bauen liess. 

 

LIRA können wir auf dem gut bewachten PP zwischen dem königlichen Golfplatz (öffentlich) und dem Christengefängnis parkieren. Das grosse unterirdische Gebäude, wo einst aus 60'000 Gefangenen jeweils Bauarbeiter und Slaven rekrutiert wurden, beeindruckt uns sehr. Am Nachmittag spazieren wir über den -im Vergleich zu Marrakesch- ruhigen Souk, geniessen am grossen Platz eine Tajine und nächtigen danach gleich auf dem PP. 


 

 

6.9.4.15 (Christusgefängnis)

Meknes, 516 MüM; 90 km; PP; 40 DH; N 33.89063/W 5.56439; 1 Tag

 

In den vergangenen Tagen haben wir viele Quellen (Aît) und wunderschöne Wasserfällen besucht, so auch heute in Aîn Leuh. In dieser Region haben sich die Störche niedergelassen, bauen kunstvolle Prachtsnester auf Kaminen und Masten. Auf dem Camp Amazigh (Berber) in Azrou testen wir das Gasumfüllen (Danke Tom, es hat gut geklappt!) und bringen in und um das Auto alles wieder auf Vordermann. Das Plätzchen unter den blühenden Kirschbäumen ist herrlich, die Einrichtungen des Camps sind jedoch sehr einfach gehalten, so gibt es auch leider kein Internet.

 

4./5.4.15

Azrou, 1540 MüM; 50 km; CP Amazigh; 60 DH; N 33.44872/W 5.17000; 2 Tage



Die gestrige Hitze veranlasst uns, die N8 in Khenifra zu verlassen, um eines der  marokkanische Erhohlungsgebiete zu erkunden. Schnell steigt die schmale Strasse an und führt uns durch einen schönen Zedernwald hin zum Badesee Ouiouane,1600 MüM. Obwohl der See kalt -sehr kalt ist, wagen wir uns ins kühle Nass und spazieren danach am Ufer entlang, staunend wie die Nomaden ihre Zelte herrichten und mit Kind und Kegel da wohnen. Als wir dann auf dem Rückweg zur Lira noch einer Kolonie freilebenden Berberaffen begegnen, können wir fast nicht glauben, in welcher Idylle hier Mensch und Tier zusammen leben. In einem Berberzelt lassen wir uns eine Tajine schmecken (auf dem Boden sitzend und mit den Fingern) und fahren danach weiter zur Source oum Rabia. Die Nacht verbringen wir mitten im Zedernwald auf 1750 MüM, hoch über Aîn Leuh und finden beim Abendspaziergang auch noch einige vereiste Schneefelder.


3.4.15 (Zedernwald)

Aîn Leuh, 1750 MüM; 150 km; frei, 0 DH; N 33.21848/W 5.33857; 1 Nacht

 


Entlang dem Mittleren Atlas führen uns zwei schmale kurvenreiche Passtrassen (1050 MüM) runter zur  fruchtbaren Tadla-Ebene und auf die N8. An Strassenständen kaufen wir Orangen, Mandarinen,  Früchte, Grapefruits und leckeren Kakteenhonig. Ab Nachmittag ist die Luft heiss und schwül, sodass wir in einer Hotelanlage am Pool längere Zeit pausieren. Danach fahren wir noch gut eine Stunde und schlafen dann bei einer eben neu eröffneten Tankstelle vor Khénifra.


 

2.4.15 (Tankstelle Kasbah)

El Kisba, 155 km; frei; 0 DH; N 32.32757/W 6.34068; 1 Nacht

 

In Marrakesch haben wir beim Essen in der Medina zwei junge Frauen- sie feiern nächstes Jahr eine '0' kennengelernt und zufällig ist Sabine in Ouzoud (nächster Anfahrtsort) Erzieherin in einer kleinen deutschen Institution für schwer auffällige Jungs. 

Wir freuen uns, als Sabine mit ihrer zu Besuch weilenden Freundin Daniela uns auf dem Camp besuchen und versprechen anderntags zum 'Hügel', also zum Jugendheim zu wandern. Zwei Jungs, 11 und 17 Jahre leben hier in der Abgeschiedenhei und bekommen die Chance ihr Verhalten zu korrigieren.

Es ist zu hoffen, dass die Erziehung, Betreuung und Beschulung von Alexandra, André (Heimpaar und Eltern von zwei kleinen Kindern) und der engagierten, aber stets fröhlichen Sabine Früchte tragen. 



Über die N8 ,Rue de Fés, erreichen wir Tamelet und fahren dann entlang dem Hohen Atlas Nebenstrassen bis Ouzoud. Die frisch verschneiten Berge sind über lange Strecken greifnah, herrliche sind die Kakten- Kornfelder mit dem roten Klatschmohn.

Weniger Freude bereiten die Strassen.... doch Ralph hat das Umfahren der Schlaglöcher und das Ausweichen auf den Singlestrassen wie ein Marokkaner im Griff.

Am Nachmittag treffen wir im Camp Zebra in Ouzoud ein und wen treffen wir wieder? - die Bayern, Tom und Marile😄; wir freuen uns riesig auf die gemeinsamen Tage rund um die Wasserfälle, mit Spielen und Plaudern.






28.3.-1.4.15

Ouzoud, 860 MüM; 185 km; CP Zebra; 80 DH; N 32.00496/W 6.720410; 5 Tage



Der Wetterbericht hat recht und so fahren wir zur Moschee Koutoubia in Marrakesch auf den bewachten PP zurück, schauen den über uns schwebenden Störchen zu, die auf dem Händymasten ein tolles Nest bauen.  

Bevor wir den Souk ein erstes Mal an diesem Tag besuchen, bringen wir unseren Fiamma-Frontscheibenschutz in eine der vielen Strassennähereien und formulieren unsere Änderungswünsche in französisch und mit Händen und Füssen. Noch bevor wir in der Abendstimmung ein zweites Mal den Gaukler und Geschichtenerzähler zusehen, können wir bereits das Genähte abholen. Ralph ist ein weiteres Mal von den Fähigkeiten der Marokkaner überrascht. All die Arbeit inklusiv Material kostet lediglich 40 € - für uns ein Schnäppchen! Und als dann der Schuhmacher auf dem Spuk noch die heissgeliebten Turnschuhe leimt, ist die Welt total in Ordnung.


