URUGUAY: 10.11.15 - 7.1.16 (60 Tage), 3'900 km

UNSERE ROUTE:

Überfahrt Hamburg - Montevideo

nordostwärts: 4 Thermen - Grenzstadt Artigas -

südwestwärts: Tacuarembó (Valle Lunareja, Valle Eden) - San Gregorio do Polanco -Carmelo 

Süden: Colonia de Sacramento - Helvetia Suiza - Montevideo - Punta del Este

Atlantikküste: La Paloma - Aguas Dulces - Punta del Diablo (Parque Sta. Teresa) - Chuy

Einreise: 10.11.15  / 6. Reisebericht/Uruguay 23.12.2015 - 7.1.2016

(Weiterreise --->> BRASILIEN: 2. Einreise/Reisebericht 7-10)  

Mercedes - Carmelo - Colonia de Sacramento - Nueva Suiza - Montevideo - Punta del Este - La Paloma - Aguas Dulces - Punta del Diablo (Parque Santa Teresa) - Chuy

Der Rio Negro, herkommend von Brasilien, durchquert Uruguay von Nordost nach Südwest, teilt das Land horizontal und mündet südwestlich von Mercedes in den Rio Uruguay. Diesem Flusslauf folgen wir, übernachten dann in Mercedes einmal mehr direkt an der Rambla, da der Camping auf der Isla el Puerto und der Parque Minicipal zuviel Wasser abbekommen haben. Ein herrliches Feuerwerk animiert uns um Mitternacht, 23./24.12.15  noch einmal unser Bett zu verlassen. Schon werden wir von Einheimischen mit einem herzlichen 'Feliz Navidad' begrüsst. 

Den Weihnachtstag und die Nacht auf den Stephanstag verbringen wir an der Playa Agraciada, am naturbelassene Rio Uruguay, ein absoluter Geheimtip. Ein spezielles Erlebnis ist, wie der Rio mit kleinen und grösseren Inselchen aus mitgerissenen Uferteilen an uns vorbeizieht.

An diesem Playa haben wir alles was das Herz begehrt: Sonne, Schattenplatz fürs Womo, gemütliche Uruguayer die wie wir ohne Weihnachtstrubel den 25.12. verbringen, eine Tajine brutzelt - aber kein Internet! Wir hätten gerne mit euch geplaudert😏! 

33.809690 S / 58.426305 W (Desembargo de los 33 Orientales; top Platz!!!) 

In Carmelo sehen wir uns die rote, in ganz Südamerika einzige handbetriebene Brücke an..., schade nur, wird die Umgebung so verbaut! Die Playa Seré und der dahinterliegende Park sind aber herrlich!

Kaum sind von der Brückenbesichtigung an der Playa Seré zurück, sucht uns Philippe, der Besitzer eines grünen 911 LKW auf und lädt uns spontan ein, mit dem Womo über Nacht im Jachthafen neben ihm und seinem argentinischen Freunden, Louis und Alejandra zu stehen. Den LKW kennen wir bereits, war dieser doch im November im Paraiso Suizo abgestellt als Chunny und Pierre einen Heimaturlaub machten.

Weitere argentinische Freunde von Philippe, die für einige Tage mit ihren Motorjachten von Tigre, Argentinien herkommend in Carmelo an Land weilen, kommen dazu und in zwei Womos fahren 14 Personen zu einem Landgasthof, deren Spezialität Ravioles, Poulet und ein Mega-Dessert-Buffet sind; wir erleben einen vergnügten Abend inmitten all diesen Leuten!

 

Der Parque Anchorena, die präsidiale Sommerresidenz des uruguayischen Präsidenten, bleibt infolge Gestaltungsänderungen bis im März 16 geschlossen. Doch kein Schild weist anfangs der Piste darauf hin und da wir nun bereits den ganzen Zufahrtsweg gefahren sind, stellen wir uns unter einen wunderschönen, schattenspendenden Ombuebaum und frühstücken mit dem Gefühl, den Park für uns ganz allein zu haben. Die militärische Aufsicht schaut uns ohne zu intervenieren zu.

 

In Colonia de Sacramento kommen wir bei grösster Hitze an und bevor wir uns im Schatten am Rio de la Plata ausruhen, schlendern wir durch den Sonntagsmarkt. Am Abend spazieren wir im auf einer Seezunge gelegenen Städtchen über grob gepflasterten Gassen und sehen uns die gut erhaltenen kleinen Häusern aus der Kolonialzeit an. Gegenüber der Iglesia Matriz, errichtet 1680, lassen wir uns im reizenden Strassenrestaurant nieder, erleben einen stimmungsvollen Abend inmitten von locker angeordneten Oldtimer aus den 30er Jahren und dem zu später Stunde stattfindenden Gesangskonzert in der Kirche.