27.3.15 (Moschee)

Marrakesch; 30 km; PP Koutoubia; 84 DH; N 31.62365/W 7.99608; 1 Tage


Marrakesch muss erlebt werden...,  der grosse Rundgang führt immer über den Platz Djemaa-el-Fna und hier lässt man sich einfach treiben oder schaut dem Spektakel von einer Terrasse aus zu.
Leider ist eine Schlechtwetterperiode im Anmarsch und wir  beschliessen den SP Koutoubia zu verlassen und in den nahegelegenen Camp mit europäischem Standart zu fahren, um dort die Regentage passieren zu lassen. Über die Tage hinweg spielen wir oft Trimolinos, diskutieren und scherzen  mit Gleichgesinnten, hin und wieder gibt es einen Spaziergang ins Dorf oder auch nur durch den Camp....
Und ... wir denken viel an unsere Lieben zu Hause - in den nächsten Tagen feiern Yvonne und Tobias ihre Geburtstage!
Ab Donnerstag soll nun die Sonne wieder scheinen, dann fahren wir auf den SP Koutoubia in Marrakech zurück und lassen uns den Souk, die Gaukler, Musiker und all die jeweils abends herangekarrten Tische, Bänke, Kochtöpfe mit den Leckereien nicht entgehen.


19.-26.3.15 

Marrakesch, 420 MüM; 20 km; CP Relais; 80 DH; N 31.70741/W 7.98895; 7 Tage




Besser ist keine Pläne zu schmieden, es ändert sich doch! Eigentlich wollen wir zur Moschee in Marrakesch fahren,  da stellt Ralph fest, dass innen auf der linken Seite das Plexiglas in der Oberlichtscheibe längsweg gerissen ist. Wieder hilft der Platzwart... ein Fachmann kommt und eskotiert uns bis zu einer kleinen Werkstatt, wo der Schaden mit Glasfasern stabilisiert wird. 
Nach zweistündiger Reparaturzeit und etwas müde von dem Arabischpalaver fahren Ralph und ich in die Innenstadt    

----- und fallen prompt auf Schlepper ein:
Zwei Männer fahren uns auf ihrem Motorrad voraus und im zweiten Anlauf sind wir auf dem mit unseren Freunden den verabredeten Platz. Doch dann wollen die 'Helfer' 400 DH haben. Schlussendlich verlassen sie mit 50 DH, Schimpf und Trara den bewachten PP

----- wir haben wieder dazu gelernt!


 

17./18.3.15 (Moschee)

Marrakesch, 420 MüM; 30 km; PP Konkoubia, 84 DH; N 31.62365/W 7.99608; 2 Tage


 

Mit einem ausgiebigen Frühstück in Ouarzazate (Filmstudios!) verlassen wir über Ait Benhadou Südmarokko. Entlang von vereinzelten kleinen, farblich unterschiedlichen Lehmbauten-Dörfer erklimmen wir mit unserer Lira den Tizi n Tichka bis auf 2100 MüM und münden dann in die eigentliche Passstrasse der N9 ein.

Die Schneeberge des Hohen Atlas sind nah, die Vegetationen und die Strassenqualität wechseln den ganzen Tag über, was uns jedoch stetig begleitet, ist eine wunderschöne Wolke. 


Die Passrückseite über den Hohen Atlas, 2260 MüM und die Fahrt durch das Ourikatal, nahe Marrakech, bewältigen wir am nächsten Tag. Mit Freude hören wir, dass auch Tom und Marile unweit von uns frei übernachtet haben und auch zum Camp Ourika kommen.



15./16.3.15 

Hoher Atlas, 1365 MüM;  180 km;  frei ,             0 DH; N 31.41340/W 7.39728; 1 Nacht

Ouirika,          510 MüM;    80 km;  CP Ouira , 115 DH; N 31.31576/W 7.57579; 1 Tage

 


2. Teil: SÜDMAROKKO / ANTIATLAS; 12.2.-15.3.15 
(31 Tage / 1560 km)


UNSERE ROUTE:
Tafraoute, Talilouine, Adgz, Zagora (Wüstentour zur Erg Chagaga), Tazzarine, Merzouga (Erg Chebbi), Meski, Jorf, Todra-/Dadesschlucht, Skoura, Ouarzazate

 

Allgemeines 

- Bis Agdz sind die Strassen oftmals vom Unwetter stark beschädigt, eine Herausforderung für
  Ralph und unsere Lira. 

- Durchs Drâatal bis nach Zagora-Mhamid führt eine gute Teerstrasse, wobei die ersten 60 km
  der N 12 nach Tazzarin noch Piste (Schotter) ist. Weiter dann eine zweispurige Teerstrasse
  nach Risani-Merzouga, resp Risani-Meski, wobei nach Alnif ein Flussbett (mit Wasser!)
  durchquert werden musste.

- Die Strassen rund um die Jbel Ougna und Sarhro sind einwandfrei zu fahren.


- Tafroute, ein Wohlfühlort, liegt auf 1000 müM und ist von bizarren Granitfelsen umgeben, in
  Palmenhaine kann man frei stehen....              

- Vom Tal der Ammeln bis nach Adgz fährt man über eine steinige Hochebenen, 1400 - 1800
  MüM, neben ausgetrockneten Queds stehen blühende Mandelbäume, farblich unwahrscheinlich 
  eindrücklich! Die Bewohner müssen sehr genügsam sein, liegen die wenigen kleinen Orte weit
  auseinander, sodass zum Wochenmarkt die Leute zu Fuss, mit Esel oder Fahrrad weite Wege
  auf sich nehmen müssen. Highlights: Safran (Taliouline) und Teppiche (Taznakht).

- Das Drâatal - ein sehr schönes, mit tausenden von Palmen bestücktes Gebiet, begleitet uns bis
  zu den Tinfoudünen, hier beginnt das Wüstengebiet Erg Chagaga.
Von Zagora nach Risani führt eine Hochebene in die andere, bevor sich südlich das
  Dünengebiet Erg Chebbi öffnet. 

- Das Vallée de Tiziz (Risani-Erfourd-Meski), eine grossartige Palmengegend mit reichlich
  Wasservorkommen, zeichnet sich durch die besten Datteln von Marokko aus.

- Die Ost-Westverbindung von Erfourd nach Quarzazate, südlich der beiden Berge Ougnal und
  Sarhro ist mit einer Wüstengegend, den beiden Schluchten Todra und Dades und dem Dadestal
  eine grandiose, abwechslungsreiche Gegend.


So unterschiedlich die Gegenden, die Temperaturen schwanken tagsüber zwischen 18-33°, immer eine trockene und gut verträgliche Wärme, nachts kühlt es auf 4-15 Grad ab.


Die Berber sind gegenüber Touristen grundsätzlich zurückhaltend, aber sehr hilfsbereit und freundlich. Die Kinder fragen stets nach Bonbon und Stilo oder 'verschenken' aus Palmengräser selbstgebastelte Dromedare. Überall fühlen wir uns sicher, keine Betteleien von Erwachsenen und unser Womo können wir gut unbeaufsichtigt parkieren, in den grösseren Orten gibt es jeweils Parkwächter.



Die Backpackerin Dunja aus München, einquartiert gleich gegenüber in der Auberge bei Karin & Hassani hat ab nächsten Tag ein Arrangement in Skoura und so fahren wir zu Dritt die 100 km, wo auch wir die tollen Erlebnisse in unterschiedlichsten Gegenden der letzten vier Tage (Dattelpalmen, Wüste, Himmelstreppe, Todra und Dardesschlucht) 'verdauen' wollen. So karg der Camping in Scoura uns erschien.... – gibt es auch hier Tolles: gleich nebenan steht die unbeschreiblich schöne Kasbah (Lehmbau) aus dem 17. Jh. Und endlich kann Ralph nach x-Monaten wieder einmal einen Pool geniessen.

14./15.3.15 

Skoura, 1265 MüM; 100 km; CP Amridil; 50 DH; N 31.05000/W 6.57702; 2 Tage


Auf der Strecke nach Quarzazate führen zwei Schluchtenstrassen nordwärts, wobei beide für Womos nicht durchgehend passierbar sind.

Die Todra führt uns etwa 15 km durch ein schönes Oasental. An den Granitfelsen wird geklettert und an der Strasse entlang verkaufen Händler bunte Tücher, Teppiche und Kleider. Zu Fuss geniessen wir die imposante Landschaft, bevor ein Car nach dem anderen die Schlucht anfahren. 

Wir fahren zur N10 zurück, um wenig später in die Dadesschlucht abzuzweigen. Auf den 35 km erleben wir eine Vielfalt von wunderbaren Kontrasten: rote Erde, saftig grüne Oasen, Lehmburgen und eine sagenhafte Serpentinenstrasse führt Individualisten auf 1800 müM. Beim Hotel Timzzillite, welches durch seinen Bau eine grandiose Aussicht in die Schlucht und zurück in die kurvenreiche, enge Strasse durch herrliche Felswände frei gibt, halten wir an, geniessen die Abendsonne und lassen es Nacht werden. 

...und weil es so schön ist, verbringen wir einen zweiten Tag in dieser herrlichen Bergwelt😄!

12./13.3.15 

Dadesschlucht, 1840 MüM; 175 km; frei; 0 DH; N 31.53011/W 5.92540; 1 Nacht

Camp/Auberge Tamlalte, 1650 MüM; CP; 50 DH; N 31.44730/W 5.97286; 1 Tag


In der Früh fahren wir nach Erfourd zurück, und zweigen westwärts in die R 702, wo wir in den nächsten Tagen die Berge (Jbdel) Ougnal und Sarhro umfahren.

In Jorf erkundigen wir uns nach der Himmelstreppe, gebaut im Jahr 1986 von HJ Voth. Auch wenn die 4m hohe Dreiecksform von der Strasse nur als kleiner Punkt im Wüstengelände sichtbar ist, bringt uns dies nicht vom Plan ab, dahinzulaufen. Drei Jungen zeigen uns nach 1,5 km wie der wasserführende Fluss zu überqueren ist, danach laufen wir quer über die Wüste dem Monument entgegen, setzen immerzu Steinmännchen oder legen über die sandigen Flächen Schuhspuren. Nach gut zwei Stunden, resp. 8 km steigen wir die 52 Stufen zur Plattform hinauf und kehren bei Temperaturen um die 30 Grad zügig zurück zur Tankstelle,  

wo wir am Morgen -   noch frisch und munter😄- unsere Lira parkierten! 

11.3.15 

Jorf,  1015 MüM; 149 km; frei; 0 DH; N 31.50690/W 5.00535; 1 Nacht


Oft können wir uns beim Kauf von Souvenires zurückhalten, heute war es anders.

Im Fossilienmuseum in Erfourd, beim Aussichtspunkt vor Meski und dann nach dem Abendessen sass bei uns das Geld locker. Die Ausbeute 5 Kg Datteln (!), -Konfitüre, -Sirup und viele grössere und kleinere Steingeschenke..., doch es war ein toller Tag!

Nach Ankunft auf dem Minicamp bei Zaid in Meski -oberhalb der blauen Quelle- musizierten Zaid und seine beiden Freunde für die Anwesenden Berbermusik und bis zum  Abendessen machten Ralph und ich noch eine Velotour auf die Hochebene, von wo wir einen schönen Ausblick in die Dattelebene hatten.