34.328470 S / 57.516894 W, Playa

 

Die 1862 von etwa 600 Schweizer Wirtschaftsflüchtlingen gegründete Siedlung 'Colonia Suiza', heisst heute Nueva Helvecia und ist eine Stadt. Wenn auch die Reiseführer darauf hinweisen, dass im Ort deutsch gesprochen wird, wissen wir es besser, es sind lediglich drei Personen! Wir schlendern etwas lustlos durch den Ort, kaufen ein, machen ein paar Fotos und fort sind wir. 

 

Vielleicht liegt es am Tag, doch am kleinen Badeort Kiyú finden wir eigentlich nur am Namen Gefallen. Das Wort bedeutet Grille und kommt aus dem Guaraní, Sprache der früheren indigener Stämme. Wir schauen über die Felsküste in die Ferne, ziehen kurz in Erwägung uns einen Platz auf dem schmalen Caminggelände zu suchen, setzen dann aber unsere Fahrt nach Montevideo fort.

 

'Monte vido eu soll der portugiesische Seefahrer Magellan ausgerufen haben, als er 1520 vom Meer her den 130 m hohen Hügel entdeckte. Die kleine Schwester von Buenos Aires, so wird Montevideo auch genannt, liegt direkt am Atlantik und hat einen 22 km langen Strand. Auf der Rambla fahren wir am Buquebus (Fähre nach Buenos Aires) und auch an 'unserem' Hafen, einer der wichtigsten von ganz Südamerika, vorbei und treffen im Stadtpark Rodo auf die beiden Franzosenpaare, die ihre Südamerikareise nach 1, bzw 2 Jahre beenden. Mit dem Womo fahren wir am nächsten Tag bereits frühmorgens kreuz und quer durch die lebhafte Stadt, doch die Temperatur steigt schnell an und wir heben uns die Besichtigung auf....🤔

34.55722 S / 56.09758 W, Parque Rodo

 

Die Luft ist schwer, das Wetter schlägt um.... Ganze Strandabschnitte sind in Punta del Este mit Hochhäusern besetzt, doch auf der Landzunge, rund um den 45 m hohen Leuchtturm, finden wir hübsche kleine Wohnhäuser und die auffällige Iglesia de la Candelaria mit der neoromanischen Fassade. Die Stadt, ein Ort zum sehen und gesehen werden, vor allem jetzt zum Jahreswechsel sind viele Argentinier mit schicken Autos unterwegs. Für uns Zeit, einige Sachen zu erledigen.

  • Strandfoto mit los dedos: am Vorabend stehen zuviele Leute herum, bei Nebel und leichtem Regen sind wir am nächsten Morgen allein ☔️
  • Versicherungswechsel der Autohaftpflicht: in die Agentur eintreten, alle Dokumente vorweisen, am anderen Tag Police mit den Unterlagen in Empfang nehmen und zahen👍
  • Ralph prüft wieder einmal den Kauf eines Garmingerätes (Höhenprofile) und entscheidet dann, sich weiter mit 'maps.me, forewer, sygic und durch mich 😙 navigieren zu lassen.

34.962372 S / 54.940341 W, Wohnquartier (Regen)

Es regnet und die Durchfahrt der kleinen Orte La Barra, El Chorro sind erschwert. So lassen wir José Ignacio rechts liegen und nehmen die Ruta 9 nach Rocha. Dort zweigen wir in die Ruta 15 und fahren zum Küstenort La Paloma, wo wir bei fast trockenem Wetter bei den  Campingplätzen ankommen, entscheiden uns dann bei feinem Kaffee und Kuchen wieder für das Freistehen und fahren zum Puerto.

 

Über eine kleine Zufahrtsstrasse gelangen wir zur 7000 ha grossen Laguna La Rocha und geniessen den letzten Tag im 2015 inmitten herrlicher Natur. Auf der einen Seite führt eine wilde Dünenlandschaft zum Meer und vor uns bevölkern Störche, schwarzhalsige Schwäne, Rebhühner die Laguna. Zurück beim Puerto schwimmen wir noch etwas im Meer, kochen uns frische gelbe Bohnen und lassen das Jahr ruhig ausklingen.

34.654143 S / 54.147799 W, Puerto (Sylvester)

 

Auch am Neujahrsmorgen bleibt es bewölkt, sodass der Leuchtturm von La Paloma geschlossen bleibt. Nach einem Spaziergang fahren wir an der Küste entlang weiter, halten nach der kleinen Holzbrücke die über den Arroyo Valizas führt. Dem tollen Fischangebot können wir nicht widerstehen und decken uns mit feinen Lenguados (Seezungen) und geputzten Cazones ein.