10.3.15 

Meski, 1016 MüM; 110 km; CP Zaid; 40 DH; N 31.85735/W 4.28239; 1 Nacht


 

Auf der Strecke Tazzarin-Risani stehen wir plötzlich vor einem Flussbecken, das überquert werden muss. Dank den beiden Helfern und Ralphs Fahrstil haben wir nach wenigen Minuten wieder festen Boden unter uns, unsere Lira hat die Wassertaufe überstanden!

 

Nach dem Mittagshalt in Rissani geht es auf guter Strasse weiter bis wir kurz vor Merzouga unseren- direkt vor der Dünenwelt positionierten- kleinen Camp erreichen, welch fantastischer Blick!

 

Da wir wissen, dass auch Tom und Marile aus Bayern den Camp anfahren, satteln wir unsere Velos und strampeln über Piste und Sand zum kleinen See, schauen den Wildenten auf der einen und den weidenden Dromedaren auf der anderen Seite zu, bevor wir die nächsten Tage meist zu Viert in den Dünen und im Ort unterwegs sind.

 

5.-9.3.15, 4 Tage 

Merzouga, 769 MüM; 200 km; Camp Ocean Dunes; 30 DH; N 31.24809/W 4.13606

 

Von den 110 km nach Tazzarin führt die N 12 etwa 60 km über Piste, dh Schotterstrasse mit 30 km/h Höchstgeschwindigkeit. So 'hötern' wirvon Hochebene zu Hochebene (800-900müM), dabei begegnen uns etwa 6 Fahrzeuge und Motorrädern. Ein kurzer Halt gab es bei dem auf Krücken gehenden, der seine selbstgesuchten Kristalle und Trilobiten verkauft. 

Der zweite Teil, die Teerstrasse fahren wir zügig und können den Nachmittag im kleinen Camping in Tazzarin verbringen, in welchem die 5-6 kleinen Schlaf-Berberzelte, der kleine Pool, das grosse Berberzelt zum Verweilen domierten. Wieder bleiben wir einen Tag länger als geplant und besuchen am zweiten Tag den Markt. Zurück auf dem Camp sehen wir den Platten am linken Hinterrad. Doch Mohamed, der Campingwart organisiert rasch einen Mechaniker, der uns dann nach zwei Stunden einen neuen Reifen montiert. 

3./4.3.15 

Tazzarine, 890 MüM; 110 km; Camp Amasttou; 60DH; N30.77493/W5.56207; 2 Nächte


ZAGORA: 27.2.-2.3.15

 

Zurück in Zagora müssen wir erst einmal wieder Kleider waschen, duschen, Fotos ordnen und und und....

Vom Camp Oasis aus machen wir uns am Nachmittag auf den Weg in die Innenstadt und nehmen dazu die Abkürzung durch den Palmenhain - leider wohl auf die falsche Seite, haben wir uns doch total verlaufen und waren froh, dass sich ein Berberjunge unserer erbarmte! Warum sehen sich die Palmen auch nur so ähnlich??? 
Obwohl es sehr heiss ist, lassen wir uns von einem Berber auf einen Tee einladen und er kann uns von einer Wüstentour begeistern. 2000 DH leichter, nehmen wir zum Camp ein Taxi (10 DH) und freuen uns auf den nächsten Tag.

27.2. - 2.3.15
Zagora; 30 km; Camp Oasis Palmier; 60 DH; N 30.32531 / W5.82615; 4 Nächte


Wüstentour, 28.2.2015

Mit Mohamed und einem Toyota 4x4 unternehmen wir eine unglaublich schöne - etwa 350 km lange Wüstentour zur Erg Chagaga, unweit der algerischen Grenze.  

Über die Oase Sacré erreichen wir das grosse Berberzelt, wo wir eine längere Mittagspause halten und Zeit finden über Dünen auf und abzugehen. Die unendliche Weite mit der 'Wasser'-Fata Morgana, die abwechslungs-reiche Beschaffenheit dieser Wüste, die Begegnungen mit Mensch und Tier, die Liebe von Mohamed zu seinem Land und seine Freude uns dies alles zu vermitteln- super!!!

@ Wir danken dir Mohamed; die Fotos senden wir dir sobald wir gutes Internet haben.

Hunderte von Palmen stehen im Drâatal..... und begleiten uns bis zum Hotel Sahara Sky, welches mitten in den Tinfou-Dünen steht. Hier machen wir erste Sanderfahrungen und lassen uns zwei, absolut nicht farbechte, gebrauchte Berbertücher aufschwatzen...
Auf der grossen Dachterrasse des Hotels erwartet  uns ein Leckerbissen. Eines der drei grossen GPS Teleskop steht uns zur Verfügung und wir können automatisch Sterne und Objekte anfahren und beobachten - einfach gewaltig! Schade nur, dass sich Patrick, der quirlige Astrologe zur 2. Session um 2.30 Uhr verschlafen hat...😩 

26.2.15; Hotel Sahara Sky
Tinfou; 140 km; frei;  0 DH; N 30.23643 / W 5.60807; 1 Nacht 


Am anderen Morgen, erhandeln wir in einer Webkooperativen in Tazenakht noch einen schönen Berberteppich für unsere Lira und erreichen  am frühen Nachmittag (d Bebbi hend ihra letschti Daag) den Camp Kasbah in Adgz, wo wir an der Besichtigung der im Palmengarten des Camps stehender Kasbah teilnehmen dürfen. Gaëlle, die Frau des jüngsten Sohnes von Si Ali, erzählt uns die Geschichte des Ksar Asslim, welche mit Hilfe einer deutschen Gesellschaft für Lehmbau restauriert wird.

Zeitweise lebten früher bis 70 Personen in der Kasbah.
Die Ehepaare wechselten je nach Anzahl und Alter ihrer Kinder ihr Zimmer, wobei die Kinder bis 7 Jahre im Elternzimmer schlafen, danach bis zwölf gemeinsam mit anderen Kindern in einem Raum. Mit Erreichen der Pubertät leben alle Mädchen und alle Buben bis zur Heirat getrennt in je einem Zimmer.