 

Gleich am Strandparkplatz in Aguas Dulces bereiten wir uns die Filets zu, bevor wir uns auf den Strandspaziergang machen. Die im Sand gebauten und bei Flut ständig unterspühlten Pfahlhäuser sind teilweise nicht mehr bewohnbar um so gemütlicher erscheinen uns die jeweils über eine Holztreppe erreichbaren Häuser, ausgestattet mit lauschigen Sitzecken und Hängematten. Obwohl die Sonne scheint, lebt es sich am Strand prima, die Füsse sind immer im feuchten Sand. Es wird Fussballtennis und Boccia gespielt, an kleinen Tischen gepokert, Junge und Junggebliebene lassen sich von den Wellen treiben und in der Ferne sehen wir die bis 70m hohen Wanderdünen von Cabo Polonio.

34.276746 S / 53.782212 W

Weiter geht es der brasilianischen Grenze entgegen... Wir machen einen Abstecher an die Playa Punta del Diablo. Hier begegnen uns so viele Rucksacktouristen in einer bestimmten Altersklasse, dass wir nach einem kurzen Rundgang -um 10.00 Uhr ist auch noch keine Beiz offen...- zur Hauptroute zurückfahren.

 

Kurze Zeit später erreichen wir in den vom Militär geführten bekannten Nationalpark Santa Teresa ein und lassen uns für drei Tage im Camp registrieren . Der  3000 ha grosse Park mit mehr als 2 Mio Bäumen (Eukalyptus und Palmen), liegt direkt am Strand und bietet überdimensional grosse Campingflächen, die immer wieder durch naturbelassene Grünflächen und Wald unterteilt sind. Jetzt zur Hochsaison stehen hunderte von Igluzelte, einzelne Caravanes und jede Menge Autos im Park und doch geht alles friedlich zu und her.

In den Baumwipfeln zwitschern den ganzen Tag die Papageien, Vogelpaare buhlen sich in der Asche von den Grillstellen, Leguane spazieren umher und wir haben Musse den Bericht von Uruguay fertigzustellen und uns auf Brasilien einzustimmen. Schön ist auch das Wiedersehen mit Francis und Martine einem Franzosenpaar, mit welchem wir kurz in Montevideo gesprochen haben.

33.988078 S / 53.538072 W, Nationalparque Santa Teresa

 

Es sind nur noch 40 km bis zur Grenzstadt Chuy. Das Hinweisschild 'tortugas' verleitet uns in den Ort La Coronilla abzuzweigen. Daraus ergibt sich ein ganz schöner Abschluss unserer Uruguayreise. Nebst der Tortuga-Auffangstation, das Fest der heiligen drei Könige, Stranderlebnisse lernen wir das warmherzige Argentinierpaar, Adriane und José kennen.

Marcel, ein Bekannter von ihnen leiht uns für den Kauf der brasilianischen Simkarten seine brasilianische Personalnummer und so fahren wir mit ihm und seinen drei Kindern nach Chui, BR. In der Farmacia bekommen wir die Tarjetas, nur stimmt die Grösse der Chips nicht! Ein junger Mann hört das, und wir gehen zu fünft mit ihm durch das Gedränge der Duty-Einkaufsstrasse in ein Lebensmittelgeschäft und nach x 'buenas días, que tal..' und Telefonaten klappt es, wir sind im Besitz von zwei aktivierten Nano-Chips. Zurück am Strand von La Coronilla bedanken wir uns bei den Freunden mit Kleinigkeiten aus der Schweiz.  Mit herzlicher Umarmung verabschieden wir uns von Adriana und José und sie lassen uns ziehen mit Zubehör zum Matetrinken und den Worten, immer für uns da zu sein. 

33.707523 S / 53.460065 W, Strand La Coronilla

 

Einreise: 10.11.15  / 5. Reisebericht/Uruguay 13. - 22.12.2015

Valle del Lunarejo Tacuarembó - Valle Eden - San Gregorio de Polanco

Uns zieht das Valle Lunarejo von den beiden Grenzstädten Rivera und Santana do Livramento weg, ohne zu wissen dass wir auf der Ruta 30 noch eine gute Stunde schlechteste Strasse fahren müssen. Die Posada Lunarejo, eingebettet in einer herrlichen Landschaft, erreichen wir am frühen Abend und dann lassen wir es uns nur noch gut gehen!

31.167878 S / 55.877468 W   www.posadalunarejo.com 

 

Mit dem 19-jährigen Guide, Cesar geht es auf einer tollen 4-stündigen Wanderung weit in ein wildes privates Camp hinein. Locker führt er uns, seine kleine zweimonatige Hündin im linken Arm, den verschlungenen Weg hinunter, wo zur Winterszeit unter einem Wasserfall in der Lagune gebadet wird. In schwüler Temperatur krackseln wir zu Cesar's einfach eingerichteter Hütte empor und währenddessen Ralph und ich bei einem Glas Wasser uns ausruhen, freut sich der junge Mann uns auf seiner Gitarre und seinem Akkordeon vorzuspielen.

 

Nach dem Regen scheint die Sonne.... - am 12./13.12.15 gottseidank auch umgekehrt!

Doch die plötzlich dunklen Wolken verheissen nichts Gutes und wir ziehen vor, rasch das Valle Lunarejo zu verlassen, wir müssen über den steinigen Camino zur Ruta 5 zurückfahren. Kaum bei der Tankstelle parkiert rasselt und rumpelt es! Von einer Böe getragen fliegt ein Stück Wellblech auf unser Dach, zerschmettert das mittlere Dachfenster und gleichzeitig brasst der Regen runter. Müde von der Wanderung, von der holprigen Fahrt über die mit Löcher gespickten Strasse, klebt Ralph die kaputten Teile auf dem Dach herunter, währenddessen ich im handlangere und neues Material aus dem Shop hole. Wir dürfen neben einer Tanksäule mit dem Womo parkieren unter Dach parkieren und finden so ein paar Stunden Schlaf. Welch ein Glück, entgegen der Wettervorhersage bleibt der dritte Adventssonntag trocken!

 

Tacuarembó: was wird wohl mit unserem Dachfenster?

Corazón del paîs, Stadt der Gauchos (heute ist der Gaucho sesshaft, früher für die Rodung des Landes zuständig) und des Tangos (Carlos Gardel, der bekannteste Tangointerpret ), das ist Tacuarembó!

 

Seit bald 24 Stunden haben wir nichts mehr gegessen, die Wanderung mit Cesar, der rasche Aufbruch wegen der Gewitterfront, die holprig Fahrt aus dem Valle Lunarejo heraus, der Sturm und Regen, das Zerbersten des Dachfensters und nach wenigen Stunden Schlaf die 70 km Fahrt nach Tacuarembó, alles etwas viel.... und jetzt dieses Glück! Wir kehren am dritten Adventssonntagnachmittag im bekannten, von aussen ganz unscheinbarem Restaurant V8 ein, bestellen uns saftige, wunderbare Rinderfilets und fragen bei der Verabschiedung nach einer guten Autowerkstatt. Der Wirt telefoniert kurz und schon haben wir die Trumpf-As-Adresse in der Hand. Ralph ist skeptisch, doch wir wissen, weder ein Fenster noch die darüber passende Haube können wir gleich um die Ecke kaufen. Es bleibt uns nur, optimistisch zu sein. 

 

José von der Obracar-Werkstatt zeigt uns am Montag wie mit Fibraglas innert 4 Stunden Haube und Fenster hergestellt werden. Bei der Montage wird das 'Küchen- mit dem Schlafzimmerfenster' getauscht. Die ganze Arbeit kostet nur 125 Franken, doch mehr freut uns, dass bei künftiger Regen nicht automatisch duschen heisst.

 

Der nahegelegene Balneario Iporá, Lago de la Juventud hat es uns angetan. Ein herrlicher  Badesee, eingebettet in hügeliger Landschaft, mit schattenspendenden Eukalyptus- und Pinienhainen, Grillstellen, Steintische und -Bänke. Durch einen Erdwall vom Seegelände getrennt, treffen sich die Freaks auf einem riesigen Motocrossgelände.

Oft schauen wir den Einheimischen zu, wie sie mit allen möglichen Vehikeln (Mofas bis Toyota Hilux), die Musik aufgedreht den schmalen Weg zum See einschlagen, ihren mobilen Untersatz möglichst nahe bei einer Parilla abstellen und zusammen bei Asado und Matetrinken die Freiheit geniessen. Mit Eindunkeln fahren sie dann aus dem Gelände, da nur die Überlandstrasse beleuchtet ist. Das Seeufer gehört nun den Leuchtkäfern und uns. Hoch über uns zeigen Vogelschwärme ihre Formationen, der aufgehende Mond hebt sich vom klaren Himmel ab und so ist für uns Zeit, alles für die Nacht dicht zu machen.

Zwischendurch fahren wir in die Stadt hinunter, besuchen das Museo del Indio y del Gaucho, erkunden den Weg zum Boutique-Hotel und seinem FordT-Museum mit Oldtimern aus den 30er Jahren und statt uns im Museo de Geociencias, mit Reproduktionen prähistorischer Tiere, Fossilien-Sammlungen und Kollektion von Edel- und Halbedelsteinen schlau zu machen, geniessen wir bei herrlichem Wetter 'unseren' Badesee...