25.2.15;
Adgz; 190 km; CP Kasbah Palmeraie; 80 DH; N 30.71216 / W 6.44544; 1 Nacht 


Taliouine, mit der einzigen Safrankooperative des Landes liegt auf 1030 müM, südlich des Hohen Atlas und ist eingebettet in einer kargen geröllwüstenartige Hügellandschaft.
Mit dem Fahrrad besuchen wir am ersten Tag den Markt und decken uns, für umgerechnet 1 Euro, mit einer Tragtasche voll frischem Gemüse und Früchten ein. Da am Nachmittag das Thermometer auf weit über 30 Grad ansteigt, geniessen wir das Nichtstun! Abends dann Stress pur für Ralph: während er sich mit der Webcam der Basler Fasnacht abmüht, klaut ihm ein streuender Hund einen Schuh😄- Käsegeruch? 


Am anderen Tag, frühmorgens wandern wir über den  Geröllweg hinauf zu den am Horizont sichtbaren Häusern. Auf dem Weg verteidigen Hirtenhunde die Schlafstätte (Höhle) ihres Herrn und zwingen uns das Revier zu verlassen. Während unserem Brot/Wasser-Frühstück beobachten wir im Steilhang auf der anderen Seite des Tobels drei bepackte Esel und Besitzer; letztere häckeln aus dem steinigen Boden Pflanzen, welche zum Einfärben der Stoffe oder für Tierfutter gebraucht werden. 
Das Tobel zwingt uns schliesslich umzukehren...

Wir nutzen den Tag und besuchen die Safrankooperation (150 Stempel der Krokusse ergeben 1gr Safran).

21.-24.2.15; Safrankooperation und Wanderung

Taliouine; 85 km; CP Toubkal; 80 DH; N 30.52274 / W 7.89469; 3 Nächte

 

Das fruchtbare, aber schmale Tal der Ammeln (7 Berberstämme) erstreckt sich unter einem massiven Felsmassiv über 15 km nord-südwärts. Mit einem Spaziergang verinnerlichen wir uns die Besonderheiten; dann führt uns die R 104 nach Ingherm, weiter die R 106 Richtung Taliouine. 


Die grosse Hochebene auf 1800 m üM ist abwechslungsreich: dem ausgetrockneten Bachbett entlang blühen die Mandelbäume, die alten Lehmdörfer kleben wie Adlerhorste an den Felsen, im Geröll markieren Steinmännchen einen Weg nach Irgendwo und in der Ferne erkennen wir Schnneegipfel des Hohen Atlas.
Nach 5stündiger -mit Schlaglöcher versehenen- Fahrt haben wir genug Massage abbekommen und bleiben direkt an der Überlandstrasse für die Nacht stehen.

20.2.15; Tal der Ammeln
Ouzon; 145 km; frei (an der Strasse); 0 DH; N 30.18649 / W 8.29655; 1 Nacht 


TAFRAOUTE: 12.-19.2.15

Berberbrot, Arganoel und Vielle Prune

Mit den Passauern und Berliner verbringen wir einen wunderschönen Nachmittag und diskutieren über Gott und die Welt. So bekommt Ralph wieder neue Ideen, welche Zubehöre evtl. unsere LIRA bekommen könnte ...!!! Und da die beiden anderen Paare bereits mehrfach in Marokko verweilten, wissen wir, welche Route wir morgen nehmen wollen - wir verlassen Tafraoute und werden durch das Tal der Ammeln fahren. So prosten wir uns zu (Danke Hansjörg!) und sagen tschüss.... - auf Wiedersehen!

 

 

Gelernt ist gelernt

In Tafraoute haben wir wieder dazugelernt. Ralph weiss nun - und hat sich auch gleich mit notwendigem Hilfsmaterial eingedeckt- wie man Gasflaschen umleert. Super, Tom und Marile- vielleicht treffen wir uns ja auf dem Schiff nach Algeciras wieder?

Und Christel aus Berlin lehrte mich einen Lintallaschal zu stricken, Abkürzungen wie kfb, w&w, pw sind mir nicht mehr fremd. Zum 'Aerger' unserer Männern gibt es auch in südmarokkanischen Orten Wollgeschäfte..... 


Blaue Steine  -  Autostopp

In unseren beiden Führer werden die bemalten Steine, etwa 7 km ausserhalb des Ortes erwähnt. Der belgische Künstler Jean Verame hat 1984 mit 12 Tonnen Naturfarbe verschiedene Felsbrocken bemalt, gleiche Projekte führte er im Sinai und im Tibesti Gebirge aus. Ahmed vom Museum erklärt uns den Fussweg dahin, es sei Richtung grosser Granitfelsen zu laufen und dann den Hügel zu überqueren....

Mit dem Berlinerpaar Manfred und Christel ziehen wir gegen 10.00 Uhr los, bewundern die bizarren Granitfelsen, bei welchen wir immer wieder bestimmte Motive erkennen. Vorbei geht es an wunderschönen Oasen, wir erklimmen Steigungen und immer wieder ermuntern uns Steintürmchen weiterzugehen. Irgendwann halten wir inne, gestehen uns ein, dass der Weg nicht unbedingt zu dem Kunsterk führen muss und setzen uns ein Endpunkt, um umzukehren. 

Plötzlich erkennen wir Elektromasten und wissen, wir nähern uns einer Zivilisation. Schon bald stehen wir auf einer kleinen Strasse, leider hilft uns der auftauchende Wegweiser nicht weiter, alles ist in arabischer Schrift geschrieben.