31.666918 S / 55.967159 W

 

Doch das Carlos Gardel Museum (Tangokomponist) im ca 30 km entfernten Vallé Éden wollen wir anschauen, dazu stärken wir uns vor Ort in der gegenüberliegenden Posada mit einem kleinen Frühstück. Die dort präsentierten Restarationsdokumente, Foto- und Filmkamerasammlung, die regionalen Produkte überzeugen uns um ein Vielfaches mehr als die Zeitungsausschnitte aus dem turbulenten Leben von Gardel. Es bleibt uns nicht Zeit über eine Wanderung nachzudenken, der Regen ist in Sicht. Kurz bevor es vom Himmel auf unser Dach prasselt  (Dachfenster dicht! 🤗) erreichen wir die Ruta 5, welche uns südwärts führt!

 

Am frühen Abend erreichen wir über die Ruta 43 San Gregorio de Polanco, den grossen Stausee, mitten in UY, mit seiner trüben Geschichte. Nach dem starken Regenfall haben wir keine Lust den Campingplatz am See anzufahren, und überlegen uns, wie wir den Tag überbrücken können, am nächsten Tag ist wieder Sonne angesagt. Einen Waschsalon suchen, Gas auffüllen... - also fragen wir im Bazar, der sich gleich in unserer Übernachtungsstrasse befindet, nach Möglichkeiten. Die Ladenbesitzerin ruft gleich den Gasmann an und die Waschfrau wird von ihr über die Strasse hinweg avisiert. So kümmere ich mich um die Schmutzwäsche und Ralph stellt die 2/3 leere Gasflasche bereit, wobei diese Aufgabe nicht lösbar ist. Der Flascheninhalt ist aufzubrauchen, dann sei das Nachfüllen mit Butan kein Problem. Wir wissen, Butan zündet unter 0 Grad nicht, doch es dauert ja noch, bis wir eine kältere Gegend anfahren.

 

Am Abend dann herrlichstes Grillierwetter und wir fahren zum Campingplatz auf eine der Landzungen. Der Camp ist noch nicht offiziell geöffnet, wir können frei parken und die tolle Infrastruktur nutzen. Für uns heisst es, jetzt Gas aufbrauchen! Bald werden die Einheimischen ankommen und mit ihrer Familie im Camp Weihnachten feiern und dann in ihren ‚Zelthäuser’ die ganze Sommerzeit hier verbringen. Bis am 22.12. haben wir uns entschieden, wie unsere nächste Route aussehen wird..... Heute, am 4. Adventssonntag ein kurzer Skype nach Basel und von Yvonne und Michi lesen wir, dass ihr Flug von Singapur nach Hause in kommender Nacht sein wird.

32.617859 S / 55.839794 W

 

Einreise: 10.11.20154. Reisebericht/Uruguay 5. - 11.12.2015

Artigas - Rivera, die brasilianischen Grenzorte

Damit wir die Grenzformalitäten üben können😉, besuchen wir für einen halben Tag Brasilien um nach Uruguay zurückzukehren...😀 

In 6 Stunden, mit dabei sind zwei halbstündige Rastpausen, schaffen wir 90 km ausgespühlte Schotterstrasse. Der Camino führt vorbei an Estanzien mit Rindern, Schafen, Waldgebiete und kleinen Seen und Zuflüsse. Wir beobachten viele Vogelarten mit gelber Krawatte, mit roter Haube, mit zweigeteiltem Schwanz, grüne Papageien und in in den eingezäunten Gelände sehen wir immer wieder Nandus, wobei ihre Jungen vielfach neben uns auf dem Weg laufen und sich rasch im Gras verstecken, sobald die Kamera gezückt wird.

Noch 65 km auf der Ruta 4 und wir erreichen Artigas, die nördliche Grenzstadt zu Brasilien.

 

Statt den Stadtcamping von Artigas zu nutzen, wo einfach an der Strasse entlang geparkt wird und auf der Matte bei lauter Musik gefeiert und gegrillt wird, fahren wir ein Stück zurück und nehmen die Einfahrt zur La Esmeralda, eine private Länderei mit Bäderlandschaft. Eine Collegeklasse ist gerade im Aufbruch und Ana, die Besitzerin winkt uns herbei. Obwohl das Gelände kein Womo-Stellplatz anbietet, werden wir herzlich willkommen geheissen und sitzen bis tief in die Nacht bei Asado und schmackhaften Wein zusammen.

30.453940 S / 56.507386 W

 

Mit einer Einladung, Weihnachten mit ihrer ganzer Familie zu feiern, verlassen wir Esmeralda, fahren wieder über eine fürchterliche steinige Holperstrasse zum Parque Congreseeigentlich nur weil wir vom Piedra Pintada gelesen haben. Auch hier, liebenswürdige Leute, die uns ganz unklompiziert willkommen heissen, Fotos mit uns als Erinnerung schiessen - ein Riesenpark, diverse Bassins, Livemusik und Platz mit Grills und Bänke ohne Ende. Es hat sich gelohnt diesen Park zu suchen!

30.511100 S / 56.378084 W 

 

Wir lassen in UY die schlechte Ruta 30 links liegen,  nehmen von Quarai BR nach Sant'Ana do Livramento die BR 293 und reisen in Rivera wieder nach UY ein.

Über Aus- und Einreise in südamerikanischen Ländern haben wir viel gelesen, jetzt erleben wir alles live (lesen).

In Artiga UY / Quarai BR sind alle Büros nahe beieinander und wir schaffen das Einholen der Stempeln und die Autodeklaration in 2 Stunden. Die Strasse BR 293 führt uns schnurgerade zum nächsten Grenzübertritt. Natürlich füllen wir noch Diesel auf, kostet dieser hier nur gerade € 0.70, in UY € 1.20.

 

Sant'Ana do Livromento BR und Rivera UY teilen sich weltweit als einzige Orte einen Park, die Plaza Internacionale, der die Grenze zweier Staaten bildet. So bilden wir uns ein, die Policias Federales BR / UY seien auch gleich um die Ecke. Weit gefehlt, wir kommen ins Schwitzen! Mehrere Quaders sitzen die Compañeros der Oficinas auseinander, die Wegbeschreibungen hören sich sehr melodisch an, doch verstehen wir das Portugiesisch kaum! Nach zwei - drei Stunden haben wir es geschafft, wir sind in UY, haben aber keine Lust mehr zum Plaza zurückzufahren und die Free-Shops zu durchforsten.

 

Einreise: 10.11.20153. Reisebericht/Uruguay 24.11. - 5.12.2015

Thermen im Nordwesten Uruguays 

 In den nächsten Tagen wollen wir vier grosse Termas, an gleichnamigen Flüssen aufsuchen. Das Wasser der Termas, ist zwischen 38 -42 Grad warm und entstammt dem unterirdischen Wasserreservoir Acifero Guarani. Dieser immens grosse Grundwassersee führt 37.000 Kubikkilometer Wasser ist damit eines der grössten Süsswasserreservoirs der Welt. 

Unglaublich, für 300$ (CHF 10.-) können wir mit der Lira direkt in den riesigen Park der Terma Guaviyú fahren und uns irgendwo ausbreiten. Auf dem Gelände stehen locker verteilt Steintische und -Bänke und mehr als 100 Grillstellen, dazu gibt es 6 Aussenthermen, geöffnet bis 23.00 Uhr. Wir fühlen uns wohl und bleiben einen zweiten Tag. 

www.termasguaviyu.com

Ein Plastikauto, so bezeichnete Klaus auf der Grande Brasile unsere Lira, hat grundsätzlich etwas gegen niederhängende Äste. Als am frühen Morgen ein heftiges Gewitter Einzug hält, versucht Ralph rückwärts aus dem Wiesengelände zu fahren, da kracht es.... Das Anstossen verursacht bei unserer Lira nicht nur einen Kratzer, die obere linke Ecke wird aufgerissen.

 

Salto ist nicht weit, jedoch sind auch dort ganze Quartiere unter Wasser. Ein Schild weist darauf hin, dass die Represa Hydroélectrica de Grande Salto, www.salto-grande.org täglich besichtigt werden kann, das lassen wir uns nicht entgehen. Der Guide fährt uns bis zur Mitte der Grenzbrücke und berichtet über die Energienutzung bei der Staaten. Der erzeugte Strom wird hälftig geteilt, dies deckt in Uruguay 70 % ihres Bedarfs ab. 

In den Termas de Rio Salto, das grösste Thermalbadkomplex Südamerikas machen wir lediglich einen ausgedehnten Rundgang. Hier gibt es keinen Camp, die Bäder werden hauptsächlich von Hotelgästen genutzt. 

Über den ersten Advent quartieren wir uns auf dem Camp der Terma Daymán ein, umgeben von grillfanatischen Urugayoschs. Neben dem Camp gibt es noch eine weitere Thermen-Anlage mit verschiedenen grossen Bäder unterschiedlicher Temperaturen. Eine wirklich schöne Atmosphäre empfängt uns. 

www.termasdayman.com

 

Abfahrtbereit steht LIRA auf dem Camp-Aussenparkplatz, als es neben uns hupt,  Marion und Michael aus dem Paraiso Suizo fahren gerade mit ihrem Landrover vor. Wir nehmen zusammen noch einen Drink, dann trennen sich unsere Wege, müssen wir doch den Termin bei der Werkstatt einhalten. 

Im Gespräch mit der Reparaturwerkstatt haben wir ,doce mit dos' verwechselt und so erscheinen wir zwei Stunden zu spät. Da der Arbeiter seinen Lohn von 400-600 Euro als Farbenverkäufer mit einem zusätzlichen Job in der Mittags- und Abendzeit aufbessert, kann der Heckschaden der Lira erst am Abend behoben werden.