Unser Plan ist nun auf der Strasse weiter zu gehen und einfach den nächsten Menschen zu fragen wo wir sind und wie wir nach Tafroute kommen. Kurze Zeit später erwarten uns gleich zwei Überraschungen: wir sehen in der Ferne die blauen Steine und ein Wohnmobil nähert sich uns. Schöner als das Kunstwerk von Nahe zu sehen, ist, dass uns das holländische Camperpaar zurück nach Tafroute nimmt. DANKE

Berbermuseum

Zusammen mit Tom und Marile besuchen wir das 'Maison Traditionel', an dem ich am  Vortag zufällig vorbeikam. Ahmed, 22 Jahre hat in Agadir Berbergeschichte studiert und lebt mit seinem Bruder im 600-800 jährigen Haus, das eben als Museum eingestuft wird. Gemütlich führt uns Ahmed durch das Haus und erklärt uns die verschiedenen Besonderheiten: drei klar definierte  Eingänge (einer für die Bewohner, einer für die weiblichen Gäste, einer für die männlichen Gäste; die Küche mit einer grossen Öffnung  wo von der Tierhaltung die Währung steigt und die Tiere direkt mit den Küchenabfällen gefüttert werden können; die im Durch-gangsbereich montierte Kinderschaukel; die Dusche (sie wird wöchentlich nur 1x benutzt, kaltes Wasser); die Dachterrasse mit herrlicher Aussicht (TV Tafraoute - die Natur), den Salon, wo gut 35 Personen Platz finden.

Begegnung

Ich spaziere zu den mich magisch anziehenden Granitblöcke hin, kracksle empor immer wieder zurückschauend ob ich die Womos im grossen Palmenhain im Blick habe. Hin und wieder finde ich Fussabdrücke in Sandverwehungen und sehe plötzlich eine vornübergebeugte alte (mein Alter?) Berberfrau mit schwerem, mit Gräsern und Zweigen vollgepackten Korb, mir entgegenkommen. Sie verlangsamt ihren Schritt, hält inne, der Tuchumhang schützt ihr Gesicht. Wir kommen ins 'Gespräch', sie zeigt mir, wie sie den Korb bindet, sich diesen auf den Rücken schwingt und sich die Zugschnüre zur 'Entlastung' um die Stirn legt. Sie deutet mir an, wo ihr Zuhause ist und ich entscheide mich, mit ihr zu gehen. Auf einem Platz angekommen, darf ich noch ein Foto machen, bevor wir kurze Zeit später an ein Eisentor gelangen und sie sich mit einem Händegruss von mir verabschiedet.

Tief beeindruckt mache ich mich zurück zu unserer grossartig ausgerüsteten Lira, setze mich in einen Stuhl und überlege mir, was ich ihr von meinen Kleidern bringen kann.... 

12.-19.2.2015 

Tafraoute; 100 km; Palmenhain frei; 0 DH; N 29.69318 / W 9.72604; 9 Nächte


 

1. Teil: ATLANTIKKÜSTE; 27.1.-11.2.15 (15 Tage / 1'190 KM)

UNSERE ROUTE:
Tanger Med; Asilah; Moulay Bousselham; Mohamedia (Casablanca); El Jadida; Oulidia; Safi; Sidi Kaouki; Essaouira; Imiouaddar; Tamraght; Tiznit

Allgemeines

- Vom Fährhafen Tanger Med sind wir südwärts der Atlantikküste entlang nach Tiznit gefahren,
  meistens über die Küstenstrassen. Die Strassen waren sehr gut passierbar, herausfordernd
  waren die Singelstrassen (Kaouki-Beach) oder es gab mal Schotterstrassen. 

- Die Temperaturen schwankten tagsüber zwischen 16-22°, für mich war eine  Geljacke oder ein
  Faserpelz ein Muss, nachts sank die Temperatur auf 4-6°.


- Der Küstenstreifen ist sehr fruchtbar, nebst Fisch und Meerestiere änderte sich das Angebot
  von Erdnüssen (Asilah), Zitrusfrüchte, Gemüse, Arganprodukte, Orangen, Bananen (Tamraght),
  viele Schaf- und Ziegenherden begleiteten uns in Süden.


- Vielfach waren die Orte zumindest teilweise auf Touristen ausgerichtet, der Strasse entlang gab
  es immer wieder Verkaufsstände. Oftmals sprangen Kinder aus dem Nichts heraus zur Strasse
  hin und wünschten Schlecksachen, Kugelschreiber, T-Shirts. 


- Alle Gegenden -da sehr abwechslungsreich- bezeichnen wir als toll, als Überwinterungsort
  käme für uns nur der Campingplatz Atlanticaparc in Taghazout oder wenn noch möglich das
  Freistehen auf der Platte in Tamraght in Frage.


Tiznit mit seiner fünf Kilometer langen Stadtmauer und seinen imposanten Toren und Türmen ist der letzte Ort, den wir (vorerst) auf der Atlantikseite besuchen. Wir schlendern durch Strassen und Gassen, bis dass wir uns total verlaufen und nur noch mit Hilfe von Einheimischen das richtige Tor aus der Medina zum Camp finden. Der Stadtcamp ist total überfüllt, sodass auch das Parken auf einem angrenzenden Areal und der Strasse entlang toleriert wird.  Am anderen Tag besuchen wir eine Silbermanufaktur der Berber. Der handangefertigte Silberschmuck, welcher in der Sahara in Heimarbeit angefertigt und in der Manufaktur poliert und verkauft wird, ist geschmückt mit Steinen, Ebenholz, Antilopenleder und stellen oft Motive wie Wassertropfen, Mond dar oder sind Gebrauchsgegenstände wie Kompass (Darstellung der Himmelsrichtungen), Parfumflacon, Ketten mit Geheimfächer.

11.2.15; 15. Tag
Tiznit; 115 km; PP frei; 0 DH; N 29.69310 / W 9.72612; 1 Tag


Im nächsten Ort, Tamraght  wollen wir uns mit Sylvia, einer Bekannten meiner Tochter treffen und kommen zufällig zu einem zweiten Atlantikcamp. Spontan machen wir auf diesem Camp einen Rundgang und treffen nebst einem Churerpaar auch Erika und Fritz, Nachbarn vom Camp Motril. Mit Tratschen vergeht die Zeit schnell vorbei und nach Austausch von Adressen und kurzem Spaziergang zum Strand, wo unter anderem auch Fussball gespielt wird.  Dann verabschieden wir uns und fahren zum Haus von               Sylvia. Sylvia und Mohamed laden uns in ihr liebevoll eingerichtetes Haus ein und berichten uns bei Tajine und Tee von ihren Geschäften. Nebst dem, dass sie in ihrem Haus Gästezimmer anbieten und eine Quatvermietung und -Service (www.paradiesquad.com) betreiben, setzen sie das Wissen von Mohamed ein und offerieren Saharatouren. 