Arapey, die vierte und älteste Terma ist 70 km von Salto entfernt und etwas abseits. Auf dem riesigen Gelände befinden sich nebst einigen Bädern, Hotel, Bungalows im hinteren Teil ein parzellierter Campingplatz, jeder Platz mit eigenem Grill und Wasseranschluss. Da wir in Dayman keine glückliche Hand beim Fleischeinkauf hatten, nehmen wir uns diesmal Zeit und decken uns für die letzten vier (?) Wellnesstage mit leckeren Fleischstücken, genügend Holz und Anzündmittel (!) ein. 

www.destinotermas.gub.uy

 

Einreise: 10.11.20152. Reisebericht/Uruguay 21. - 24.11.2015

Flusslandschaften im Nordwesten Uruguays

Über die Ruta Panoramica, an der Sierra de las Animas vorbei, erreichen wir Minas und besuchen den Parque Salus mit der Quelle 'Fuente del Puma', wo Mineralwasser aufgefangen und in Flaschen abgefüllt wird. Dann fahren wir zum Parque Cerro Arequito, machen einen Abendspaziergang zu den Ombúesbäumen hinauf, bevor wir über eine Schotterstrasse zum ausgeschilderten Panoramica-Restaurant finden. Obwohl hier nur Mittagessen serviert werden, offeriert uns der 66-jährige, noch aktive Nationaltrainer der uruguayschen Leichtathleten, Gustavo Alzugaray, Milanese und Patatas fritos und wir dürfen entgegen aller Regeln vor seinem Haus über Nacht stehen bleiben. 

34.290719 S / 55.266221 W – im Restaurant gibt es sanitäre Anlagen

 

Am anderen Tag nehmen wir an der Führung der Gruta Arequita, in Guaraní: Araicuahita = Agua de las altas piedras de las cuevas) teil. Das gleiche Vulkan Gestein wurde auch in Andalusien gefunden, ein Puzzlestein der Erdsplittlung vor Mio Jahren. Eine Treppe führt 150m hinunter zum Höhleneingang. Das ganze Gewölbe hat eine gleichbleibende Temperatur von 16 Grad. Dem Lebensraum der darin vorhandenen (Ur-) Tiere wird sehr Sorge getragen; Gustavo beleuchtet die Höhle nur mit schwachem Licht, sodass man das Leben in der Dunkelheit spürt, die Fledermäuse schwirren über unsere Köpfe und finden es –im Gegensatz zum mir- toll, mein T-Shirt zu beschmutzen.

Am Mittag fahren wir ein Stück zurück, nehmen die Ruta del Vino nach Canelones, zweigen dann aber westwärts zum Parque Tajes ab und gelangen an das Flussufer des Rio Santa Lucia. Viele Familien machen hierher ihren Sonntagsausflug und verbrin-gen Zeit mit Fischen und Matetrinken. Als diese dann am späteren Sonntagabend ihren Nachhauseweg antreten, richten wir uns direkt am Fluss für die Nacht ein.

34.607828 S / 56.476387 W - gratis, Sanitäre Anlagen schmutzig

 

Diese morgendliche Ruhe - und trotzdem sind wir bereits vor 8.00 Uhr unterwegs. Es gilt ca 20km auf der Ruta 46, die mit unzähligen Löchern gespickte Schotterpiste vorbei an Canelones bis nach San José zu fahren und weiter über Trinidad hinaus. Vor der Brücke, die über den Rio Negro führt, nehmen wir die Ausfahrt zum Lagos de Andresito, sehen am Ufer vereinzelte Fahrzeuge stehen und finden auch für uns ein herrliches Plätzchen zum Verweilen.

33.138652 S / 57.155954 W - mit Strom gratis; Sanitäre Anlagen im Restaurant

 

Paysandú, ist unser nächstes Ziel: eine kilometerlange gerade Strecke und dann ein 40t-LKW, der sich mit einem weiten Bogen auf der Gegenfahrspur auf seiner Seite in den Graben setzt! Der Fahrer entsteigt dem Fahrzeug unverletzt, doch die Fahrerkabine ist total 'futsch' und die Bergung gibt sicher Probleme. Kurz vor Paysandú, spazieren wir durch Casablanca, 'limpia ciudad', immer werden wir von 3-5 Hunden aller Gattungen beschützt. In Paysandú setzen wir uns direkt an, resp. in Rio Uruguay, Grenzfluss zu Argentinien. Das anhaltende regnerische Wetter in Brasilien beschert in Uruguay Über-schwemmungen, so ist auch der Campingplatz verschwunden. Nach einer ausgedehnten Mittagspause setzen wir unsere Fahrt zu den Thermen im Nordwesten Uruguays fort.

 

Einreise: 10.11.20151. Reisebericht/Uruguay 10. - 20.11.2015 

Paraiso Suizo, Jaureguiberry 

Unserer Reise in Uruguay (UY) beginnt mit einem tollen Erlebnis. Vier Freunde, Margrit & Walter, Sylvia & Clemens erwarten uns im Campo Paraiso Suizo mit einem herrlichen Apéro und Margrit verwöhnt uns danach mit einem ganz feinen Abendessen. Herzlichen Dank, das war eine super schöne Überraschung.

S 34.77981 / W 55.430238

Der 70 km östlich von Montevideo entfernte, direkt am Atlantik liegende Campo Paraiso Suizo von Heinz & Silvia ist ein Traveller Treffpunkt; viele Reisende stellen hier ihr Fahrzeug während eines Heimaturlaubes ein oder es ist die Ankunft in, resp. die Abreise aus Südamerika. 

Im nächsten Ort, Piriapolis beschaffen wir uns Uruguayische Pesos und haben wieder einmal mehrere Tausendscheine in der Hand, der Kurs ist etwa 1:30. Positiv überrascht sind wir, mit den DKB-Karten -im Gegensatz zu denjenigen der Schweizer Grossbanken- sowohl Geld beziehen wie auch in den Geschäften bezahlen zu können. Dann gibt’s den ersten Grosseinkauf an Frischprodukten und den Kauf von Simkarten bei Antel. Für 1 GB bezahlen wir 200 Pesos, ca. 6 Euro.


Nach fünf Tagen und nachdem unsere LIRA eine neue Batterie bekommen hat, nutzen wir das schöne Frühlingswetter und besichtigen am Playa de Oro, unweit von Atlántida 'la casa del Aguila' (Adlerkopf mit Delphinkörper); dies war der Rückzugsort des Empressarios, Natalio Michelizzi.

Am anderen Tag erklimmen wir bei mindestens 28 Grad den dritthöchsten Berg von Uruguay, den Cerro Pan de Azucar, 332m mit seinem 36m hohen, begehbarem Kreuz. Belohnt werden wir mit einer unglaublich schönen Rundsicht und vielen zwitschernden, bunten Vögel. Nach unserer Rückkehr durchstreifen wir den Tier- und Naturpark mit vielen Wildkatzen, Carpinchos, Kaimane.

 

Der Wetterbericht kündigt Regen an und wir kehren zurück zum Paraiso Suizo. In Gesellschaft des Schweizerpaares Raymonde & Thommy, die nach einem Heimaturlaub ihre Südamerikareise fortsetzen und den Hamburgern Marion & Michael, die auch erst vor wenigen Woche ihre Reise starteten, verbringen wir die windigen und teilweise feuchten Tage. Erfahrungen werden ausgetauscht, Vor- und Nachteile unserer und die auf die Rückkehr ihrer Besitzer wartenden Fahrzeuge diskutiert und abends sitzen alle im Camp-Restaurant beim Vino tinto zusammen und es wird in verschiedenen Sprachen miteinander kommuniziert.

S 34.77981 / W 55.430238 - der Camp von Heinz und Silvia ist einfach super!

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Heinz und Ulla (Mittwoch, 08 Juli 2015 04:02)

    Wir wünschen euch ganz viel Freude in Süd-, Zentral- und Amerika. Wir werden euch verfolgen, vielleicht sind unsere Reiseberichte ja ein wenig hilfreich.

  • #2

    Isabeelle (Montag, 23 November 2015 09:34)

    Isa und Ruedi Willi Pumba mir wünschet üch ganz viel Glück und Freude üs über iede Reisebericht ihr machet das ganz Tool Liebi Grüess üs der Schwitz wo schu Schnee hät

  • #3

    Ursula und Hans (Donnerstag, 10 Dezember 2015 19:56)

    Hoi ihr Lieben
    mit Spannung haben wir eure ersten Berichte verfolgt. Die Homepage ist ja wirklich super! Wir wünschen eine schöne Adventszeit, die Weihnachtspost folgt etwas später an Liras E-Mail Adresse, hoffe ihr könnt ab- und zu reinschauen. Liebe Grüsse aus der Innerschweiz

  • #4

    Daniela und Kurt (Sonntag, 13 Dezember 2015 14:03)

    Hallo zusammen, wir verfolgen Eure Reise fast täglich und sind begeistert. Sehr schön auch Eure vielen Bilder. Machts gut und geniesst das "Zigeunerleben".
    Eine schöne Adventszeit wünschen Euch

    d'Schwiizer vom Tunisee

    Daniela und Kurt

  • #5

    Isa und Ruedi (Dienstag, 15 Dezember 2015 10:58)

    Hallo wau wau wau so schön ich gnüse immer wider ücheri Schüni Homepage so super we ihr das machet lg üs Betschwanden