10.2.15; 14. Tag

Tamraght; 15 km; PP frei; 0 DH; N 30.51606 / W 9.68269; 1 Nacht


 


Zufällig haben wir gestern den riesigen Atlantic-Campingparc in Imiouaddar angefahren; dies ist heute mein Glück, da der Platz ärztlichen Dienst anbietet. Seit Tagen plagt mich eine Niere. Nach einem Check, verpasst mir der Arzt gegen die Schmerzen eine Spritze und stellt mir für Medis ein Rezept aus. Der ganze Spass kostet 450 DH (45 €). 

Stehen wir nun auf einem Platz, verschönert ab heute ein roter marokkanischer Camp-Teppich unseren Aussenplatz und von Spanien her wussten wir, wer Marokkoliebhaber ist, lässt sich von Raschin ein Oelbild auf seinen Camper malen.

Beide Investitionen mussten einfach sein...


 

8./9.2.15; 12./13. Tag
Imiouaddar; 170 km; CP; 115 DH; N 30.58748 / W 9.74976; 2 Nächte
 




Gleich ausgangs Essaouira begleiten uns beidseitig des Weges die bekannten und nur in Marokko - und nur auf diesem Wegstück vorkommenden 'Ziegenbäume'. Wir machen bei einer Argan-Frauenkooperative Halt und lassen uns die Gewinnung des Oels für Kosmetika und Speiseoel Schritt für Schritt erklären. Die Bearbeitung der Arganfrüchten liegt ausschliesslich in Frauenhänden. Mit viel neuem Wissen und einer Tüte voll Naturprodukten verabschieden wir uns.. Jetzt gilt es noch die 'Ziegenbäume' zu finden, auf welchen die Tiere bereits am Morgen früh naschen  ... und siehe da!

 

(Herta, s Arganoel kunnt...😉)


 

 

Wir fahren nach Essaouira zurück, stellen unsere LIRA auf den Stellplatz und radeln auf dem Fahrradweg der Küste entlang bis zum Stadttor. Gemütlich bummeln wir durch die quadratisch angelegte Medina, besichtigen eine Tischlermanufraktur mit imposanten Schnitzer- und Intarsien Kunstwerken. Kleine Schmuckkistchen werden zu 10 DH (1€) verkauft! Nach einer kleinen Mahlzeit steigen wir auf die begehbare Befestigunganlage aus dem 18 Jh. und schauen dem Treiben im Fischereihafen zu. Dort werden an kleinen Verkaufsständen fangfrischen Fisch und Krabben angeboten, welche auf Wunsch gleich zubereitet und über Kohlefeuer gegrillt werden.

 

 

7.2.15; 11. Tag

Essaouira (Stadt); 30 km; SP; 30 DH, N 31.49465 / W 9.76448; 1 Nacht  


 

 

Wir sind müde von den vielen neuen neuen Eindrücke und fahren über eine Singlestrasse den CP in Sidi Kaouki an. Die Pflege von Kleider, Auto, Körper und Seele stehen an und das machen wir alles in ausgesprochenem Pensioniertentempo.... am Strand verweilen sich Kinder mit Sandburgen bauen, Kameltreiber bieten Rundgänge an, Reiter traben mit ihren Pferden am Strand entlang, Quats rollen daher, Wellenreiter nutzen den Wind -es ist ein Gehen und Kommen, alles geht friedlich zu und her ... 


5./6.2.15; 9./10. Tag

Kaouki-Beach; 170 km; CP; 105 DH; N 31.35104 / W 9.79431; 2 Nächte


Safi, bekannt für sein Töpferware ist unser nächstes Ziel. Gleich nach dem Einquartieren auf dem CP municipal lassen wir uns mit dem Taxi zum Souk (Markt) bringen. Gleich am ersten Stand machte uns der Verkäufer aufmerksam, dass wir über der Strasse die Töpfercooperation besichtigen können. Nichts wie los - ich muss nur wieder mal Ralph erst davon überzeugen😁 Ein Agrisano -'so nennen darf sich, wer den ganzen Ablauf versteht'- bietet sich spontan an, uns durch die einzelnen Werkstätten zu führen. Unglaublich wieviele Arbeitsgänge es zwischen der Tonerde (Ton, Vorfabrikate, Drehen, Tränken, Ritzen, Malen, Holzbrenn-, Gasbrennofen) und den fertigen Kunstwerken braucht. Wir können nicht umhin, zwei kleine Schalen werden nun unseren Hausrat ergänzen - eines im traditionellen Safiblau und eines mit Berbermuster zu erstehen...😀

4.2.15; 8. Tag

Safi; CP municipal; 65 km; CP; 90 DH; N 32.73234 / W 9.04369; 1 Nacht  


Auf dem Stellplatz in Oualidia besuchen uns gleich die Fischverkäufer...! Nach einem Fastentag wollen wir uns jedoch mit einem Fischessen verwöhnen lassen und werden kurze Zeit später mit Fischvariationen feinster Art überrascht. 

Vorspeise: Seeigel, Austern, Krabben; Muschelgang; Fischplatte mit drei verschiedenen grillierten Fischen; gebratener Fisch aus der Dorschfamilie mit frischem Gemüse; zum Dessert: Orangentartar, dann Kaffee und Fruchtsalat. 

Welch Festessen... und dies alles -und mit gutem Trinkgeld- 440 DH = CHF 44.-. 😛 

3.2.15; 7. Tag

Oualidia; 95 km; SP; 25 DH; N 32.73216 / W 9.04356; 1 Nacht  


An der Atlantikküste entlang nach El Jadida zu fahren, ist sehr abwechslungsreich. Wunderschöne Badebuchten wechseln sich mit bizarren steiniger Küste ab. In den Klippen stehen vornüber gebückte Frauen und gewinnen Rotalgen für die Herstellung von Agar-Agar (Geliermittel). In Jorf Lasfar gibt es einen bedeutenden Hafen für die Phosphatverschiffung und das schweizerische-amerikanische Kohlekraftwerk, welches 60 % der marokkanischen Stromversorgung abdeckt, steht hier. Dann folgen Salzgewinnung und Austernzucht. In kurzen Abständen werden an der oftmals mit gewaltigen Schlaglöcher versehenen Küstenstrasse verschiedene Gemüsesorten angeboten.

Die Kinder tauschen ihr Gemüse gerne gegen Naschzeug, die Erwachsenen versuchen sich Alkohol und Zigaretten damit zu beschaffen.   

2.2.15; 6. Tag

El Jadida (Sidi Bouzid); 140 km; freier PP; 0 DH; N 33.24653 / W 8.55402; 1 Nacht

 

Über die N1 fahren wir nach Rabat, wo wir am Torbogen unsere Lira dem alten  Parkwächter anvertrauen. Die Stadtbesichtigung schieben wir auf die Tage der Rückreise auf. Dem Wunsch des Wächters seine Cent-Münzen gegen 10 DH (1€) einzutauschen, machen wir gerne und schenken ihm dazu noch zwei Sugus... - zurück kommt ein Strahlen, das uns bis nach Mohamedia begleitet.


Bei trübem Wetter lassen wir uns am anderen Morgen zum etwa 8 km entfernten Bahnhof von Mohamedia chauffieren und nehmen den Zug für in die Millionenstadt Casablanca. Hier,  in der Industriestadt mit dem grössten Hafen Nordafrikas, machen wir uns zu Fuss zur alten Medina. In den engen Gässchen gibt es viel zu sehen: kleinste Geschäfte und Werkstätten, Handel mit Fischen, lebenden Hühnern und wir .... wir stehen dreimal für Fladenbrot an. Weiter geht es der Boulvard des Almohades entlang zu Ricky's Café. Dort bestellen uns zwei feine Drinks, versinken in den Film von Michael Curtiz von 1942 'Ich seh dir in die Augen Kleines' mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann, bevor wir weiter bis zur Moschee Hassan II spazieren. Das 2,2 Hektar grosse Monument mit dem 179 m hohen Minarett, das mit einem Laserstrahl den Weg nach Mekka weist, soll 420 Mio € gekostet haben und wurde 1993 zum 60. Geburtstag von König Hassan erstellt. 

Die weiteren Sehenswürdigkeiten besuchen wir danach per Taxi... und morgen fahren wir mit unserer LIRA vor die MoroccoMall...😉

30.1. - 1.2.15; 4./5. Tag
Mohamedia; 205 km; CP Ocean bleu, 100 DH; N 33.73721 / W 7.32381; 2 Nächte


Beim Rundgang in Asilah kommen wir bei einem Hühnchengrillstand vorbei und gleich macht sich unser Hunger bemerkbar. Also setzen wir uns an ein Tischchen und bestellen ein Hähnchen für uns Beide. Doch was bringt der Kellner: ein Viertel Poulet für uns 2! - langes Gesicht.... aber auf dem Heimweg treffen wir noch Spanischnüssliverkäufer....
😳 - 😀

Mit den Velos machen wir am 3. Tag einen Rundgang in M-Bousselham und lassen uns auf der Terrasse eines Restaurants verwöhnen, Fahrräder in Sichtweite...  

Bei der Weiterfahrt bemerkt Ralph in seinem Hinterreifen einen Platten. Der Kellner ruft sofort über die Strasse hinweg seinen Freund mit Dreiradkarren, der uns mit den Fahrrädern zu einer etwa 2 Km entfernten Werkstatt fahren soll. Er legt auch gleich die Preise fest: Taxitransport 20 DH und Schlauch flicken 10-15 DH. (10 DH = 1 € / Schaden: Taxi und Rep. = € 3.50) Alles Zufall - wir glauben daran...😉

27. - 29.1.15; 1-3. Tag

Asilah; 90 km;                        SP 30 DH; N 35.28458 / W 06.01609 (1 Nacht)

Moulay Bousselham; 95 km; CP 90 DH; N 34.87497 / W 06.28068 (2 Nächte)


E-Algeciras - MA-Tanger Med, Passkontrolle und Zollabfertigung

Nach einer unruhigen Nacht stellen wir uns in die Reihe der 'FRS' zum Einschiffen. Die Überfahrt ging zügig, das europäische Festland verschwand... Während dem angeregten Gespräch mit einem Paar aus Bayern hörten wir immer wieder die französische Durchsage, dass die Passkontrolle vor dem Verlassen des Schiffes geschieht. Doch wir merken erst bei der Ausfahrt was dies genau hiess!
Kaum hatten wir in Marokko festen Boden unter uns, kam die erste Abfertigung und der Uniformierte schüttelte nur den Kopf... - Wir hatten unsere Pflicht auf dem Schiff nicht getan!!
So mussten wir das Auto verlassen und mit dem Kontrolleur zurück zum Schiff, alle Stufen hoch auf das Deck, wo er den Abfertigungsschalter noch einmal öffnete und uns den Stempel in den Pass drückte. Gut hatte Ralph die Ausreisezettel bereits
am Vorabend ausgefüllt!

Fazit: Auch wenn man zu den Ersten gehört, die eine Fähre verlassen können, kann es sein, dass man die Allerletzten sein wird, die am Zoll abgefertigt werden...  -   Europa hat die Uhr, Marokko die Zeit!

Überfahrt von E-Algeciras nach MA-Tanger Med:

LPG und Diesel tanken, Einkauf von Getränke (für uns) und Zückerli (für Marokkokids), bei Carlos unsere Billette für die Überfahrt besorgen und nun stehen wir am Hafen für nach Tanger Med und warten....
- morgen um 9.00 Uhr geht's los....

Wir grüssen euch und melden uns bald wieder :-)